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4-jähriger Wallach, angeritten, trotz Wolfszahn, dann wie ausgewechselt

Diskutiere 4-jähriger Wallach, angeritten, trotz Wolfszahn, dann wie ausgewechselt im Pferdeflüsterer Forum; Hallo Zusammen, ich bitte hier um Erfahrungsberichte, gleich- oder ähnlich gesinnter Pferdemenschen. Leider muss ich etwas ausholen um es richtig...

  1. Willicherin

    Willicherin Neues Mitglied

    Hallo Zusammen, ich bitte hier um Erfahrungsberichte, gleich- oder ähnlich gesinnter Pferdemenschen. Leider muss ich etwas ausholen um es richtig zu beschreiben. Folgende Situation: habe einen 4-jährigen Wallach (Connemara aus Irland - Mai 2017 via Händler importiert) gekauft. Dieser wurde mir als angeritten verkauft, wurde auch vorgeritten. Er kam nun zu uns und ich begann gleich in den ersten paar Tagen mit der Arbeit im Roundpen, Sattel drauf etc. (nicht zu viel, eher so 10-15 min.). Ich ritt auf der Wiese, konnte mit Gegenhalten aufsteigen, merkte, das Pferd ist lieb, wobei noch nicht ausbalanciert (ist ja auch klar). Dann fing er an zu Husten und fieberte. Tierarzt, Pülverchen etc., dann alles wieder soweit gut. Ich ritt anfangs mit einer doppelt gebrochenen, recht dünnen Wassertrense. Insgesamt 5 Mal und es schien alles in Ordnung. Ich wechselte die Trense (weil der vorherige Zaum noch von meinem verstorbenen Pferd war) und nahm nun ein ebenfalls doppelt gebrochenes Olivenkopf aus Messing, dicker und schwerer. Ich stieg vom Stuhl aus auf, und merkte, der Junge wollte direkt lostraben, nahm die Zügel mehr auf, und bekam ihn wieder irgendwie zusammen, aber er ging nicht gut. Ich ging nur Schritt, weil der Boden auch schlammig war. Ein paar Tage später, stieg ich wieder vom Stuhl auf, aber diesmal trabte er sofort los und riss den Kopf hoch. Ich schaffte es noch in irgendwie in die Bahn zu lenken, er wurde immer schneller und schneller und schliesslich im Gallop ohne Steigbügel aus der Kurve flog ich im hohen Bogen runter. Mein Nachbar kam dann, setze sich dann drauf, und er versuchte selbiges wieder. Er hatte den Kopf oben und das weiße in den Augen, und es dauerte lange bis er sich etwas entspannte und am etwas lockereren Zügel trabte. Bei Zügelaufnahme wurde er sofort wieder schneller oder eher panischer. Auf jeden Fall hecktisch. Selbiges wiederholte sich nochmal. Aufsteigen ist weniger das Problem gewesen. Er ist auch total arbeitsfreudig, lernwillig, und lieb, und so gar kein falscher Kerl. Also wir klärten ab: Rücken OK. Sattel, könnte besser, - also haben wir einen anderen Sattel mit Anpassgitter zusätzlich geprüft. Jetzt haben wir erst einmal einige Wochen verstreichen lassen. Bei der AKU wurde nichts zu den Zähnen gesagt, - jetzt Zahnarzt kommen lassen - und siehe da: Wolfszahn im Oberkiefer. Selbstverständlich direkt entfernt. Ich habe irgendwie das Gefühl, daß ich mit dem neuen Gebiss und mit dem Druck gegen den Wolfszahn böse wehgetan habe und in Folge dessen, er so empfindlich panisch vor dem Schmerz geflohen ist. Wir hatten ja dann beim letzten mal wieder die andere Trense, aber selbiges hat er wieder gemacht. Egal wie, jetzt hat der Junge leider tatsächlich diese schlechte Erfahrung, so daß wir beschlossen haben: jetzt fangen wir von 0 an... so als wär er nie geritten worden. Er macht alles nahezu perfekt vom Boden, baut schnell Vertrauen auf und wiehert schon freudig, wenn wir kommen. Fakt ist aber: ich werde irre gemacht, von einigen, die mir Einreden wollen, daß es nicht am Wolfszahn gelegen haben kann. Mir wird der Floh ins Ohr gesetzt, daß er schlecht behandelt wurde, daß er einfach ein hektischer ist, und noch gar nichts kennt und nur durch die anfängliche Erkältung so ruhig war. Beim Vorreiten angeblich irgendwas verabreicht, damit er ruhig ist. Ich glaube das alles nicht, denn dann wäre er ja auch hektisch bei der Bodenarbeit jetzt. Das Gestüt, wo ich ihn her habe, hat einen sehr guten Eindruck gemacht und ich glaube nicht, daß die ihren Ruf riskieren würden mit solch einer Trixerei. Er ist so lieb, dabei fleissig, neugierig, verspielt, hat eigentlich nur positive Eigenschaften. Erstes mal Schmied (man hat mir geraten auf jeden Fall sedieren, weil die Iren angeblich nur im Zwangsstall Hufe pflegen würden, nachdem halb wilde 3 jährige erstmalig für das Einreiten vorbereitet werden... etc.). Wir haben Hufe geben ganz mit Ruhe geübt und der Schmied hat mit Ruhe und guter Zusprache ganze 15 Minuten für alle 4 Hufe mit Auschneiden gebraucht. Nicht einmal weg-gezogen oder in irgendeiner Form gezappelt etc. --- Zwar bin ich von Pferdeleuten umgeben, aber ich muß sagen, bisher war mein eigenes Bauchgefühl richtig. Zum ersten mal Wieder Reiten, werden wir uns einen guten Trainer suchen, der uns betreuen und beraten soll. Einfach, damit unsere möglichen Fehler direkt vermieden werden und er nicht wieder etwas falsches erlernt. Aber weshalb ich das alles schreibe: ich führe das Verhalten auf den Wolfszahn zurück, weil es so gut passt und mir logisch erscheint. Der Zahn hat oben links vor dem Backenzahn gesessen und etwa 1,8 cm groß (etwa 0,3 cm "oberirdisch) und das Trensen Gebiss ist sicherlich dagegen gekommen. Aktuell bis die Wunde richtig verheilt ist, bekommt er sowiso keine Trense mehr rein. Einige erfahrene Leute sagen mir aber immer wieder: kann nicht sein, das ein Pferd von heute auf morgen so reagieren würde. Warum, sagt mir aber keiner. Ich würde mich freuen, hierzu Gleichgesinnte zu finden, oder Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Warum sonst werden prinzipiell vor dem Anreiten mögliche Wolfzähne entfernt. Ich bin der Meinung, daß Schmerz die Ursache war, (Was er sich auch möglicherweise jetzt gemerkt hat) und nicht Unwillen. Er "floh" und versuchte nicht in erster Linie mich abzuwerfen. Sorry für den langen Text. Bitte nicht meckern, was wir alles falsch gemacht haben, es nutzt ja nichts, ist ja jetzt passiert. :-(
     
  2. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Lass ihn doch noch mal physiotherapeuthisch durchchecken. Würde ich immer machen, wenn ein Pferd so reagiert.
    Obwohl er ansonsten lieb und brav ist, erscheint mir das bei 0 anfangen trotzdem recht sinnvoll.
    Das wird schon. Gib ihm einfach genug Zeit.
     
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  3. Schogetta

    Schogetta Bekanntes Mitglied

    Mein Connemarapartbred hatte auch einen Wolfszahn, ließ sich anfangs lange nicht trensen und war immer irgendwie maulig. Leider kam ich nicht auf die Idee, dass es ein Wolfszahn sein könnte. Dann gab es eine Zeit lang auch keine Pferdezahnärztin hier, ich wusste aber, es wird eine gesucht und habe kurz abwarten wollen...
    Okay, war alles eigentlich auch zu lange, aber Fehler sind ja nun mal zum Machen da :cry:
    Dann kam der Wolfszahn raus und ich hatte ein anderes Pferd :smile:
    Kann meiner Meinung nach also schon am Wolfszahn liegen.
     
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  4. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Falls es dich beruhigt, hatten wir auch schon. Zahn war angebrochen, vermutlich vom Gebiss, das Pferd von heute auf morgen völlig von der Rolle. Sie hatte vermutlich Angst vor dem Schmerz aus dem Nichts. Tatsächlich reagierte auch das eher irrational, mehr wegspringen, verkrampfen, Angst vorm Reiter.
    Bisschen blöd, hat lang gedauert, ein paar Monate, der Schreck saß tief. Allerdings haben sich durch die kopflosen Aktionen auch die Schreckmomente gehäuft.

    Wenn alles richtig gut ausgeheilt ist, und am besten auch dann noch ein bisschen Zeit zum vergessen vergangen ist, könntest du ja anfangen, nur mit einem Halfter zu arbeiten. Das ging hier ganz gut. Bei einem etwas artigen Pferd kann man damit auch reiten. Später dann vielleicht mal nur die Trense ohne Zügel drunter usw. Oberwichtig ist halt, ruhig bleiben, nicht strafen, und schwierig, aber essentiell - Hände ruhig und Zügel sanft dran, schlackern kann da schon zu viel sein. Das Vertrauen muss erst mal wiederkommen.
     
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  5. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    vielleicht reagiert dein pony ja auch empfindlich auf den nur halbidealen sattel. das losrennen beim aufsteigen spricht dafür.
    denn ggf ist er ja dicker geworden, seitdem er bei dir ist. pasende kammereisen für connemaras sind schwer zu bekommen.
     
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  6. aquarell

    aquarell Inserent

    meine Stute hatte auch Wolfszähne, sie hatte keine Probleme damit

    ich würde ja mal sehen, ob das Gebiß richtig liegt, also nicht zu hoch oder zu tief im Maul liegt. Auch sollte man mal die Backenzähne kontrollieren. Alleine durch ein eng anliegendes Reithalfter kann es zu Schmerzen im Maul kommen.
    Und wie Ulrike schon schrieb, ggf den Sattel noch einmal kontrollieren.
     
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  7. Anschi

    Anschi Aktives Mitglied

    Bei meinem Pferd war sofort Ruhe, nachdem der Wolfszahn gezogen war. Ist die Wunde reizlos abgeheilt? Eine Wundfistel oder eine Narbenwucherung könnte mit Gebiss auch Schwierigkeiten bereiten. Dann sollte man auch die Stärke des Gebisses berücksichtigen. Oftmals sind dicke Gebisse nicht angenehm für Pferde. Mein Villy bevorzugt dünnere Gebisse. Vielleicht hat der Kleine sich bei der Hopsaktion aber auch irgend was in der Wirbelsäule verschoben. Das würde ich eventuell auch noch mal nachsehen lassen.
     
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  8. ruffian

    ruffian Schimmelreiterin

    Die Züchter meiner Stute haben eine ähnliche Erfahrung machen müssen, deshalb lassen sie seitdem grundsätzlich die Wolfszähne vor dem Anreiten entfernen, damit die jungen Pferde das Gebiss nicht durch solche Zwischenfälle mit Schmerzen verbinden. Gerade bei kleinem Maul und wenig Platz für das Gebiss ist das Risiko doch sehr groß. Und natürlich ist ein plötzlicher, völlig unerwarteter starker Schmerz ein Grund für ein Verhalten, das ein Pferd normalerweise nicht zeigen würde! Lass dich nicht verrückt machen, aber behalte im Gedächtnis, dass dein Pferd für eine gewisse Zeit empfindlicher auf Gebisse reagieren kann als erwartet. Gebissloses Arbeiten für den Übergang wie hier schon vorgeschlagen halte ich für eine gute Idee.
     
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  9. Hathor

    Hathor Inserent

    Nur nebenbei... Deutet dein Name auf deinen Herkunftsort hin?
    Falls ja, darfst du dich gerne melden falls dir kompetente Ansprechpartner innerhalb des Kreises Viersen fehlen :mx10::meld:
     
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  10. Willicherin

    Willicherin Neues Mitglied

    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für die vielen Beiträge. Das ist alles aufschlussreich und auch sehr hilfreich. Gut zu wissen, daß es Pferde gibt, die sich ähnlich verhalten haben, und wo das Entfernen des Wolfszahns eine Lösung war. Man weiß ja nicht so genau, was das Pferd schon kann, wenn man es als angeritten kauft. Das ist es schon ein doofes Gefühl, nicht zu wissen, wo eventuell schon mal eine Unregelmäßigkeit war oder ob vielleicht etwas falsch beigebracht wurde. Klar, - man hört dann auf andere Pferdemenschen, die einen schlussendlich doch eher verwirren. Habe auch so den Eindruck, daß manche mich irgendwie nur ärgern wollen. Wirklich konstruktiv habe ich nur von ganz wenigen etwas erklärt bekommen.

    Hier ein kleines Up-date, wie wir nun weiter verfahren: 1.) Wir haben einen anderen Sattel. Dieses Mal haben wir uns zusätzlich eine Schablone gekauft und diese entsprechend zurecht gebogen. Wir haben nun einen Westernsattel ausgesucht, der recht leicht, sehr kurz aber vor allem von der Passform aktuell gut zu sitzen scheint. (Schulter ist frei, der „Schwung“ stimmt…. ) Ich lasse es noch abschließend durch einen „Sattekundigen“ prüfen. Wir sind ohne hin Freizeit Reiter und von daher ist das Wechseln vom klassischen zum western Equipment für uns unproblematisch. 2.) Wenn wir wieder soweit sind mit einer Trense zu arbeiten, so haben wir nun einen Einohr Zaum ohne Nasenriemen. Als künftiges Trensengebiss wird ganz genau nachgemessen (habe einige sehr gute Videos auf Youtube gefunden…). Unser kleiner hat auch ein kleines Maul. Die Maulspalte ist auch sehr kurz und er hat wenig „Fleisch“ auf den Lefzen. Erstmal bekommt bekommt er keine Trense mehr auf. 3.) Alles, was wir jetzt mit ihm üben, wird mit Halfter, bzw. ggf. Kappzaum gemacht. Und er macht alles wie ein kleiner Klassenstreber. 4.) Ferner möchte ich einen guten Osteopathen finden, der ihn nochmal richtig durchcheckt. Vielleicht kann mir Hathor hier jemanden aus der Gegend empfehlen (denn ja, ich komme aus Willich J).

    Also anatomisch gesehen, sollte es dem Kerl dann gut gehen, bevor wir wieder mit dem Reiten beginnen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto plausibler wird die Zahn-Erklärung. Er ist so eine treue, liebe Pferdeseele – viel lieber und folgsamer eigentlich als unsere alte Warmblut Stute in 25 je Jahren war.

    Ich lass‘ mich jetzt einfach nicht mehr verrückt machen und vertraue einfach auf mein Bauchgefühl. Und habe viel Zeit mit dem Wiederbeginn des Reitens. Jetzt kommt ohnehin das fiese Wetter, da kann man eh nicht so ganz viel reiterlich machen. So wie ich die Lage einschätze, ist er auch nicht besonders nachtragend. (Nachdem der Zahnarzt da war, hätte er einen Grund, freut sich aber jeden Tag mehr auf seine Menschen).

    Trotzdem freue ich mich über weitere Beiträge zu dem Thema und ich werde signifikante Fortschritte (oder Rückschritte) hier berichten.
     
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