Légèreté..oder so ähnlich

Diskutiere Légèreté..oder so ähnlich im sonstige Reitweisen Forum im Bereich Reiten; Ist französisch, bin mir grade nicht sicher ob ich die Akzente richtig gesetzt habe :) Wer hat schonmal davon gehört? Wer reitet es? Was denkt ...

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  1. #1
    Nachtaktive

    Légèreté..oder so ähnlich

    Ist französisch, bin mir grade nicht sicher ob ich die Akzente richtig gesetzt habe :)

    Wer hat schonmal davon gehört?
    Wer reitet es?
    Was denkt ihr darüber?

    Ich sag mal absichtlich nicht meine Meinung, möchte erstmal wissen was ihr so darüber denkt ^^
    Für alle die damit nichts anfangen können schaut mal im Internet unter Philippe Karl oder Bea Borelle


  2. #2
    Leo

    AW: Lègèrte..oder so ähnlich

    Ich kann Dir das Buch von Racinet empfehlen. "Feines Reiten in der französischen Tradition der Legerete". Das ist toll erklärt und ich versuch das so umzusetzen. Es ist halt eine klassische Reitlehre. M. E. weicht diese nicht allzusehr von der eigentlich klassischen Linie der FN ab. Ich nehm nebenher ja noch Unterricht bei einem Reitlehrer, der FN-mäßig reitet.Aber da er eine ausgesprochen gute klassische Basis hat disharmoniert das auch überhaupt nicht.

  3. #3
    thyra1992

    AW: Lègèrte..oder so ähnlich

    Ich finde die Reitweise der Légereté sehr gut. Voraussetzung ist natürlich die richtige Umsetzung, wie auch in jeder anderen Reitweise.

    Was ich besonders gut dabei finde, ist die extrem spät beginnende Ausbildung des Pferdes, die darüber hinaus auch noch etliche Jahre dauert. Und erst der Schritte vernünftig ausgebildet werden soll um dann an den Trab zu gehen und erst wenn die Übungen alle !!! richtig sitzen, wird mal galoppiert.
    Habe allerdings erst letztens wieder Leute gesehen, die sich damit brüsten, ihre Pferde nach der Légereté ausgebildet zu haben, allerdings war bei den Tieren absolut kein Unterschied zu den "normal" ausgebildeten zu sehen. Keine Spur von freiwilliger Anlehnung und lockerer Versammlung.... Die sind genauso "zusammengezurrt" gewesen wie jedes andere Pferd auch.

    Naja, jede Reitweise und Lehre bringt Könner und auch Blender hervor, leider.

    Wenn mann es richtig macht und sich an die Regeln hält, ist es meiner Meinung nach, die schonendste und beste Ausbildung für Pferd und Reiter. Allerdings ist das Ganze auch extrem anspruchsvoll und schwierig umzusetzen.
    Und es ist erwiesen, dass die nach der Art ausgebildeten Pferde locker ihre 30 - 40 Lebensjahre erreicht haben und das in einer Zeit, als Aderlaß, Ständerhaltung und operieren ohne Betäubung nach Gang und Gebe waren

    Eines finde ich aber total bescheuert: Dieses vom Boden aus am Gebiss rumzurren, um das Pferd im Kiefer zu lockern, damit es dann nachher entspannter den Übungen folgen kann... Ich halte viel von dieser Lehre und dem "Erfinder" Francois Baucher, aber das ! würde ich nie machen. Sehe da absolut keinen Sinn hinter.

    Liebe Grüsse, Verena

    EDIT: Es stimmt, dass die Légereté im Grunde genommen nicht viel anders ist,als die Lehren der FN (zumal diese auch auf die klassiche französische aufbaut) aber die FN kommuniziert leider was ganz anderes, als in den Richtlinien steht und das ist das Problem. Und weil die nicht bereit sind, da was zu ändern, sondern sich, ganz im Gegenteil sogar immer weiter von den guten Dingen entfernen, finde ich es ja super, das diese alten Dinge wieder rausgekramt werden und somit wieder die Leute ans Nachdenken gebracht werden.

  4. #4
    Leo

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    PS: Ich hab die Accents mal korrigiert *gg*
    @Thyra:ja, die FN-Reitweise hat die gleiche klassische Basis und ein guter Reitlehrer unterrichtet FN oder klassisch französisch sicher sehr ähnlich. Bis auf ein paar kleinere Abweichungen. Das Abstellen, um Kiefer und Genick locker zu machen, kenn ich auch in beiden Reitweisen, wird nur unterschiedlich praktiziert.
    Ein paar Abweichungen bestehen halt darin,dass treibende und verhaltene Hilfen nicht gleichzeitig gegeben werden. Dass die Anlehnung leichter ist und sehr viel mehr in Seitengängen gearbeitet wird im französischen.

  5. #5
    franzivetmed

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    Huhu,

    also ich glaub ich reite danach. Hab mich da grade mal mit beschäftigt, weil Ihr geschrieben habt das es eine französische Reitweise ist .
    Hab seit letztem Sommer einen neuen Reitlehrer und er sagte das was er uns (mir und meiner Freundin) beibringt ist eine ganz sanft Art des Reitens und käm aus Frankreich.
    Ich bin total fasziniert von dieser Art und Weise des Reitens obwohl sie wie Leo und Thyra ja schon gesagt haben, auch Ähnlichkeiten hat mit der normalen Englisch Reitweise. Noch NIE (hab ihn seit 8 Jahren und habe etliche RL's gehabt) war er so leichtrittig. Ich muss so gut wie nichts mehr tun.
    Vor allem die Aufrichtung, habe ich noch nie so schnell und einfach gehabt. Ein paar mal im Schritt "schenkelweichen" und ein paar mal im Trab und er lief wie auf Wolke 7. Ich hatte nichts mehr außer ein zufriedenes Pferd das über den Platz schwebte.
    Jedes Mal wenn ich nach der Stunde absteige habe ich ein absolut riesengroßes Grinsen im Gesicht .
    Mein dicker versteht jede einzelne Hilfe sofort und das macht es echt super. Ich brauch für keine der Übungen (zb. um Pylonen reiten) auch nur einen Funken Druck.
    Einfach KLASSE

    Lg Franzi

  6. #6
    thyra1992

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    Das freut mich so sehr für euch, dass ihr einen guten Reitlehrer gefunden habt... Ich bin noch immer auf der Suche nach jemandem , der mich in der Richtung lehrt, der aber auch Ahnung hat.
    Die 2 , die ich hatte, haben nur heisse Luft gelabert und unterm Strich genauso auf Druck hingearbeitet, wie andere schlechte Lehrer auch.
    In der Theorei bin ich mittlerwile ein Ass, weil ich mich soe sehr in das Thema eingearbeitet hat, aber keiner kann mir das in der Praxis beibringen

    Problem ist ja auch, dass es irgendwie noch bezahlbar sein soll :rolleyes2:

    Ich könnte ja quasi sofort einen der bekannten holen, aber da werde ich ja arm bei.

    Eine Freundin von mir aus Köln hat ja auch einen super Lehrer gefunden und berichtet genau das, was Du auch erlebst, Franzi, ein komplett neues, völlig entspanntes Pferd. Sie ist einfach nur glücklich. ABer der RL kommt nicht bis zu mir in den Westerwald

    Wünsche euch auch weiterhin viel Spass und Erfolg mit der "Neuen Leichtigkeit"

    Liebe Grüsse, Verena

  7. #7
    franzivetmed

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    Oh je du Arme. Kann mir gut vorstellen das es nicht so einfach ist jemanden zu finden der damit nicht nur angeben will.
    Bei uns war es reiner Zufall. Er hat unsere Pferde wieder "eingerenkt" (wurde uns von Bekannten empfohlen) und dann haben wir mitbekommen das er auch Reitstunde gibt. Er war nach dem Einrenken noch ein paar mal da, weil beim Pferd von meiner Freundin doch einiges schief war. Da wollte er dann schauen ob ihr Westernsattel noch passt (ja sie reitet Western, ich Dressur und wir haben trotzdem den selben Lehrer :1:) und dann hat er Ihr so ein bissel Reitstunde gegeben und ich hab zu gesehen und war total fasziniert.
    Das schöne ist er erklärt Dir ganz genau warum du jetzt das Bein zurück nimmst und zwar an Hand der Anatomie des Pferdes
    Na ja eine Reitstunde (einzelunterricht: mit mehreren macht er nicht, findet er nicht sinnvoll) kostet 35€. Wir nehmen aber nur 1 mal im Monat eine Stunde solange brauchen wir sowieso um das zu üben .
    Klasse find ich an Ihm auch das er das jedem anders sagt: Also er merkt binnen Sekunden wie er es dem Individuum sagen muss damit er es umsetzt. So versteh ich z.B. teilweise nicht was er meiner Freundin sagt und sie nicht was er mir sagt, obwohl es genau dasselbe ist .
    Mittlerweile muss er schon an 2 Wochenenden kommen, da wir jetzt schon 6 Mann sind die Stunde bei Ihm haben wollen .

    Ich hoffe sehr das Du vielleicht bald auch mal jemanden findest der Dir das beibringt.

    Ganz liebe Grüße und ein Drücker von

    der Franzi

  8. #8
    thyra1992

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    Danke für´s Daumendrücken

    Ich werde die Suche so schnell auch nicht aufgeben, erst Recht nicht, nach dem, was Du jetzt erzählt hast. Das ist ja mal echt Service und wenn das so eefektiv ist, dann lohnen sich auch 35 Euronen, wobei das echt viel ist, naja, aber Qualität hat ja schon immer ihren Preis gehabt.

    Liebe Grüsse , Verena

  9. #9
    Nachtaktive

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    hab mir mal das alles durchgelesen was hier geschrieben wurde.
    ich oute mich jetzt mal ( ). ich arbeite momentan in einem reitstall, der nur nach légèrté unterrichtet. ich war vorher das klassische reitvereinkind, also nur fn,fn,fn, wusste qausi gar nicht, das es noch was anderes gibt ^^

    meine chefin macht grade eine vierjährige ausbildung bei bea borelle, die ich dieses we bei einem kurs kennen gelernt hab und die mich echt beeindruckt hat, alleine was ihr pferdewissen und ihr wissen rund um die verschiedenen reit- und pferdearten betrifft.

    ich denke nicht, dass das "normale" (richtige!) fnreiten um so vieles schlechter ist als die legerte (ich lass jetzt mal die akzente weg ^^ aber danke leo für das korrigieren *g*) und das legerte gerade ein wenig in mode ist. allerdings hat die legerte entscheidende vorteile vor allem bei der korrektur von verrittenen pferden wie einrollern. einen einroller in der fn-methode zu korrigieren ist fast unmöglich, in der legerte ist es verblüffend einfach.

    "Eines finde ich aber total bescheuert: Dieses vom Boden aus am Gebiss rumzurren, um das Pferd im Kiefer zu lockern, damit es dann nachher entspannter den Übungen folgen kann... Ich halte viel von dieser Lehre und dem "Erfinder" Francois Baucher, aber das ! würde ich nie machen. Sehe da absolut keinen Sinn hinter."
    den sinn kann ich dir sagen. es wird nicht "am gebiss rumgezurrt" es wird die mobilität im unterkiefer abgefragt, auf die in der legerte großen wert gelegt wird, was was mit entspannung und entlastung zutun hat (grade keine lust hab das jetzt alles im detail zu erklären ^^) . das macht man zuerst am boden um dem pferd das kommando dafür beizubringen. du konditionierst dein pferd darauf bei kontakaufnahme mit dem zügel abzukauen. und das kannst du dann auch auf dem pferd abfragen. du nimmst die zügel auf, das pferd kaut und zwar ohne, dass man noch großartig was am zügel machen müsste.
    da hast du deinen sinn ;)

    was mir besonders gefällt ist die hohe zügelführung. der satz "du willst im maulwinkel einwirken und nicht die zunge quetschen" hat sich bei mir eingebrand. ich bin zwar nicht von allem 100% überzeugt (wie gesagt, kleines reitvereinmädchen ^^) aber vor allem die bodenarbeit und die zügelführung werde ich wohl auch beibehalten, wenn ich dort nicht mehr arbeite

  10. #10
    Chilly

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    @Nachtaktive: Halte dich bitte mit den albernen negativen Kommentaren über die FN-Reitweise zurück. Es geht nicht um Légère(so geschrieben) besser- FN schlechter!

    Ich finde beide Reitweisen gut. Und ich möchte auch mal Reitunterricht dieser Reitweise nehmen, sofern ich mal die Zeit/Gelegenheit habe.

    LG

  11. #11
    Nachtaktive

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    @chilly

    mich würde grade interessieren was in meinem text dich dazu bewogen hat zu behaupten das ich "alberne negative Kommentare über die FN-Reitweise" verbreiten würde?

  12. #12
    Leo

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    Danke Chilly, das fehlende "e" hab ich glatt übersehen, als ich die Accents korrigiert hab (oder möglicherweise hab ichs sogar bei der Korrektur verschluckt.
    Ich find jetzt auch nicht, dass Nachtaktive sich sonderlich negativ über die FN-Reiterei äußert. Beides ist, wenn korrekt praktiziert, klassische Reitweise. Man darf in beiden Reitweisen natürlich den Ausbildungsstand des Pferdes nicht unberücksichtigt lassen und muss dann evtl. auch mal von den Vorgaben abweichen. (zB, nicht immer ist die hohe Hand das non plus ultra)
    Außerdem muß man bedenken, dass die niedergeschriebenen Richtlinien eigentlich einen Reiter voraussetzen, der das alles eins zu eins umsetzen kann und ich behaupte mal, das kann keiner von uns leisten. Eigentlich gehe ich sogar so weit zu behaupten, dass nur ein guter Ausbilder diese Richtlinien qualifiziert umsetzen kann. In so fern, eine Reitlehre kann nur so gut sein, wie die Menschen, die sie praktizieren. Da brauchen wir uns nicht über die unterschiedlichen Reitweisen zu streiten.

  13. #13
    RioNegro

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    @Nachtaktive:

    Eine Frage: du schreibst oben, dass es in der Legerete so viel einfacher ist, ein verrittenes Pferd zu korrigieren.
    Speziell ein Pferd, dass zu eng wird.

    Kannst du das evtl etwas näher erläutern? Danke! :1:

  14. #14
    thyra1992

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    Ich habe auch nichts negatives in dem Beitrag von Nachtaktive finden können

    Hm, naja !!!!

    @Nachtaktive: Das rumzurren habe ich tatsächlich als solches beobachtet... da wurde nichts im Maul sanft "abgefragt", sondern wirklich mit dem Gebiss im Maul rumgeschüttelt. Und das fand ich sehr schade. Und deswegen habe ich das als grundsätzlich angepriesen seitens dieser Person, bei der ich das gesehen habe angesehen. Und mich halt gewundert, warum das wieder als Baucher-Lehre verkauft wird ?!?!

    Aber wenn das der eigentlich falsche Weg ist, da sieht man mal wieder, dass es immer Leute gibt, die manche Dinge, die im Ansatz gut sein mögen, falsch umstzen und somit dann eine ganze Reitweise in den Dreck ziehen und verhunzen können.

    Wie Leo schon schreibt,eine Reitweise ist immer so gut, wie der Reiter es umsetzt und es grundsätzlich vermittelt wird.

    Und das einfachere korrigieren eines Pferdes durch die Légèreté würde mich , wie Rio auch interessieren. KLar kann das hier keine genaue ANscheuung geben, aber wenigsten so 2, 3 Eckpunkte, was den Unterschied ausmacht ?

    Das wäre super, vielen Dank und liebe Grüsse, Verena



    Liebe Grüsse, Verena

  15. #15
    Chilly

    AW: Légèrté..oder so ähnlich

    Zitat Zitat von Nachtaktive Beitrag anzeigen
    ... ich war vorher das klassische reitvereinkind, also nur fn,fn,fn, wusste qausi gar nicht, das es noch was anderes gibt ...
    ....allerdings hat die legerte entscheidende vorteile vor allem bei der korrektur von verrittenen pferden wie einrollern. einen einroller in der fn-methode zu korrigieren ist fast unmöglich, in der legerte ist es verblüffend einfach....
    Sorry, ich nehme das zurück! Aber der Teil im Zitat und ein Verleser... dumm gelaufen. *schäm!
    Aber ein Einroller ist nichtsdestotrotz auch nach FN korrigierbar, viele Wege führen nach Rom.:1:

    Schönen abend noch.

  16. #16
    Gromit

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    Ein Einroller ist in jeder Reitweise korrigierbar! (Evtl. wird der Fehler aber in den versch. Reitweisen unterschiedlich beurteilt)
    Mich würde aber auch interessieren mit welchen "Tricks" man von eben auf jetzt aus einem Einroller ein Pferd macht, das sauber ans Gebiss tritt. Denn das macht mich im negativen Sinne stutzig...
    so einfach ist nämlich meist nicht reel.
    LG

  17. #17
    Nachtaktive

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    @tyra: ja, das mit dem rumzurren kann ich mir gut vorstellen, dass es schnell zu sowas wird, wenn jemand irgendwo was sieht, das dann übernimmt und anwendet ohne einen guten lehrer an der hand zu haben.
    bei mir am stall wird gar kein fn mehr geritten, die legerete ist da quasi der heilige grahl und dort wird immer über die "schlechte reiterei in der fn" gelästert. grade weil ich da dann immer diejenige bin die die fn verteidigt, eben weil ich nicht finde, dass die fn-reitweise schlecht ist habe ich leicht säuerlich auf chillys kommend reagiert. fühlte mich zu unrecht angefaucht ^^ jedenfalls predige ich da auch, dass einrollen, riegeln u.s.w. gar nichts mit der richtigen fn zutun haben und hier haben wir mal ein schönes beispiel für den umgekehrten fall

    oh je, die erklärung für die korrektur könnte etwas umfangreicher werden, fragt nach wenn ihr was nich versteht oder es unlogisch klingt, wie gesagt, ich bin an diesem stall selber erst seid kurzem und bin vorher nur fn geritten, lerne die legerete grade erst. ich versuch es trotzdem mal.
    (wichtig, hier geht es um das korrigieren von einrollern, die ich persönlich immer als besonders schwierig empfunden hab, andern dürfte es da genauso gehen)

    ein einroller ist ja nix anderes als ein pferd, dass den zügel nicht richtig aktzptiert.sobald der zügel aufgenommen wird macht es das genick zu, verkriecht sich hinter die senkrechte und versucht dadurch dem zügel zu entgehen.
    das rezept bei sowas ist, das pferd "vorwärts-abwärts" zu reiten, man versucht durch geschwindigkeit das pferd dazu zu bringen in dehnung zu gehen, also den hals zu strecken und das genick zu öffnen.
    ein pferd wird in der fn dadurch in dehnung geschickt, dass man es vorwärts treibt UND die zügel lockert. wir wollen ja nicht, dass das pferd ans gebiss ran tritt, sondern, dass es sich streckt, also macht man den weg nach vorne frei indem man den zügel lang werden lässt.
    der ablauf ist bei nem einroller: pferd an die hilfe stellen, wenn es sich wieder verkriecht, in dehnung gehen, zügel lockern, etwas in dehnung reiten, zügel wieder aufnehmen und es geht von vorne los. so kann man das pferd langsam und stetig daran gewöhnen, dass es nicht hinter der senkrechten geht. es dauert lange, kann aber klappen wenn man es richtig macht. problem hierbei: ein einroller wird immer dazu neigen sich einzurollen und die senkrechte ist nur einen hauch von "hinter der senkrechte" entfernt.
    und das prob bei nem einroller ist ja auch eigentlich, dass er den zügel verweigert, also so vor ihm flieht.

    in der legerete gibt es einen extremen vorteil im vergleich zur fn: es gibt ein signal mit dem man dem pferd sagt "geh in dehnung". und zwar ohne den zügelkontakt mit dem maul zu verlieren. das signal ist eigentlich das selbe, wie das, mit dem man die mobilität im unterkiefer abfragt, nur, dass das signal nicht beim kauen aussetzt, sondern anhält. dem pferd wird natürlich vorher beigebracht "achso, okay, wenn dieses signal länger dauert soll ich nicht nur kauen sondern auch mit dem kopf runter/mit der nase vor".
    es ist nich schwer einem pferd das beizubringen, ich habs mit meinem fast anfängerstatus in dieser reitweise auch schon einer stute beigebracht, aber wie es geht würde jetzt grade echt den rahmen sprengen ^^
    das pferd zieht einem bei diesem dehnungssignal aktiv die zügel aus der hand, macht also genau das, was für einen einroller das problem darstellt, es nimmt das gebiss an und aktzeptiert den zügelkontakt.und da haben wir ja schon fast das problem gelöst. vor allem bleibt der kontakt mit dem maul auch in der dehnung bestehen. wenn das pferd nicht mehr nach unten strebt hat man immer noch die perfekte länge und kontakt mit dem maul.
    die legerete sagt sich "immer so weit wie möglich weg vom fehler". das pferd sofort wieder in die senkrechte zu schicken, auch wenn es den zügel jetzt aktzeptiert ist kritisch, weil es ja trotzdem sehr schnell plötzlich wieder dahinter ist.
    deßwegen wird das pferd so lange in dehnung geritten, bis es das signal in allen lebenslagen beherrscht. also im trab immer wieder die dehnung abfragen, im schritt, im galopp, im gelände auch, da vor allem wenn das pferd sich vor irgendwas erschreckt und den kopf hoch wirft. das schöne an der dehnung ist ja auch, dass sie das pferd durch die aktivierung des sodaplexus entspannt. also auch gut geeignet für scheuer.
    gehen wir also davon aus, dass das pferd jetzt das signal dehnung kann. es aktzeptiert den zügelkontakt und weicht dem zügel nicht mehr aus.
    von jetzt an wird das pferd ganz langsam wieder an die beizäumung herangeführt. klar kann hier das pferd auch hier mal wieder hinter die senkrechte geraten. aber man muss die arbeit mit dem pferd jetzt nicht mehr unterbrechen weil man ja nicht die zügel wegschmeißen muss um wieder an die dehnung zu kommen. man kann dem pferd UNMITTELBAR im fehler zeigen "ne, das will ich nicht. nicht schlimm, aber das machen wir noch mal".
    man kann das pferd auch einfach mit einem demi-arret wieder nach oben zupfen um das genick so wieder zu öffnen. demi-arrets sind kurze zupfende signale am zügel.

    ich hoffe das prinzip ist klar geworden. ich habs jetzt mal einfach runter geschrieben. der witz ist: ein pferd, dass so korrigiert wurde (und richtig korrigiert wurde) hat eine viel geringere rückfallquote, als ein pferd, dass auf dem fn-weg (richtig) korrigiert wurde. klar können beide pferde hinterher richtig an der senkrechten gehen, aber das legerete-pferd wird bei kontakaufnahme mit dem maul, auch wenn sie von einem schlechteren reiter ausgeführt wird (will heißen, von reitern die härter in der hand sind oder im allg. ruppigere zügelhilfen geben) nicht dazu neigen sich wieder nach hinten zu verziehen, wie das fn-pferd, sondern strebt im gegenteil eher nach vorne. weil es ja beigebracht bekommen hat "dauerhafte kontaktaufnahme in den maulwinkeln heißt geh vor mit dem kopf und öffne dein genick".
    und auch wenn das pferd dann wieder verritten ist muss man nicht wieder mit dem ewigen prozesse des vorwärts-abwärts beginnen, sonder dem pferd nur wieder ins gedächtnis rufen, was es mit dem dehnungssignal auf sich hatte.
    ich habs bestimmt nicht alles richtig rüber gebracht, aber ich hab das ergebnis dieser technik gesehen und keines der pferde neigt auch nur im ansatz zum einrollen. und ich kenn eben das gegenbeispiel zur fn. mein alter reitlehrer hat mal gesagt "ein einroller kann auch an der senkrechten gehen, wenn ein guter reiter drauf sitzt, aber er ist und bleibt ein einroller" deßwegen sag ich, dass die legerete bei der korrektur von einrollern entscheidende vorteile hat.
    so und jetzt fröhlich weiter disskutieren. seid nicht zu hart zu mir, in nem halben jahr kann es sein, dass ich mir diesen kommend durchlese und mir in den hintern beiße, weil ich irgendwas verwurschtelt oder nicht richtig verstanden hatte, wie gesagt, ich komm eigentlich aus der fn und hab trotz jahrelanger reiterfahrung in meinem augenblicklichem stall noch annähernd anfängerstatus. nich gut fürs ego, aber was solls ^^

  18. #18
    Leo

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    hmpf, also ich schicke ein Pferd auch FN-Mäßig nicht mit "weggeworfenem" Zügel in die Dehnung. Da würde mein (FN)-Reitlehrer mir heftigst in den Hintern treten. Auch hier bliebt die Anlehnung grundsätzlich bestehen. Ich lasse mir die Zügel so weit aus der Hand kauen, dass noch leichter Kontakt besteht.
    Vermutlich hast Du diesbezüglich echt schlechten FN-Unterricht gehabt.
    Das ist leider in den meisten Ställen gang und gebe und auch der Grund, weshalb ich mich immer sehr an der Legerete orientiert hab. Jetzt hab ich einen sehr guten FN-Reitlehrer, der von meinen klassischen Vorstellungen nicht abweicht und siehe da, die Unterschiede zwischen den Reitweisen werden immer geringer und nebensächlicher. Zumal auch ein FN-Reitlehrer nicht nach Schema F arbeiten sollte, sondern immer das Pferd und den Reiter und deren persönliche Schwächen und Stärken im Auge behalten sollte.

  19. #19
    RioNegro

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    Hmmm, jaaa.....

    Da kann ich mich nur Leo anschließen.

    Also die Korrektur "nach FN" kenn ich so, wie von dir beschrieben auch nicht.

    Zitat meiner RL (die recht klassischen Unterricht nach den "alten Lehrmeistern" gab): "Beim Nase vorschieben stell dir vor, deine Zügel seien Stäbe. Stäbe hängen nicht durch. Und nun holst du mit deinem Bein das Hinterbein weiter vor - und läßt gleichzeitig die Nase mit diesen Stäben nach vorne"

    Und Stäbe NICHT im Sinne von Druck aufbauen und Zug. Sondern im Sinne von, die dürfen dabei nicht durchhängen. Weil das Pferd ja an den Zügel herantreten soll.
    Sonst wäre das ja weiterhin ein verkriechen hinter die Hand - wenn auch weiter vorne. Sozusagen.

    Sie meinte mit dem Schenkel auch nicht einen dauerhaften und stärkeren Druck. Sondern ein vermehrtes drauf achten und auch auffordern der HH ! Nach bedarf angemessen.

    Klassischen Legerete-Unterricht hatte ich bisher nie. Ich kenne mich da auch nur eingeschränkt aus.
    Aber mir widerstrebt gerade der Gedanke, dass mein Pferd die Nase aufgrund eines angelernten Gehorsams nach vorne nimmt.
    Weil ich ein bestimmtes "Knöpfchen" gedrückt hab. (Knöpfchen im Sinne von Auslöser für eine erlernte, sprich andressierte, Bewegung)

    Denn das hinter den Zügel kommen ist ja nicht ausschließlich ein Problem des Kopfes/Zügels/Maules/Reiterhand.
    Sondern in den allermeisten direkt verbunden mit zu wenig aktiver HH. Und zu wenig tragendem Rücken.

    Deshalb gefällt mir die Erklärung meiner RLin da bisher immernoch am besten.
    Weil diese an "allen Ecken" angreift.

    Aber vielleicht hab ich was falsch verstanden? Oder falsch interpretiert?

  20. #20
    Chilly

    AW: Légèreté..oder so ähnlich

    Hmm, das mit dem Korrigieren eines "Einrollers" ist in beiden Reitweisen wohl wirklich ähnlich. In dem Buch über die Légèreté, das ich hab ist es nur eben besser erklärt. Mein früherer RL (FN, Bereiter) hatte ja auch immer Korrekturpferde da, aber der hat vieles schon ausm "Gefühl" raus gemacht und nicht immer so genau erklärt. Aber von ihm hab ich eben auch gelernt, dass man bei einem Pferd, was kein vertrauen in Reiterhand hat, eben mit ruhiger Hand Kontakt hält, anstatt die Zügel einfach wegzuwerfen. Das Nachgeben ist ja die Belohnung für das richtige Verhalten des Pferdes. Schmeiße ich den Zügel zu früh/im falschen Moment weg, gebe ich ja auch quasi "Vorschusslorbeeren".:1:

    Was mir an der Lég gut gefällt ist eben, dass -so mein Eindruck- das Pferd mehr selbständig mitarbeiten muss. Bei der FN-Reiterei ist es ja immer zwischen den Hilfen eingrahmt. Das macht die Sache in einem gewissen Maß einfacher, weil ich Fehler leichter "vertuschen" kann (hab zu jeder Hilfe einen "Gegenpol"). Bei der Lég. hingegen trenne ich ja die Hilfen voneinander:
    Fallen dann Fehler deutlicher auf? Mir fehlt ja leider die Praxis. Aber das ist so mein Eindruck: Die Hilfen sind klarer, aber die Präzision spielt eine viel größere Rolle. Ich hoffe ich hab mich klar ausgedrückt. (Bei FN muss man ja auch korrekt und präzise reiten, aber ich merke doch, dass man sich manchmal so durchmogeln kann, wenns mal nicht so läuft).

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