Hallo!
da ich Englisch-Reiter bin und nicht viel Ahnunh habe wie man nun ein Westernpferd reitet bzw. ausbildet habe ich mal eine Frage an euch Fachleute hier:
bei uns am Stall hab ich gestern eine mit ihrem Pferd arbeiten sehen.Er ist ein 5jähriger Quater-Wallach.Ich weiß,daß sie seit einer Woche bei einer Frau Unterricht hat und nun reitet sie ihn folgendermaßen:
da er faul ist sehr stark mit Bein bzw. eher Sporen,dann stelle sie ihn sofort an den Zügel was auch für mich etwas komisch aussah,da sie mit hoher innerer Hand die Stellung verlangte und ihn extrem den Kopf nach innen "zog",Biegung war das nicht nach meiner Meinung.
im Trab und Galopp stelle sie ihn auf dem Zirkel auf die gleiche Weise nach außen und das Pferd sah etwas unzufrieden aus.
hat diese Übung mit extremer Kopf nach Innen Stellung oder eben außen wenn er in die andere Richtung gebiet sein soll nen Sinn?macht man das so?
mir kam es jetzt doch seltsam vor und sah nach nichts aus was ich je gelernt habe.
Vorallem dieses etwas ruppige im Maul rumziehen,der kann ja gar nicht anders als dann den Kopf runter nehmen und beim Rückwärts sah er extrem eingerollt aus.
vielleicht kann mir einer eine Antwort darauf geben ob ich mal was sagen soll oder ob das "normale" Trainingeinheiten sind beim Westernreiten?!
Danke:1:
Frage zum Westernreiten
Diskutiere Frage zum Westernreiten im Westernreiten Forum im Bereich Reiten; Hallo! da ich Englisch-Reiter bin und nicht viel Ahnunh habe wie man nun ein Westernpferd reitet bzw. ausbildet habe ich mal eine Frage an euch ...
- 10.04.2008, 09:45 #1Lancis
Frage zum Westernreiten
- 10.04.2008, 10:55 #2Gromit
AW: Frage zum Westernreiten
Hallo,
ja das hast du richtig beobachtet: das sind keine normalen Trainingseinheiten beim Westernreiten!
Früher gab es leider einige Trainer (die wohl in Texas ihr Auslandsstudium absolvierten...) die das sogenannte "flexen" propagierten. Dabei wird das Pferd extrem gestellt, sodass es fast die Reiterfüße küsst. Leider haben sich das viele Freizeitreiter abgeschaut und diese furchtbare Methode hält sich immer noch in einigen Köpfen.
Für einen 5- jährigen in der Ausbildung katastrophal, denn er wird unheimlich auf die Schulter fallen, ein Vorderbein viel zu stark belasten und nicht lernen seine Hinterfüße korrekt zu den Vorderfüßen zu setzen.
Was die Halswirbelsäule da alles abkriegt möchte ich mir gar nicht erst vorstellen.
Ich kannte auch mal so eine Frau, die ihr Pferd auf diese Methode ritt- noch schlimmer bei ihr, dass Pferd wurde oft wochenlang gar nicht geritten und dann sofort "kalt" geflext und es hatte eh schon Probleme mit der Wirbelsäule.
Alle Aufklärungsversuche waren vergebens, denn Trainer soundso macht das so in seinen Videos und überhaupt wie kann sich eine Jugendliche überhaupt anmassen zu beurteilen wie eine fortgeschrittene Reiterin ihr Pferd ausbildet...
Das Pferd konnte nie richtig geritten werden, wegen ständiger Rückenprobleme und ist inzwischen eingeschläfert worden. Die gute Frau hat sich wieder ein junges Pferd zum anreiten geholt.
LG
p.s. das ruckartige gezerre am Zügel ist auch nicht üblich. Eigentlich lässt man seine Hand an einer Position stehen und zieht gar nicht. Zügelbewegungen sollten normalerweise sehr langsam ausgeführt werden um dem Pferd die Chance zu geben früh zu reagieren. Da hast du echt ein Beispiel gefunden, weswegen viele Westernreiten sch... finden (zurecht).
- 10.04.2008, 11:36 #3Hatschi
AW: Frage zum Westernreiten
Bei dieser Art des reitens sollen die Pferde am anfang nur lernen,dem inneren Zügel nach zu geben.Nur leider ist es bei 0815 reitern dann so ,das sie ständig ziehen und die Pferde überstellen,damit fallen sie dann,wie Gromit schon sagt auf die innere Schulter.Dabei lernen sie allerdings meist nur das sie Angst vor dem annehmen haben müssen,weil der Druck so unverhofft und hart kommt.
Richtig wäre es,den inneren Zügel(ruhig und mit sich aufbauendem Druck) solange anzunehmen bis das Pferd nach gibt,gibt das Pferd nach gibt auch der Reiter sofort nach.Dabei stüzt das innere Bein des Reiters das Pferd und lässt es auch immer mal wieder zwei drei tritte seitwärts(nach aussen)gehen,damit es eben nicht auf die innere Schulter fällt und vermehrt Gewicht auf das innere Hinterbein aufnimmt.
Richtig aus geführt sieht es dann in etwa so aus:

Das ist eine von hunderten Übungen zum Neck Rein(einhändiger Zügelführung) zu kommen.
Für Anfänger bzw deren Pferde allerdings der schlechteste Weg
LG
Hatschi
- 10.04.2008, 14:04 #4Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
Vielen Dank für eure Antworten und Erklärungen.
Ich hatte mir schon gedacht,daß es falsch sein muß denn im wesentlichen unterscheiden sich ja das Western und das Englische in Punkto dem Pferd möglichst nicht weh tun,es nicht überfordern und langsam an eine Sache heranführen nicht sonderlich.Ziel bei beiden sollte ja ein losgelassenes zufriedenes Pferd sein und das ist der arme Kerl gar nicht gewesen.
ich werde mal versuchen es anzumerken,nur wie ihr schon sagtet ist es immer seeehr schwer sowas jemanden der grade total überzeugt von dem ist was er tut beizubringen.
und keine Angst ich kenne auch schöne harmonische Paare die Western reiten
aber jede Art des Pferdsports hat ja solche "Profis"...
- 10.04.2008, 16:53 #5Lorelai
AW: Frage zum Westernreiten
Hm.. Ich häng auch mal ne Frage an:
Ich kenn es, dass man das Pferd in einer Schrittvolte vermehrt nach aussen stellt, so dass es mit den Vorderbeinen übertreten muss.
Mir wurde das a) als Vorübung zum Spin erklärt und b) soll es dazu dienen, die Muskeln im Schulter- und Widerristbereich zu dehnen.
Ist das nun auch dieses "flexen" oder eine übliche Übung?
- 10.04.2008, 18:52 #6Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
@Lorelai:ja das glaube ich ist so,sag jedenfalls heute bei der Trainerin so aus als ob es damit mal der Spin werden soll
ich habe heute eben dieser Trainerin mal zugeguckt und war entsetzt:Der Wallach lief fast nur eingerollt...richtig Rollkur und beim Rückwärts Sporen rein,Zügel und der biß sich fast in die Brust.
Dann würde er innen am Zügel gezogen und außen Spore rein...angeblich das Bein
das war Reiterei wie sie schlimmer nicht sein kann und diese Frau startet in höheren Klassen auf Turnieren.
Meiner Meinung nach überfordert sie den Wallach total...so viel Neues einfach machen kein Aufbau der Übungen zum nächsten zu erkennen...will wohl nur schnell fertig sein und hauptsache er läuft später...schlimm
ich werde die Besitzerin morgen auf jeden Fall mal fragen ob sie das gut finden kann.ob es was nützt fraglich...
- 10.04.2008, 19:25 #7Hatschi
AW: Frage zum Westernreiten
Diese Übung baut auf diese oben erklärte Übung auf in etwa so:
Zuerst gibt das Pferd dem inneren Zügel nach,dann innerem Zügel und innerem Bein,dann inneres Bein und äusserer Zügel.In der nächsten Stufe wird das Pferd,in der aussen Stellung, in eine Volte oder Acht geritten,das ist dann tatsächlich die Vorstufe zum Spin.Es dient dazu das,das Pferd beim Spin nicht auf die innere Schulter fällt sondern vernünftig in den Spin rein laufen kann,in der Regel ist es so,das du zb in die links Volte reitest aber dann die Drehung,nach rechts machst.
LG
Hatschi
- 19.06.2010, 19:06 #8Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
Ich habe mal wieder eine Frage:
Mein Pony ist bei der Vorbesitzerin auch Western geritten worden und dort wurde sie anfangs durchpariert bzw. angehalten indem man die Beine vom Pferdekörper weggestreckt hat.
Dann hatte sie eine Trainerin, die meinte dies sei aus der Zeit und das Pony wurde dran gewöhnt mit Bein zu parieren und auch beim Halten das Bein dran.
So mache ich es nun heute auch, da ich sowieso mittlerweile "englisch" reite.
Nun habe ich die Tage einer aus dem Stall bei der Westernstunde zugesehen und deren Trainerin lehrte wieder parieren/halten OHNE Bein.
Wie macht man es denn nun?oder ist das echt Trainer abhängig?
wie bekommt man denn auch beim parieren/halten das Westernpferd auf die HH ohne mit den Beinen nachzutreiben wie wir im Englischen dies tun?
- 19.06.2010, 19:45 #9Josy
AW: Frage zum Westernreiten
Ich kenn es eigentlich auch nur so, dass Bein weg halten bedeutet. Aber das ist wie so vieles, wirklich Trainer abhängig. Viele machen es so, dass sie das Pferd direkt nach dem Halten noch ein bis zwei Schritte rückwärts richten, quasi dass das Pferd beim Halt schon rückwärts denkt und sich somit mehr auf den Hintern setzt :1:
- 20.06.2010, 07:37 #10OneEleven
AW: Frage zum Westernreiten
Sliding Stop = ohne Bein, einfaches halten = mit Bein
- 26.08.2010, 20:57 #11Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
Hallo ihr leiben Westernreiter, ich habe nochmal eine Frage:
ab wann benutzt man normalerweise Shancks?
ich dachte immer ab einem gewissen Ausbildungsstand, ähnlich wie beim klassischen Reiten die Kandarre, aber doch nicht um ein Pferd auszubilden weil es nicht gleich fein reagiert im Maul oder?
- 27.08.2010, 10:00 #12Wanderreiter
AW: Frage zum Westernreiten
Snaffle with shanks nimmt man eigentlich erst, wenn das zügelunabhängige Reiten bei Mensch und Pferd klappt.
Da der Zügelkontakt so gering wie möglich sein soll und am durchhängenden Zügel geritten wird, muß das Pferd also auf Gewicht und Schenkel (evtl. Stimme)
reagieren und ausbalanciert sein.
Zur Ausbildung nimmt man es nicht, weil ein junges Pferd auf feine Signale noch nicht so gut reagiert. Benutzt man es, um besser "durchzukommen", wird unverhältnismäßig viel Druck ausgeübt. Man nimmt zum Jungpferdeanreiten ja auch keine Sporen.
Leute, die das machen, wollen schnell Erfolge sehen und haben keine Geduld, eine langsame und schonende Ausbildung anzuwenden. Eigentlich ein Armutszeugnis...
- 27.08.2010, 10:17 #13Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
Vielen Dank für deine Erklärung!
so in etwas habe ich es mir auch leider gedacht
die Trainerin einer Bekannten reitet nun ein junges Pony, was man als angeritten bezeichnen kann so und zu dem ist er zuvor "Englisch" geritten worden, also kann er es nach 3x Westernreiten ja auch noch nicht wissen.
Denke auch wenn man bei einem 5 Jährigen schon so viel Druck aufbaut, wie geht es dann weiter.
Nachher laufen die Pferde bei der Frau brav, aber eben nicht schön und meiner Meinung nach nur weil sie Angst vor Schmerzen haben.
Bei uns am Stall erzählte nämlich eine andere Trainerin noch,daß sie eine 9 jährige Stute vielleicht bald gaaanz vorsichtig umstellen will.
Sporen nimmt die Trainerin übrigens zu dem Gebiss noch dazu, weil er ja sonst net reagiert
- 28.08.2010, 23:58 #14lina
AW: Frage zum Westernreiten
Huhu,
ich bin zwar nur Westernfreizeitreiterin aber ich möchte da zu dem Gebiss noch zufügen:
Mein 8 Jähriger Quarter würde auch mit 6 Jahren mit SnaffelBits mit kurzen Shanks geritten,ich zwinge mein Pferd nicht und er hat keine Schmerzen,mein Pferd hat starkes Gebiss Problem wo Trainer und ich am zweifeln waren,bis ich das Gebiss meines damaiges Pony benutzt habe und diesmal war mein Pferd mit Kopf um allem zu frieden und wir könnten in Ruhe und schön auf Platz arbeiten;)
Und ich reite ohne Sporen obwohl ich ein sehr faules Pony habe
- 29.08.2010, 19:52 #15Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
@lina: klar sowas gibt es auch, aber bei dieser Trainerin weiß ich leider, dass es anders ist und es "brutal" endet
- 29.08.2010, 22:45 #16Loriot
AW: Frage zum Westernreiten
Hi Ihrs,
ich habe auch noch mal eine kleine Frage, ich hoffe mir kann die jemand beantworten, und zwar, wie viel zeit braucht ein Quarter Horse fuer eine Quarter Meile? Wuerde mich wirklich interessieren!!
L
- 31.08.2010, 00:24 #17Streunerin
AW: Frage zum Westernreiten
Ca 21 Sekunden. Siehe LINK:
Quarter Mile Race die Disziplin die dem QuarterHorse seinen Namen gab, Rennpferd, Pferderennen, Speeddisziplin
- 31.08.2010, 21:30 #18Loriot
AW: Frage zum Westernreiten
Danke dir!!
- 13.09.2011, 11:51 #19Lancis
AW: Frage zum Westernreiten
Ich habe mal wieder eine Frage:
ab wann reitet der normale Freizeitturnierwesternreiter Stopps mit dem Pferd?
Bzw. ab wann ist das Pferd soweit dies sinnvoll zu können?
- 13.09.2011, 12:52 #20Gromit
AW: Frage zum Westernreiten
Hi,
was meinst du mit Stops? Sliding Stops?
Ein Pferd anhalten sollte zur Grundausbildung gehören. Zuerst übt man es aus dem Schritt, später aus dem Trab und Galopp. Das Pferd sollte, um aus den höheren Gangarten zu stoppen, schon eine gewisse Durchlässigkeit und Versammlung haben. Ansonsten bringt man den Pferden nur bei auf der Vorhand zu stoppen. Ziel ist es ja, das beim Stop die HH etwas weiter unterschiebt und das Pferd gezielt die Hinterbeine zum stoppen nutzt. Die ganz übertriebene Kunstform ist dann der Sliding Stop mit mehreren Metern rutschen auf der HH. Dies sollte aber nur auf geeignetem Boden und mit geeignetem Beschlag (Plates- das sind glatte Eisen für hinten) trainiert werden.
Bei den Cuttern ist es wieder anders, hier wird ein abrupter Stop verlangt, der auch auf der Vorhand passieren kann.
Es kommt also immer drauf an, welche Disziplin du reitest.
Als Freizeitreiter, der gelegentlich Turniere reitet, lege ich Wert auf einen durchlässigen Stopp, mit tiefem Hals, untergesetzter HH und ohne Zügelhilfe.
Manche Pferde lernen das von anfang an schnell, andere brauchen aufgrund ihres Exterieurs, ihrer vorherigen Ausbildung, länger dazu. Bietet ein Pferd von sich aus keine guten Stops an, arbeite ich weiter an Durchlässigkeit und Versammlung, den Stop selbst kann man bis zu einem bestimmten Punkt nicht trainieren. Da muss man über die Rittigkeit sich annähern.
LG
Frage zum Westernreiten
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