Sicher. Trotzdem finde ich das nicht gut. Das ist einfach nicht gerecht dem Pferd gegenüber. Ich unterstütze keine Reitschule mehr, die nicht bereit ist, gesunde, gut gerittene Schulpferde anzuschaffen oder schlecht bemuskelte, verrittene Pferde entsprechend aufzubauen und den Schulpferden unpassende Ausrüstung und wenig artgerechte Haltung zumutet. Es geht anders und kann sich trotzdem rentieren.
Wenn ich gut gerittene Schulpferde habe, kann ich mehr Geld für den Unterricht verlangen, und das spricht sich auch rum, ob eine Reitschule gut ist oder nicht. D.h. wenn ich ein Pferd nicht auf seine Aufgabe als Schulpferd vorbereite, muss ich damit rechnen, dass es auch "Negativwerbung" gibt weil man in meiner Reitschule nicht über ein gewisses Niveau hinauskommt, weil die Pferde schwierig sind, es öfters Unfälle gibt, Reitschüler Angst bekommen, das Reiten nicht so viel Spass macht. Sicher gibt es meistens genügend Dumme, die trotzdem kommen. Viele Leute sind jedoch bereit, mehr zu zahlen, wenn sie wissen, dass das Lehrpferd dafür gut versorgt wird und eine passende Ausrüstung hat. Fortgeschrittene Reiter kann man zudem durchaus in den "Beritt" (auch wenns Arbeit an der Longe ist) einbinden, dann verdient das Pferd trotzdem was und für den Reitschüler ist es interessant, nicht nur "schön reiten" zu lernen, sondern auch zu lernen, wie man ein verrittenes Pferd korrigiert.
Da macht ein Hilfszügel "zum Schutz des Pferdes" (etwa noch falsch eingestellt und eingesetzt) dann aber den Braten auch nicht mehr fett, findest du nicht? Ein RL, dem das Wohl der Pferde nicht am Herzen liegt, finde ich einfach grundsätzlich sch***.Aber wieviele Reitlehrer gibts, die Korrekturreiten? Und vorallem denen das Wohl ihrer Pferde am Herzen liegt?Denen liegt dann auch nicht unbedingt am Herzen, dass ihre Reitschüler gut reiten lernen.
Das finde ich vertretbar, stimme dir zu. Aber alles andere finde ich unfair dem Pferd und dem Reitschüler gegenüber.Wenn man ein gut ausgebildetes Pferd mit Hilfszügel reitet, und ab undzu mal nen besseren Reitschüler drauf setzt is das kein Problem mit den Hilfszügeln.
Reiten mit Ausbindern
Diskutiere Reiten mit Ausbindern im Dressur Forum im Bereich Reiten; Zitat von PH! natürlich dass mit den schulpferden is nich einfach, aber sieh es mal aus der sicht der reitlehrer: um ein Pferd richtig zu ...
- 08.12.2008, 20:38 #21Fili
AW: Reiten mit Ausbindern
- 09.12.2008, 00:16 #22McBeal
AW: Reiten mit Ausbindern
Das Problem ist doch aber nicht nur auf der Seite der Reitschule.
Klar kann man für guten Unterricht auf gut ausgebildeten Schulpferden etwas mehr verlangen.
Aber gerade in heutigen Zeiten sitzt doch das Geld nicht mehr so locker. Und wer sind den die meisten Anfänger? Das sind doch meist (kleine) Kinder. Sprich, weder die Kinder noch deren Eltern haben Ahnung, worauf sie achten müssen, um eine vernünftige Reitschule zu finden. Außerdem sehen die Eltern doch oft nur, was die Stunde kostet. Und die "Geiz ist geil" Mentalität bewirkt dann, das halt der billigste Unterricht besucht wird, egal wie die Qualität dieses Unterrichts oder der Schulpferde ist.
Und das so viele Schulpferde nicht korregiert werden, liegt nicht immer nur am Desinteresse des Reitlehrers. Wenn der das Vollzeit macht, hat er nicht unbedingt die Zeit dazu, sich auf ein bis 10 Schulpferde zu setzten, um diese dann zu korregieren.
Klar wäre es schöner, von Anfang an, auf gut ausgebildeten Pferden das Reiten zu lernen. Aber welcher Anfänger (der meist ohne Ahnung daher kommt) ist schon bereit, auch diesen Unterricht entsprechend zu bezahlen?
Insofern finde ich Hilfszügel nicht verkehrt. Und sie zu verteufeln finde ich ganz falsch. Das Hilfszügel keine Dauerlösung sind, ist auch klar.
Ich habe mit meinem Pferd Jahre gebraucht, um von Dreieckszügeln loszukommen. Das ich solange gebraucht habe, lag zum einen an schlechtem Unterricht, und zum anderen am mangelnden Wissen. Und das obwohl ich viel Fachliteratur gelesen habe. Aber das richtige Reiten dann umzusetzten.... Daran happert es bei vielen nunmal.
Just my 2 cents, wenn auch etwas länger geworden. Sorry.
Liebe Grüße,
McBeal
- 09.12.2008, 10:22 #23Piennie
AW: Reiten mit Ausbindern
Die Frage, welche sich mir hier aufdrängt, was würdet ihr machen/ macht ihr denn mit totall verittenen Pferden. Verkaufen - ja gut für euch als Privatreiter sicher eine Möglichkeit aber die Lösung? In Beritt geben - naja mit etwas Glück bekommt der Bereiter Pferdi wieder hin - aber ob man es auf Dauer nachreiten kann? Pferdi so lassen - und auf immer und ewig hoffen das nix passiert?
Ich find es keine Schande ein schwieriges Pferd mit Hilfszügeln zu reiten. Sicher ist es richtig mit dem Pferd V/ A zu arbeiten aber es ist verdammt schwierig nem Pferd, welches einem mit Kopf in die höh unter dem Hintern wegrennt klarzumachen, das es jetzt bitte schön den Kopf zu senken hat und den Reiter zum treiben kommmen zu lassen hat. Und da viele von uns keine Meisterreiter sind, nehme mich da selber auch nicht aus, trotz Jahrelanger Erfahrung mit zum Teil schwierigen und jungen Pferden, bin ich der Meinung, warum nicht mal ein wenig Hilfe von Hilfszügeln annehmen.
Ich weiß für die meisten Pferde ist es nicht nötig auf irgendwelche Verschnallungen zurück zugreifen - aber im Einzelfall find ich das durchaus eine Alternative. Die meisten Pferde nehmen z.B. lockere Dreieckszügel gut an, sie stellen dabei bloß eine kleine Hilfe dar den Haupteil der Arbeit muß trotzdem der Reiter leisten und das ist schon schwierig genug.
Zum Thema unerfahrene Reiter und Hilfszügel:
Ich reite gelegentlich eine Lewitzerstute die sonst von einer 12jährigen geritten wird, das Pferd geht bei mir eigentlich gut ich kann sie nach ca. 20 min Erwärmung an den Zügel stellen, sie hebt sich zwar gelegentlich in schwierigen Situationen noch raus aber es wird immer besser. Reitet die Kleine sie, läuft das Pony mit Kopf nach oben, ohne Rücken und rennt um ihr Leben.
Hat sie Dreieckszügel drin (die nur locker verschnallt sind) haben die zwei kaum noch Probleme das Mädchen kommt zum treiben und Pony sengt den Kopf, tritt unter, die Dreiecker hängen durch. Demnächst werden wir die Hilfszügel Ende der Stunde raus schnallen und ich habe durchaus die Hoffnung das die beiden in ein einigen Wochen/ Monaten ohne Hilfszügel auskommen. Ich habe nie gesehen , das die kleine Stute mit den Dreieckern Probleme hatte sie wehrt sich nicht und macht einen losgelasseneren Eindruck als ohne.
Warum sollte ich den 2 die Hilfszügel verwehren.
Man kann leicht verurteilen wenn man nicht in so einer Situation ist.
- 12.12.2008, 23:37 #24catbalou
AW: Reiten mit Ausbindern
Hallo,
erstens mal sollten Ausbindezügel (egal welche Art) immer nur vorübergehend sein und niemals von Dauer! Wie oben erwähnt entweder um ungeübte Reiter ans Reiten zu gewöhnen (denn die haben anfangs wirklich genug mit ihrem Sitz zu tun *g*) oder um Pferde zu korrigieren. Der Dreieckszügel ist deswegen auch bei Ponys so beliegt, weil er ihnen doch relativ schonend "den Weg in die Tiefe zeigt" und sie automatisch etwas bremst, weil sie mehr Last aufnehmen müssen. Der große Nachteil ist aber, dass die meisten Pferde sich zu sehr reinhängen und dann nur noch auf der Vorhand laufen.
Egal welche Art von Ausbindern, auf die Dauer haben sie meistens Nachteile. Aber zum Longieren, egal ob zum Voltigieren oder mit Reitanfängern, oder gleich ganz ohne Reiter, sind Ausbindezügel eigentlich unumgänglich...
- 17.08.2009, 21:46 #25*Finesse*
AW: Reiten mit Ausbindern
also ich kann dazu sagen dass meine Rb ein schulpferd war und er ist auch sehr jung gewesen als er zu uns kam. die ausbinder haben ihm nur geschadet und auch deshalb weil es , meines erachtens die falschen waren. er war oder ist dazu des brävste pferd des es gibt, von ihm runter zu fallen ist eine kunst , und deshalb sind meistens anfänger auf ihm geritten...leider.
ihn V/A zu griegen geht fast garnicht, seine besi bekommt ihn "an " den zügel aber das sieht so gezwungen und gedrängt aus und hat nichts von losgelassenheit...auch wenn man versucht ihm die freiheit zu geben sich V/A zu dehnen spielt er lieber giraffe un dass auch nach 30 min reiten inkl. trab und galopp..
ich weiß auch echt nicht was ich machen soll.. ich werde jetz mal handarbeit ausprobieren, hab da was gezeigt bekommen und finde das ne gute sache..
für verbesserungsvorschläge bin ich sehr dankbar ^^
lg Finesse
- 17.08.2009, 23:23 #26Quasy
AW: Reiten mit Ausbindern
Hallo User. Habe am Rande mitgelesen und möchte nun auch meinen Senf dazugeben.
Prinzipiell finde ich Ausbinder keine schlechte Sache. Man findet nahe zu für jedes Problem den angeblich "geeigneten" Hiilfszügel. Oftmals gerät man da in Versuchun das Teil einzuschnallen und fertig. Meist, ohne sich im klaren darüber zu sein, was dieses "Hilfs"mittel am Pferd und auch am Reiter anrichtet. Den schaden bemerkt man dann oft zu spät und fällt meist sehr fatal aus.
Ausbinder sollten also immer individuell und nur über kurzen Zeitraum verwendet werden. Ich vergleiche das oft mit "gefährlichen" Tabletten. Bei zu langer einnehmzeit kann man davon Süchtig werden oder sie richten bösartige Schäden an. So kam es mir auch, dass viele Pferde, die meist über Jahre hingwe fast ausschließlich mit Ausbindern geritten wurden völlig verwirrt und koordinationslos dastanden. Im wahrsten Sinne sich neu entdecken mussten.
Bei anderen hatten sich Muskeln durch verkrampfen an den falschen Stellen gebildet und die wichtigen Stellen (Hals-Rückenmuskel, Kruppe, Bauchmuskel, usw) waren völlig untrainiert.
Wer keine Ahnung hat, wo der Grund eines Problemes liegt oder keine Ahnung hat, einen Ausbinder effizient einzusetzen, dem Rate ich größte Vorsicht. Ich selbst habe Respekt vor Ausbindern.
So habe ich meiner jetzigen Stute Anfangs locker verschnallte Dreiecker (übrigends meine "Lieblingsausbinder" unter allen) eingeschnallt und dies stetig gelockert und immer länger weggelassen. Denn auch sie war ein Kanditat, der nicht viel Vertrauen zum Reiter und zur Reiterhand hatte, sich verspannte und ohne Ausbinder völlig Aufgeschmissen war. Die Ausbinder gaben ihr -im wahrsten Sinne- "Halt".
Inzwischen sind wir soweit, dass ich sie auch ohne Ausbinder gut reiten kann und sie mir Vertraut.
Momentan haben wir auch ein Verkaufspony, ehemalig L ausgebildet, doch durch ein Mädchen völlig veritten. Das wird seit einer Woche ebenfalls mit Dreieckern trainiert, zwischenduch immer wieder ohne (finde ich zur Überprüfung sehr wichtig!). Der kleine macht sich, ohne Ausbinder nicht denkbar.
Bei solchen Beispielen ist der Name "Hilfs"Zügel berechtigt.
Leider gibt es auch das volle Gegenteil.
Das Pferd meiner Schwester wird mit Halsverlängerer geritten. Die reinste Tortur für den Kleinen. Der Wallach ist völlig Maultot, lässt sich wirklich äüßerst Schwer ans Gebiss reiten (ähnlich wie bei dir,Finesse)...kaum sind Hv drin, wird er in eine Schein-Anlehung gezwängt. Ich habe die Wochen über an meine Schwester appelliert, dass es so nicht weitergeht! Kommenden Samstag darf ich mich nun mit Erlaubnis der jungen Besitzerin hoffentlich selbst einmal auf den Kleinen setzten und ein paar Trick zeigen/ausprobieren. Bei ihm hilft es, viele Tempounterschiede und Stangenarbeit mit einzubeziehen! Kein Ausbinder der Welt sind für dieses Pferd nötig, sondern ein paar logisch Aufgebaute "Tricks".
Ich meine damit, dass viele Leute viel zu schnell zu Ausbindern greifen, ohne sich evtl. der Fehler bewusst zu sein und ihre Pferde zu beobachten, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten und was anschlagen könnte.
Würde das jeder tun, würden Ausbinder wirklich nur dem Sinn und Zeck der Ausbildung, Weiterbildung und Hilfe dienen und nicht als "Allheilmittelchen".
Wenn Reitschulbetriebe Ausbinder einfach pauschal am besten die gleichen an jedes Schulpferd binden, läuft da MmN was schief. Das kann es wohl nicht sein!
Ausbinder, wenn man nicht die Möglichkeit oder Zeit hat andere Wege einzuschlagen, ja, aber nur über kurzen Zeitraum, zur kontrolle immer wieder "pur" überprüfen, und nur in erfahrene Hände, individuell auf Pferd und Problembearbeitung abgestimmt, mit dem Grund , dem Ausbildungsweg und dem Ziel im Auge.
Vergisst man einen Punkt, geht der Schuss nach hinten los.
Wie oft hört man, dass viele Leute garnicht wissen, warum sie Ausbinder dran haben...aber das ist bei vielem so, man denke an Gerte,Sporen,Kandare....
vlg
- 18.08.2009, 08:39 #27sly
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich bin der Meinung, bei jemanden der anfängt reiten zu lernen gehören Hilszügel ans Pferd um dem Reiter den Sitz zu ermöglichen und zum Schutz des Pferdes. Dreieckszügel sind in meinen Augen die angenehmsten fürs Pferd.
Ehrlich gesagt,habe ich noch nie jemanden gesehen,der reiten kann und freiwillig zum Reiten irgendein Pferd ausbindet! Wenn man das Prinzip doch erst mal verstanden hat,dann jedoch irgendwann einmal ein Pferd reitet,was man nicht an die Hilfen bekommt,bindet man es doch nicht aus!Dann arbeitet man halt daran,ein Team zu werden und zu lernen,wie das Pferd es braucht!
Was ich jedoch desöfteren beobachte ist,daß viele meinen Hilfszügel wären peinlich. Da kauft sich z.B. ein Reitanfänger mit viel Geld bei uns am Stall ein Pferd und reitet es immer ohne. Obwohl dieser jemand noch lange keinen gefestigten Sitz hat und das an den Zügel reiten noch weit entfernt für ihn ist!
Und daß er zum Wohle des Pferdes Ausbinder dranmachen soll,haben wir ihm nicht zu sagen, denn er meint er startet nächste Woche beim Grand Prix!Das Pferd war ja so teuer und deshalb klappt das ja
- 18.08.2009, 15:57 #28Chilly
AW: Reiten mit Ausbindern
@sly: So ein Reiter wird auf nem Turnier schnell die Quittung für seine Reiterei bekommen

Fürs Ausbinden muss man sich doch nicht schämen, solange alles Hand und Fuß hat. Sowohl das Pferd als auch ich haben mal nen miesen Tag, und bevor Madame dann Stunde lang ihren Unterhals rausdrückt gibts kurzfristig mal nen Hilfszügel drauf, bis wir uns wieder eingefummelt haben. in diesem Fall wird dann eben mein Unvermögen (bin ja auch kein gelernter Bereiter und sitze normalerweise nur 1-2x pro Woche auf dem Pferd, zumindest bis jetzt vor meiner Babypause *freu!) mit dem HZ kompensiert. An anderen Tagen gelingt es mir dann wieder über ihre "Büffeligkeit" hinweg zu reiten, bis sie von sich aus den Hals fallen lässt und im Rücken aktiv wird, wobei letzeres viel Geduld verlangt.
Ich denke man, darf sich nur nicht von der Wirkung mancher HZs zur Faulheit verleiten lassen!
So beeindruckend die Wirkung von Schlaufzügeln und Co manchmal sein kann (wenn das Pferd schon nach wenigen Tritten mit tiefem langen Hals und aktivem Rücken läuft), aber dann ist es nicht mein eigener Verdienst, und das finde ich dann auch nicht so pralle!
- 19.08.2009, 10:50 #29sunny61
AW: Reiten mit Ausbindern
Hallo,
m.E. gehören Ausbinder nur zur Ausrüstung beim Longieren. Dort verschnallt man so, dass sich das Pferd gemäß Zirkelgröße , auf der longiert wird, stellen und auch ans Gebiss dehnen kann.
Wie soll das beim Reiten gehen ?
Da wird nicht nur gradeaus geritten sondern ständig die Hand gewechselt, Ecken, Zirkel, Schlangenlinien......alles unterschiedlich grosse Radien.
Entweder geht das Pferd wie ne Straßenbahn mit Aussenstellung um die Kurven, oder es wird verstärkt mit der Hand eingewirkt und "Stellen" zu können. Genau dass wollen wir ja eigentlich nicht.
Oder die Ausbinder sind so lang, dass sie, so wie eingangs im ersten Beitrag beschrieben, starke Schwingungen aufs Pferdemaul übertragen.
Es ist immer wieder und so oft zu beobachten, dass fehlende Schenkel- und Gewichtshilfen ( warum auch immer) durch mehr Handeinwirkung kompensiert werden wollen.
Dann wird gewettert...ja der nimmt dann sofort den Kopf hoch...der ist so hart im Maul....
Logo.
Ist auch nur meine ganz persönliche Meinung.
Bei uns gehen z.B. alle Schulpferde, die Großen wie die Kleinen, ohne Hilfszügel. Ausgenommen die Pferde an der Longe.
Wir haben glücklicherweise einen Stallchef, der selbst erfolgreich reitet und uns, seine Pensioner, ausbildet. Das Resultat "seiner" Leute auf Turnieren spricht für sich.
"Das Maul ist das Heiligtum des Pferdes" - den Spruch wiederholt er immer wieder. "Durch den Körper reiten" , verlangt er (bildlich gesprochen)
Er gibt z.B. einem grob einwirkenden Reitschüler eine Trense in die Hand und der Schüler soll das Mundstück mit beiden Händen umschließen. Dann gibt er die "Paraden" , die er vorher monierte. Jeder Schüler guckt ihn dann erschrocken an.
Lg Sunny
- 19.08.2009, 12:09 #30Leo
AW: Reiten mit Ausbindern
Und wie lange werden bei euch die Reitanfänger longiert bevor es in die Abteilung geht? Und werden die Anfänger ohne Zügel longiert oder bekommen sie den in die Hand?
- 19.08.2009, 13:44 #31sly
AW: Reiten mit Ausbindern
Das würde mich in der Tat auch mal interessieren?!
Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen,daß bei euch die Anfänger so lange an der Longe bleiben,bis ihr Sitz wirklich ausbalanciert ist. So viele RL werden wohl gar nicht zur Verfügung stehen um soviel Longenuntericht zu geben.? Deshalb müssen die Leute doch allgemein immer schnell weg von der Longe und mit in die Stunde. Das wirft auch viel mehr Geld ab.
Und dann so ein Anfänger ohne Ausbinder-finde ich unmöglich!!!
- 19.08.2009, 14:16 #32Chilly
AW: Reiten mit Ausbindern
Das kommt dann wahrscheinlich auch immer auf die jeweiligen Schulpferde an. In den meisten Fällen sieht man eben ausgebundene Pferde unter Anfängern, sowohl an der Longe, als auch im Gruppenunterricht. An der Longe hab ich es sogar noch nie gesehen, dass ein RL auf Ausbinder verzichtet hat, denn was soll einer mit Zügeln anfangen, der noch ums Gleichgewicht kämpft? Der RL lenkt über die Longe und das Pferd macht es dem Reiter leichter, da es über den HZ künstlich gedrosselt wird (obs dabei auch lockerer geht....?) Bei den ersten Versuchen in der Gruppe habe ich aber tatsächlich schon so routinierte Pferdeopas/-omas gesehen (auch in meinem alten Reitstall), die ganz ohne HZs den Anfänger gemütlich durch die Bahn schaukeln. (Das setzt dann wahrscheinlich eine solide Grundausbildung und auch eine gewisse innere Gelassenheit der Pferde voraus).
- 19.08.2009, 14:29 #33sunny61
AW: Reiten mit Ausbindern
Hi,
die kleinsten Reitmäuse ab 5 Jahre sind bei uns im Stall eh in den Voltigiergruppen.
Die Reitanfänger bleiben so lange an der Longe, bis sie alle 3 Gangarten ohne "festhalten" sitzen können und geschmeidiger in der Mittelpositur geworden sind. Immer wieder wird auch ohne Bügel longiert.
So lange der Zügel als Haltegriff benutzt würde, ist´s Essig mit Abteilungsreiten
Die Kleinen müssen natürlich kräftemäßig in der Lage sein, die Reitponys und Haffis ohne Gefahr in der Abteilung mitreiten zu können. Denn auch die können mal losflitzen.....
Zeitlich kann man dem Unterricht an der Longe kein Limit setzen. Kommt drauf an, wie sich der jeweilige Reitschüler engagiert und welche körperlichen Voraussetzungen er hat.
Es kommen auch viele Späteinsteiger und denen fällt es erfahrungsgemäss schwerer als der geschmeidigeren Jugend.
Ich konnte über die Jahre beobachten, dass es immer wieder etwas überambitionierte Eltern gibt, die sich beschweren, dass das arme Kind immer noch an der Longe reiten muss. Das klärte dann der Chef mit ihnen.
Manche gehen dann auch in die nächste, nur wenige km weiter entfernte Anlage.
Trotzdem sind die Stunden gut ausgebucht.
Der Chef selbst (Pferdewirtschaftsmeister) steht mit seinen Auszubildenden Montags bis Samstags in der Halle zum Unterricht. Longe und Abteilung.
Die Schulpferde werden von den Azubis immer mal korrigiert, im Einzelunterricht oder zur Springstd. geritten. Auch zum eigenem Turnier starten sie.
Jedes Jahr machen einige der Reitschüler mit den Schulis das Reitabzeichen. Der Chef meint dann immer grinsend, das seien seine potentiellen Pensioner der Zukunft ......bis jetzt hat er damit Recht behalten.
Und wie gesagt, mein vorheriger Beitrag zum Thema Reiten mit Ausbindern ist meine ganz persönliche Meinung. Mit tut es ehrlich weh, wenn man sieht, dass ein ausgebundenes Pferd sich gegen zerrende Reiterhände und klopfende Schenkel(Sporen) nicht wehren kann und der/die Sportler/-in obendrauf der Meinung ist, doch alles richtig zu machen. Auch wenn es vllt. unbewusst und ohne böse Absicht ist.
LG Sunny
- 19.08.2009, 14:48 #34Leo
AW: Reiten mit Ausbindern
Dann stehst Du in einem vorbildlichen Reitbetrieb.
Aber selbst nach etlichen Reitstunden und einem lockeren Sitz an der Longe, ist man deshalb noch nicht unbedingt in der Lage ein Pferd frei zu reiten. Sicher fördert der vorab gelernte Sitz und ich bin absoluter Befürworter die Kinder erst volitigieren zu lassen bevor sie reiten lernen, weil sie mE dort sehr viel Gleichgewicht und Sicherheit am und auf dem Pferd lernen.
In den meisten Reitbetrieben geht es aber leider anders zu und da denke ich, sind Hilfszügel oft das kleinere Übel als eine unruhige harte Reiterhand.
Schön wenn es auch andere Reitschulen gibt. Diese sollten dann auch weiter empfohlen werden.
- 19.08.2009, 15:12 #35sunny61
AW: Reiten mit Ausbindern
ja, es ist m.E. nach wichtig, welche Philosophie der jeweilige Reitlehrer oder Stallbesitzer vertritt, sofern er nicht nur nen schnellen Euro machen will.
Seine ihm eigene Reitweise ( erfolgreich bis Spr. S) und seine Sicht bei der Ausbildung von Pferden vermittelt unser Stallbesitzer auch seinen Touristikreitern und Pensionern. Es ist ein langer Prozess, aber das Ergebnis gibt ihm sicher recht.
LG Sunny
- 19.08.2009, 19:47 #36Santhos la Onda
AW: Reiten mit Ausbindern
Also ich persönlich finde Dreieckszügel eher sinnvoll ! Bei uns im Stall ist das ganz anders bei uns habe ich noch niemanden aus Faulheit mit Hilfszügeln reiten sehen...ich persönlich reite zum Beispiel auch mit Dreieckszügeln weil ich meine RB einfach noch nicht ohne sehr gut reiten kann. Momentan ist es so das ich und meine Freunde halt aus dem Reitstall wenn wir im Unterricht reiten erst mit Ausbindern reiten, die Pferde warm machen und dann die Dreieckszügel abmachen und es ohne versuchen dann halt mit Tipps vom Reitlehrer/in.
Wie gesagt also solange man sich nicht darauf ausruht mit Hilszügeln zu reiten (Schlaufzügel jetzt einfach mal ganz außen vor^^) finde ich sie sinnvoll.
- 12.11.2011, 16:13 #37Emmy10
AW: Reiten mit Ausbindern
Hallo,
also der Sinn und Zweck eines reiten mit Ausbindern ist eben der,dass wenn noch nicht ganz fortgeschrittene drauf sitzen,sie dem Pferd nicht groß schaden könne.Aber, es gibt auch Pferde ,bei denen es es sehr schwer ist den Kopf mit Zügeln zu stellen und dann Ausbinder verwenden.Ich kenne jmd. der momentan mit Ausbindern ,welche verstellbar sind reitet und die dann Schritt für Schritt immer lockerer schnallt,bis das Pferd irgendwann gar keine mehr braucht,was ich persönlich sehr gut finde. Ich denke ,wenn man die Ausbinder wirklich RICHTIG anwendet ,dann kann man nicht viel falsch machen und ,wenn man sie eben Schritt für Schritt wegnimmt auch. Zum Teil kommt es bestimmt auch auf den Reiter an und seinen Status (Anfänger ,Fortgeschritten).
Lg Emmy10
- 16.11.2011, 19:02 #38Nessi
AW: Reiten mit Ausbindern
Mir ist ein locker ausgebundenes Pferd, das ordentlich läuft, 100x lieber als eines, das den Rücken wegdrückt und die Garaffe macht, weil der Reiter einfach noch nicht in der Lage ist das Pferd richtig zu händeln, sich dies aber nicht eingesteht und deshalb aus falscher Scham oder gar falsch verstandener Pferdeliebe auf sowas verzichten will...
Meine Schwester hat mehr oder weniger auf meinem Pony reiten gelernt. Die Alternative waren schlecht gerittene Schulpferde, Ponys gabs nur eines... Reiten lernt man auf denen aber nicht wirklich, die laufen halt hintereinander im Kreis... Meiner macht es einem aber was die Dressur angeht nicht einfach, schon Gebäudemäßig nicht, man muss den schon packen können, den Motor anschieben und zudem ist der auch noch ein kleines Sensibelchen.
Der ist aber nun mal auch kein Schulpferd und ich habe den auch nicht mit der Prämisse ausgebildet, mal eines zu werden. Aber ein ganz braves, nettes Pony isser eben ansonsten.
Also hat meine Schwester auf meinem kleinen Reitunterricht genommen. Locker ausgebunden, mehr brauchte der nicht, aber um ihn zu schonen und sie sitzen zu lassen war das für beide das beste. Fighty musste anfangs nicht mehr tun, als da gemütlich seine Runden zu drehen und meine Schwester konnte lernen zu sitzen, irgendwann hingen die Dreiecker nur noch durch und haben eine ganze Weile nur als psychische Stütze fungiert - und dann gings auch ohne...
Die zwei mal die Woche, wo sie ihn mit Ausbindern geritten ist, haben ihm aber nicht im geringsten geschadet und das hat auch nichts mit festgezurrtem Pferd oder ähnlichem zu tun. Die zwei haben dann später sogar ihr erstes kleines Tunier geritten und einen ersten und einen dritten Platz ganz ohne Ausbinder geschafft...
Ich hab für Fighty zum Longieren hin und wieder ein Chambon dran, da gibts auch kein festzurren und aufrollen... Ausbinder ist nicht gleich Ausbinder... ansonsten sind wir aber auch ohne unterwegs..
Um mal bildlich zu sprechen: Ausbinder sollen immer nur ein paar Stufen auf der Reittreppe sein, die man möglichst bald hinter sich lassen sollte. Wenn man in der Lage ist diese Stufen in einem zu überspringen - umsobesser. Kann man es nicht, sollte man eben ein paar Schritte darauf gehen - besser als wenn man sich wegen einem zu großen Sprung auf die Klappe legt...
- 17.11.2011, 20:33 #39AnnSooo
AW: Reiten mit Ausbindern
heej :)ich selber reite mit dreieckern, weil ich es vorher noch nie gelernt habe , dass das pferd in anlehnung laufen soll.ich habe jetzt den richtigen reitlehrer gefunden und ich mache stetig neue fortschritt mit meiner rb und trotz der ausbinder.mittlerweile hab ich es raus, wie ich es bei dem stütchen hinbekomme, aber manchmal klappts halt nicht.ich arbeite sehr an mir und mit meiner rb und deshalb werden wir auch von mal zu mal besser und sie kaut dann auch zufrieden auf ihrem gebiss rum und schäumt wie sonst was. :)also kann man nicht sagen, dass ausbinder schädlich sind. sie sollen ja eigentlich nur unterstützen, was andere wiederum ausnutzen ;)ich selber ruhe mich nicht darauf aus, aber manchmal vergess ich es, dass ich auch mal was tun muss ;D aber dreieckszügel sind ja keine streifen teile, sondern das pferd kann ja v/a und an den zügel gestellt werden, da der dreiecker gleiten kann.
ich schaffs jetzt sogar auch schon im schritt sie an den zügel zu bekommen, zwar nicht viel aber ein großer schritt für mich, da ich das nie gelernt habe.
klar, wenn man es von anfang an gelernt hat, fällt es auch leichter und man braucht diese dinger nicht.
Reiten mit Ausbindern
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Denen liegt dann auch nicht unbedingt am Herzen, dass ihre Reitschüler gut reiten lernen.