Pferd in der Tiho an multiresistenten Keimen (MRSA) gestorben

12 ...
  1. #1
    SABRO


    Pferd in der Tiho an multiresistenten Keimen (MRSA) gestorben

    Bei einer relativ unkomplizierten Harnsteinentfernung sind bei meinem Pferd multiresistente Keime in den Bauchraum gelangt und das Pferd konnte trotz mehrer Not-Operationen nicht mehr gerettet werden. Jetzt habe ich von meinem Pferdetierarzt erfahren, daß er schon öfter Pferde aus der Hochschule Hannover zurück bekommen hat, die ebenfalls dort mit diesen Keimen infiziert worden sind. Ich habe jetzt ein gerichtliches Verfahren gegen die Hochschule Hannover laufen und suche Pferdebesitzer, deren Pferd ebenfalls dort an Keimen erkrankt oder vielleicht sogar gestorben ist.
    Wer kennt jemanden? Oder ist vielleicht sogar selbst betroffen?
    Ich will einfach verhindern, daß weitere Pferde dasselbe Schicksal erleiden müssen.

  2. Reiterin

  3. #2
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Wie hat denn dein Pferdetierarzt diese Multiresitenten Keime behandelt?

  4. #3
    SABRO


    Mein Tierarzt hatte leider gar nicht die Möglichkeit das Pferd zu behandeln. Es ist in Hannover behandelt worden (hochdosiert Antibiotika), mehrfach Not-operiert worden und hat dann einen Durchbruch des Darms durch die Bauchdecke erlitten. Alles bei vollem Bewußtsein. Das Pferd hat die schlimmsten Qualen durchlitten die gehen... Ich war im Ausland und bin direkt vom Flughafen in die Hochschule. Da war schon alles zu spät und ich konnte nur noch darum bitten es ganz schnell zu erlösen.

  5. #4
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Bei den anderen Pferden meine ich. Die an ihn gingen.

    Generell sind die Dinger ein Problem, auch wenn man selbst in einer Klinik ist.

  6. #5
    SABRO


    Wie die anderen Pferde behandelt worden sind weiß ich nicht. Das hat mich ehrlich gesagt auch nicht interessiert. Ich weiß nur, daß er einige retten konnte und andere nicht.
    Ich finde nicht, daß man es als gegeben hinnehmen sollte mit den Keimen.

  7. #6
    Elchhexe


    Diese Keime existieren doch nur, weil grundsätzlich gegen alles und jedes Antibiotika eingesetzt werden, so dass diese Keime die Chance haben, resistent dagegen zu werden. Wenn dann noch minimalste Hygienemängel dazu kommen, dann ist meist alles zu spät.

    Tut mir wirklich leid für Dich und Dein Pferd.

  8. #7
    Raudhetta


    Diese Probleme hatten sie auch in UK in den normalen Krankenhäusern. Dann haben sie mehrere Aktionen für mehr Sauberkeit gemacht und die Fälle gingen zurück. Problem ist nur halt in einem Pferdestall das zu schaffen. Dann würdest du halt alles aus den Boxen verbannen an Einstreu und zusätzlich dauernt mit Chlorbleiche unterwegs sein.

  9. #8
    Barrie


    So weit ich weiß, gehen an allen Krankenhäusern die Infektionszahlen stark zurück, wenn nur auf konsequente "normale"Hygiene geachtet wird, zB die Hände genügend oft und vor allem genügend lange zu waschen, man muß gar nicht mit Chlorbleiche unterwegs sein.
    Was die undifferenzierte Antibiotikagaben angeht, habe ich klar den Eindruck, daß viele Ärzte und TÄe da langsam deutlich zurückhaltender geworden sind
    .Barrie

  10. #9
    Raudhetta


    Bei den Ärzten kommt es drauf an. Mein alter Kinderhausarzt war da immer sehr vorsichtig und hat lieber andere Mittel gegeben. Er musste bei mir und meinem Vater aber immer dran errinnert werden, dass bei uns eher die Keule gefragt ist, wenn wir den mal krank sind. Weil wir es halt meistens solange ignorieren, bis wir wirklich krank sind...
    Sprich am Ende ist es immer eine Frage der Fälle. In einer Tierklink sind natürlich mehr Fälle von gravierenden Verletzungen/ Krankheiten. Da kann man viele Antibiotikumgaben gar nicht ausschließen.
    Da hilft wirklich nur Hygiene. Und Chlorbleiche ist nurmal ein gutes und preisgünstiges Mittel um Flächen keimfrei/ reduziert zu machen.

  11. #10
    GilianCo

    Avatar von GilianCo
    Das tut mir ehrlich leid. Allerdings würde ich mich da direkt an Deinen TA wenden. Wenn er tatsächlich mehrere Patienten in Hannover hatte, müßte er die Besitzer ja kennen. Wenn nicht, ist das wieder so ein Fall von "hat mal gehört, das..."

    Wenn nachvollzogen werden kann, das da tatsächlich von der Klinikseite geschlampt wurde (was ich mir nicht so vorstellen kann, ich kenn die Abläufe dort ja auch) sehe ich da ne Chance, tatsächlich was zu erreichen.

    Ich weiß auch, das dort nicht ständig Antibiosen reingeballert werden. Die verschiedenen Bereiche sind da ja auch getrennt (die Boxen wie auch beispielsweise die Innere Medizin von der Orthopädie) Im Unterschied zur Humanmedizin sehe ich auch, das in den Kliniken regelmäßig Antibiogramme gemacht werden. Bei meinen Ärzten Habe ich das bis jetzt noch nicht einmal gehabt.

    Via Tapatalk

  12. #11
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Ein Problem ist doch vor allem das viele Antibiotika nicht richtig einsetzen. Die Beschwerden gehen, das Antibiotika wird nicht mehr genommen. Folge sind Resistenzen. Das mal Algemein.

    In einer Pferdeklinik dürfte es Generell ein Problem darstellen die Räumlichkeiten frei von Keimen zu bekommen.

    Wir sind ja mit der 2 Jährigen im Juni dort gewesen in Hannover, nur kam es da ja schon zu gar keiner OP mehr. Aber Hannover ist für uns die erreichbare Klinik.

    Ich denke das man ggen die Generelle Keimbelastung die in einer Pferdeklinik herrscht nichts tun kann. Bleibt also nur das Operationszeug Keimfrei zu halten, das findet aber eigentlich weniger über Desinfektionsmittel statt sondern per Autoklav.
    Spätere Verunreinigung ist dann wieder möglich, durch anfassen usw., ich stelle es mir nur sehr schwer vor das dann auch genau so zu beweisen.

  13. #12
    SABRO


    Die Adressen von meinem Tierarzt bekomme ich von den anderen Pferden die betroffen sind. Aber das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir sitzen nicht im direkten Einzugsgebiet der TiHo. Von daher vermute ich, daß es noch viel mehr Pferde gibt, die dasselbe Schicksal erlitten haben.
    Unter anderem ist z.B. ein Pferd dabei, daß lediglich eine Zahn-OP hatte und danach wegen der Keime eingeschläfert werden musste, weil man es n nicht mehr unter Kontrolle bekam.
    Ebenso eine tragende Stute die nach Diagnose Keime in Hannover zwangseingeschläfert werden sollte. Die Besitzerin hat sie am selben Tag noch mit Hilfes ihres Anwaltes rausgeholt. Die Stute lebt heute noch....
    Es scheint einiges zu geben. Im Falles meines Pferdes ist definitv alles schief gelaufen. Das Pferd wurde insgesamt 3 mal operiert. Bereits nach der ersten OP bekam er sehr hohes Fieber und starke Schmerzen. Man erklärte uns, daß das an einer Atemwegserkrankung liegen würde die nach einer längeren OP (eigentlich sollte es nur ein kurzer Eingriff werden und die erste OP dauerte dann 3,5 Stunden!) normal wäre. Das Pferd wurde die ganze Zeit auf Atemwegserkrankung behandelt und niemand kam auf die Idee, daß es etwas mit der OP am Bauch zu tun haben könnte. Auf meine Frage, warum man nicht punktiert hätte um sicher zu sein, meinte man nur, daß man dem Pferd nicht noch mehr zumuten wollte...
    Meiner Meinung nach war das größte Problem dort, daß die Ärzte und die Zuständigkeiten ständig gewechselt haben und jeder jedem lediglich die Akte in die Hand gedrückt hat. Keiner hat sich wirklich zuständig gefühlt.

  14. #13
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Das die erste op so lange gedauert hat weist für mich darauf hin das da was nicht rund lief, unabhängig von Keimen.
    Da musst du den Nachweis führen das gepfuscht wurde.

    Gesendet von meinem PAD-FMD700HD mit Tapatalk

  15. #14
    h2ofrau


    Ohje, das tut mir sehr sehr leid für Dich und Dein Pferd ;-( Ohne dass Du prozessierst nehmen die sich sicherlich nichts davon an?
    Mich würde wirklich interessieren, wie es ausgeht. Wäre schön, wenn Du uns auf dem Laufenden hälst. Auch wenn Dein Pferd nicht zu ersetzen ist, bin ich bei so einer Schlamperei schon der Meinung, dass die Klinik Schadensersatz fürs Pferd leisten muss. Klar, kann es immer Komplikationen geben und es kann keiner dafür zur Rechenschaft gezogen werden, aber das finde ich ist schon ne ganz andere Nummer. das KANN nicht sein, finde ich!

  16. #15
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Wenn es denn Schlamperei war....

    Geschrieben mit Tippeditapptapp

  17. #16
    h2ofrau


    Diese Keime sind mangelnde Hygiene. Zumindest in den Humankrankenhäusern! Und mangelnde Hygiene ist für mich Schlamperei...wenn es denn bei Tieren genauso ist?!

  18. #17
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Da waren wir doch neben schon, das man die Hygiene in einem Stall nicht mit einem Krankenhaus vergleichen kannst. Es muss der Nachweis erbracht werden das das Operationswerkzeug kontaminiert war. Weil du den Bereich in dem sich das Pferd aufhält nun mal nicht Keimfrei bekommst. Das befind t sich ja nicht nur im OP.
    Was mich stutzig macht ist das für den kurz angesetzten Eingriff plötzlich 3,5 Stunden nötig waren.
    Ich wurde da eher wissen wollen warum und was da passiert ist. Mal angenommen da wurde innerlich was verletzt, das wurde geflickt und hat sich ja trotzdem in Folge entzündet?
    Und selbst da ist Sabro in der Beweislast.

    Geschrieben mit Tippeditapptapp

  19. #18
    h2ofrau


    Ja das wird wahrsag äusserst schwierig...kenne es von mir selbst..Hammerzehen operieren lassen...nun hängt der eine inner Luft, sieht aus als würde der nicht zum Fuss gehören und seitdem nur noch Hühneraugen an dem Zeh, da er genauso lang ist wie der Kleine und die beiden sich im Weg sind und jetzt immer aneinander reiben... Anwalt sagte mir direkt, dass Klagen nichts bringt, denn dann müssten erkennbare, niedergeschrieben Fehler im OP-Protokoll stehen... nur weil mein Zeh in der Luft hängt und ich nun Schmerzen, hat der Doc noch lange keinen Fehler gemacht ...

  20. #19
    ManicPreacher

    Avatar von ManicPreacher
    Ja, und ich denke das einem das ein Anwalt so nicht unbedingt sagt.... und die Enttäuschung dann gross ist. Man bräuchte hier wohl den Nachweis das die Keime wirklich in der Klinik und durch einen unsauberen OP Raum oder OP Besteck ins Pferd kamen. Ich stelle mur so einen Nachweis als schwer erbringbar auf.
    Was nicht heisst das ich es auf sich beruhen lassen würde. Ich wurde aber wohl mit einem Gesprächstermin in der Klinik anfangen.

    Geschrieben mit Tippeditapptapp

  21. #20
    SABRO


    Ich weiß das das alles nicht einfach werden wird und mich auch emotional wieder total aufwühlen wird. Aber soll ich es sein lassen deshalb? Ich stand da neben meinem sterbenden Pferd. Es hatte einen Puls der gar nicht mehr ging, war vor Schmerzen von oben bis unten klitschnass, die Augen fast geschlossen. Sie hatten ihm aus irgendwelchen Gründen die Schlauchtasche grob zugenäht, der ganze Bauch vor dick geschwollen und der Darm kam durch - ich habe so etwas noch nie gesehen. Und als ich mit der Tierärztin gesprochen habe die die Not-OP noch versucht hat da war mir einfach vom Bauchgefühl her klar, daß hier nicht alles korrekt abgelaufen ist. Sie hat sich furchtbar gewunden - konnte aber nichts dafür. Sie war ja nur die letzte in der Kette die noch versucht hat das Pferd zu retten...
    Als ich in der Hochschule mit fliegenden Fahnen ankam und noch gar nicht klar war, ob das Pferd es schafft oder nicht hat mich die Dame am Empfang übrigens gleich gefragt ob ich den neuen Prospekt über Einäscherung schon hätte! Sie hätten da tolle Angebote. Ich habe glaube ich noch nie in meinem Leben so blöd geschaut. Und als mir dann klar war, was sie mir eigentlich sagen wollte da hätte ich sie am liebsten geschlagen....es war alles so furchtbar emotionslos und kalt
    Und deshalb will ich es trotzdem probieren - auch wenn ich keine großen Chancen sehe. Die Krankenakte sieht jetzt, wo wir sie endlich rausgeklagt haben, so aus, als wenn es ein wertvolles Olympiapferd gewesen wäre - minizöse Überwachung etc.....

12 ...
Ähnliche Themen zu Pferd in der Tiho an multiresistenten Keimen (MRSA) gestorben
  1. Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 18.08.2007, 11:44
  2. Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 11.04.2007, 08:10
Sie betrachten gerade Pferd in der Tiho an multiresistenten Keimen (MRSA) gestorben