Hier ein kleiner Erfahrungsbericht im Bereich Hornspalt (Riss geht bei meinem Pferd von oben nach unten - durch Trauma als Jungpferd)

Zur rechten Zeit am rechten Ort sag ich da nur.

Als mein Pferd bei mir zum ersten mal durch den Hufschmied gekürzt wurde fiel dem damaligen Schmied schon ein Hornspalt auf (seitenwand - Kronrand ist beschädigt, Saumband durchtrennt). Zum damaligen Zeitpunkt sagte man mir ein Hornspalt wäre nichts großes, man müsste nur drauf achten, wenn er halt aufgeht. Heute bin ich um 1000% schlauer.

Ich lies mein Pferd beschlagen, weil die Hufe zu kurz geraten waren. Hat alles super geklappt. Bei einem Ausritt hat die Stute total gesponnen. Ich hab mich gefragt "Warum!? - Die war immer so cool". Bis ich es sah...nach dem Ausritt war der Hornspalt aufgebrochen und blutete. Ich rief meinem Hufschmied an, der sofort kommen konnte. Er nahm ihr die Eisen ab und sagte mir, dass wir vorerst nur eine schwebe in den Huf machen, damit kein Druck entsteht und der Huf in Ruhe herunterwachsen kann, ich sollte erstmal nicht reiten. OK! Ich hab Betaisodona draufgemacht und beim Tierarzt angerufen. Die hatten mich nur gefragt, ob das Tier Tetanus geimpft ist, dann war die Sache für die erledigt. Ich war total entsetzt. Bisher hatte ich mit sowas keine Erfahrungen und versuchte im Internet und über einen bekannten etwas herauszufinden. Die Idee mit der Schwebe, so stellte sich heraus, war zumindest eine sehr gute!

Irgendwie wusste ich nicht so recht, was jetzt zu tun war. Zufällig lernte ich gleich ein paar Tage später eine Tierheilpraktikerin kennen, die bei uns gerade im Stall war. Meine Stallkollegin meinte ich solle ihr das Pferd mal zeigen. Die würde mit einem Blick sehen, was das Tier alles hat. Ich war mir nicht sicher, aber ich hab ihr die Stute gezeigt. Sie stand gut 2 m weg und sagte mir alles auf, was mir bisher Rätselhaft war (Kopfschlagen, verursacht durch chronisch angeschwollene Ohrspeicheldrüßen, sowie Allergie). Es ist mein erstes Pferd und ich muss zu meiner Schande gestehen: ich hab das nicht gesehen, Allergie vermutet, aber nie gesehen)

Danach zeigte ich ihr den Hornspalt. Sie fragte, ob das Saumband verletzt wurde, ob es blutete. Ich stimmte zu. Sie meinte, dass das zwar nicht besonders toll wäre, aber bevor wir in die Klinik gehen und das Tier operieren lassen machen wir folgendes, besorgen sie:

- Wasserstoffperoxid 3 %
- Hansaplast Sprühpflaster
- ein Hufmesser
- eine Raspel
- Lorbeersalbe oder Lorbeeröl
- Rasierer

gehen sie wie folgt vor:

Rasieren sie das zu lang gewachsene Haar am Kronsaum etwas weg zur verbesserung der Sicht. Kratzen Sie den Huf sauber aus, spülen Sie diesen mit einer Wurzelbürste und frischem, klarem Wasser aus. Anschließend spülen sie mit wasserstoffperoxid (Ihr Pferd wird Sie dafür hassen) bis aller Schmutz beseitigt ist. Sprühen Sie das Sprühpflaster darüber, bis der Spalt komplett verschlossen ist. Lassen Sie dies trocknen und reiben Sie den Kronrand (WICHTIG, nur den Kronrand) mit dem Lorbeeröl oder der Lorbeersalbe ein. Sorgen Sie dafür dass die Schwebe im Huf erhalten bleibt und niemals Druck auf den Spalt kommt.

Es hat was gebracht! Mein Pferd musste nicht in die Klinik! Jetzt ist ein halbes Jahr rum. Wir reiten wieder. Der Hornspalt ist zur Hälfte heruntergewachsen. Es dauert 12 Monate, bis der Huf einmal komplett durchgewachsen ist. Monatlicher Hufschmiedbesuch oder eigenes Ausschneiden gar kein Problem. Sie müssen viel Geduld aufbringen für sich und das Tier! Aber es lohnt! Anfangs gab sie mir ihre Hufe nicht mehr. Jetzt wieder ganz einfach.

Außerdem mache ich gerade eine Mineralfutterkur und füttere zusätzlich täglich Ungulat von St. Hyppolit! Ein super unterstützer sag ich dazu! Die Hufe wirken vitaler, stabiler und gesünder! Das Futter kostet bei futterundfit.de 69,90 EUR. Günstiger hab ich es bisher nicht entdeckt. Wenn ihr wisst wo, sagts mir doch bitte, denn ich bin mehr als nur begeistert!

Die Tierheilpraktikerin möchte regelmäßig Bericht über die Entwicklung des Hornspaltes. Sie erklärte mir Außerdem, dass in dem Sprühpflaster ein bestimmter Stoff namens Fibrin enthalten ist. Zudem soll ich das Tier nie wieder beschlagen lassen. Wenn es gar nicht geht, könnte ich mir einen Alubeschlag oder einen Kunststoffbeschlag überlegen, so hat der Huf die Möglichkeit beweglich zu bleiben.

Vielleicht können betroffene ja damit etwas anfangen! Super Sache sag ich nur, aber wenn man sowas machen möchte muss man Zeit (und ein bisschen Geld-günstigste Variante) investieren können und dieses Tier wirklich lieben. Ich war sehr lange nicht reiten und es fehlt mir und auch heute können wir noch nicht ganz so viel ausreiten wie andere. Die Tiere sollten überwiegend auf weichem Boden bewegt werden, das haben wir hier nicht. Glücklicherweise haben wir einen Reitplatz, wo ich an der Ausbildung meines Pferdes etwas feilen kann, da sie erst 7 Jahre alt ist.

Freu mich auf eure Meinungen!