Rollkur

Diskutiere Rollkur im Dressur Forum im Bereich Reiten; Ich weiß nicht obs schon jemand geschrieben hat, und ich bin ehrlich gesagt zu faul die ganzen Beiträge zu lesen :D . So etwas ähnliches ...

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  1. #41
    dany
    Ich weiß nicht obs schon jemand geschrieben hat, und ich bin ehrlich gesagt zu faul die ganzen Beiträge zu lesen :D .

    So etwas ähnliches ist durchaus üblich und bringt sehr viel. Ich mache es selbst. Und zwar schaut das so aus:

    Das Pferd wird im Halten mit allen Gewichtshilfen so stark zusammengestellt wie es geht, also sehr stark hinterm Zügel. Dann wird das Pferd abwechselnd nach rechts und links gestellt. Richtig muss es so aussehne, dass das Pferd nicht am Zügel rumgezerrt wird, sondern ohne Gewalt gestellt wird. Dabei muss der Mähnenkamm stärker als beim normalen Stellen "umkippen", und das Auge muss fast komplett sichtbar sein. Die ganze Zeit sehr deutlich hinterm Zügel. Das macht man abwechselnd. Nach links, gerade, und nach rechts stellen. Immer gleichmäßig mit starken Hilfen ABER OHNE GEWALT!!! Dabei ständig schnell mit den Beinen Druck ausüben. Wenn das Pferd dann in der Stellung bleibt, selbst wenn man mit der Hand vorgeht, ist es richtig. Die einzelnen Stellung kurz halten. Wenn das Pferd zurückgehen möchte, muss man sofort dagegentreiben, denn es entzieht sich den Hilfen. Lieber einen Schritt vor, als einen zurück.

    Das macht man aber wirklich nur im Stand, und nur mit den Hilfen OHNE GEWALT UND AUSBINDEN!!! Das Pferd wird lockerer im Nacken- Rücken- und Halsbereich.
    Danach geht das Pferd sehr locker am Zügel und lässt sich wunderbar stellen (nicht mehr hinterm Zügel sondern wie es sich gehört).

    Aber das Pferd so auszubinden und dann noch REITEN?? NEVER!!! Never never never!!!

    Wollt ich nur mal anmerken.


  2. #42
    Leo

    Das halte ich für genau so inkorrekt wie die ganze Rollkurgeschichte.Klar erzielt man damit Erfolge, aber es hat nix mit der klassischen Ausbildungsskala zu tun oder damit ein Pferd von hinten nach vorne an den Zügel zu reiten. Nichts desto trotz ist es leider weit verbreitet.Ist für mich auch nur eine Form von Runterriegeln :(

  3. #43
    Punkgirl89

    Also bei meinem Reitlehrer hieß es immer, ma soll das Pferd von oben nach unten reiten und dann wieder aufrichten und junge Pferde von unten nach oben...

    LG Wiebke

  4. #44
    Leo

    Von hinten nach vorne - also durch den Schwung an den Zügel
    und aus den Vorwärts/abwärts später in die Aufrichtung.

  5. #45
    Biene
    ja,ich habs genauso gelernt wie leo es geschrieben hat...lg

  6. #46
    Nina

    Hallo,
    alles andere wäre ja teilweise auch schwachsinnig :)
    Zumindest wenn man sich es sich vorstellt.

    Gruß
    Nina

  7. #47
    dany
    Wenn man ein sehr verspanntes Pferd hat, hilft es, und zwar ohne Schaden anzurichten. Und wenn ich mir überlege, ob ich ein Pferd die ganze Stunde über mit steifem Genick reite, oder mich mal kurz für 5 min. hinstelle und das mache... vor allem geht man dabei nur soweit, wie sich das Pferd anbietet. Das ist für mich noch ein Unterschied.
    Das machen im übrigen sehr viele Reiter und Ausbilder. Vor allem bei älteren Pferden, oder halt bei Schulpferden.
    Hals und Genick müssen schön locker über den Rücken kommen, und wenn man das Pferd die ganze Zeit ausbindet (egal ob richtig oder zu kurz) wird es wieder steif. Wenn man ohne Ausbinder reiten möchte, das Pferd aber zu verspannt und selbst langes Warmreiten und v/a nichts bringt, ist das doch die bessere Alternative. Vor allem reitet man damit ja nicht, sondern macht es nur im Stehen für max. 5 min.

  8. #48
    Namira
    Ich habe mal 'ne Frage: was bezeichnest Du als 'steif im Genick'??? Das sich das Pferd im Genick verwirft, oder das es gegen den Zügel geht??

    Das interessiert mich mal, denn grundsätzlich kommt alles was man als Resultat in der Halsmuskulatur sieht aus dem Rücken und aus schlechter Balance. Da hilft es wenig am Genick zu schrauben, da muß der Rücken freigemacht werden.

    Es ist effektiv so, daß viele Reiter ihre Pferde so runterriegeln. Aber nur weil es alle machen, muß es weder richtig noch gut noch sinnvoll sein.

    Deswegen frage ich was Du als 'steif im Genick' bezeichnest; im Genick gibt es eigentlich herzlich wenig Muskulatur, sondern der Pferdekopf wird hauptsächlich über das Nackenband gehalten. Das ist eine Sehne, je mehr man an der rumzieht, desto schlechter.

    Namira

  9. #49
    dany
    Es gibt Pferde (vor allem Schulpferde und Ältere) die versuchen egal wie den Rücken nicht freizugeben. Ein Pferd dauerhaft mit Ausbindern zu Reiten ist schlecht fürs Pferd. Teilweise sind diese Pferde einfach steif geworden über die Jahre, weil nie oder kaum richtig geritten worden ist.
    Wenn v/a reiten nichts bringt, oder das Pferd sich beim Zügel aufnehmen total verwirft und gegen ankämpft, sich generell stark auf den Zügel legt oder einrollt bringt diese Übung wirklich viel.

    Ich habe es damals das erste Mal unter Aufsicht meiner RL gemacht. Wenn man nicht weiß wie es geht sollte man es lassen. Zumindest war dieses Pferd total veritten, und man konnte das Pferd nur mit Ausbindern unter Kontrolle bekommen. Aber Ausbinder bedeuten ja nicht dass das Pferd am Zügel geht.

    Wir haben es jede Stunde mind. 5 min. gemacht. Danach hat das Pferd ohne Probleme den Rücken "freigegeben" und ging locker im Genick (steif im Genick= auf den Zügel legen, reiten nur mit sehr starken Zügelhilfen möglich. Locker im Genick= Pferd "nickt" aus dem Nacken frei mit und reagiert auf feine Zügelhilfen. Natürlich nur wenn es vom Rücken her kommt. Aber nur weil ein Pferd vom Rücken kommt muss es auch nicht automatisch "frei" im Genick sein, also unabhängig.). 4 Monate später bin ich mit dem Pferd (das net mal jemand im ERW reiten wollte) eine E geritten und habe eine 6,5 bekommen = 4. Platz von 32.

    Ihr kennt doch mit Sicherheit auch diese Pferde, die total schwer vorwärts zu bekommen sind, sobald sie vom Rücken kommen. Das bekommt man damit auch hin.

  10. #50
    Namira
    Nun gut, wenn Du der Ansicht bist, daß das so richtig ist, es sind ja nicht meine Pferde, die so geritten werden.

    Wenn ein Pferd sich verwirft und gegen den Zügel geht, lasse ich als erstes den Zahnarzt kommen und einen Osteopathen. Unwilligkeit resultiert zu 99,9% aus Schmerz oder aus der Erinnerung an Schmerz.

    Dann kann man das Pferd ein paar kleine in-outs frei springen lassen um den Rücken zu gymnastizieren und danach sollte man mit dem Pferd erstmal ins Gelände gehen und Steigungen reiten, damit das Pferd gezwungen wird sich zu setzen und mal etwas in die Hand kommt, das man auch tatsächlich aufnehmen kann.

    Als nächstes sollte man die natürlich Schiefe und die daraus resultierende verdrehte Wirbelsäule bzw. festgeklemmte Schulter korrigieren. Das kann man an der Longe oder vom Sattel aus machen.

    Da ist es nirgendwo notwendig ein Pferd runterzuriegeln. Und man kann sehr wohl über einen gewissen Zeitraum mit Ausbindern reiten, die den Pferdekopf vor der Senkrechten lassen.

    Reiten (und da beziehe ich das Halten mit ein) mit dem Pferdekopf hinter der Senkrechten kann ich in keinem Fall befürworten und es ist auch weder in Korrektur noch Ausbildung notwendig.

    Namira

  11. #51
    dany
    Wenn selbst Reitlehrer mit Trainer B Schein das Pferd nicht mit den üblichen Mitteln korrigieren können, und das etwas gebracht hat, ist es wohl doch nicht verkehrt. Klar würd ich das nicht bei jedem Pferd machen, sondern nur wenn alles andere nicht geklappt hat, aber im Stand seh ich ehrlich gesagt kein Problem dabei.

    Ein Pferd längere Zeit (über Monate) durchgehend mit Ausbindern zu reiten ist nicht gut.

  12. #52
    Leo

    Leider, leider, leider nehmen sich die wenigsten Leute heute die Zeit, die es eigentlich braucht, um ein verittenes Pferd zu korrigieren. Deshalb greifen ja so viele zu solchen fragwürdigen Hilfsmitteln.
    Wenn ich zu solchen Hilfmitteln greife, sollte mir dabei immer bewußt sein, dass es sich um ein Hilfsmittel für mich handelt, da ich in dem Moment reiterlich einfach nicht stark genug bin, um die Situation anders zu meistern.
    Im übrigen kann man ein solches Pferd zB auch sehr schön über Stangen longieren oder reiten, damit es lernt den Rücken herzugeben - nur die wenigsten sind doch bereit ein solches Pferd mal über Monate nur Schritt zu reiten - denn wenn es im Schritt nicht klappt, brauch ich mit Trabb oder Gallopp gar nicht anzufangen! Oder einfach nur mal Bodenarbeit zu machen und dem Pferd die Zeit zu geben vollständig zu regenerieren.

  13. #53
    dany
    Dabei benutzt man keine Hilfesmittel. Man holt das Pferd mit den normalen Hilfen soweit runter wie es bereit dazu ist. Man zwingt das Pferd ja nicht runter, sondern schaut wie weit sich das Pferd anbietet.

  14. #54
    Leo

    Hier hab ich grad in einem anderen Forum noch einen "schönen"Link zum Thema "Rollkur" gefunden:
    http://www.youtube.com/watch?v=YODFS...6588DB&index=1

  15. #55
    Vanessa

    Ich hab auch schon mal davon gelses! find es einfach nur dreist!

  16. #56
    Chilly

    Wo ist eigentlich das Problem???

    Was mir nicht in den Kopf geht: Wo ist das Problem bei den FN und FEI-Leuten die Rollkur zu verbieten? (So wie einst das Barren)

    Da wird immer diskutiert über "richtiges" und "falsches" Rollkuren und angebliche Probleme mit der Definition.

    In den Regeln steht doch: Kopf vor die Senkrechte!

    Folglich ist es doch egal, ob das Pferd hinter die Senkrechte gezogen wird oder sich von allein hinter den Zügel verkriecht, es ist falsch! Und in beiden Fällen sollte man sich Sorgen um das Pferd und Gedanken über den Reiter machen. Oder?
    Und da müssen doch die Herren Dressurichte einfach die Noten nach unten korrigieren, dann legt sich das ganz schnell von selber.

    Und man muss dem Pferd doch nur ins Gesicht gucken und sieht: Es geht im nicht gut dabei.
    Schön zu sehen: gequteschte Ohrspeicheldrüse *AU!
    Klar, dass viele Pferde dann später im Viereck willig mitmachen: Einfach aus Erleichterung, dass die Schmerzen nachlassen.

  17. #57
    Smigel

    An dieser Stelle mal ne blöde Frage: WIE REITET MAN SOWAS?

    Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass man ein Pferd tatsächlich allein durch den Zügel derart einschnüren kann? Meine (noch ganz neue) RB schmeisst sich recht gerne auf den Zügel und "verlangt" einen gewissen Druck. Also reite ich ihn so vorwärts, sodass er anfängt, sich selbst zu tragen. So langsam hab ich seinen Dreh raus und es wird "besser" bzw. ich bin dabei, den richtigen Weg für ihn zu finden.

    Aber: TROTZ der relativen starken Anlehnung (sofern man es so nenen kann) muss ich ständig auf die Zügelführung achten - werde ich zu hart in Hand, schnickt er sofort dagegen und macht mir innerhalb von Sekundenbruchteilen klar, dass ich grad gepennt hab und nicht auf meine Hand achtete. Gleiches gilt für den Fall, wo ich einfach mal durchgehalten bzw. dagegengehalten habe (in der Hoffnung, dass er dann vielleicht nachgeben würde) - gleiche Reaktion.

    Nun stellt sich mir folgende Frage: Wenn ich "meinen" Riesen so zusammenzerren wollte, dann hätte ich a) Blasen an den Händen, b) würde er durch Zähneknirschen zeigen das ihm das nicht passt und c) mich garantiert nach ein paar Runden derbst in den Sand katapultieren, um mir d) zu zeigen, was er von mir hält. Also: WIE machen die das? Die müssen ja links und rechts mit jeweils 50 Kilo zerren - wie können die da überhaupt noch vorwärts gehen? Die müssen doch die Schulter regelrecht blockiert haben, auf die Vorhand kommen, nicht mehr richtig untertreten - kurz: Das ganze Pferd muss doch blockiert sein? Wie soll in so einer Haltung noch eine Parade fein durchkommen? Und wie will der Reiter das Pferd noch richtig "am Kreuz" haben, wenn er sich doch selbst mit dieser Methode aus dem Sattel hebelt? Fragen über Fragen....

    Rätselnd

    Dennis

  18. #58
    Smigel

    Kleine Ergänzung bzgl. derer, die ihr Pferd im Stand "rollkuren": Was soll daran - sofern es so sanft wie möglich und ohnr Gezerre geschieht - falsch sein? Das Wort Hyperflexion heisst ja übersetzt wohl soviel wie "Überdehnen" oder "Überbeugen". Das "Streching" bei uns Menschen, also das Aufwärmen vor dem eigentlichen Sport, ist doch nix anderes?! Ich dehne die Sehnen und Muskeln ein paar Minuten - und gut ist. Warum sollte das beim Pferd so falsch sein?

    Ganz wichtig: Ich beziehe die Frage NUR auf die Hyperflexion IM STAND sowie ohne wildes Gezerre! Zudem ist dies keine rhetorische Frage, die gegen die Kritiker gerichtet ist bzw. deren Argumente "niedermachen" soll, sondern ich bitte um Antwort. Ganz ohne Hintergedanken. ;)

    Gruß

    Dennis

  19. #59
    Chilly

    Hi Smigel.

    Das schafft man ganz leicht bei Pferden die leicht im Genick und willig vom Charakter her sind, und bei allen anderen mit Kandare oder Schlaufzügeln (Schlaufis, find ich hier ne unangebrachte Verniedlichung). Da hat man dann tatsächlich 5N (50kg) in der Hand. Hab von solchen Messungen gehört, wo man tatsächlich solche Kräfte nachgewiesen hat. Bei normalem annehmen der Kandare bis zu 3N, also 30 kg. Das das aufrollen dem Pferd nicht gut bekommt, sondern es blockiert, ist logisch.

    Der Sinn des Rollkurens ist hier auch bei Fachleuten noch ungeklärt (Habe eine Podiumsdiskussien diesen Sommer auf der Euro-Cheval mitverfolgt -fürchterlich!)!

    Ob es im Stand Sinn macht, bezweifel ich irgendwie. Wieso soll das DA gut sein? Beim Stretchen im Sport wird ja auch gedehnt und nicht überdehnt.

    Lock das Pferd doch mit nem Leckerli vom Boden aus mit dem Kopf zwischen die Vorderbeine, dann siehst Du genau, wie weit es von sich aus bereit ist, sich zu dehnen. A propos stretchen: Man kann auch vorm reiten die Beine und Schultern stretchen, indem man sich den Huf geben lässt und das Bein dann Vorsichtig nach vorne zieht.

  20. #60
    Flo

    Hey
    Ich finde dieses ganze Getue langsam auch lächerlich. Oft wird doch gesagt, die Dressur entspräche dem Herdenverhalten der Pferde, was ich keineswegs abstreiten möchte, wobei aller diese ach so nett ausgedrückte "Rollkur" wohl kaum eine Verhaltensform der Pferde ist, oder hat jemand hier schonmal gesehen, dass ein Hengst auf der Wiese den Hals so stark wölbt, dass er sich in die Brust beißen könnte?
    Schlimm finde ich auch, dass das in geweisser weise sogar von den profis verbreitet wird. Nimmt man sich nur mal ANkky van grunsven, eine frau, die sicherlich schon viele erfahrungen und damit verbunden auch viele erfolge im dressursattel hat, reitet ihren kleinen strampelfisch salinero mit angenommenen kandarrenügeln stark hinter der senkrechten. Ist das das Bild, das die amtierende Weltmeisterin in der Dressur (Kür) hinterlassen sollte? Pferde mit allen Mitteln so tief zu reiten, dass sie sich kaum noch selbst tragen un der reiter das körpergefühl für das pferd übernehmen soll? MUss die ganze kraft denn immer auf der reiterhand liegen, wobei sich das pferd nciht selbst tragen kann bzw darf?
    kann eine solche hand überhaupt nachgeben und somit die zufriedenheit des pferdes in seiner bewegung und damit verbunden seine losegelassenheit fördern?
    Grausam ist daran, dass viele reiter sich ab einem gewissen ausbildungsstand ihres pferdes nicht mehr auf die unteren punkte der skala berufen, sieht man nicht in jeder grand prix prüfung pferde, die hinter der senkrechten gehen, und kaum losgelassen sing, weil sie dermaßen aufgerichtet sind?
    Pferde sind doch keine marionetten! ziehen wir hier, macht es dort was, quatsch.
    Da bin ich lieber Freizeitreiter, maße meinem Pferd nicht zu, irgendwann dermaßen versammelt zu sein, was meiner meinung nach so und so der überflüssigste punkt der skala der ausbildung ist, und genieße die landschaft bei einem schönenen jagdgalopp übers stoppelfeld...
    lg

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