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Anfänger mit lebhaftem Pferd

Diskutiere Anfänger mit lebhaftem Pferd im Allgemein Forum; Hallo, Ich bin neu hier und ich hoffe, ihr könnt mich dennoch ernst nehmen :) . Ich selber reite seit über 20 Jahren, habe eigene...

  1. Ponychen

    Ponychen Neues Mitglied

    Hallo,
    Ich bin neu hier und ich hoffe, ihr könnt mich dennoch ernst nehmen :) .

    Ich selber reite seit über 20 Jahren, habe eigene (Freizeit)Pferde die ich selber ausgebildet habe und mit denen ich gut auskomme, bin Berittführerin(FN) habe das RA4 (A-Niveau) und das Alte DLA4. Als Anhaltspunkt für euch zu meiner Pferdekenntnis.
    Nun habe ich eine nennen wir es Bekannte, welche sich nach 30 Jahren nichtreiten vor 2 Jahren nach etwa 20 Reitstunden ein eigenes Pferd gekauft hat. Ein sehr lebhaftes, worauf sie zu Beginn sehr stolz war. dieses Pferd war solide auf A Niveau ausgebildet und platziert, prüfte jedoch von Beginn an seinen Reiter sehr genau und war und ist recht „Glotzig“.
    Die Person bat mich von Beginn an sie mit dem Tier zu unterstützen. Sie hatte also mich und dazu noch 1-2x im Monat Unterricht bei einer Pferdewirtschaftsmeisterin.
    Ich komme mit dem Tier soweit klar, allerdings fordert dieses Pferd auch mich sehr und verlangt jederzeit meine volle Aufmerksamkeit und es hat auch mich schon „verloren“ bei kleiner Unachtsamkeit.
    Nun hat dieses Pferd natürlich schon lange raus, dass es mit seinem neuen Frauchen herumspringen kannn wie es möchte und nutzt das auch. Das hat begonnen mit zeitweise mal nicht-aufsteigen-lassen, knappen, freie Gangarten- und Tempo Wahl, ging weiter über permanentes durchgehen im Gelände und ist inzwischen so weit, dass das Pferd sie beim aufsteigen bockend gegen die Wand schleuderte. Weder ich, noch die Pferdewirtschaftsmeisterin konnten dieses Team bisher zum funktionieren bringen und ganz ehrlich, ich sehe mich dazu nicht qualifiziert und habe das auch schon so kommuniziert. Nun wollte die Person aber das Gegenteil von mir: mehr Hilfe.
    Wir haben schon einiges durchprobiert, dass ich 5 Tage reite und sie nur einen, tägliche Hilfe von unten, müdemachen oder erst ich reiten, dann sie. Nix klappt so richtig. Das Pferd schaltet auch binnen Sekunden, wenn ich drauf sitze tut es was es soll, und wenn sie sich drauf setzt macht es dann einfach wieder sein eigenes Programm.
    Jetzt wo er sie ich muss echt sagen mutwillig abgesetzt hat, sag ich: ich kapituliere, ich bin kein Reitlehrer!
    Sie sagt: ich soll ihr mehr helfen, ich komme doch sonst auch mit allen Pferden aus.
    Aber was bringt es ihr? SIE muss ja mit ihrem Pferd auskommen.
    Soll ich weiter versuchen mit dem Oaar zu arbeiten oder komplett verweigern? Ich tendiere zum verweigern.
    Ich möchte sie wirklich unteren hängen lassen und wünsche ihr von Herzen dass es klappt, aber vielleicht ist beiden mehr geholfen wenn ich die zu ihrem Glück zwinge und auch auf die Gefahr hin dass sie sauer ist sage, dass ich mich komplett entziehe...? Was meint ihr?
     
  2. Hallo,

    ich würde das deiner Bekannten genauso sagen, wie du es hier erzählt hast.
    So von wegen kein RL sein.
    Gerade zu einem ungeübten, wohl auch älteren, ängstlichen (vermute ich jetzt mal nach dem, was du geschrieben hast) Reiter passt halt mal nicht jedes Pferd. Vielleicht ist das Pferd einfach "eine Nummer zu groß" für sie.

    Ich gehe natürlich davon aus, dass das Pferd ordentlich gehalten wird, also täglich mehrstündigen Auslauf in Pferdegesellschaft hat, das Problem also nicht in Bewegungsmangel zu suchen ist, das du - als erfahrener Reiter - zwar händeln kannst, deine Bekannte als schwacher Reiter jedoch nicht.
     
    baobap und ulrike twice gefällt das.
  3. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Bleibt die Besi denn bei diesen Aktionen komplett angstfrei? Und glaubt sie nach 2 Jahren `weiterhin an eine gemeinsame Zukunft mit diesem Pferd? Hat sie bei irgendwas mit ihm Spass? Gibt es irgendein Gebiet, auf dem die zwei deutliche Fortschritte machen`?
    Wenn du sie 2 Jahre lang begleitest und selbst das Tier oft reitest - was glaubst du, warum das Pony so dauerhaft unkooperativ ist?
    Diese Anti-Haltung kommt ja nicht einfach so?
    Auf welchem reiterlichen Stand ist die Besitzerin inzwischen und reitet sie noch andere Pferde?
    Und an mangelnder Bewegung kann es ja auch nicht liege wenn es Zeiten gab, wo sie nur einen Tag geritten ist und den Rest du?
    Wie und wie oft kommt es jetzt gerade über den Winter raus?
    Wie ist das Pony isgesamt gehalten und wo kommt es her - wer hat es vorher geritten und wie wurde es vorher gehalten?
    Wie beshäftigt sich die Besi mit dem Pferd ausserhalb des Reitens?
    Reitest du das Pferd gerne und hast Spass an ihm? Kriegt das Pferd irgendwelches positives Feedback?

    Ich würde mich rausziehen, wenn ich keine Zeit und/oder Lust für so eine Intensivbetreuung hätte (ich vermute mal, dass das eh nicht unentgeldlich passiert), es sei denn ich wäre der Person aus irgendeinem Grund zutiefst verpflichtet.
    Und wenn ich eine Gefahr für mich, andere im Umfeld oder ernsthafte Verletzung der Besi sähe.
     
    baobap und Charly K. gefällt das.
  4. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    sag ihr doch, dass du ihr weiter gegen bezahlung ihr pferd reitest, du jedoch nicht siehst, dass sie selbst damit jemals zurecht kommt.
    du würdest dir sorgen um ihr wohlergehen und das ihres pferdes machen. du würdest nicht wollen, dass beiden etwas schlimmes passiert. das wäre aber der fall, wenn die frau sich verletzt.

    du würdest dich anbieten, ggf einen verkauf mit gutem, engagierten beritt zu unterstützen. denn es sei ein gutes pferd, das gerne weiter gefördert werden würde, aber besser mit einem anderen reiter/besitzer. und die frau sei ein guter mensch und reiter, aber auch besser mit enem anderen pferd als begleiter.
     
     
  5. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Dabei mußt du auch an deine Sicherheit denken! Helfen ist ja schön und gut, aber man muß nicht den Hals hinhalten. Das kann auch eine Feundin/ Bekannte nicht verlangen, du verdienst schließlich nicht dein Geld damit, oder?
    Dieses Pferd verlangt einen guten Reiter und kompetenten Pferdemenschen. Beides ist deine Bekannte offenbar nicht. Die Spirale wird sich immer weiter schrauben, bis etwas passiert. Entweder bricht sich die Bekannte (oder du) die Gräten, oder das Pferd verletzt sich. Irgendwann wird es auch kaum noch möglich sein, solch ein Tier zu verkaufen, also besser jetzt die Reißleine ziehen!
     
    terrorschaf gefällt das.
  6. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Ich kenne übrigens einen ähnlichen Fall, nur ist da das Pferd jung, knapp 1.5 Jahre geritten gewesen, mir einem Gangfehler und schlechter Gangtrennung. Vom Charakter eher her als starke eigene Meinung.
    Wurde sehr günstig verkauft. An ältere Frau als Ruhestandspferd, Umsteiger von den Grossen aber vermutlich (optisch) eher Jahrzehnte lang nicht mehr geritten.
    Hat eigenen Pferdehof, den aber wohl der Mann macht. Der reitet anscheinend nicht. Grosse Koppeln und Auslauf im Winter.
    Inzwischen kann sie es zum RU auf dem Geburtshof führen - ca 2km zu Fuss. Reiten traut sie sich nicht. Pferd geht im Gelände gerne mal einfach so durch und rennt heim. Sie reitet kein Gelände mehr. Ging auch schon von der Gruppe (fremder) Pferde aus durch Richtung nah Hause. Auf ihrem Platz lässt es sich inzwischen weder Reiten noch Longieren mehr - versucht die Pfosten umzudrücken um rauszukommen.
    Hat auch schon erfahrenere Reiterin 2x abgesetzt.
    Das hat sie alles beim Kurs erzählt. Und dass sie dem Pferd bis Ende Sommer gibt - hat es etwa seit Frühjahr letzten Jahres.Wenn es dann nicht geht oder deutlichere Entwicklungsfortschritte macht, trennen sie sich oder sie hört auf, es zu reiten.
    Und ich sah dann ein unauffälliges Pony in der RS brav und mit sauber getrennten Tölt und Trab seine Runden in der Halle ziehen, fleissig, nicht unzufrieden. Passable Seitengänge. Kommandos nicht sauber aber akzeptabel ausgeführt.
    Ja: In der Halle würde sie funktionieren.
    Jetzt hat sie eine junge C-Trainerin gefunden, die zu ihr auf den Hof kommt. Die ist zwar sehr nett aber nicht unbedingt sehr erfahren.
    Ich bin mal gespannt, wo es mit den beiden hinlaufen wird.
    Die Frau erwartete halt ein unkompliziert zu bedienendes sicheres Geländepony, mit dem sie 2-3x die Woche alleine Spazieren reiten kann oder Abendspaziergang machen kann; bekommen hat sie ein charakterstarkes Pony, das sie nur den Weg zwischen den beiden Höfen führen kann, alles andere weigert sie sich.
    Es ist charakterlich für die Zwecke sicher nicht das geeignetste Pferd und ich verstehe die Rolle des Mannes auch nicht so ganz dabei. Aber es war günstig. Und sie hat schon sehr viel Geld in Beritt und RS gesteckt. Dass der Gangfehler sich ausgewachsen hat, ist sicher für die Ponyzukunft auch gut. Aber die Erwartungen und die Realität klaffe halt unendlich weit auseinander.
    Bin gespannt, wie es ausgeht. Nach den Erzählungen hätte ich gedacht, verkauf es besser schnell.
    Beim Reiten in der Halle haben die zwei schon sehr gute Fortschritte gemacht. Aber gemessen an den Erwartungen beim Kauf ist es halt sehr wenig.
    Bleibt spannend.....
     
  7. Ponychen

    Ponychen Neues Mitglied

    Hallo und vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen.

    Sokrates, ja, so ist es ziemlich auf den Punkt getroffen.

    Weltenwnaderer. sie bleibt, soweit ich es mitbekomme, weitestgehend angstfrei, versucht aber natürlich mögliche triggersituationen zu vermeiden. Sie war lange von der Zukunft überzeugt. Aber inzwischen nicht mehr so (uA auch weil ich heute noch mal lange mit ihr drüber geredet habe) und ich fürchte das ist auch besser so.
    Ich glaub schon, dass sie zwischendurch auch Spaß hat, aber meistens ist es halt anstrengend. Das Pferd ist A-Platziert (dr und spr) und sie kann es bisher nicht ansatzweise Konstant am Zügel reiten, kann das Tempo nicht bestimmen, bekommt zB selten dauerhaft einen gleichmäßigen Arbeitstrab hin, das Pferd wechselt zwischen schlurf-Jog und mit mit Birne hoch übern Tempo wegtippeln so wie es eben gerade lustig ist, wenn es nicht gar versucht, eigenständig die Gangart zu wechseln. Äh, Richtung bestimmen funktioniert recht zuverlässig. Wenn er nicht gerade vor irgendwas zur Seite springt.
    Es ist schon in gewissen Bereichen etwas besser geworden. In Galopp (fällt ihm leicht) kann sie ihn inzwischen halbwegs rund reiten, sie sitzt ohne ihm in den Rücken zu fallen, ihre Hand ist halbwegs ruhig, ich würde mal sagen so an sich stört sie ihr Pferd nicht massiv und zum Beispiel wenn sie ab und zu mal eines meiner leichtrittigen Pferde reitet, kommt sie damit recht gut klar, das auch besser als früher.
    Ihr Pferd ist recht stark und möchte wirklich gearbeitet und beschäftigt werden. Sonst langweilt es sich. Zudem testet es viel und verlangt nach einer konsequenten und ruhigen Führung. Wenn er beschäftigt ist und was zu arbeiten hat und ich sag mal von jemandem geritten wird, der weiß was er da tut und ihn „Rahmen“ gibt, dann hat der Spaß und macht toll mit. Aber das kann sie reiterlich nicht leisten und ich bekomme sie da auch nicht hin. Er spielt halt seine Spielchen mit ihr, das fängt und fing mit kleinen Sachen an und ich habe das Gefühl er steigert es. Das war anfangs mal knappen, dann mal aus Prinzip einfach stehen bleiben statt angaloppieren, dann mal ein kleiner Bocksprung, dann zurseitespringen Wegen Dingen die da schon immer standen, an der aufsteighilfe den hintern wegdrehen, später durchgehen im Gelände (nicht aus dem Galopp in den unkontrollierten Galopp, sondern aus dem Schritt in den unkontrollierten Galopp) bishin jetzt jüngst eben beim aufsteigen bockend losrennen.
    Theoretisch ist es einfach „sei konsequenter“ aber sie bekommt es nicht hin, er nimmt sie nicht ernst und ich schaffe es nicht, ihr zu erklären wie sie wann genau handeln soll. Da ist ja auch viel intuitiv. Hm.
    Vorher ist das Pferd von einer Junioren Springreiterin geritten worden, die bereits bis M erfolgreich war/ist. Es wurde von einer Reitschule an einen Händler gegeben, wo sie es dann gekauft hat. Das sagt ja auch schon was aus.
    Ich persönlich hab schon auch mal Spaß an dem, aber es ist auch anstrengend und man muss immer etwas „auf der Hut“ sein. Unterm Strich ist das Tier wahrscheinlich einfach zu sensibel für Einsteiger.
    So puh ich hoffe ich hab jetzt keine Frage vergessen.

    Wanderteiter, du hast mit jedem Wort recht.

    Also wie gesagt wir haben heute noch mal geredet; ic habe klar gestellt dass ich mich da zurückziehen werde, sie akzeptiert das und überlegt sich jetzt, ob sie das Tier abgibt oder ob sie es mit wirklich qualifizierten Trainern und eventuell 24h koppel-grossgruppen-Haltung noch ein letztes Mal versucht (derzeit steht er Tags draußen nachts drinnen).
     
  8. Amisia

    Amisia Mitglied

    Ehrlich gesagt frage ich mich bei diesem Werdegang auch, warum die Springreiterin offenbar für das A-platzierte und leistungsbereite Tier keinen Käufer gefunden hat, der mehr zahlt als eine Reitschule. Da können oder wollen sich die meisten ja die üblichen Preise für gesunde, ordentliche ausgebildete junge Sportpferde eher nicht leisten. Bei sowas drängt sich doch der Verdacht auf, dass irgendwas Größeres im Argen liegt, entweder gesundheitlich oder charakterlich.
     
  9. Ponychen

    Ponychen Neues Mitglied

    Ja, Amisia, so ist es.
    Gesundheitlich, klar theoretisch könnte irgendwo nämlich was unentdecktes aufkommen, aber ich glaube es eher nicht. Der wirkt mir fit und das auch schon ne Weile. Aber wegen der charakterlichen Bedenken habe ich jetzt auch gesagt, dass ich mich zurückziehe. Ich glaube, der wird wohl eher nie völlig berechenbar (sofern man das einem Fluchttier abverlangen kann, ihr wisst wie ich meine) und kein gemütliches am langen Zügel ausreitpferd.
     
  10. ruffian

    ruffian Schimmelreiterin

    Unter einem "lebhaften Pferd" verstehe ich etwas deutlich anderes als das, was hier beschrieben wird. Dieses Pferd würde ich mir nicht antun wollen. Es ist völlig unklar, ob es sich bei dem Verhalten um die Folgen unzweckmäßiger Ausbildung und Erziehung handelt oder um ein charakterliches Problem. Ein Pferd, das beisst und den Reiter vorsätzlich an die Bande klatscht ist nicht "lebhaft", dafür hätte ich andere Ausdrücke bereit. Reiterliche Defizite verzeihen nicht alle Pferde mit gleicher Großzügigkeit, aber das ist jenseits dessen, wofür ich die Unfähigkeiten einer Besitzerin verantwortlich machen würde.

    Wäre es meine Bekannte, dann würde ich ihr von diesem Pferd abraten und mich mit dem Hinweis auf meine Sorge um ihre Gesundheit weigern, noch irgendeine Hilfe zu leisten.
     
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