Hallo,
bei uns im Stall sehe ich unheimlich viele Leute mit Ausbindern Dressur reiten.
Jetzt stellt sich mir die Frage, warum?
Bei den meisten sind es Dreiecker, gestern war ein DRP in der Halle mit seitlich verschnallten "Ausbinderzügel"
http://upload.wikimedia.org/wikipedi...-Sidereins.jpg
die bei jedem galoppsprung ein Eigenleben entwickelten und nach oben und unten sprangen wie verrückt.
Selbstverständlich knallten sie dem Pferd dabei jedem mal total ins Gebiss.
Der Kopf des Pferdes war sehr unruhig und alles in allem sah das für mich sehr sehr schmerzhaft aus.
Trotzdem verstehe ich den Sinn dahinter nicht ganz.
Wenn ich ein Pferd habe welches ich nur mit Hilfszügeln dazu bringen kann den Kopf unten zu lassen, muss ich dann nicht erst daran arbeiten dass der Kopf unten bleibt (bzw in der Haltung in der ich ihn haben will).
Ist das Hilfszügel einschnallen nur Faulheit an dem Problem zu arbeiten?
Ich jedenfalls lehne es ab mit Ausbindern zu reiten da ich eben der Meinung bin dass man solange an der Haltung arbeiten muss bis sie sitzt und nicht einfach das Pferd verschnürt und zur nächsten Lektion galoppiert weil es in der letzten nun mal leider nicht den Kopf runternahm...
wie sehr ihr das?
Warum reitet ihr mit Ausbindern, oder auch nicht?
Ich will hier wirklich niemanden anmachen oder doof darstellen aber ich verstehe es halt einfach nicht![]()
Reiten mit Ausbindern
Diskutiere Reiten mit Ausbindern im Dressur Forum im Bereich Reiten; Hallo, bei uns im Stall sehe ich unheimlich viele Leute mit Ausbindern Dressur reiten. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum? Bei den meisten sind ...
- 04.12.2008, 14:23 #1Hazira
Reiten mit Ausbindern
- 04.12.2008, 14:35 #2blackbeauty
AW: Reiten mit Ausbindern
Sinn un Zweck im Reiten mit Ausbindern sehe ich eigentlich nur darin, dass weniger starke Reiter dem Pferd nicht so sehr schaden. Das Pferd würde häufig nur mit durchgedrücktem Rücken laufen und der Reiter nicht zum sitzen kommen. Auch ist das Lenken schwieriger, wenn das Pferd den Kopf dahin nehmen kann, wo es möchte.
Für die Reiter, die fortgeschritten genug sind, ihr Pferd selbstständig an den Zügel zu reiten, machen Ausbinder eigentlich wenig Sinn. Ich habe früher mein Haffi-Stute mal mit Dreieckern geritten, da sie zwar an den Hilfen stand, aber nicht durchs Genick ging, aber geholfen hat das auch nicht. Sie hatte einen kurzen Hals und Ganschenzwang. Die hätte ich eigentlich versuchen müssen, tief einzustellen und nicht eng zu machen dabei. Naja, wußte ich damals noch nicht.
Bei dem was du da beschreibst, sind die Ausbinder sinnlos. Sie sollen dem Pferd eigentlich Halt geben, damit das Pferd einen Punkt hat, an dem es sich die Anlehnung suchen kann, da die ungeübte Reiterhand das noch nicht kann.
- 04.12.2008, 14:38 #3Bianca W
AW: Reiten mit Ausbindern Hallo Hazira,
also ich habe früher auf Deutschen Reitponys reiten gelernt.
Die Ponys hatten entweder Ausbinder oder Stoßzügel. Es diente einfach dazu das die Ponys nicht mit ihren Köpfen das machen was sie wollten. Dann kann man sich als Kind mehr auf seinen Sitz etc konzentrieren.Dafür finde ich sowas nicht schlecht solang sie nicht zu eng/kurz geschnallt sind.
Aber du hast schon recht ich denke vielen nehmen es weil sie nicht an den Problemen vom Pferd arbeiten wollen......
Meine Stute wurde Dressurmäßig nie richtig geritten sprich so richtig ohne Hilfszügel.
Aber ich versuche es mit ihr zu üben was auch schon gut klappt und lasse solch Hilfszügel weg. Wenn Pferde sich anbieten wollen dann sollte man dieses auch nutzen und fördern und nicht behindern.
Lg Bianca
- 04.12.2008, 14:39 #4Aila
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich sehe das genauso wie du Hazi und verstehe nicht den Sinn warum man so
etwas macht. Meine Stute geht auch nicht immer wie sie eigentlich sollte, aber
ich arbeite daran und zwar ohne Hilfszügel.
Das einzige was mein Pferd drauf bekommt ist ein Martingal beim springen und
Dreiecker beim longieren (und das auch nicht immer).
Ich finde man sollte wenn es bei reiten nicht ohne klappt, eher einen Schritt
zurückgehen und an der Basis üben, als einfach den Kopf des Pferdes runter
zu binden.
Bei Anfängern finde ich es ja sinnvoll (haben Bianca und blackbeauty ja schon erklärt),
obwohl ich da eher Dreiecker bevorzuge.
- 04.12.2008, 14:49 #5Lorelai
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich bin da irgendwie "zweigeteilter" Meinung.
Einerseits haben Ausbinder und Dreiecker usw sicherlich ihren Sinn. Grade bei Anfängern seh ich es tausendmal lieber, wenn die Pferde ausgebunden sind und wenigstens einigermaßen ordentlich laufen. Das ist für mich nämlich genau der Zweck eines solchen HILFSzügels: Dem Reiter HELFEN, wenn er es selber noch nicht (so gut) kann.
Der Hilfszügel bietet dem Pferd eine einigermaßen sichere Anlehnung, die die Reiterhand vllt noch gar nicht geben kann (eben wenn jemand zum Beispiel noch nicht so lange reitet oder aus irgendwelchen anderen Gründen noch nicht fähig ist, ein Pferd ordentlich an den Zügel zu reiten). Vorraussetzung hierfür ist natürlich immer, dass der Hilfszügel richtig verschnallt ist.
Andererseits: Auf längere Sicht macht es natürlich keinen Sinn, ein Pferd immer nur runterzubinden. Irgendwann sollte der Reiter dann doch mal lernen, das Pferd auch ohne Hilfsmittel ordentlich zu reiten... Daher machts für mich absolut keinen Sinn, ein Pferd IMMER mit Hilfszügeln zu reiten.
Ich reite selber eigentlich nie mit Hilfszügel, ausser ab und an im Gelände und beim Springen mal ein Martingal (aber eher selten), oder wenn ich an meinem Sitz arbeiten will. Kann schon mal vorkommen, dass ich sag "heute guck ich mal wieder vermehrt auf meinen Sitz", da schnall ich meinem Pferd dann auch mal Dreiecker rein. Einfach damit ich mich nur noch aufs Sitzen konzentrieren kann und die Zügel auch mal "wegschmeißen" kann, ohne dass mein Pferd gleich total auseiander fällt.
Ansonsten benutz ich die Dinger nur zum Longieren oder wenn meine RB reitet.
- 04.12.2008, 14:54 #6blackbeauty
- 04.12.2008, 15:03 #7Aila
- 04.12.2008, 18:08 #8Piennie
AW: Reiten mit Ausbindern
Natürlich sollte man bei Anlehnungsproblemen versuchen das Pferd durch V/A reiten an den Zügel zubringen. Auch wenn man dazu wie schon geschrieben wieder bei den Basics anfangen muss. Aber ich weiß nicht wer von euch schon mal so einen "Hirsch" unter dem Sattel hatte der über Jahre mit rausgedrückten Hals und hohen Kopf gelaufen ist. Bei solchen Pferden kann es durchaus hilfreich sein ihnen Mittels Hilfszügel erstmal zu zeigen was man möchte und das dies durchaus auch angenehm für sie sein kann. Mittels reiten und longieren mit Hilfszügel kann man dem Pferd den Weg in die Tiefe zeigen und so zur Umbildung der Muskeln beitragen.
Dabei sollten Ausbinder und Co. aber immer nur eine Übergangslösung bleiben.
- 04.12.2008, 18:57 #9Gromit
AW: Reiten mit Ausbindern
Hi,
ich hatte mal eine Zeit lang einer Reitanfängerin Reitstunden auf meinem Pferd gegeben. Ich hab keine Ausbinder verwendet und es klappte auch so gut. Pferd ging jetzt zwar nicht großartig versammelt oder mit Nase auf Buggelenkshöhe, aber das hat nicht gestört. Dafür ist sie ja Reitanfängerin. Da muss ein Pferd noch nicht laufen wie in einer A- Dressur. Ich finde den Anfängern wird oft ein seltsames Bild vom Reiten gelehrt. Je besser das Pferd "durchs Genick" läuft, desto besser der Reiter. Überhaupt ist der Kopf runter das absolut erste was alle erreichen wollen. Warum? Viele Reiter sitzen nicht mal gerade oder haben eine unabhängige Hand, wollen aber schon in die "Versammlung" reiten. Die Ziele sind da absolut zu weit gesteckt.
Das Mädel durfte auch die Zügel nur locker halten und kaum benutzen. Pferd lief herrlich v/a und sehr entspannt. Als sie sicherer saß, haben wir ein bisschen mit Stellung und Volten, Slalom, Zirkel verkleinern usw. angefangen und sie hat die Zügel benutzen gelernt.
Wenn ein Pferd nicht ohne Ausbinder locker zu reiten ist und sich ständig fest macht und den Rücken durch drückt, ist es meiner Meinung nach nicht als Schulpferd geeignet. Ausbinder kaschieren nur schlechte Schulpferde. Mit einem Ausbinder kann ein Reitschüler auch kein Gefühl in der Hand entwickeln. Das gleiche gilt natürlich für Privatpferde, da ist es sogar noch schlimmer mit den Ausbindern, weil man ja theoretisch täglich mit dem Pferd ordentlich dran arbeiten könnte.
Mein Pferd ist wirklich nicht besonders toll ausgebildet, aber er kann am lockeren Zügel sicher und entspannt in allen GGA laufen, sich tragen und ist kontrollierbar. Das kann man ohne Ausbinder fast jedem Pferd beibringen und es so im Unterricht einsetzen, bzw. schonend Reiten. Schenkelbeherrschung, Gewichtshilfen und Schenkelgehorsam (beim Pferd) als reiterliches Ziel wird dagegen meistens vernächlässigt, - hauptsache Pferd hat schön die Rübe unten...
LG
LG
- 04.12.2008, 21:17 #10Idris Angel 000
AW: Reiten mit Ausbindern
hi,
also ausbinder sind meines erachtens dann sinnvoll, wenn der reiter nicht der stärkste ist oder wenn das pferd anlehnungprobleme hat. bei ersterem wähle ich den ausbinder, welcher beim jeweiligen pferd der beste ist. meine geht zum beispiel mit den seitlichen gar nicht, dafür mag sie nen dreiecker gut leiden. das heißt für mich, wenn jetz wer anders auf ihr reitet, der nicht eine reelle a dressur auf aso gut wie allen pferden (em ausbildungsstand entsprechend sezte ich vorraus, einfach muss des tier nicht sein)reiten kann, dann bekommt derjenige dreiecker rein- basta.
bei zweitem entscheide ich auch von pferd zu pferd, was das problem ist und welchen hilfszügel das pferd leiden mag. hat das pferd probleme mit vorwärts abwärts und will sich nich abstrecken, dann ist meine erste wahl für gewöhnlich ein dreiecker. ist das pferd unruhig in der anlehnung oder hebelt sich phasenweise heraus, verwende ich meist seitliche ausbinder (so wie die auf hazis bild). habe ich ein pferd, welches sich auf nen dreiecker lümmelt, werde ich einen stosszügel wählen. muss halt immer gekuckt werden wo es eigentlich hakt und was eben des jeweilig pferd auch annimmt. ich bin da der meinung: warum soll ich es mir schwerer machen als ich muss? wenn meine große wieder mal bei ner neuen lektion oder unserem stiefkind, was immer wieder mal auftritt trab-galopp, sich immer wieder raushelebt verwende ich auch hilfszügel (entweder dreiecker oder auch mal RICHTIG angewandte schlaufzügel).
ich persönlich finde nämlich, dass man sich auch als mittelklasse bis höherklassigen reiter nie zu schade sein darf, hilfszügel zu verwenden immer vor augen auch weider davon weg zu kommen.
liebe grüße
ps: auch unsere s reiter verwenden immer wieder mal zeitweilen nen hilfszügel wenn gar nix geht.
- 04.12.2008, 21:22 #11Saskia d
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich reite auch ausschließlich ohne Ausbinder.
Ich bin der Meinung, das wenn ein Reiter gut reiten kann, er das Pferd ohne Hilfe von Hilfszügeln an die Hilfen stellen und gut durchs Genick reiten kann.
Ich bin lange Zeit (fast 9 Jahre) im Reitschulbetrieb geritten und dort wurde ausschließlich mitAusbindern geritten. In Unterschiedlichen Formen, von Gummiausbindern bishin zu Dreieckern.
Einerseits ist dies für die jüngeren Kinder (wie es schon viele gesagt haben) von Vorteil, da diese sich auf den Sitz konzentrieren können.
Andererseits, stelle ich mir dann die Frage "Wie sollen die Kinder die weit genug sind, denn lernen, das Pferd selbstständig an den Zügel zu stellen?".
Die Pferde auf dem Hof ließen sich ohne Ausbinder gar nicht an den Zügel stellen, teilweise war es sogar durch, das die Pferde ohne Ausbinder die Reiter runterwarfen.
Es ist nicht der Sinn ein Pferd so darauf "einzustellen" das es nur noch mit ihnen geht, aber auf dem Hof wurde nicht (oder ich bekam es zumindest nicht mit) Korrektur geritten.
Heute reite ich selber ohne und ich muss sagen, ich konnte auch nicht von Anfang an das Pferd gut reiten, da ich es nie gelernt habe. Das Pferd unter mir lief ja immer schön mit den Ausbindern.
Ausbinder machen für mich nur Sinn, wenn sie zwischendurch genutzt werden, um dem Reiter zu helfen. Jedoch nicht immer! Auch in Reitschulen für Anfänger finde ich sie in Ordnung, jedoch sollte auch dann das Pferd immer wieder Korrektur geritten werden. Außerdem sollten die fortgeschrittenen Reiter lernen ohne Reiten zu können.
Beim Longieren nutze ich auch Ausbinder, da finde ich es Sinnvoll...
lg
- 04.12.2008, 22:51 #12Fili
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich sehe das wie Gromit. Auch ich habe schon mehrere Reitanfänger unterrichtet und alle ohne Hilfszügel.
Wie recht du hast! Wir können doch nicht auf der einen Seite predigen, dass das Wichtigste der in der Bewegung mitgehende, zügelunabhängige Sitz ist, um ein Pferd über den Rücken zu reiten, und dass die korrekte Haltung "von hinten" kommt, und auf der anderen Seite soll es dann funktionieren, dass ein unausbalancierter Anfänger sich auf dem Pferderücken zu halten versucht, und dass das Pferd trotzdem - dank des Hilfszügels - in einer guten Haltung geht. Keiner würde behaupten, es reiche aus, dass man die Zügelhände auf dem Widerrist abstellt und die Zügel immer gleichlang hält, um ein Pferd in eine gute Haltung zu bringen. Vom Prinzip ist das aber genau dasselbe, wie wenn ich das Pferd eines Anfängers ausbinde damit es in einer besseren Haltung gehe.Ich finde den Anfängern wird oft ein seltsames Bild vom Reiten gelehrt. Je besser das Pferd "durchs Genick" läuft, desto besser der Reiter. Überhaupt ist der Kopf runter das absolut erste was alle erreichen wollen.
Mir ist es wichtig, meinen Schülern zu vermitteln, wie stark sie mit ihrem Sitz das Pferd beeinflussen. Das Pferd zeigt ihnen deutlich, ob es sich wohlfühlt oder nicht. Das kann es aber nur dann, wenn es nicht durch Hilfszügel daran gehindert wird. Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist ein losgelassenes Pferd, das also auch sofort positiv reagiert, wenn der Reiter gut sitzt, und dass genügend Zeit auf die Sitzschulung verwendet wird. Wenn hingegen ein Anfänger nach 5 Longenstunden auf einem verrittenen Pferd in der Abteilung reiten soll, wird es ein Ding der Unmöglichkeit sein.
- 04.12.2008, 23:05 #13Hazira
AW: Reiten mit Ausbindern
also das komische ist ja das die leute die da mit ausbindern reiten meißt nicht so daherkommen aussehen oder lektionen machen die sie als anfänger "kennzeichnen" ....
ich glaub das ist echt nur faulheit
- 05.12.2008, 09:18 #14blackbeauty
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich vermute eher, dass es Unfähigkeit ist und nicht Faulheit. Wenn jemand in der Lage ist, sein Pferd reell an den Zügel zu stellen, wird dieses traumhafte Gefühl garantiert nicht missen wollen. Wenn die Reiter des Ponys also richtig reiten könnten, würden sie es auch tun. Da sie aber scheinbar nicht mal die Ausbinder richtig einschnallen können, ist ansonsten von denen auch nichts zu erwarten.
- 05.12.2008, 13:21 #15PH!
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich bin auch der Meinung, dass bei nicht genug reiterlichen Kenntnissen man nicht auf den Ausbinder verzichten sollte.
Ich reite jetzt schon seit 8 Jahren, hab seit 4 Jahren eine Reitbeteiligung und bekomm diese nur sehr schwer an den Zügeln, weil es nun mal n bisschen schwieriger is und ich auch keinen perfekten Sitz habe.
Dadurch, dass ich aber hobbymäßig reite und zurzeit nur 1x in der Woche zum reiten komme, hab ich eben ein paar sitzfehler. Ich liebe das reiten über alles, und vorallem liebe ich das lockere reiten, warum also keinen Ausbinder? wenn mir dieser garantiert, dass ich mein Pferd schön locker bekomme? Is doch besser, als wenn ich mein Pferd an den Zügel zerren muss und es danach total verspannt is?
- 05.12.2008, 14:07 #16Elfenzauber
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich bin der Meinung, dass Ausbinder bei Anfängern durchaus sinnvoll sein können. Mein eigenes Pony wird oft von Anfängern geritten (teilweise an der Longe, teilweise frei). Als wir ihn ohne Ausbinder gehen ließen, merkte man, dass sich seine Muskulatur ins "Negative" veränderte. Er bekam keinen Unterhals, oder sowas, aber die Oberhalslinie nahm ab. Denn er drückte zwar bei keinem der Schüler "richtig" dagegen, ließ sich aber auch nicht bei jedem locker fallen. Das erschwert es mMn auch den Kinder, die sich erst einmal auf ihre Beweglichkeit und ihren Sitz konzentrieren. Ein Pferd, das LOCKER mit Ausbindern geht, ist nunmal meiner Erfahrung nach oft leichter zu sitzen, als ein "ich lauf mal so, wie ich grad lustig bin"-Pferd.
Für meinen Kleinen haben wir einen Kompromiss gefunden: Warmlaufen (Schritt und Leichttraben) darf er ohne Ausbinder, damit er sich schön strecken kann. Wenn die Kinder bereits eine feinfühlige Hand haben, bleiben die Ausbinder auch im Leichttraben weg - Nein, wir geben keinen Wackelkandidaten die Zügel ununterbrochen in die Hand, aber sobald der Sit einigermaßen gefestigt ist, müssen sie das mMn schon lernen, und dabei kann es schon sein, dass sie ZWISCHENDURCH mal wieder unruhiger mit der Hand werden. (dann schalten wir aber meist wieder auf leichttraben um, um Ruhe rein zu kriegen.)
Außerdem trägt mein Pony nicht die üblichen Lederausbinder, sonder wir haben welche aus sehr leichten Kunsstoffgurten gemacht. Die "wackeln" vielleicht etwas mehr, als schweres Leder, übertragen das durch das geringe Gewicht aber nicht so arg aufs Gebiss, und es ist deutlich sichtbar, dass mein Pony diese Dinger lieber hat. Außerdem verschnallen wir sie recht locker, weil er eh sensibel ist, und wir ihn ja nicht einschnüren wollen.
- 05.12.2008, 14:36 #17Chilly
AW: Reiten mit Ausbindern
Hi,
also ich hätte jetzt auch Unwissen, Unvermögen und Faulheit als Argumente für das Reiten mit Ausbindern gebracht (und für die Schlaufzügel noch das Image-Ding, weils so cool aussieht). Denn eigentlich sollen sie ja bei der Bodenarbeit die Reiterhand ersetzen, also ist es beim Reiten praktisch doppelt gemoppelt. In dem von Elfenzauber angeführten Beispiel mit den Anfängern ist ein Ausbinder vielleicht noch akzeptabel, aber sinnvoller sind immer noch viel Sitzschulung, Longenstunden und gründliche Reiterausbildung. Ich selbst reite schon lange nicht mehr mit Ausbindern, weil ich dadurch selber faul werde und nicht mehr sauber reite. Also lass ich mir vom Pferd lieber zeigen, wenn ich was falsch mache. Mit "Geduld und Spucke" kann man jedes Pferd auch ohne Ausbinder richtig reiten. Ich hab z.B. meinen früheren RL (und gelernter Bereiter au Warendorf) noch nie mit HZs auf einem seiner Berittpferde gesehen, auch nicht auf den schwierigen. Gutes Reiten reicht eben.:1:
- 07.12.2008, 18:48 #18lotti
AW: Reiten mit Ausbindern
Ich finde, es kommt darauf an, was für ein Pferd, was für ein Reiter, welche Umstände.
Ich bin früher auch mit Ausbindern geritten. Auf Schulpferden. Und ich denke, da fängt der erste Unterschied an:
Reite ich auf einem gut ausgebildeten und gerittenem Pferd oder sitze ich auf einem leider typischen Schulpferd, das alle Tricks kennt und die Schwächen ausnutzt?
Auf ersterem kann man bestimmt alles auch wunderbar so lernen, aber auf den meisten (!) Schulpferdn nicht. Die haben in der Regel (ja, Ausnahmen bestätigen die Regel) eh Rückenprobleme und drücken diesen eher weg. Wie soll man als Reitanfänger dann noch lernen, locker und entspannt zu sitzen? Wenn der Kopf dann irgendwo in luftiger Höhe steckt, weiß der Reitschüler auch nichtm ehr weiter.
Also Ausbinder, um die Grundlage zu lernen, ja. Eine der vielen Baustellen weniger. Wenn man Hände gut sortieren kann, locker sitzen kann, und weiß, wie man seinen Körper entsprechend koordiniert, dann sollte man dazu übergehen, die Ausbinder wegzulassen und daran zu arbeiten, selbstständig das Pferd durchs Genick zu reiten. Das klappt natürlich nicht sofort und dauert auch eine Weile. Aber der Reiter ist inzwischen in der Lage sich zu koordinieren. Nun muss er nur noch lernen, die einzelnen Körperteile in der richtigen Reihenfolge und Intensität einzusetzen.
Ab diesem Punkt finde ich Hilfszügel (Dreieckszügel) nur noch dann sinnvoll, wenn man Sitzschulung macht, und sich darauf konzentrieren will. Dann darf, meiner Meinung nach, sich etwas Arbeit abnehmen lassen.
Aber es gibt vermutlich auch Reiter, die mit Ausbindern reiten, weil sie schlicht zu faul oder arrogant sind, Reitunterricht zu nehmen und daran zu arbeiten. Es sieht doch schön aus, wenn die Birne unten ist, warum dann also etwas ändern und eine Weile ein Pferd reiten, das 90% der Reitzeit den Kopf sonst wo hat, nur nicht vor der Senkrechten.
Besonders übel finde ich in solchen Fällen den Thiedemannzügel. Schlaufzügel für Dummies, die nicht mit 2 Zügeln pro Hand reiten können. Und er ist variabel (wie der Schlaufzügel), man kann also aus Versehen, aus einer Überreaktion heraus mal eben eine enorm große Kraft ausüben.
Meiner Erfahrung nach benutzen den meist die Leute, die nicht an sich arbeiten wollen (weil sie nicht sehen, dass sie an sich arbeiten müssen) und deren ideales Bild eines Pferdes nur beinhaltet, dass der Kopf unten ist. Aber wie imemr: Ausnahmen bestätigen die Regel.
- 08.12.2008, 12:06 #19Fili
AW: Reiten mit Ausbindern
@Lotti: Klar ist das auf einem solchen Schulpferd schwierig, aber ich denke, Hilfszügel sind da nur eine Scheinlösung, die gerade dem Pferd eigentlich wenig helfen. Wichtig wäre für ein typisches Schulpferd, dass ein passender Sattel herkommt, allfällige Verspannungen und Blockaden durch eine entsprechende Therapie gelöst würden und das Pferd durch Arbeit an der Longe oder Beritt rittig gemacht und die Muskeln aufgebaut werden, sodass das Pferd auch unter weniger geübten Reitern einigermassen locker geht. Ein Schulpferd muss auf seine Aufgabe vorbereitet werden. Alles andere ist für mich einfach scheinheilig.
- 08.12.2008, 14:45 #20PH!
AW: Reiten mit Ausbindern
natürlich dass mit den schulpferden is nich einfach, aber sieh es mal aus der sicht der reitlehrer:
um ein Pferd richtig zu korrigieren, mit erneutem Muskelaufbau etc. ist ein finanzieller und auch zeitlicher Aufwand, denn während der Korrektur sollte das Pferd nicht von Anfängern geritten werden, es fällt für mehrere Wochen aus. Dies bedeutet wiederrum für den Reitlehrer: er steckt Geld in das Pferd (Futter etc.) und das Pferd tut nichts dafür. Und mal ganz ehrlich: wieviele Reitlehrer haben soviel Geld übrig um mal eben auf irgendeinen Bestandteil seines Betriebes zu verzichten?
Das is jetzt der extremfall, wenn man die Pferde regelmäßig korrigieren würde, würden nich so viele Nebenkosten dabei entstehen? Aber wieviele Reitlehrer gibts, die Korrekturreiten? Und vorallem denen das Wohl ihrer Pferde am Herzen liegt?
Wenn man ein gut ausgebildetes Pferd mit Hilfszügel reitet, und ab undzu mal nen besseren Reitschüler drauf setzt is das kein Problem mit den Hilfszügeln.
P.s: zu den SChlaufzügeln:
Schlaufzügel gehören in die Hand eines Profis, und Profis brauchen keine Schlaufzügel
--> was ich damit sagen will: verbietet die Dinger doch endlich!!!!
Reiten mit Ausbindern
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