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ängstlichem Reiter, wie helfen?

Diskutiere ängstlichem Reiter, wie helfen? im Pferde Allgemein Forum; Ich brauche mal einen Tipp ;) Die Vorgeschichte: Im Juli bekamen wir eine neue Einstallerin. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, ein zwar...

  1. Kigali

    Kigali Sternchenreiter

    Ich brauche mal einen Tipp ;)

    Die Vorgeschichte:

    Im Juli bekamen wir eine neue Einstallerin. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, ein zwar nettes aber 25 Jahre altes KLEINKIND :(

    Sie hatte, kurz bevor sie zu uns in den Stall kam, einen 4 Jahre alten Paint Wallach gekauft. (von einer recht bekannten Züchterin)
    Schon als wir das Pferd abholten, ließ sie uns alles allein machen. Gut, sie war nervös und wir dachten uns nichts dabei. Schließlich ist der Wallach ihr erstes eigenes Pferd.
    Als wir bei uns im Stall ankamen, luden WIR den Wallach aus. Alles kein Problem, nur nahm sie mir das Pferd nicht ab, als ich ihr den Strick in die Hand drücken wollte, bat sie mich, ob ich das Pferd in seine Box stellen könnte.
    Natürlich konnte ich das, und tat es auch....
    Nach ca 2 Stunden fragte ich sie, ob sie ihrem Pferd nicht mal alles zeigen wollte und ob sie ihn nicht auf die freie Weide neben der Herde stellen möchte....
    Wollte sie nicht :( nach langem zureden, stellten wir den Wallach dann doch auf die Weide...

    Wir sind ein Selbstversorger Stall, jeder bereitet sein Futter selbst zu. Als ich sah, was sie ihrem Pferd an Futter vorbereitete.... ich konnte es nicht glauben... der Wallach sollte 2 x täglich einen gefüllten 5 Liter Eimer Hafer bekommen...

    Nun war ein erstes Gespräch angesagt, ich stellt ihr die Frage, seit wann sie reitet... ihre Antwort, sie habe ca 15 Stunden Reitunterricht bei der Züchterin des Wallachs genommen...
    Im laufe des Gesprächs stellte sich raus, das sie für das Pferd, (der zwar Papiere aber nicht mal einen Equidenpass hat) 11000 € gezahlt hat, für den Sattel (auch von der Züchterin) 2500 € und für weiteres Zubehör (Trense, 2 Winterdecken und ein Paar Gamaschen) nochmal 300 € auf den Tisch des Hauses gelegt hat.
    Das Mädel war so begeistert, so glücklich einen Schnapper gemacht zu haben, schließlich sollte Sammy (das Pferd) erst 15000 € kosten und die Züchterin ist nur mit dem Preis runter gegangen, weil die Beiden so gut zueinander passen...... ja ne, is klar!

    Als ich dann noch hörte, das sie das Pferd + Zubehör komplett über einen Kredit finanziert hat, viel mir wirklich nichts mehr ein....

    Es kam, wie es kommen musste, das Pferd ist zwar super brav, hat aber natürlich Flausen im Kopf. Ist halt erst 4 Jahre alt, für sein junges Alter ist er recht weit ausgebildet (für meinen Geschmack, zu weit :( ) er war noch nie im Gelände, kennt keine Longe ....seine Besitzerin ist vollkommen überfordert. (wen wundert es? ) hinzu kommt, das sie wirklich keinerlei Ahnung hat und dazu auch noch mega Angst :(
    Vor kurzen habe ich sie gefragt, ob sie ihr Pferd überhaupt mag, nie sieht man sie mit ihm schmusen oder auch nur irgendeine Emotion ihm gegenüber.

    Lange Rede... mein Mann reitet Sammy seit letzten August 2 -4 mal wöchentlich, gibt seiner Besitzerin 1 bis 2 mal Unterricht.
    Zumindest war so der Plan. Lief auch ein paar Wochen ganz gut. Bis sie ihn longieren wollte. Sammy spackte an der Longe ab, nichts schlimmes, er rannte einfach mal los. Seit dem ist ende, sie reitet ihn überhaupt nicht mehr :( hat immer andere Ausreden, erst war es ein gezerrtes Bein, dann was an den Bändern, dann Kopfschmerzen, dann Probleme im Job aktuell ist es ein Hexenschuss. :(

    Ich habe sie zur Rede gestellt, habe ihr auf dem Kopf zugesagt, das ihre Gründe nicht zu reiten, für mich Ausreden sind.
    Nach langen hin und her, gab sie das auch zu. Sie hat ANGST um nicht zu sagen, PANIK :( nicht nur vor ihrem Pferd mittlerweile vor allen Pferden. Es gibt keinen ersichtlichen Grund :( Es ist nichts passiert, weder ihr noch hat sie gesehen, das einem anderen etwas passiert ist.

    In einem offenen Gespräch habe ich ihr gesagt, das sie sich überlegen soll, den Wallach zu verkaufen, meiner Meinung nach, macht das alles keinen Sinn :(
    Sie will nicht verkaufen, bat mich statt dessen um Hilfe.
    Ich bin gern bereit zu helfen, nur bin ich kein Psychologe :( seit eben habe ich Urlaub ;) in den nächsten 2 Wochen möchte sie von mir einen Crashkurs :( Ich soll ihr den angstfreien Umgang mit einem Pferd (ihrem Pferd) beibringen.
    Führen, putzen, spazieren gehen...eben alles was man so im täglichen Umgang mit seinem Pferd macht.

    Ich bin hin und her gerissen, würde ihr gern helfen, weiß aber nicht, ob das wirklich Sinn macht.
    Was würdet ihr tun?

    PS: Sorry für den Roman :stung:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Feb. 2013
  2. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    naja, viel mehr machen kannst du da nicht. Ich finde es richtig, dass du sie darauf angesprochen hast und ihr helfen willst. Es ist auch gut, dass sie sich eingesteht Angst zu haben und jetzt daran arbeiten möchte. Das ist das wichtigste. Alles andere kommt mit der zeit.
    In dem crashkurs würde ich ihr vermitteln, dass es ok. Ist Angst zu haben, aber dass das Pferd ganz lieb und ungefährlich ist. Lass sie außerdem zeit mit ihrem Pferd verbringen. Habt ihr einen paddock oder eine kleine Weide, wo sie sich mit einem Stuhl dazu setzen kann?
    Mit dem pferdekauf ist sie ja wahrscheinlich schön übers Ohr gehauen worden, so wie du das beschreibst. Aber das darfst du auf keinen fall erwähnen, das würde sie nur noch unsicherer machen und ich denke sie würde sich schlecht fühlen, weil sie wie ein Id.. vor euch wirkt.
    Lg
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Feb. 2013
  3. Erfahrung kannst Du ihr nicht in einem Crashkurs vermitteln. Sie müsste das Wissen und vor allem,das was wir alle in vielen Jahren Umgang mit dem Pferd erlebt haben in zwei Wochen komprimiert um die Ohren geschlagen bekommen.
    Eigentlich müßte sie zwei Wochen von morgens bis abends bei Euch am Stall mithelfen (aber selbst dann hat sie noch nichts alleine gemacht) mE nicht realisierbar in so kurzer Zeit.
    Wenn ihr den Beritt gezahlt bekommt, würde ich es dabei belassen. Das ist fürs Pferd wohl am entspanntesten.
    Ich würd ihr das mit den zwei Wochen klar machen, dass sie dann von morgens bis abends am Stall mithelfen müßte, aber ich vermute, sie hat keinen Urlaub oder? Lass sie überall mit an packen und dinge alleine machen wo Du ihr dann nur Deine Beobachtungen erklärst. Aber ich bin davon überzeugt, dass sie nach den ersten Tagen auf gibt.
    Das ist keine richtige Angst sondern Unsicherheit mangels Erfahrung. Aber wie gesagt, das kann sie nicht in zwei Wochen aufholen.
     
  4. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    Ergänzend zu Leo:


    ERKLÄREN, alles ERKLÄREN! :laugh:

    Denn nur, wer jede Reaktion eines Pferdes versteht und sie einschätzen kann, verliert auch Angst...

    Daß das natürlich nicht in 2 Wochen zu schaffen ist, ist klar - aber vielleicht ein bißchen was?

    Jedes Zucken eines Ohres beim Putzen, jedes Schnauben, jedes Schweifschlagen - für uns alles total normal, eingängig, wir wissen meist, warum das Pferd das gerade tut - aber erkläre ihr jede Beobachtung, und zwinge sie, scharf zu beobachten - also: "Siehst Du, als Du die Wurzelbürste über die Kruppe gezogen hast, hat er dies und das gemacht, mit diesem Ohr gezuckt / kurz den Schweif angehoben - was meinst Du, warum?"
    "Oh, Du hast es nicht gesehen? Dann beobachte besser!" :wink:

    Und ich würde sie zu 5 Stunden Pferdebeobachtung auf der Wiese verdonnern - mit Stühlchen,Thermoskanne und Schreibzeug! :yes:


    Kannst Du sie erstmal an Deinen (sicher ruhigeren, besser ausgebildeten als ihren Jungspund) Chakko lassen?
    Also nur die Basics - Putzen, 500 Meter spazieren gehen, etc.?


    LG, Charly
     
     
  5. isi love

    isi love Inserent

    Genau! Es gibt eine (Indianer-)Weisheit, die besagt, um aller (zumindest einiger) Probleme Herr zu werden, solle man einen ganzen Tag lang mit seinem Pferd verbringen. Kein Reiten oder Betüddeln, einfach nur daneben setzen und nicht tun:D
    So lernt sie, das Pferd einzuschätzen, das natürliche Herdenverhalten zu erkennen, und Reaktionen zu deuten.
     
  6. Kigali

    Kigali Sternchenreiter

    Zu Anfang habe ich geschrieben, ein 25 Jahre altes KLEINKIND!

    Dazu muss ich vielleicht noch eine Erklärung abgeben. Sie ist Einzelkind, einziges Enkelkind von beiden Seiten, ihr wurde der Arsch nachgetragen. Und das ist noch heute so :(
    Als unsere Misterin krank war, mistete sie nicht selbst, mein Papa kam in den Stall und mistete. Wenn sie Wochenenddienst hat (morgens die Heunetze füllen und Kraftfutter durch die Luken werfen) kommt ebenfalls Papa.

    Sie ist Bankkauffrau, wie sie das gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Seit wir sie kennen (Juli 2012) war sie ungelogen schon 5 mal krank. Davon einmal 6 Wochen am Stück und hatte 2 x Urlaub. Ihr Arbeitgeber war natürlich wenig begeistert und legte ihr nahe, sich einen neuen Job zu suchen. Was sie auch tat. Am 01.04 fängt sie bei einer anderen Bank an, z.Zt. ist sie mal wieder krankgeschrieben (bis einschließlich nächsten Montag – hat aber schon angekündigt, weiter krank zu machen)

    Wir vermuten alle, das Sammy für sie ein Statussymbol ist. Sie erzählt selbst, das sie nie Freunde hatte, das sie so froh ist, bei uns im Stall zu sein.
    Ja, im Stall ist sie, täglich!
    Wir haben eine tolle Stallgemeinschaft, sitzen oft (täglich) bis spät am Abend zusammen, unternehmen viel gemeinsam (Essen gehen, Kino besuche etc...etc..)
    Natürlich gehört sie dazu, sie ich prinzipiell auch wirklich nett u. lieb. Tut einem jeden Gefallen....nur macht sie nichts mit ihrem Pferd :(

    Sie weiß, das sie übers Ohr gehauen worden ist. Das haben wir ihr schon recht früh gesagt! Sammy ist kein schlechtes Pferd, hat auch ganz nette Papiere (was bei einem Wallach natürlich sehr wichtig ist) ich schätze, er ist 6000 € wert. Verliebt sich einer, vielleicht 7 – 8000 € auf keinen Fall mehr. Der mit gekaufte Sattel ist schon in Zahlung gegeben, weil er vorn und hinten nicht passte. :(

    :D da sagste was ;) letzte Woche, wir stehen an Starlights Box, ich bitte sie, ihm eben das Heunetz zu füllen. Kein Problem, solange ich dabei bleibe... Sie öffnet die Box, geht mit dem Heubag rein und springt plötzlich raus. Verwundert fragte ich sie, was los sei... Ihre Antwort, Starlight hat die Ohren angelegt.
    OK, ich ihr in ruhe erklärt, warum er das macht und das angelegte Ohren nicht automatisch heißt, das Pferd greift gleich an. Ich sagte ihr dann noch, wenn Starlight sie stören sollte, soll sie ihn aufs Paddock schicken, bei Kommando „Raus“ geht er sofort auf sein Paddock.
    Tja Pustekuchen, selbst mein super braver, kein Wässerchen trübender Starlight nimmt sie nicht für voll :( und „Raus“ hatte er noch nie gehört :( erst als er mich sah, benahm er sich wieder.

    Ich habe ihr dann erstmal erklärt, das sie dringend an ihrer Körperhaltung arbeiten muss. Zwei tage später, unter Anleitung konnte sie meinen dicken dann auch raus schicken.

    Haben wir auch schon drüber nachgedacht! Chacco ist ein sehr dominantes aber cooles Pferd. Wenn er keine klaren Anweisungen bekommt, macht er was er will. (nicht böse, er geht dann einfach fressen, ist nichts fressbares in der Nähe, bleibt er stumpf stehen) Wäre eine Versuch wert...
     
  7. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    Vielleicht wär Chacco genau der richtige Trainer für sie... :tongue:


    Und ich weiß, womit Du Dich da plagst...

    Ich hab solche "Kinder" jeden Tag im Unterricht...



    LG, Charly
     
  8. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    hm? das problem wird zusätzlich noch sein, dass der ganze rest der stallgemeinschaft, quasi schon rüberbringt, dass sie bisl kindlich ist! weisst wie ich meine!? also das spühren die pferde auch! nicht zu vergessen!!

    und: angst haben ist keine schande! ich hab seit über 30 jahren mit pferden zu tun und bin auch ein schisser vorm herrn! wirklich wahr! bin nicht die mutigste! also, straft sie nicht ab, für was wos nix für kann. und gebt ihr gelegenheit, euch ihre angst zu erklären! finde ich auch sehr wichtig, mir gehts dann immer besser! jedenfalls......

    grüsse, die faro
     
  9. PinkPony

    PinkPony Ich bin nix für schwache Nerven

    Vielleicht kann sie ja ihre Ängste konkretisieren, also beim führen Pferd zieht mich mit, schlägt... was auch immer. Bei Putzen beisst, schlägt...
    Dann könnte man da konkret "angreifen" und für den Fall eine Lösung überlegen. Evtl. später mal auf einem Handpferd oder geführt mitnehmen? Die Idee mit dem Beobachten finde ich auch sehr gut.
     
  10. Minchen76

    Minchen76 Inserent

    Habt ihr jemanden, der gut in Bodenarbeit ist und mit ihr und ihrem Pferd in aller Ruhe zusammen arbeiten kann? Das würde sehr hilfreich sein für gegenseitiges Vertrauen.
     
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