Mist als Wärmedämmung im Unterstand

Diskutiere Mist als Wärmedämmung im Unterstand im Haltung und Pflege Forum im Bereich Pferde; Hallo, ich habe seit etwa einem dreiviertel Jahr eine Reitbeteiligung. Die Pferdebesitzerin ist gleichzeitig auch die Besitzerin des Pferdehofes. Die Pferde werden dort das ganze ...

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  1. #1
    Breiterreiter

    Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Hallo,

    ich habe seit etwa einem dreiviertel Jahr eine Reitbeteiligung. Die Pferdebesitzerin ist gleichzeitig auch die Besitzerin des Pferdehofes. Die Pferde werden dort das ganze Jahr über auf Paddocks gehalten, die im Sommer auch einigermaßen sauber waren. Seit etwa mitte Dezember aber liegt mitten auf dem Paddock ein riesiger Misthaufen, da es wegen der schlechten Witterungsbedingungen sehr mühsam war, den Mist aus dem Paddock raus zu bringen. Seit es nun so kalt ist werden die Unterstände nicht mehr saubergemacht, da die Pferdeäpfel zur Wärmedämmung dienen sollen. Mir kam das alles etwas seltsam vor, aber mein Angebot an die Satllbesitzerin die Unterstände sauber zu machen wurde abgelehnt. Im Moment liegt dort der Mist von etwa zwei bis drei Wochen. Die Chefin meinte, das wäre ok und im Winter könnte man das schon so machen....?????
    Macht man das wirklich so?

    Breiterreiter


  2. #2
    Chiara22

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Matratzenhaltung bis zu 6 Wochen auch in Boxenställen ist nicht unüblich. Mist auf dem Paddock ist eben Geschmacksache, ob daneben, dahinter oder davor. Für Gesundheit, Luft und Hufe sollte das jeder für sich entscheiden...wie er es handhabt zum Wohle der Pferde.

  3. #3
    Berliner_Reiter

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Chiara, Matratzenhaltung ist die eine Seite, aber wie ich es verstanden habe, werden die Unterstände nicht eingestreut, sondern die Schei*e wird einfach liegen gelassen?

    Das wäre dann nicht nur unappetitlich und schlecht für die Lungen der Hottas, sondern auch äußerst schädlich für die Beine und Hufe (Strahlfäule, Mauke).

    Was ist denn, wenn sich die Pferdies mal hinlegen wollen - liegen die dann in ihren eigenen Exkrementen? *würg*

    Zu deiner Frage: NEIN, das macht man nciht so. Entweder Matratze, dann aber richtig: Pferdeäpfel und nasse Stellen regelmäßig/besser täglich rausnehmen und ordentlich nachstreuen. Oder aber, jeden Tag alles raus und neu einstreuen.

    In jedem Falle sollten die Pferdies auf einer trockenen Späne-/Strohschicht stehen und liegen .

  4. #4
    Chiara22

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    @ Berlinerreiter:
    Chiara, Matratzenhaltung ist die eine Seite, aber wie ich es verstanden habe, werden die Unterstände nicht eingestreut, sondern die Schei*e wird einfach liegen gelassen?
    Uah, sorry, aber so etwas mit Sachverstand traue ich keinem zu.Und Matratzenstreu heißt hier in allen Ställen nicht abäppel oder Mist raus nehmen sondern täglich nur überstreuen und alle 6 Wochen abmisten.

    Aber nichts einstreuen und einfach so lassen...das kenne ich nicht...möcht ich auch nicht...

    Ich miste lieber nach wie vor täglich.

  5. #5
    Gromit

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Hi,
    viel bedenklicher finde ich noch den Mist auf dem Paddock: frischer Mist darf nur auf einer wasserundurchlässigen Betonplatte gelagert werden. und so wie das klingt ist der paddock matschig, also nicht richtig befestigt...
    die frau scheint wirklich nicht besonders kompetent zu sein. also kann man auch davon ausgehen, dass sie vielleicht wirklich nichts einstreut...
    wäre nett, wenn du die situation näher beschreiben könntest.
    lg

  6. #6
    RioNegro

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Mal `ne ganz blöde Frage - wie genau sollen die bei aktuellen Temperaturen ja gefrorenen Pferdeäppel wärmen???

    Also das ganze hat einen recht positiven Aspekt: so lange das so heftig gefroren ist, wie momentan - passiert dem Boden nix. Passiert auch Lungen und Hufen nix. Wie auch? Ist ja alles fest eingefroren.
    Negativer Aspekt: es wird auch wieder wärmer... ... ... geh ich mal von aus... ....
    Dann ist die Kacke am Dampfen - bekommt so einen ganz neuen Aspekt, oder? *gg*

    Aber Ironie bei Seite. Es ist zwar akut weder für Boden, noch für die Pferde dramatisch. Jetzt grad im Moment. So lange das SO extrem kalt ist. Und wirklich alles hart gefroren ist.
    Aber zum einen stell ichs mir nicht grad gemütlich zum Hinlegen vor. Auf diesen harten Äppeln.
    Und zweitens, wie gesagt, es wird auch wieder wärmer!
    Und dann liegt da alles voller Stinkemist. Sickert fröhlich in den Boden rein. Gut, Lunge - die Pferde werden vermutlich dann nicht mehr viel in den Unterstand gehen... Aber schön geht anders! Und üblich ist das so auch nicht!

  7. #7
    Wanderreiter

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    da es wegen der schlechten Witterungsbedingungen sehr mühsam war, den Mist aus dem Paddock herauszubekommen
    Selbst das halte ich für eine faule Ausrede!
    Meine Pferde stehen ebenfalls das ganze Jahr draußen, auf einem großen Paddock und Winterweide.
    Selbst wenn die Haufen gefroren sind, lassen sie sich (teilweise sogar besser) vom Boden lösen, notfalls mit einer Schaufel oder (Kinder-) Harke.
    Bei den tiefen Temperaturen friert auch der Mist in den Kaltställen und Offenställen, da ist nichts mit Bodenisolation.
    Nur (höchsten!!) eine saubere, trockene Mistmatratze könnte einen gewisse Isolation bieten.
    Ich persönlich halte auch davon nichts.
    Gummimatten zur Isolation, darauf eine gute Schicht Einstreu wie Späne, Rapshacksel, Hanf oder ähnliches, darauf könnte noch eine Schicht Stroh kommen, dann hat man die perfekte Wintermatte.

  8. #8
    Puschel8

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Also, ich kenne auch Ställe, die nur überstreuen und nach einigen Wochen die gesamte Mistmatte dann mit dem Lader entfernen. Sicherlich eine praktische Lösung. Aber da muss schon immer sehr viel drüber gestreut werden, damit die Pferde nicht im Mist liegen. Und wenn es wieder wärmer wird, hat man schnell eine eklige Pampe dort. Da fände ich Gummimatten mit weniger Streu schon besser. Pferde mögen es trocken. Die Kälte stört sie nicht so. Also, den Mist "zum Heizen" zu nutzen, ist schon etwas sehr eigentümlich.Uebrigens war ich auch mal in nem Stall, wo im Winter aus Bequemlichkeit nicht gemistet wurde.Habe dann den Stall gewechselt.

  9. #9
    Breiterreiter

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Also erst mal vielen dank für eurere Antworten. Um die Situation noch mal näher zu beschreiben: Drüber gestreut wird schon, aber oft nur so, dass eben trotzdem noch Äpfel zu sehen sind, auf denen die Pferde dann stehen müssen, oder das frisch eingestreute Stroh dient dann gleichteizig der Fütterung. Das der Mist Wärme speichert scheint allerdings hervorragend zu funktionieren, da der Mist im Unterstand im Gegensatz zu dem Äpfeln, die sonst so auf dem Paddock rumliegen nicht gefriert. Da recht unregelmäßig gefüttert wird (manchmal erst gegen Nachmittag das erste mal) knabbern die Pferde dann natürlich an dem Stroh, das am Vortag drüber gestreut wurde. Eine Stute auf dem Paddock ist dämpfig. So weit ich weiß kann Dämpfigkeit durch Ammoniakdämpfe aufgelöst werden. Als ich sie das letzte Mal gesehen habe hat sie auch ganz schön gekeucht. Manche Pferde haben Pilzbefall. Wasser gibts nur einmal am Tag. Ich denke die Zustände dort sind nicht sehr gut. Bin aber nun wirklich alles andere als Pferdeexperte. Leider wird jeder sanfte Hinweis an die Hofchefin ziemlch schroff abgewiesen oder damit erklärt, dass das im Winter überall so ist....

  10. #10
    Schroedemann

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Zitat Zitat von Breiterreiter Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Im Moment liegt dort der Mist von etwa zwei bis drei Wochen. Die Chefin meinte, das wäre ok und im Winter könnte man das schon so machen....?????
    Macht man das wirklich so?

    Breiterreiter
    Nein, das macht man nicht so. Das mit der Wärmedämmung ist eine Ausrede für Faulheit. Pferde müssen nicht warm liegen. Sie müssen trocken liegen.
    Gut, ich gebe zu, dass ich es auch für mein Pferd gern warm und kuschelig habe. Darum habe ich den Betonboden ihrer Box - Offenstallbox - immer sehr dick mit frischem Stroh eingestreut. Aber es wird natürlich täglich gründlich gemistet.
    Ich denke die Zustände dort sind nicht sehr gut.
    Da denkst du richtig. Die Besitzerin ist entweder faul und/oder geizig.

  11. #11
    PAweide

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    So, wie sich das dort darstellt, ist nicht der Mist im Unterstand das Problem. Auch ich habe von , besonders häufig älteren, Pferdebesitzern gehört, dass eine TROCKENE Mistmatratze im Winter gut wärmeisolierend wirkt. Aber auch die muss TÄGLICH gepflegt werden, und reichlich Stroh gehört auch eingestreut. Aber Heu sollte den Pferden ausreichend angeboten werden(evtl Heunetze, falls sie einfach zu schnell fressen) , und nur einmal täglich tränken geht gar nicht. Dann muss man halt im Winter, wenn die Leitungen oder Weidetränke... einfrieren häufiger hin oder sich mit Reitbeteiligungen und anderen Pferdebesitzern abwechseln. Ich kenne gerade dieses Problem sehr gut, da normalerweise unsere Pferde über Weidefässer versorgt werden, aber bei extremen Minusgraden läuft halt nichts. Dann muss man halt 2-3 mal am Tag Wasser nachfüllen, enteisen...

  12. #12
    Puschel8

    AW: Mist als Wärmedämmung im Unterstand

    Also, das sind ja untragbare Zustände dort! Klingt mir schon eher nach einem Fall fürs Veterinäramt. Das geht gar nicht, dass die Pferde erst nachmittags Heu und Wasser bekommen, und bis dahin ja "ihren Mist" fressen können. Denn Futterstroh wird ja wohl auch nicht separat bereit gestellt, oder? Alle Halter haben es im Winter schwerer als im Sommer. Is nun mal so. Aber wenn man nicht bereit ist, die nötige Zeit und das Geld zu investieren, sollte man eben einfach keine Pferde halten. Die armen Tiere.

Mist als Wärmedämmung im Unterstand

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