Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter...

Diskutiere Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter... im Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates Forum im Bereich Medizin; Hallo alle zusammen, bei meinem Pferd wurde im Juli letzten Jahres eine chronische Sehnenscheidenentzündung am Hinterbein aufgrund des Fesselringbandsyndroms festgestellt. Ende August wurde sie dann ...

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  1. #1
    ToxicAngel

    Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter...

    Hallo alle zusammen,
    bei meinem Pferd wurde im Juli letzten Jahres eine chronische Sehnenscheidenentzündung am Hinterbein aufgrund des Fesselringbandsyndroms festgestellt.

    Ende August wurde sie dann opperiert. (Fesselringband wurde durchgeschnitten)
    Wir haben dann nach weiteren 6 Wochen stehzeit langsam wieder angefangen.
    Zuerst 5 Minuten im Schritt, dann 10, usw....
    Das Ganze sah auch ganz gut aus.
    Als sie im November dann endlich vom TA aus wieder auf die Koppel durfte war ich absolut happy und dachte dass es jetzt wohl wieder ganz gut aussieht.
    Sie ging zwar noch nicht vollkommen klar, jedoch meinte auch die Tierärztin dass das wohl noch ein bisschen dauern wird.
    Sie lahmte nicht wirklich, tickerte aber einfach noch ein bisschen.
    Ende Dezember habe ich (nach Absprache mit der TÄ) dann langsam wieder angefangen sie zu reiten.
    20 Min Schritt + 20 Min Trab vorwiegend ganze bahn, ab und an mal ein zirkel.

    Leider lahmt sie seit gestern wieder deutlich
    Ich habe einfach keine Ahnung ob das überhaupt jemals wieder wird mit ihr und bin im Moment einfach total verzweifelt...
    Vor allem wenn ich dann lese dass viele ihre Pferde mit dieser Diagnose erlösen... Ich will mein Pferdchen einfach nicht verlieren!

    Vor zwei Wochen habe ich zusätzlich noch eine Tierheilpraktikerin mit hinzu gezogen die jetzt Lasertherapie bei meiner Stute macht, aber auch sie meinte dass sie mir keine Garantie auf Erfolg geben kann.

    Weis vielleicht einer von euch was ich in diesem Fall noch machen kann damit es vielleicht doch wieder heilt???

    Das Reiten werde ich natürlich erst mal komplett lassen, da ich sie auf gar keinen Fall verlieren möchte.
    Meine Stute ist mein ein und alles, daher wird sie auch im falle dass sie nicht wieder reitbar wird so lange bei mir bleiben bis es nicht mehr geht.

    Traurige Grüße
    ToxicAngel


  2. #2
    Schroedemann

    AW: Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter...

    Lahmt das Pferd denn nun wegen der chron. Sehnenscheidenentzündung? Vielleicht hat dieses Lahmen ja einen ganz anderen, harmlosen Grund.

    Meine Araberin hatte vor fünf Jahren einmal und vor drei Jahren dann erneut eine böse Sehnenscheidenentzündung gehabt. Sie lahmte beim zweiten Mal zwar eigentlich nicht, aber uneigentlich konnte sie auf einmal keine Seitengänge auf dem rechten Zirkel mehr machen. Ich weiß, das klingt jetzt albern, aber so war´s halt. Die RL, die sie auch ausgebildet hat, hat sich selbst drauf gesetzt und es überprüft, ob es an mir lag, ob das Pferd widersetzlich war. Aber auch bei ihr ging es nicht.
    Da das Pferd eigentlich sehr fein geritten ist, musste diese Verweigerung einen Grund haben. TA! Ich habe einen sehr, sehr guten TA mit eigener Klinik, der gerade bei Sehnensachen extrem erfahren ist (Rennbahnarzt). Ich bin in der Halle vorgeritten und erst mal sah er nichts. Dann sagte ich ihm, dass das Pferd keinen Schulterherein und kein Schenkelweichen auf dem Zirkel der rechten Hand machen könnte. Er meinte zwar erst mal scherzhaft: "dann lassen Sie das doch" - Haha - aber als ich es ihm vorführte, bemerkte er, dass das Pferd, wenn es aus dem Zirkel heraustrabte, ein winziges bißchen tickte.
    Ab in die Klinik.
    Diagnose war nicht gut. Chron. Sehnenscheidenentzündung. Der TA riet mir, die Stute -sehr gute Abstammung, sehr typvoll - in die Zucht zu geben.
    Wir haben dann als Behandlungsversuch - ohne Erfolgsgarantie - eine Stoßwellentherapie gemacht. Teuer. Meine Stute bekam vor drei Jahren sechs Stoßwellenbehandlungen, die nur in der Klinik durchgeführt werden können. (Das Gerät ist sehr schwer, der TA kann das nicht ins Auto laden). Das Pferd muss dazu auch ganz leicht sediert werden, da die Stoßwellen wohl schmerzhaft sein können. (Eine Einstellerin hat mal für ihre eigene Schulter eine Stoßwellenbehandlung bekommen und ist dabei vor Schmerz in die Luft gegangen.) Sechs Mal - einmal in der Woche - habe ich das Pferd also in die nahe Klinik gefahren. Die Sedierung war so leicht, dass ich das Pferd eine halbe Stunde später - länger dauert so eine Behandlung nicht - wieder verladen konnte. Ich hatte nicht den Eindruck, dass mein Pferd Schmerzen hatte. Sie war ganz saumselig. Jede einzelne Stoßwellenbehandlung kostet um die 190 Euro.
    Dazu habe ich dem Pferd Magnoflexal gefüttert. Hoch dosiert. 1 Jahr lang 100 gramm am Tag. War leider auch sündhaft teuer, denn so ein 1kg Eimer kostet ja schon an die 100 Ocken.
    Ich durfte reiten - das Pferd lahmte ja nicht - sollte aber auf das Dressurreiten verzichten. Ich bin 1 Jahr lang nur Schritt im Gelände geritten. Durchaus auch 3 Stunden. Aber stur nur Schritt. Dann nach einem Jahr habe ich angefangen, wieder etwas zu traben.
    Bis heute reite ich im Gelände sicherlich zu 95% im Schritt. Ich galoppiere fast nie, im Sommer vielleicht mal ein - zwei kleine Stoppelfelder in der Woche. .
    Seit einem Jahr reite ich meine Stute wieder zweimal in der Woche mit der Trainerin Dressur. Eingeschränkte Dressur. Große Linien, so gut wie kein Galopp, selten Seitengänge im Trab. Ich habe, glaube ich, im November das letzte Mal auf ihr galoppiert.
    Das Pferd lahmt nicht und geht auch wieder Schulterherein und Schenkelweichen auf dem Zirkel ohne Probleme. Aber ich bin ein gebranntes Kind und passe höllisch auf. Schade ist es schon, denn ich musste meine Stute damals aus dem Beritt (2 mal die Woche) nehmen. Unter meiner RL hat sie sich vor zwei Jahren der M Dressur genähert (bei mir natürlich nicht!!!). Wer weiß, wo sie jetzt stände. Seufz...meine RL konnte sie damals bis an den Rand der Passage reiten. Und da wir auf den Galopp verzichten, merkt man schon, dass ein Ausbildungsbestandteil fehlt. Theoretisch müsste sie viel galoppieren, damit ihr dicker, dicker Bauch mal etwas verschwindet und sie sich dann auch leichter biegen könnte, aber das geht halt nicht. Das Dressurreiten ist jetzt eine reine Gymnastizierung, damit das Pferd ordentlich über den Rücken läuft, geradegerichtet ist, sich biegt. Weitere Ambitionen gibt es nicht.
    Man könnte also sagen,,dass das Pferd jetzt eine schöne E-Dressur läuft - wenn auch ohne Galopp, aber dafür mit Lektionen,die es in der E natürlich nicht gibt: Hinderhandwendung, Kurzkehrt, Seitengänge.
    Also, ich schwöre auf die Stoßwellen. Obwohl mein Pferd putzmunter ist, habe ich ihr im letzten Oktober/November noch mal drei Stück spendiert. Und werde das wohl jedes Jahr so machen. Die Tierärztin, die Partnerin des Klinikchefs, sagt allerdings, dass Stoßwellen kontrovers diskutiert werden. Die einen halten sie für gut, die anderen bezweifeln die Wirksamkeit. Eine andere Einstellerin bei uns hat ein Pferd mit Fesselringbandsyndrom stehen. Ich habe meine TAs gefragt, ob die Stoßwellenbehandlung nicht auch etwas für dieses Tier sei. Sie haben mit den Achseln gezuckt und gemeint: Versuchen könne man es. Der Klinikchef ist ein Fan davon. Er hat mir erzählt, dass er ein Rennpferd mit Arthrose im Karpalgelenk immer vor seinen Rennen mit Stoßwellen behandle und es sei sehr erfolgreich auf der Rennbahn.

    Tja, was mache ich sonst:

    Wie gesagt. 95% Schritt, keine engen Biegungen in der Bahn, tiefen Boden meiden. Praktisch nie Galopp, es sei denn alle paar Wochen mal im Sommer, wenn die Feldwege fest und eher hart sind. Meine Stute hat, wenn sie nicht geritten wird, 24 Stunden am Tag Back on Track Gamaschen an den Vorderbeinen. Sie ist an beiden Beinen bandagiert, denn dann fällt das nicht so auf und ich werde nicht dauernd gefragt. "Was hat das Pferd." Einige Einsteller bei uns bandagieren ihre Pferde mit BoT.
    Sie bekommt täglich als Dauergabe Magnoflexal, allerdings nur noch 20 gr. am Tag. Das sind trotzdem alle 8 Wochen mal eben ca 100 euro.
    Und ich achte extrem auf das Gewicht des Pferdes. Ihr zu hohes Gewicht war laut TA die Ursache des Übels. Die Stute ist leider extrem leichtfuttrig und wird unglaublich schnell dick. Sie sollte, laut TA, eher am Rande der Magerkeit gehalten werden. Das schaffe ich leider nicht. Aber ich versuche, sie wenigstens einigermaßen schlank zu halten. Jetzt im Winter ist das nicht schwer, im Sommer leider schon. Das bedeutet, dass sie erst ab August den ganzen Tag auf der Weide sein darf. Ansonsten halt im Paddock. Das Pferd muss Dauerdiät leben.
    Tja.das sind so meine Erfahrungen. Vielleicht sind sie ja für dich hilfreich....

    Aber wie gesagt, nicht jedes Lahmen ist immer nur auf diese eine Sache zurückzuführen. Auch ich falle jedesmal in Ohnmacht, wenn mein Pferd einen unklaren Schritt tut. Neulich noch war sie plötzlich lahm. Es war ein Stein, der sich im Huf eingeklemmt hatte...Aber dem Herztod bin ich immer nahe.

  3. #3
    Chiara22

    AW: Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter...

    Aufladen und in die Klinik. Ich würd jetzt nicht hin oder her überlegen und auch nicht warten. Manchmal setzt sich "nur" eine kleine Entzündung oben drauf. Spekulieren hilft da leider nicht wirklich, auf diese Entfernung etwas zu sagen ist schwer. Die Pferde von 2 Bekannten von mir waren beide am Ringband operiert. Einer sprang im Aufbautraining zur Seite, lahmte dann wieder. Klinik. Behandelt neu antrainiert nach Pause, beide laufen immer noch. Dabei war der eine schon 18 Jahre alt. Die andere 5 Jahre. Von daher einfach die operierende Klinik noch einmal aufsuchen, die wissen wie der Stand der Dinge sein müßte zur Zeit, haben die alten Bilder als Vergleich und können Dir mehr sagen als ein Haustierarzt der nur von außen schauen kann aber nicht sieht was drinnen im Bein von statten geht. Viel Glück.

  4. #4
    ToxicAngel

    AW: Chronische Sehnenscheidenentzündung - ich weis nicht mehr weiter...

    Erst mal danke für die Antworten.
    Das Problem bei meinem Pferd ist dass sie nie deutlich zeigt wenn sie schmerzen hat.
    Sie lahmt daher auch wirklich nicht stark. Ich merke es nur daran wie sie sich gibt.
    Es mag komisch klingen aber ich sehe es ihr einfach an dass das bein wieder schmerzt.

    Ich hätte schon viel früher erkannt (vor der OP) dass mit ihr etwas nicht stimmt. Da sie aber nie wirklich lahm ging hielten mich alle in meinem Stall für total beschäuert, sodass ich irgendwann selbst geglaubt habe dass ich nur gespenster sehe.
    Tja irgendwann ging mein Pferd dann aber doch deutlich lahm sodass ich endlich eine TÄ hinzu zog die dann eine bereits chronische Sehenscheidenentzündung aufgrund des Fesselringbands diagnostizierte.

    Meine Tierärztin meinte aber auch dass sich schlecht etwas diagnostizieren lässt wenn sie die schmerzen nicht deutlich zeigt.
    Im Moment geht sie ja auch nicht stark lahm. Ich würde es eher als ein tickern bezeichnen. Ich merke aber dass es ihr wohl doch mehr weh tut als zuvor.

    Klingt vll doof, aber manchmal glaube ich die Tierärzte wissen gar nicht so wirklich was das nun ist.
    Als ich damals das Abschlussgespräch mit der Klinik hatte meinten die auch dass die Lahmheit eigl ganz verschwinden müsste.
    Leider ist das nicht so.
    Ich habe einfach das gefühl dass ich es mit belastung noch schlimmer mache...

    Momentan lasse ich meine Stute von einer THP behandeln die sie lasert und akkupunktiert.
    Auch sie meinte dass ich sie im Moment wohl besser nicht reiten sollte wenn ich glaube dass sie wieder schmerzen hat.

    Naja, vielleicht kann da Doktor Koppel mehr bewirken...

    Ich habe mir überlegt ihr ein zusatzfuttermittel zu geben.
    Einige schwören auf Muschelpulver, Glucosamin, Teufelskralle, usw....
    Habt ihr damit vll erfahrungen gemacht

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