Tips zu Versicherungen rund um Pferd und Reiter

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  1. #1
    Smigel

    Tips zu Versicherungen rund um Pferd und Reiter

    EDIT: Wenn jemand Fragen zu dem Thema hat oder Vorschläge zu anderen Begriffen, über die man gerne mehr wissen möchte - die in meiner Auflistung aber fehlen - dann bitte ein PN oder LPP an mich senden, ich ergänze dann zu gegebener Zeit die Liste. Dann wird der Thread auch nicht zu unübersichtlich. Danke!!


    Da zu diesem Thema ebenso viele Fragen bestehen und jeder irgendwie irgendwas mal gehört oder gelesen hat und irgendwie jeder meist restlos verwirrt ist - möchte ich meinen Teil dazu tun und nun alle kollektiv irgendwie entgültig verwirren. :D Ich werde daher schön viele Fremdworte benutzen und extra in Kleinst-Schrift schreiben. Nein, ist natürlich nur Spaß. ;) Zur allgemeinen Aufklärung und Orientierung im Versicherungs-Dschungel (der eigentlich keiner ist) werde ich mal ein paar wesentliche Fakten auf den Punkt bringen. Allerdings werde ich hier wohl auf ein paar lustige Beispiele, wie den armen Opa - der in meinem ersten Thread mit Dachziegeln bombardiert und mehrmals über den Haufen geritten wird - eher verzichten und mich aufs Wesentlich konzentrieren.

    Als erstes fange ich mal mit den Versicherungen an, die nur mit den Vierbeinern zu tun haben und ordne die verschiedenen Sparten nach ihrer Wichtigkeit.

    1. Was sollte es auch anderes sein als die Tierhalterhaftpflicht. Deren Wichtigkeit ist allgemein bekannt ich erspare mir also weitere Worte. Im deren Zusammenhang gibt es aber einen Haufen Fremdworte oder Begriffe, die immer wieder für heilloses Chao, wildeste Vermutungen und Fehlinterpretationen hervorrufen. Die da wären:

    a) Mietsachschäden

    Mietsachschäden sind - wie der Name schon sagt - Schäden an gemieteten Sachen. Aber NICHT an "normalen" Sachen, sondern an gemieteten Immobilien. Im Fall Pferd kommt da nur eins in Betracht, nämlcih die Box. Problem an der Sache: Die wenigsten Versicherer bieten dies an, im Regelfall sind diese Schäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

    ABER: Im Regelfall ist es auch nicht oberste Priorität, dass sowas mitversichert ist. Denn wenn man sich mal vor Augen führt, was für Schäden bzw. welche Schadenhöhen an einer Box tatsächlich entstehen können, dann wird einem klar, dass dies in den seltensten Fällen existenzbedrohende Schadensersatzforderungen werden können. Schließlich raucht selbst das härteste Western-Pferd in der Box keine Marlboro, durch die dann der ganze Stall abfackelt. Vielmehr handelt es sich um beschädigte Bretter, abgerissene Tränken o. ä. Und wie hoch liegt da der Schaden im Regelfall? Meist ist die Sache mit Klecker-Beträgen aus der Welt geschafft, im schlimmsten Fall ein paar Hundert Euro. Wenn man nun bedenkt, dass bei der ein oder anderen Gesellschaft der Einschluss der Mietsachschäden übern Daumen gepeilt ca. 50€ jährlich kostet - da fällt selbst dem Dümmsten auf, dass sich Preis und Leistung in keinem besonders positiven Verhältnis stehen. Ausnahme: Man besitzt ein Pferd, dass ständig zu Randalen neigt. In dem Fall kann es durchaus Sinn machen. Ansonsten: Eher unwichtig.

    b) Die Versicherungssumme:

    Hier gibt es selten Verwirrungen, ich möchte nur darauf hinweisen, dass man keinesfalls auf Billig-Angebote mit Deckungssummen von 1 oder 2 Mio. € zurückgreifen sollte. Mein Tip: Mindestens 5 Mio. € - insbesondere bei Personenschäden! Auch Selbstbeteiligungen halte ich hier für völlig unangebracht und sinnlos, da die Ersparnis meist nur ein paar mickrige Euro pro Jahr beträgt.

    c) Der ominöse Fremdreiter:

    Kurz und knackig: Ein Fremdreiter ist jeder "Fremde", der unentgeltlich das Pferd reitet. Wenn derjenige durch das Pferd verletzt wird und Ansprüche gegen den Pferdehalter stellt, übernimmt das die Versicherung, sofern Fremdreiter mitversichert sind. By the way: Dieser Einschluss ist bei den meisten Versicherern im Vertrag von vornherein mit drin.

    d) Die Reitbeteiligung:

    NEIN, sie ist KEIN Fremdreiter. Die RB ist rechtlich gesehen dem Besitzer gleichgestellt und kann somit vom "eigenen" Pferd keinen schadensersatz verlangen. Klingt logisch, gell?

    Um von vornherein klare Verhältnisse zu schaffen, vereinbart man im RB-Vertrag einen sogenannten "Haftungsausschluss", mit dem sich beide Parteien gegenseitig zusagen, im Fall des Falles keine Ansprüche gegeneinander zu stellen. Ausnahme: Grobe Fahrlässigkeit. Wird ein Schaden durch grob fahrlässiges Verhalten herbeigeführt, können trotzdem Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

    Zweite Ausnahme: Die Krankenversicherung. Stürzt die RB vom Pferd und muss in ärztliche Behandlung, dann wird die KV im Regelfall ihre Kosten vom Pferdehalter wiederhaben wollen. Eigentlich kein Thema, das übernimmt die Haftpflichtversicherung. Denn der Haftungsausschluss kann sich ja - logischerweise - NICHT auf die Rechte Dritter beziehen. Voraussetzung hierzu ist allerdings auch, dass der Sturz vom Pferd "verschuldet" wurde. Plumpst die RB aufgrund eigener Blödheit in den Sand, dann ist das sowieso ganz alleine ihr Bier.

    Fortsetzung folgt


  2. #2
    Smigel

    So, dann mal auf zum nächsten Teil:

    2. Die Pferde-Krankenversicherungen:

    Grundsetzlich unterscheidet man sie in zwei Teile:

    a) Die überall bekannte OP-Kosten-Versicherung:

    Wie der Name schon sagt werden hier NUR die OP-Kosten bezahlt, und zwar OP´s unter Narkose stationär wie ambulant. Zusätzlich werden a) der Tag vor der OP (inkl. Voruntersuchungen) und b) die nächsten 5 Tage nach der OP bezahlt - inkl. aller notwendigen Medikamente. NICHT VERSICHERT sind die Unterbringungs- und Futterkosten.

    Hier stellt sich oft die Frage nach dem ominösen 1-fachen oder 2-fachen Satz, den man versichern kann. Des Rätsels Lösung ist ganz simpel: Die TÄ rechnen nach einer Gebühren-Ordnung ab, der GOT. Je nach Umfang bzw. den Umständen der Behandlung (Nacht- oder Wochenend-Einsatz o. ä.) kann der TA bis zum 3-fachen Satz der GOT abrechnen, wobei der 3-fache Satz eher selten vorkommt. Es ist also IMMER sinnvoll, den 2-fachen Satz abzusichern, vor allem deshalb, weil der Beitragsunterschied sehr gering ist - die möglichen Kosten auf der anderen Seite dagegen aber gewaltig hoch sein können. Und im Fall des falles wäre es sehr blöde, wenn man zwar 3€ gespart hat, dafür aber die Hälfte einer TA-Rechnung über 5.000€ begleichen darf... Kostenpunkt beim 2-fachen Satz: derzeit (Stand 10/2006) 11,31€ monatlich (Uelzener).

    b) Die Pferde-Krankenversicherung:

    Diese zahlt ALLE Behandlungen - allerding im ambulanten Bereich nur 60% aller Kosten. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen. Kosten punkt hier: Ca. 30 - 40€ monatlich.


    3. Die Pferde-Lebensversicherung:

    Wie der Name schon sagt: Fällt das Pferd tot um, gibts Geld. Oder aber auch bei bleibender Unbrauchbarkeit, Zuchtunfähigkeit und natürlich bei der Nottötung. Der Beitrag berechnet sich - logischerweise - nach der Höhe der Versicherungssumme. Pi x Daumen zahlt man ca. 10% der Versicherungssumme als Beitrag. Bei jungen Pferden gibt es noch satte Rabatte - aber insgesamt ein teures Spielchen, was nur in seltenen Fällen wirklich empfehlenswert ist.

    4. Die Transportversicherung:

    Hier steckt der Fehler schon im Namen, denn sie heisst eigentlich nicht "Transportversicherung", sondern Pferdehänger-Inhaltsversicherung. Sie fällt lediglich in die Sparte Transport, aber da gibt es noch zig andere Formen, die hier aber nicht interessieren dürften.

    Wie der Name schon sagt, ist der gesamte INHALT des Hängers versichert, nicht nur das Pferd, also auch Turnier-Utensilien sowie sonstiger Kram, den man so in Hängern findet. Auch hier richtet sich der Beitrag nach der versicherten Summe, der Mindest-Beitrag liegt bei ca. 100-120€ jährlich.

    Versichert sind Unfälle aller Art, Feuer, Raub / Überfall, höhere Gewalt.

    Sinnvoll ist sie für denjenigen, der sein Pferd ständig von Turnier zu Turnier fährt und / oder höherwertige Sachen im Hänger mittransportiert. Ein MUSS ist sie nicht.

    Soviel fürs erste zum Bereich Pferd, Rest folgt noch.

  3. #3
    Whitehorse

    Muß Dich bei der OP-Versicherung korregieren:
    Es werden auch ambulante OP´s bezahlt, solange diese unter Vollnarkose durchgeführt werden.

    Ansonsten, Hochachtung, hast Du gut gemacht. Willst Du noch etwas mehr Infos zur KV?

  4. #4
    Smigel

    Hups..... Danke für die Korrektur, werde es grad editieren.

    Nähere Infos brauche ich nicht, da ich sie ja selbst zur Verfügung stehen habe. Außerdem will ich eigtnlich nur die wichtigsten Punkte sowie die häufigsten Fragen dazu abdecken.

    LG

    Dennis

  5. #5
    Whitehorse

    Zitat Zitat von Smigel Beitrag anzeigen
    Was im Umkehrschluss heisst: Ambulante OP´s vor Ort fallen nicht darunter.
    Du solltest aber dann auch den Satz hier streichen. ;)

  6. #6
    Smigel

    Klugscheisser! ;) Trotzdem Danke!

    LG

    Dennis

  7. #7
    Whitehorse

    Ich habe Dich doch auch gern:D

  8. #8
    Smigel

    Nu sind wir zwar ganz OT, aber trotzdem Danke für die Blumen. Wir Versicherungsfuzzis müssen uns doch gern haben. Uns mag ja sonst keiner! ;) :D

    LG

    Dennis

  9. #9
    Smigel

    Ich schreite zur Fortsetzung der begonnenen Übersicht - und verlasse damit das Thema Pferd. Diesmal geht es um uns Reiter selbst bzw. um UNSERE Absicherung.

    Damit wären wir beim Thema Personenversicherung, wie sich dieser Bereich übergreifned nennt. Fangen wir an mit meinem Lieblings-Thema, dem Dumm-Nuss-Produkt, der:

    Unfallversicherung:

    Als "Dumm-Nuss-Produkt" bezeichne ich sie deshalb, weil es a) jeder Depp verkaufen kann, b) es die verschiedensten (und teils unsinnigen) Produkt-Kreationen gibt und c) fast jeder glaubt, diese Versicherung sei sooo wichtig bzw. sie würde existenzielle Risiken flächendeckend absichern. Teilweise stimmt Punkt c, aber eben nur teilweise. Daher will ich hier mit so mancher Vorstellung dazu mal ins Gericht gehen und ein wenig aufräumen. Denn ganz nebenbei sind über 90% aller Unfallversicherungen VIEL zu teuer und unsinnig gestaltet - was man als Laie nur selten erkennt. Aber dazu gelich mehr.

    Als erstes: Zusätze wie "Reiter-UV" "Freizeit-UVl" o. ä. sind nicht positiv, sondern meistens NEGATIV zu werten. Denn sie bedeuten keine Ergänzung, sondern meist EINSCHRÄNKUNGEN. Einfaches Beispiel: Ein Unfall-Krankenhaus-Tagegeld - wann wird das gezahlt? Jedes Wort in dem Begriff ist eine einzelne Bedingung, ergo: 1. Ich muss krank sein, 2. im KH liegen, 3. muss das ganze unfallbedingt sein. Ein Krankentage-Geld zahlt immer dann, wenn ich 1. krank bin und 2.: Nix. Es gibt kein 2., weil die einzige Bedingung, arbeitsunfähig erkrankt zu sein, erfüllt ist. WIESO ich krank bin und wo ich mich aufhalte, ist dabei irrelevant.

    Gleiches gilt für die Reiter-UV: Sie zahlt nur, wenn beim Reiten was passiert. Oder die tolle Insassen-Unfall-Versicherung im KFZ-Bereich: Sobald ich das Auto verlasse, greift sie nicht mehr. ergo: Vergesst den Quark. Alles, was zählt, ist einzig und allein die reine, nackte 0815-Unfallversicherung ohne unsinnigen Pi-Pa-Po. wenn mans richtig macht, ist das Ding wesentlich preiswerter als die anderen "Super-Pakete" und bietet rund um die Uhr und weltweit Schutz.

    Soviel am Rande. Nun zu den verschiedenen

    Leistungsarten

    1. Wichtigster und elementarster Bestandteil einer UV ist die Invaliditätsleistung. Sie sollte möglichst hoch angesetzt werden, damit man im Falle einer vorliegenden Invalidität genug Geld bekommt, um Umbaumaßnahmen (behindertengerechtes Wohnen) finanzieren zu können. Als Minimum setze ich da immer 150.000€ an, die Grenze nach oben ist offen - es kommt immer drauf an. Ich persönlich bin bin 500.000€ abgesichert (nur mal so nebenbei erwähnt). Bei der Invalidität spielt der Beruf KEINE Rolle. Wenn mir ein Bein abfällt, bin ich genauso zu ca. 60-70% invalide wie ein Bergarbeiter, ein Milchbauer in den Schweizer Alpen oder ein Krabbenpuhler an der Nordsee. Bei der Invaliditätsleistung gibt es noch verschiedene Progressionen, wodurch die Leistung progressiv nach oben geht. Je schlimmer es mich erwischt umso mehr bekomme ich (überproportional) ausgezahlt. Sinnvoll sind Leistungsstaffeln von 350 und 500%, alles darüber kann ins negative Gegenteil kippen - aber das interessiert nicht. Nur eines merken: Eine Progression von 1000% macht wenig Sinn. Nicht fragen, einfach glauben - der gute Smigel weiß nämlich nicht, wie er DAS jetzt sinnvoll erklären soll.... :D

    2.: Die Unfall-Rente: Sie wird im Regelfall ab 50%iger Invalidität gezahlt. Aber: Vergesst sie! Das Ding ist so unnötig wie ein Kropf. Denn diese Rente wird ja nur nach einem UNFALL gezahlt - nicht bei einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheiten (dazu an anderer Stelle mehr). Einzige Einsatzmöglichkeit, wo sie sinnvoll ist : Bei Leuten mit Vorerkrankung (die keine Berufsunfähigkeit mehr abschließen können) oder bei Kindern.

    3.: Das Unfall-Krankenhaustage-Geld: Schöne Sache, aber nicht wirklich wichtig. Also: Drauf verzichten! Unnötig teuer und dient nicht der Absicherung des "worst case" - ergo: Unsinnig. Begründung: Wer ein Krankenhaustaggeld haben möchte, kann dies über eine private Kranken-Zusatz absichern - die zahlt nämlich IMMER. Und nicht nur bei Unfall.

    4. Das Genesungs-Geld: Gleicher Unfug wie unter 3. Also: Weg damit.

    5.: Kosmetische OP´s: Meist beitragsfrei mit eingeschlossen, also ganz ok. Eine (beitragspflichtige) Erhöhung dieses Postens ist absoluter Quark, Finger weg!

    6.: Bergungskosten: Ebenfalls meist beitragsfrei dabei. Erhöhung auch hier unsinnig.

    7.: Todesfall-Leistung: Der größte Quark seit Ben Hur. Was nützt mir eine Todesfallleistung, die nur bei Unfall gezahlt wird??? Entweder ich (bzw. meine Hinterbliebenen ) brauchen, wenn ich versterbe, einen Haufen Kohle (z. B. zur Immobilienabsicherung) - oder nicht. Da spielt es absolut KEINE Rolle, WIE ich ins Gras beisse, das Geld muss dann doch IMMER da sein, nicht nur bei Unfall, oder?! Ergo: Absoluter Unsinn, Finger weg!

    8.: Das schlimmste von allem: Die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr:

    Hinter vorgehaltener Hand heisst das Ding auch "goldene Kuh der Versicherer". Muss ich noch mehr sagen? Also gut: Verbraucherschützer nennen sie "legalen Betrug" . Sie werden mit einer hohen Provision vergütet und bringen dem Kunden so gut wie garnichts. Ergo: Finger weg, Finger weg, Finger weg. Ich sage das absichtlich 3x, weil es Leute gibt, die sowas tatsächlich noch toll finden...

    9.: Alle sonstigen Leistungen, die ich jetzt vergessen habe -> fast alle unsinnig bzw. nicht wichtig.


    Zusammengfeasst komme ich zum Ergebnis: Wirklich sinnvoll ist einzig und allein die Invaliditätsleistung. In ganz seltenen - wirklich sehr seltenen Fällen - kommen die anderen Leistungspunkte, bzw. einzelne davon in Betracht. Spart Euch das Geld für andere Dinge und sichert nur die Dinge ab, wo man wirklich viel Geld brauchen kann, sprich: Denn Fall einer bleibenden Behinderung (Invalidität). Alles andere ist unsinnig, weil dabei Leistungen versichert werden, die zwar ganz toll sind, aber keine existenzielle Bedrohung abwenden.

    Fortsetzung folgt

  10. #10
    Farooq

    na toll smigel....meinst du etwa mit der unfallversicherung mit beitragsrückgewähr so olle *****en wie mich! :D

    he: ar ja klar, dass die mich wieder übern tisch ziehn! gott und ich dachte ich seh schon die fetten dollar-zeichen in meinen inneren auge! wuah......

  11. #11
    Smigel

    na toll smigel....meinst du etwa mit der unfallversicherung mit beitragsrückgewähr so olle *****en wie mich!
    Nein, der I D I O T (blödes Zensur-Programm, grrr) war der, der das Ding verkauft hat. WER muss denn das Fachwissen (und das nötige Hintergrund-Know-how) haben? Du, oder der, der es gelernt hat und die Produkte verkauft? Siehste, e-bent! ;)

    By the way, meine liebe Frau Farooq, für eine fristgemäße Kündigung und die Beschaffung eines günstigen und sinnvollen Versicherungs-Schutzes sowie einer auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen, lukrativen Anlageform fürs Rentenalter unterbreite ich Ihnen gerne ein qualitativ hochwertiges Angebot bzw. greife Ihnen unterstützend unter die Arme...! ;) Vollkommen uneigennützig, versteht sich... *rofl*

    LG

    Dennis

    PS: Das rofl war extra für Dich! :p

  12. #12
    Smigel

    Wo ich schon mal warm bin, mache ich auch grad mit dem zweiten - und in meinen Augen wichtigesten - Teil weiter:

    Der Berufsunfähigkeitsversicherung:

    Nu wird es etwas kompliziert - ich werde das Thema nur oberflächlich anschneiden, anstatt alle verschiedenen Versionen und Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich bis ins Detail zu beschreiben, denn das würde den Rahmen sicher sprengen.

    Die Wichtigkeit der BU-Versicherung liegt in zwei Fakten begründet:

    1.: Von Papa Staat gibt es so gut wie nichts mehr im Falle einer BU (insbesondere für alle ab Jahrgang 1961).

    2.: Die erschreckende Häufigkeit, mit der sie auftritt - 25 - 30% aller Arbeitnehmer erreichen NICHT das Rentenalter von 65, sondernbeziehen vorzeitig eine Rente aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit / Berufsunfähigkeit - Tendenz (leider) steigend!

    Die BU-Versicherung unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von der Unfallversicherung: Bei ihr zählt nicht WIE ich BU werde und es zählt auch nicht (bzw. nicht unbedingt) eine vorliegende Invalidität. Hier zählt einzig und allein, ob man seinen gelernten bzw. ausgeübten Beruf noch ausüben kann, dass heisst, sie leistet bei Unfall UND bei Krankheit. Für die Versicherung reicht es "schon", wenn man seinen Beruf zu 50% nicht mehr ausüben kann. Wird der Beruf - als Beispiel- noch zu 45% ausgeübt (also ca. 3,5 Stunden täglich) löst das also trotzdem die Leistungspflicht des Versicherers aus, obwohl man ja noch ein gewisses Einkommen erzielt. Der Staat leistet dagegen erst bei einer ERWERBSunfähigkeit - das heisst erst dann, wenn man GARNICHTS mehr arbeiten kann, oder anders ausgedrückt: Wenn es einem erst so richtig dreckig geht. Die private BU setzt also andere Maßstäbe an und leistet entsprechend früher.

    Die Leistung erfolgt in Form einer Rentenzahlung, die vorher festgelegt wird - dabei orientiert man sich am Einkommen bzw. an dem, was man als Kunde gerne ausgeben möchte. Diese Rentenzahlung ist ein Ausgleich für die finanziellen Einbußen, die solch ein Schicksal mit sich bringt.

    An dieser Stelle ein Beispiel: Ein Arbeiter verdient monatlich 2000€ netto. Im Falle einer BU (sagen wir z. B. durch schwere Rückenprobleme) gibts von Papa Staat den wirklich freundlichen Hinweis, er möge sich doch bitte umschulen lassen. Der Staat darf dabei auf JEDE mögliche andere Tätigkeit verweisen, nach dem Motto: "Aber Krabben puhlen an der Nordsee, das kannste doch noch!" Ob dort grad eine Stelle frei ist, interessiert nicht. Es reicht allein die THEORETISCHE Möglichkeit, dass dieser Beruf ausgeübt werden könnte. Auch ein extrem niedrigeres Einkommen und somit ein sozialer Abstieg spielen keine Rolle. Selbst ein Prof. an einer Uni könnte zum Straßefegen verdonnert werden, wenn er aufgrund eines Dachschadens nicht mehr an der Uni lehren könnte. Geld gibt es keins! Im schlimmsten Fall bedeutet das Ganze: Sozialhilfe-Fall. Super.

    Anders hingegen die BU-Versicherung: Sobald unser Dachdecker zu 50% BU ist, leistet der Versicherer und zahlt die vorher vereinbarte Rente. Somit ist sein Lebensunterhalt gesichert und er kann sich immer noch dick Wurst aufs Brötchen tun, ohne jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen.

    Jetzt ziehen wir den Fall etwas krasser auf: Der besagte Arbeiter bekommt MS, einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder erleidet einen schweren Unfall und ist infolge dessen schwer beeinträchtigt - und erwerbsunfähig. Für die BU-Versicherung ist das ein klarer Fall: Hier wird voll geleistet, der Mann bekommt seine Rente ausgezahlt.

    Und Papa Staat?

    Papa Staat zahlt eine Rente, die sich an dem letzten Einkommen orientiert. Bei dem besagten Arbeiter habe ich ja 2000€ netto unterstellt. Wenn der Amtsarzt feststellt, dass unser lieber Arbeiter - rein theoretisch - noch 3 - 6 Stunden IRGENDEINE Tätigkeit ausüben könnte, dann gibt es die sog. "halbe Erwerbsminderungsrente". In dem Fall ganze 540 €. Super. Tolles Einkommen.

    Ist er nicht mal mehr in der Lage, bis zu 3 Stunden zu arbeiten, gilt er als voll erwerbsunfähig, dementsprechend gibt es dann die "volle Erwerbsminderungsrente", ganze 1080€. Davon zu zahlen sind Miete, Lebenskosten für die Familie, eventuell Pflegepersonal und und und. Ganz toll, oder?

    Dass das Töchterchen sich spätestens ab dann das eigene Pferd von der Backe schmieren kann, ist vorprogrammiert. Der schöne Audi A6 Kombi muss einer klapprigen Rostlaube weichen und und und...

    Genau dafür gibt es die BU-Versicherung - um genau sowas zu verhindern. Nicht umsonst erklären die sonst so versicherungsfeindlichen Verbraucherschützer die BU-Versicherung "zur wichtigesten Versicherung nach der Haftpflichtversicherung".

    Für den Preis spielen natürlich mehrere Faktoren eine Rolle:

    - das Eintrittsalter (je jünger, desto billiger)
    - der ausgeübte Beruf
    - die Höhe der versicherten Rente
    - u. U. der Gesundheitszustand

    Wichtig zu wissen ist hierbei, das nur ca. 2-3% aller BU-Fälle durch einen Unfall geschehen - daher auch meine Abneigung gegen die oben erwähnte Unfall-Rente! 97-98% aller BU-Fälle sind Folgen einer Krankheit! Ganz weit vorne liegen dabei die Rückenprobleme, psychische Erkrankungen (Stichwort Mobbing) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Ich könnte jetzt noch auf viele weitere Vorteile bzw. vorteilhafte Regelung für uns als Kunden aufzählen, aber wie gesagt: Das würde den Rahmen sprengen. Mir ist es nur wichtig darauf hinzuweisen, wie existenziell wichtig eine solche Absicherung ist. Selbst in den Medien wird ja immer wieder darüber berichtet! Grade als Reiter sollte man für entsprechenden Schutz sorgen - da sportbedingt ein erhöhtes Risiko vorliegt. Die Unfälle im Pferdesportbereich führen zwar zu den seltensten Verletzungen (statistisch gesehen), aber wenn, dann haut es meist richtig rein.... Also, satteln, gurten, versichern - dann aufsteigen! ;)

    Gruß

    Dennis

    PS: Nochmal der Hinweis: Wer ergänzende Infos wünscht - einfach sagen. Ich ergänze meinen Beitrag dann um den entsprechenden Punkt bzw. gebe Antwort auf offene Fragen! :)

  13. #13
    lulu
    habe kleine frage welche sind die wichtigsten versicherungen, die auch nötig sind,du man haben muss für reiter und pferd??

  14. #14
    OnkelHotte

    und wieviel sollte man im monat im schnitt für versicherungen ausgeben? (uelzener)

    Edit:
    also OP Versicherung (2-fach)
    Tierhalter Haftpflicht

    ganz evtl. die Pferde Krankenversicherung.

  15. #15
    Smigel

    Hallo lulu,

    die wichtigsten sind

    a) fürs Pferd: Die Tierhalterhaftpflicht. Dann kommt erstmal lange nichts, dann irgendwann die OP-Versicherung. Der Rest ist - im Regelfall - eher unwichtig.

    b) für den Reiter: eine Berufsunfähigkeits- und eine Unfall-Versicherung.


    und wieviel sollte man im monat im schnitt für versicherungen ausgeben? (uelzener)
    Hallo OnkelHotte,

    die Antwort ist ganz einfach: Möglichst wenig! :D Ich meine damit nicht, dass man zu Billig-Heimer gehen sollte, sondern die größten Gefahren (siehe Haftpflichtversicherung) sinnvoll abdeckt und auf unnötigen Schnick-Schnack verzichtet (siehe Unfallversicherung - da gibt es extrem viel unnötigen Mist). Anstatt viel unnötigen Quark zu versichern, sollte man auf eine ausreichend hohe Deckungssumme in der Haftpflicht achten - ich biete z. B. immer mindestens 5 Mio. € Deckung an. Einen definitiven Preis kann man da schlecht nennen, weil es immer drauf ankommt, wieviele Pferde denn überhaupt versichert werden sollen.

    Die von Dir angesprochene Pferde-OP-Versicherung kostet (bei der Uelzener) derzeit 11,31 € monatlich (2-facher Satz GOT), die Voll-KV ca. 40 € (auch monatlich). In wieweit eine Pferde-Voll-KV notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die OP-Versicherung ist (auch aufgrund des relativ geringen Beitrages) generell empfehlenswert.

    Gruß

    Dennis

  16. #16
    OnkelHotte

    danke für die schnelle antwort! bei wieviel € liegt die Haftpflichtversicherung bei der uelzener? du weißt doch alles :D ich dachte an die mit der 10 mil. €?
    Gaaaaaaanz liebe grüße :)

  17. #17
    Smigel

    Die Uelzener ist doch viel zu teuer.... :D

    Aber ich sags trotzdem: 182,70 € bei 1 Jahr Laufzeit, 146,16 € bei 10 Jahren (alle Angaben brutto und p. a.). Solange die ihren Tarif nicht mal ändern, verkaufe ich sie auch nicht (mehr)... ;)

    Gruß

    Dennis

  18. #18
    OnkelHotte

    und welche ist günstiger und/oder besser?
    ich kenn mich im lichten wald der versicherungen nicht aus, das haben bisher immer meine eltern für mich übernommen :D

  19. #19
    Smigel

    Z. B. die HKD: 121,80€ / 1 Jahr Laufzeit. Jedes weitere Pferd 58€.

    Allerdings kann noch zwischen Fphlen, Aufzuchtpferden etc. unterschieden werden - wie gesagt, es kommt immer drauf an,welche Pferde und vor allem wieviele. Mal ist Versicherer A die bessere Wahl, mal Versicherer B. Deswegen sagte ich ja, dass man nicht aus dem Stehgreif einfach jemandem ne Prämie vor die Füße schmeissen kann... ;)

    Gruß

    Dennis

  20. #20
    OnkelHotte

    gut: pony, 147cm WRH, 8 (ausbildungsstand auch wichtig?^^ naja a) so dann schieß mal los :D
    nee scherz ich denke mal das ich uelzener trotzdem nehme... (scheiß deutsch ich weiß :D) meine freundin hat da ganz gute erfahrungen... außerdem kenne ich die HKD garnicht was heißt die denn "unabgekürzt"? tut mir leid das ich dich mit meinen endlosen fragen nerve... :o

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