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Allgemeiner Angstthread

Diskutiere Allgemeiner Angstthread im Allgemein Forum; Hallo liebe Foris, beim querlesen durch das Forum, beim schwätzen mit anderen Leuten und auch durch aktuelle Ereignisse bei mir am Stall habe...

  1. McBeal

    McBeal CTuG- Computertrottel und Genie vereint Mitarbeiter

    Hallo liebe Foris,

    beim querlesen durch das Forum, beim schwätzen mit anderen Leuten und auch durch aktuelle Ereignisse bei mir am Stall habe ich in letzter Zeit über das Thema Angst nachgedacht.

    Nun dachte ich mir, mache ich doch mal ein Thema auf, wo wir allgemein über das Thema Angst uns austauschen können. Wie habt ihr eure Angst überwunden? Wovor habt oder hattet ihr Angst? Das Thema hier soll zum Mut machen derjeniger dienen, die gerade in einer Angstschleife fest sitzen. Außerdem würde ich hier gerne Tipps und Ideen sammeln, wie man da raus kommt.

    Und ich mache auch gleich mal den Anfang, und hoffe, das sich noch ein paar Leute melden, und vielleicht ihre Geschichte erzählen oder Erfahrungen und Tipps weiter geben können.

    Das ganze wird jetzt etwas länger, aber wen meine Geschichte nicht interessiert, kann sie ja überspringen.

    Es gab mal eine Zeit, da hat es gereicht, Pferde zu putzen, reiten mußte nicht sein. Das war noch in der Schulpferdereiterzeit.

    Es gab dann zwei Ereignisse, die mich von meiner Angst im Prinzip befreit haben, und beide haben ausgerechnet was mit unfreiwilligen Abstürzen zu tun. Beim ersten mal bin ich im Schritt beim Trockenreiten so blöd vom Pferd gefallen - ich weiß bis heute nicht wie, nur das auf einmal das Pferd unter mir weg war - das ich mir das Steißbein geprellt habe, und eine Woche krank geschrieben war. Dieser Sturz war zwar im ersten Moment erstmal der Auslöser für die Angst, aber im nachhinein auch irgendwie heilsam. Dazu gleich mehr. Dann folgte erstmal eine ganze Zeit nur putzen und betüddeln, Reiten wäre sowieso nicht möglich gewesen, weil ich nicht sitzen konnte. Dann bekam ich ein anderes Schulfperd, Modell Rundballen, Norwerger-Irngedwas-Mix. Das Pony hat mich anfangs nach Strich und Faden verarscht. An einem schönen Sommertag, der Platz war neu und richtig schön weich, hat mich besagtes Pony zwei mal in einer Stunde abgesetzt. Ich war danach soooo sauer auf das Pony, das ich - nachdem die RL Ponylein erstmal ordentlich abgaloppiert hat, und er wirklich nicht mehr konnte - als ich wieder drauf bin, mich das erste mal wirklich durchgesetzt habe. Seitdem hatte ich nie wieder Probleme mit ihm oder einem anderen Pferd. Stattdessen kam in mir die Erkenntnis, das im Normalfall selbst bei einem Sturz nicht mehr passiert, als mal ein blauer Fleck. Klar, es kann immer schlimmer kommen, aber das kann es auch überall.

    Ich muß aber sagen, ich habe auch heute noch immer wieder in manchen Situationen ziemlich Respekt um nicht zu sagen, fast Angst. Zum Beispiel, wenn es ans Springen über Oxer geht oder ähnliches. Und ich würde mich heute auch nicht mehr auf jedes Pferd drauf setzen, die Zeiten sind vorbei.


    Zweite Geschichte:
    Nun noch eine andere Geschichte aus der jetzt-Zeit. Bei uns am Stall ist eine, die hat ein junges Pferd, gerade angeritten. Sie ist insgesamt drei mal runter geflogen und hatte dann Angst, sich wieder da drauf zu setzen. Mein RL macht nun Beritt auf dem Pferd, und um dem Pferd die Sache auch zu erleichtern, reiten er hinter meiner Stute her, damit Pferdchen eine gewisse Führung hat. Somit muß der RL noch gar nicht richtig die Zügel zum lenken und bremsen benutzen, sondern Pferdchen wird von meiner mit gezogen. Dadurch das Pferdchen nun also einfach hinterher läuft, kann der RL nun vorsichtig eine Anlehnung aufbauen und mit den Zügeln spielen. Pferdchen hat gelernt, das Zügel und Anlehnung nix böses ist.

    Dann sollte die Besitzerin selber wieder ihr Pferd reiten, die ersten paar Male mußte sie noch vom RL geführt werden. Dann ist erst der RL geritten, und sie zum Ende noch eine Runde Schritt - immer hinter meiner Stute her. Dann erst der RL, und sie auch getrabt. Inzwischen ist sie soweit, das sie selbst von Anfang an hinter meinem Pferd her reitet. Der nächste Schritt wird sein, das sie im Schritt selbständig in der Bahn rum kreiselt, für den Trab noch hinter mir her, und dann auch irgendwann den Trab alleine. Vor zwei Wochen wollte sie das Pferd eigentlich schon verkaufen...

    Was ihr noch geholfen hat, war ein Martingal einzuschnallen. Das gab ihr mehr Sicherheit, vorallem, wenn Pferdchen den Kopf hoch gerissen hat, hatte sie dadurch doch noch eine gewisse Zügeleinwirkung. Und außerdem ist sie zwischendurch auch immer mal wieder noch ein anderes Pferd geritten.



    Und hier nun also meine Ideen und Tipps mal zusammen gefasst. Nicht alles ist für jedes Problem anwendbar, aber ein paar Ideen, wie man die Angst besiegen kann:

    - sich wirklich Zeit lassen, und die Angst in kleinen Schritten besiegen wollen. Wenn man was überstürzt, fängt man bei -5 wieder an.
    - eine Vertrauensperson hinzuziehen, die einem beim reiten beruhigen kann
    - überlegen, ob es Sinn macht, das Pferd mit Martingal, Ausbindern, Dreieckszügeln oder ähnlichem zu reiten (natürlich abhängig vom Ausbildungsstand und dem eigentlichen Problem)
    - ein anderes, ruhiges Pferd reiten, um selbst wieder Sicherheit zu bekommen
    - hinter einem anderen ruhigen Pferd her reiten oder von einem ruhigen Pferd begleiten lassen
    - die Technik der positiven Visualisierung nutzen, heißt, sich im kleinsten Detail vorstellen, wie es ist das Pferd zu reiten, wie die Hilfengebung ist, wie es sich dabei anfühlt, wie das Pferd reagiert,usw - aber alles positiv formulieren.
    - nicht auf irgendwelche Ziele versteifen, sondern notfalls auch mal wieder einen Schritt zurück gehen
    - sich von niemandem zu irgendwas überreden lassen, was man selber partou nicht will, wobei manchmal ein kleiner Tritt in die richtige Richtung auch sehr nützlich sein kann
    - mit jemandem über die Angst reden, geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid
    - sich nicht für die Angst schämen, sondern als Herausforderung ansehen, dagegen anzugehen und nicht noch die Angst selbst zum Problem machen


    So, das waren mal meine Gedanken dazu. Ich finde das Thema Angst sehr interessant, und ich finde es immer Schade, wenn einen die Angst so sehr beherscht, das sie einem das Hobby Pferd vermiest.

    Liebe Grüße,
    dat Beali

    P.S. Sorry für den langen Roman, aber das Thema ist soo komplex, das es sich nicht in drei Worten zusammen fassen läßt.
     
  2. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Schöner Beitrag Beali!!!

    Also ich hatte unglaublich Angst vorm Springen. Wenn ich mir nur vorgestellt habe ein Hindernis zu überwinden, spielte ich schon jegliche Szenarien in meinem Kopf durch und war wie blockiert!

    Doch ich wollte unbedingt auf normalen Weg mein DRAIII machen... Also hab ich mich mit meinem zum Ersten mal in der Springstunde angemeldet. Der Parcours stand gleich auf höhe E fest. Hat mir komischerweise noch gar nichts ausgemacht.... Nach den ersten Hindernissen wurde der Parcours auf A niveau hoch gezogen. Da war unter anderem ein Oxer der hatt L Niveau. Man hatte ich bammel. Ich wollte schon fast abbrechen. Da hab ich mir einfach gedacht: Man, du reitest junge rohe Pferde, du reitest spinnige Pferde, du reitest korrektur Pferde. Was will dir jetzt bei solchen Sprüngen passieren?!

    War wohl nicht genug gedacht. Den ersten Sprung angeritten. Gut. Die Kombination angeritten. Nicht gut. Pferd merkt die Angst und Parkt. Ab da war es ein drama. Er hat praktisch nur geparkt!!! Zum abschluß einen Sprung runter gemacht. Da nochmal drüber und erste Stunde fertig.

    Die nächste hatte ich schon wahnsinnig Bauchweh überhaupt zu gehen. Aber was bringts?! Also bin ich. Eine Freundin hat das ganze Fotografiert. Ich hatte schon echt bammel.
    Wir haben kaum höher gezogen als 1,00m.

    Als ich mir die Bilder hinterher angeschaut habe, musste ich ja so lachen!!! Mein Riese und die mini Sprünge!!! Für den war das ja ein Witz!!!! Seit her macht mir die Höhe auch kaum mehr was aus... gegen das Parken machen wir viel Stangenarbeit und In Outs. So weiß ich besser, wann er abspringen kann und muss. Und er auch!
     
  3. Nadine1988

    Nadine1988 Inserent

    Oh ein nettes Thema, womit sich wahrscheinlich jeder schon mindestens einmal befassen musste …

    Als ich meinen Jetzigen gerade gekauft hatte, stimmte die Chemie zwischen uns überhaupt (noch) nicht. Wir sind dann eines Tages zu zweit ausgeritten und die Pferde haben sich erschrocken, dass beide so dermaßen durchgegangen sind, dass wir nicht mehr anhalten konnten und bis kurz vor die Haustür galoppiert sind. Da ich ihn anfangs auch in der Halle nicht immer unter Kontrolle hatte, war für mich das Ausreiten erstmal gestrichen. Ich hab mich einen Sommer lang nicht mit ihm ins Gelände getraut, auch nicht in Begleitung.
    Im nächsten Jahr hab ich mir gesagt „So, du hast ein Pferd und willst auch ausreiten gehen, also los“. Habe mir also selber Druck gemacht und mich „gezwungen“, das Problem anzupacken. Sonst hätte ich es noch weiter vor mir hergeschoben. Man hat natürlich in der Zeit des Nicht-Ausreitens einiges gelernt und an Vertrauen gewonnen. Irgendwann bin ich angefangen immer längere Strecken rauszugehen. Anfangs habe ich noch unseren Hund mitgenommen, irgendwie fand ich, dass Pony dann ruhiger war.
    Mittlerweile ist es für mich kein Problem mehr (ist aber auch schon einige Jahre her) und ich vertraue meinem Pony, daher gibt’s keine Schwierigkeiten mehr unterwegs auch alleine nicht!!!

    LG
     
  4. Ja die liebe Angst, ich habe sie ja selber seit 2006. Bin dort nicht gerade sanft von dem Holsteiner Schimmel meiner Cousine gestürzt - landete im Kh mit Mittelhandknochenbruch, Prellungen, Atemnot.
    Nach dem Unfall bin ich ca. 2 Jahre lang gar nicht mehr auf ein Pferd gestiegen und dann fing es langsam wieder an mit dem Reiten - es war alles in Ordnung, nur kein Galopp und weeeehe das Pferd wurde mal schneller. Ich habe bei mir schnell gemerkt, dass es eine Vertrauenssache ist. Bei meiner 1. RB, Lotta, hatte ich die Angst überwunden und galoppierte später gerne, bei Roma war daran gar nicht zu denken. Bei Conner auch überhaupt nicht und wo ich jetzt Italia habe, Holsteiner Schimmel - wie passend zum Unfall, gehe ich da bewusst langsam ran.
    Klar, wenns nach mir geht könnte es auch schneller gehen aber ich bin im nachhinein froh, dass ich erst einmal "nur" an der longe galoppieren kann. :pompom:
    Daran war vor kurzem gar nicht erst zu denken - dann wäre Versteifen, black out und Panik angesagt.:run:

    Achja was bei mir geholfen hat, war etwas Druck (minimal) von meiner RL, denn alleine hätte ich es nicht gewagt und mich der Situation immer wieder entzogen. Wäre gestern auch am liebsten abgestiegen.
     
     
  5. Linda83

    Linda83 Inserent

    Gute Idee so ein Thema aufzumachen.

    So sehe ich mal das ich mich nicht ganz allein mit der Angst rumplage sondern das auch andere ähnliche Probleme haben.

    Die Angst kam bei mir vor einigen Wochen ganz plötzlich wieder raus und macht mir seit dem sehr zu schaffen. So sehr, dass ich mein eigentlich sehr braves Pony derzeit nur Schritt reite an der Longe.

    Ich bin im Winter 2007/2008 von meiner damaligen RB gestürzt. Der meinte beim Trockenreiten ohne jeden Grund einfach losbocken zu müssen. Ich durfe 6 Wochen nicht reiten weil ich mich auch verletzt hatte.
    Ich hatte diesem Pferd absolut vertraut, hätte nie gedacht das mir mit ihm sowas passiert.
    Ich habe ihn zwar weiter geritten, kam aber immer wieder in ähnliche Situationen mit ihm (er fing dann leider an meine Angespanntheit auszunutzen). Aber ich machte weiter und es ging auch irgendwie. Im Sommer 2009 habe ich dieses Pferd aus diversen Gründen abgegeben und mir Anfang 2010 ein rohes Stütchen gekauft. Mittlerweile ist sie nun angeritten und wirklich artig. Klar erschreckt sie sich mal aber sie hat noch nie unter dem Reiter gebuckelt oder sonst was.
    ICH saß das allererste mal auf ihr, ICH bin sie das allererste Mal getrabt. Und ganz plötzlich ohne jede Vorwarnung habe ich Angst das was passieren könnte. Ich habe Angst sie nicht kontrollieren zu können (sie neigt etwas zum Rennen), Angst runter zu fallen und mich zu verletzen.

    Und jetzt muss ich jedes Mal mit meiner Angst kämpfen. :-(
     
  6. schnecke

    schnecke Inserent

    Habt ihr schonmal versuche Rescue-Tropfen zu nehmen?
    Die haben mir wunderbar geholfen...
     
  7. Jedes Mal vor dem Reiten? Oder wie hast du die eingesetzt?
     
  8. schnecke

    schnecke Inserent

    Ich hatte große Probleme beim Springen...
    Und vor den Springstunden (mußte ich leider, oder jetzt vielleicht besser zum Glück, machen wegen RAZ) habe ich die knapp ne Stunde vorher eingenommen. Hat super gewirkt.
    Mein Reitlehrer wußte aber auch von meiner Angst und hat mich dann allein bestimmen lassen, wann Schluss für mich war...
     
  9. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    ...wobei die Rescue-Tropfen nicht in jedem Fall die richtige Bachblüte ist.

    Es gibt mehrere "Angstblüten" im Bereich der Bachblüten.
    Eine davon ist zB. Mimulus, die in einem solchen Fall häufig viel besser passt.

    Rescue hat eigentlich einen anderen Zweck. Rescue sind die sogenannten "Notfall-Tropfen". Eine "fertige" Mischung aus verschiedenen Bachblüten. Die vor allem nach "Notfällen" eingesetzt werden.
    Wobei Notfall nicht unbedingt der medizinische Notfall sein muss :1:
    Sondern eben Erlebnisse, die gewisse "Spuren" hinterlassen haben.
    1 Blüte der Mischung ist auch eine Angstmischung.
    Aber, wie gesagt, manchmal kann es sinnvoll sein, lieber eine der typischen Angstblüten auszuwählen.
    Oder Rescue nur vorübergehend zu nehmen. Und dann auf die ausgewählte "Angstblüte" wie zB. Mimulus umzuschwenken.

    Also Bachblüten bei Angst - super Idee!! Auch schon tolle Erfahrungen damit gemacht.
    Aber Mittel der Wahl ist sicher nicht immer Rescue. Sondern sollte auf die individuelle Situation abgestimmt sein. Das ist sehr wichtig, da die Blüten sonst nicht die erhoffte Wirkung entfalten können.
     
  10. Also könnte man quasi diese Angstblüten /Tropfen zu sich nehmen vor dem reiten um nicht mehr so viel Angst zu haben und wenn es eine Weile gut klappt und man sich sicher fühlt, setzt man diese wieder ab?
    Oder besteht auch die Gefahr, dass man süchtig wird? Dass man sich nachher gar nicht traut ohne Einnahme zu reiten? Aus Angst es könnte wie vorher sein?
     
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