Ich biete meinem Pferd viel Abwechsung bei seiner Ausbildung und er ist auch sehr gelehrig. Wer kann mir Tipps und Tricks nennen, wie ich ihm Kompliment und so lernen Kann?
Kompliment
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- 02.11.2006, 14:07 #1LadyX
Kompliment
- 02.11.2006, 14:17 #2Escada
Tricks gibt es beim Erlernen eigentlich keine. Geht wie alles andere auch hauptsächlich über Ruhe, Geduld, Konssequenz und Fleiß.
Das Kompliment lernt sich für viele Pferde leichter wenn sie erst das Knien beherrschen.
Ich würde immer empfehlen sich erstmal in die Materie reinzulesen. Empfehlenswert finde ich heir Bea Borelle, Eva Wiemers und Nathalie Penquitt. Bea Borelle geht auf die Pro und Contras von Beinlonge oder nicht ein, Wiemers arbeitet nur mit und Penquitt ohne.
- 02.11.2006, 14:36 #3Reykjavik
Etwas zu lesen fände ich auch sinnvoll.
Bea Borelle war auch schon oft zu Gast bei uns am Stall, deswegen habe ich mal in einige Dinge hineingelesen. Kann ich nur empfehlen :)
Bea Borelles Zirkusschule. Bühne frei für Pferde
- 02.11.2006, 14:45 #4beate
Hi,
meines Wissens ist es genau umgekehrt. Das Knien entwickelt sich aus dem Kompliment - indem man das Pferd animiert, das 2. Bein auch einzuziehen. (Nach dem Knien käme dann das Liegen, und aus dem unterbrochenen Aufsteige-Vorgang ergibt sich dann das Sitzen).
Ich persönlich lehne Beinloge ab; nicht zuletzt deswegen, da ich nur mit einem meiner Tiere (die sich diesbezüglich besonders anbietet) diese Übungen - sehr selten - mache.
Gruß
Beate
- 02.11.2006, 15:00 #5LadyX
Beate, aus welchem Grund lehnst Du Beinlonge ab? Ich finde, dass es wirklich abwechslung ins Trainingsprogramm bringt und den meisten pferden auch Spass macht
- 02.11.2006, 15:10 #6beate
Hi LadyX,
warum ich die Beinlonge ablehne? Weil ich - wie ich bereits schrieb - solche Übungen nur mit der kleinen Hafiline auf dem Foto mache, die sich für derartige Spielereien praktisch von alleine anbietet. Teilweise hat sie versucht, das Kompliment unter dem Zaun durch zu machen, um dort Gras zu fressen. Ich habe dies dann bei ihr einfach "kultiviert". Es klappte auf Anhieb - ohne Halfter, ohne Strick und erst recht ohne Beinlonge. Mit keinem meiner anderen Pferde/Mulis würde ich dies machen, da sie es von sich aus nicht anbieten, und dann "muß das auch nicht sein". Ich weiß, daß ich da in meiner Meinung ziemlich extrem bin; aber warum soll ich ein Pferd mit einer Beinlonge zu etwas "zwingen" (absichtlich in Anführungszeichen ;) ), was dieses nicht anbietet? Dann lasse ich es lieber sein.
Gruß
Beate
- 02.11.2006, 15:12 #7Escada
Die Beinlonge hat nichts mit Abwechslung zu tun LadyX. Sie ist lediglich ein Hilfsmittel.
- 02.11.2006, 15:28 #8LadyX
sorry escada und beate,
da habe ich echt bloss halb gelesen, ich dachte, beate ist gegen beinarbeit....blödsinn von mir...
klar schließe ich mich da an.......ich würde mein pferd nie nach zu etwas zwingen, sondern nehme mir für seine ausbildung viel zeit und bringe viel geduld mit. Beinlonge käme nie in Frage. ich wollte auch Tipps für gewaltlose Ausbildung für solche Dinge.
- 02.11.2006, 15:55 #9Escada
Oh oh, LadyX, jetzt nicht wieder was in den falschen Hals kriegen ;)
Eine Beinlonge ist ein Hilfsmittel, kein Folterinstrument. Wie bei allen Sachen kommt es auf den sachgemäßen Einsatz an.
Es gibt Pferde bei denen kann der Einsazt der Beinlonge hilfreich sein. Dadurch ist die Ausbildung aber genauso gewaltfrei wie ohne Beinlonge.
Deswegen habe ich auch vorher Literatur empfohlen, denn da wird vorher geklärt wozu die Beinlonge eingesetzt wird und wie man mit ihr umgeht.
Also: die Beinlonge hat nichts mit Gewalt bei der Ausbildung zu tun. :)
- 02.11.2006, 16:01 #10LadyX
Oki doki, ich werde mich da auf alle Fälle mal einlesen........danke Dir Escada.............
- 02.11.2006, 16:23 #11Attila und Pedro
Hallo!
Also, ich bin auch gerade dran Attila das Kompliment beizubringen
Ich kann ihm schon ein Leckerchen vor die Brust halten und er holt sich das ohne
rückwärts zu gehen.. ja.. ach und ich kann den einen Huf schon anheben und das Leckerchen vor die Brust halten und er holt sich das dann ganz brav.
So, jetzt meine Frage: Mit welchem Bein soll er sich hinknien?
Rechts oder Links? Oder ist das egal?
Also, das mit dem Anheben hab ich immer Rechts gemacht..
- 02.11.2006, 16:35 #12LadyX
also ich habe das so ausprobiert, dass ich ein Leckerli halte und es zwischen seine Beine halte und ihn so weit wie möglich runterfordere. Er macht das echt ganz gut, aber ich weiss eben nicht, wie ich weiter vorgehen soll. ich mache das immer von der linken Seite aus.
- 02.11.2006, 17:18 #13Escada
Einfach das Leckerlie vor die Brust zu halten und das Pferd runterzulocken ist das grundverkehrte.
Dann kommt es eben dazu, dass sich das Pferd aufrollt oder bald in den Sand kriecht.
Das Tier muss doch erstmal Balance lernen, sofern es nicht das Kompliment schon so fast perfekt von selber anbietet wie Beates Tiere.
Einfach nur Kopf runterlocken und dann mal so ein bisschen ziehen ist nicht!
Wir hatten es mal so ausgearbeitet:
1. Das Pferd muss die Beine (alle vier) auf das Kommando "auf" und auf Antippen mit der Gerte geben. Das dient als Vobereitung.
2. Das Bein soll so lange oben bleiben wie der Gerte Kontakt mit dem Pferdebein hat.
3. Das Pferd an die Beinlonge gewöhnen: anlegen und damit ruhig mal ein Stück gehen, auch ruhig ein wenig Druck auf die Beinlonge bringen
4. Wieder Bein anheben (Kommando + Gerte) und oben halten, diesmal unterstützt mit der Beinlonge. Auf keinen Fall das Bein mit der Beinlonge nach oben ziehen! Das Pferd muss das Bein nach wie vor freiwillig anheben!
5. Das Bein leicht (!!!) schwenken oder schaukeln wenn die Beinlonge anliegt, damit das Pferd die Banalce bekommt, die es braucht um auf drei Beinen sich halten zu können. Dabei kann das Pferd ruhig unerstützt bzw abgestützt werden, gerade am Anfang.
6. Wenn die Balance gesichert ist, kann man das Pferd auf diese Art und Weise ins Kompliment "hineinschaukeln", mit Stimmkommando, Gerte u. abstützenden Händen (nicht einfach alleine runterplumpsen lassen!).
7. Hier kann man sonst mit einem Leckerlie nachhelfen und den Weg nach unten zeigen - aber nicht runterfüttern oder zwischen den Vorderbeinen hindurchfüttern. Das fördert nur das extreme Einrollen und "Kopf in den Sand stecken" (Vogel-Strauß-Syndrom sagt meine RL immer).
8. Wenn das Pferd ins Kompiment kommt unbedingt darauf achten dass es sich wirklich auf dem Karpalgelenk samt Röhrbein aufstützt (im 90° Winkel) und nicht nur irgendwie so auf dem Röhrbein /Fesselgelenk.
9. Das Pferd hat ja gelernt das Bein so lange angewinkelt zu lassen bis die Gerte weggenommen wird und das Kommando erfolgt. Bei guter Vorbereitung wird es das Bein also immer länger oben lassen können. Anfangs natürlich noch nicht, es muss sich ja erst an die Übung gewöhnt, Muskeln dehnen, Balance finden, sicherer werden. Logisch.
10. Vor jedem Aufstehen kommt das Kommando "Auf". Das Kommando lernt das Pferd am einfachsten, indem man es in dem Moment gibt, wenn es gerade anstalten macht, aufzustehen. So entsteht die Verknüpfung, hat es verstanden, was "auf" bedeutet, gibt man es natürlich bevor das Pferd aufstehen will.
Habe das mit meiner RL nach dem Buch von E. Wiemers erarbeitet.
Ich möchte meiner Stute auch gerne das Kompliment beibringen, aber wir stecken noch in den Vorbereitungen.
Ich will das sie das Kompliment richtig ausführt. Falsch kann es auch dem Tier schaden.
- 02.11.2006, 17:22 #14LadyX
danke, das hört sich gut an.
Nein, Du darfst nicht denken, dass ich ihn runterziehe, oder ähnliches. ich arbeite mit ihm ohne strick, er macht das fast freiwillig, dass er sich das leckerli zwischen seinen beinen abholt.
- 03.11.2006, 09:03 #15Escada
Ich bin wie gesagt alles andere als dafür das Pferd in die gewünschte Haltung zu füttern, weil es eben auch schadhaft wirken kann. Ich würde es meiner Escada auch gerne beibringen, aber momentan üben wir noch das Beine aufheben. Vorne klappt es schon ganz gut, nur hinten noch nicht. Ich nehme das Vorbereitung für diese Lektion, und so lange die noch nicht richtig funktioniert, werde ich schön die Finger davon lassen.
- 03.11.2006, 11:36 #16beate
Hi Ihr,
ich halte generell von der ganzen Lekkerli-Fütterei überhaupt nichts. Wie auf dem Foto zu sehen, weise ich dem Pferd mit der leeren Hand den Weg in die Tiefe.
@ LadyX: Wenn Du Dein Pferd ein Lekkerli unterhalb der Brust bzw. zwischen den Beinen holen läßt, so beugt sich doch Dein Pferd mit gestreckten Vorderbeinen in die Tiefe, oder? So kommst Du in eine Sackgasse. Genau wie Estrada beschrieben hat, muß das Tier erst ein Vorderbein anheben, und sich dann in die Tiefe beugen.
Meine Ronja macht das Kompliment von beiden Seiten, was mir auch wichtig ist. Allerdings geht es auf einer Seite wesentlich besser und einfacher, als auf der anderen. Was ich auch oft sehe und für vollkommen verkehrt halte ist, daß der Mensch neben dem Tier steht und dieses dann den Kopf und Hals vollkommen zur Seite verdreht, um an ein Lekkerli zu kommen. Ich achte immer darauf, daß der Pferdekörper von der Nasenspitze bis zum Schweifansatz eine gerade Linie bildet.
Gruß
Beate
- 03.11.2006, 12:26 #17LadyX
danke ihr beiden. ihr habt mir auf alle fälle geholfen. das leckerli füttern lasse ich erstmal. ich werde ihm jetzt erst mal das bein heben lernen und wenn das dann funktioniert, mache ich mit dem anderen weiter.
- 03.11.2006, 12:55 #18Escada
Oder such die jemanden der sich damit auskennt (RL,Trainer, Freunde etc) oder besuche einen Kurs.
Und les dich bitte unbedingt erst in die Materie ein!
- 03.11.2006, 13:02 #19LadyX
ja ich werde mir erst mal ein anständiges Buch holen. Mal schauen, wann mal bei uns in der Gegend ein Kurs ist. Leider wird das meistens nur für Barockpferde angeboten und da bin ich dann fehl am Platz mit meinem Riesen : (
- 03.11.2006, 13:12 #20Escada
Nur für Barockpferde?! Da kann einem ja der Hut hochgehen, als ob die anders sind.
Ok, Kaltblut x Spanier wird auch als "Barockpferd" teilweise angesehen...irre Welt.
An die Bücher kommt man aber eindeutig leichter an.
Kompliment
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