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Atypische Weidemyopathie

Diskutiere Atypische Weidemyopathie im Innere / Organische Erkrankungen Forum; In den letzten Jahren wurden immer wieder verendete Pferde auf Weiden gefunden, die offenbar vergiftet worden waren. Manchmal konnten auch keine...

  1. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    In den letzten Jahren wurden immer wieder verendete Pferde auf Weiden gefunden, die offenbar vergiftet worden waren.
    Manchmal konnten auch keine Todesursachen auf den ersten Blick festgestellt werden.
    Nun wurden in Rastede bei Oldenburg/Nieders. zwei Junghengste mit schweren Vergiftungsanzeichen auf einer Weide gefunden. Sie wurden in eine Klinik gebracht, wo sie dann einige Stunden später gestorben sind.
    Eine Obduktion hat schließlich ergeben, daß es sich um die sog. atypische Weidemyopathie handelt.
    Wer sich über diese rätselhafte Erkrankung informieren möchte, kann dies hier tun: www.pferdesportverband-sh.de/03/weidemyopathie.pdf
     
  2. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

  3. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Hat irgendjemand von euch auch persönlich Erfahrungen damit gemacht?

    Mich interessiert, ob es in bestimmten Regionen öfter vorkommt?

    Ich habe von dieser Krankheit noch nie vorher gehört und bin einigermaßen geschockt...
     
  4. Piennie

    Piennie Inserent

     
  5. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Ich habe nur indirekt über die Sache mit den Junghengsten in Rastede (Norddeutschland) von einem Kunden gehört, der dies im Laden erzählte.
    Soviel ich weiß, ist die Erkrankung keine regionale Sache, sondern tritt in Kombination bestimmter Auslöser in ganz Deutschland auf.
    Überwiegend betroffen sind Jungpferde und alte Tiere, die eine geschwächte Immunabwehr besitzen.
     
  6. Honigmaus

    Honigmaus Inserent

    *Staubwegwisch*

    Ich habe leider Erfahrung mit der Erkrankung machen müssen.
    Sehr lehrreich kann ich nur sagen...

    Situation:
    Warmer Herbst, abgefressene Weiden, zufütterung in der Box, max. 19h Weide am Tag.

    Mein Schimmelchen wurde auf der Seite liegend entdeckt und hochgescheucht. Konnte sich kaum bewegen, TA wurde sofort gerufen.

    Der konnte nichts machen, außer Schmerzmedis spritzen, so ging es in die Klinik.

    Einlieferungsdiagnose (bzw Anmeldung von unserem TA): Kolik

    Untersuchungen Blutbild, Abhören, Rektal.

    Muskelwerte waren nicht messbar, dafür waren die restlichen Organwerte Top.
    Es wurde ein Herzgeräusch festgestellt.
    Dazu war der Darm leicht aufgedunsen und bewegte sich nicht normal.

    Es ging auf die Intensivstation.
    Ein ZVK (zentraler Venenkatheter) wurde gelegt, weil die Zugänge in den Halsvenen sich bei der folgenden Therapie gerne entzünden und das konnten wir nicht gebrauchen.

    Therapie: Es gab 60-80l Flüssigkeit am Tag.
    Dazu 4 mal ein kleines Blutbild, um festzustellen, was der NaCl-Lösung noch zugesetzt werden musste.
    Injeder Infusion waren Entzündungshemmer, Schmerzmedis und Antibiotika.

    Am 2. Tag wollte er fressen, bekam eine Schlundverstopfung.

    Nach 40 Stunden haben wir den Kampf verloren und musste ihn einschläfern lassen.
    Er hat sich abgelegt (ich gehe immer noch davon aus, dass er einfach Müde war. Und Snoopy legte sich immer hin, egal wo er war).
    Die Atmung konnte kaum noch aufrecht erhalten werden.
    Er stemmte sich noch einmal hoch, es wurde ein Zugang in den Hals gelegt, bevor er zusammenbrach (laut TA).

    Was hat mich das ganze gelehrt?
    Ich stelle nie wieder ein Pferd ab September 24h auf die Weide. Ganzjahres Weide schonmal gar nicht.
    Wenn es nochmal die Diagnose bzw. den Verdacht darauf gibt, sparen wir uns den Weg in die Klinik. Es wird noch vor Ort erschossen.
     
  7. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Ich hatte verstanden, dass man es bereits auf das Vorhandensein bestimmter Baumarten auf den Weiden, ua Ahornsorten zurückführt und auf eine toxinbildende Verpilzung oder sonstige Verkeimung (Blaualgen, Bakterien) der heruntergefallenen Blätter tippt, die evtl dann auch auf Gräser oder anderes im Umfeld übergehen kann?
     
  8. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Das ist richtig. Einmal sind Ahornsorten im Verdacht, aber noch andere Bakterientoxine. Letzteres war schon (ich meine) 2011 untersucht worden, leider konnte man da aber nicht weitergehend forschen, weil das bedeutet hätte, Pferde mit dem Bakterientoxin zu vergiften, was so auch zu Forschungszwecken nicht einfach durchgewunken wird.

    Honigmaus, ich hoffe, es geht Dir mittlerweile etwas besser? Hab viel an Dich denken müssen, wegen der Geschichte....
     
  9. Raudhetta

    Raudhetta Überlebensanzugtraegerin

    Gil, ich vermute, dass es am Ende eine "bunte" Mischung ist. Etwas von dem Gift (Pilze), etwas von jenem Gift (Weidelgras-symbionten). Wie wir ja alle wissen, die Dosis macht das Gift.

    Interessant finde ich, dass es scheinbar meist erst zur Diagnose Kolik kommt. Warum? Ganz einfach wir haben hier um die Ecke mehrere nebeneinander gelegene Offenställe, die vor ein paar Jahren eine ganze Reihe von "Kolikfällen" hatten. Es waren (wenn ich mich richtig errinnere) 3-4 Offenställe nebeneinander betroffen. Alle hatten unterschiedliche Heulieferanten und unterschiedliches Weidemanagement. Die einen durften nur ein paar Stunden täglich, die anderen 24hrs und so weiter. Wasser wurde untersucht, Weiden wurden untersucht.. NICHTS.
    Am Ende war die Frage ob es nicht ganz einfach die Lage ist. Die Ställe liegen halt alle zusammen am Hangfuss an einem Wäldchen. Wenn ich aber jetzt lese, dass es häufig zu der Diagnose Kolik statt Weidemyopathie kommt, könnte es auch gut sein, dass es was anderes war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2014
  10. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Vermutlich, weil diese Diagnose ebenfalls zutreffend sein kann?? Honigmaus schrieb ja auch, das der Darm auch betroffen war. Es ist zwar eigentlich eine Erkrankung die die sogenannte Skelettmuskulatur und die Muskulatur des Herzens betrifft, aber wovon bekommen Pferde Kolik?! Ich denke mir, das die Koliksymptome vorhanden sind, und erst nach Behandlung deutlicher zu werden scheint, das der Ursprung des Problems ein anderer ist.


    Ansonsten stimme ich Dir zu, vermutlich ist es im Gründe eine Faktorenkrankheit, und der Wunsch, einen alleinigen Auslöser zu finden, herrscht eben vor.

    Unsere Pferde haben jetzt fünf Jahre auf ganzjähriger Weide verbracht, und es gab keinerlei Probleme.


    via Tapatalk
     
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