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Auto rammt ein Pferd

Diskutiere Auto rammt ein Pferd im Versicherungsfragen Forum; Hallo Leute, ich hab gestern etwas Schreckliches erlebt. Weil es mir sehr hilft darüber zu sprechen (zu schreiben), möchte ich es euch...

  1. *Zottel*

    *Zottel* Inserent

    Hallo Leute,

    ich hab gestern etwas Schreckliches erlebt. Weil es mir sehr hilft darüber zu sprechen (zu schreiben), möchte ich es euch erzählen:

    Mein Nachbar und Stallbesitzer hat drei Hafi-Stuten. Die sind immer auf einer Weide, die genau gegenüber vom Stall ist. Das heißt, wir müssen nur über die Hauptstraße, dann kommt ein ca. 4m breiter Gang (auch schon Wiese) zwischen einer Scheune und einer Hofzufahrt und dann kommt eine sehr große Koppel für die Hafis. Und ich bringe die fast jeden Tag raus und hole sie wieder rein. Ab und zu macht es der Stallbesitzer selber wenn er mehr Zeit hat.
    Ja, und gestern gegen 17.15 Uhr habe ich die drei auch wieder hereingeholt. Rechts neben mir hatte ich Maya an einem Strick. Links neben mir hielt ich Namira am Halfter und links neben der lief Sendi an einem Strick. Also es hat schon gedämmert zu der Zeit und die Straßenbeleuchtung war an. Jedenfalls lief ich mit den Dreien auf die Straße zu und sah das Scheinwerferlicht von einem Auto und hielt. Wir alle waren noch auf dem Gehweg. Okay, ich sah das Auto um die Kurve kommen und im nächsten Augenblick sah ich, wie das Auto sich drehend auf uns zu bewegte und schon prallte es auf Sendi. Das war der Hammer. Sendi war weg, Maya war weg und ich hielt mich an Namiras Halfter fest de wegrennen wollte, aber ich bekam sie schnell in den Griff und brachte sie zum Stall. Da sah ich dann auf der Hofauffahrt Sendi stehen. Zitternd und sie konnte kaum laufen. Da fing ich schon an zu schreien und brüllte den Fahrer an, noch während ich Namira am
    Putzplatz anhängte.
    Ich war außer mir und schrie wie eine Wilde und beschimpfte den Fahrer. Dann klingelte ich bei meinem Nachbarn und sagte, dass jemand in die Pferde gefahren sei. Er kam dann gleich raus.
    Ich nahm inzwischen Sendi, die auf den ersten Blick keine Wunden hatte, die es aber trotzdem voll erwischt hatte.
    Als ich die angebunden hatte suchte ich Maya. Und die war cool. Als der Aufprall geschah ging sie wohl nur ein paar Schritte zurück in Richtung Koppel und blieb da geschockt stehen. Sie ließ sich schnell einfangen, war aber schon verstört. Alle waren zwar etwas nass vom Schnee, aber plötzlich waren alle schweißnass und dammpften.
    Ich sah mir erst die Pferde an, schimpfte währenddessen immer noch. Ich war auch völlig unter Schock, denn das Auto verfehlte mich um ca. 30 cm...
    Ich schilderte meinem Nachbarn den Vorfall, der sich dann mit dem Fahrer, einem 19jährigen Jungen, unterhielt und dessen Vater dann gleich kam.
    Ich konnte an den Pferden nichts feststellen und konnte das auch kaum glauben. Sendi war völlig intakt. Verrückt!
    Dann kam noch die Freundin des Vaters des Fahrers mit und ich fand allgemein die Reaktionen der Leute zum Ko****. Die haben wohl alle nicht begriffen, dass ich inmitten der Pferde war und ich hätte getroffen werden können. Da wurde erst nach knapp zwei Stunden (vom Nachbarn schon gleich nach dem Unfall) gefragt, ob mir was passiert sei. Ich fand das echt hammermäßig. Die schauten hauptsächlich nach dem Auto, der Vater und seine Freundin... Okay, und sie sagte, dass den Pferden hoffentlich nichts passiert wäre.

    Dann stellte sich die Frage, ob man die Polizei holen sollte. Ich riet meinem Nachbarn dazu, falls an den Pferden oder mir Folgeschäden auftreten würden.
    Nach 45-60 Minuten kam dann mal eine Streife. Und das war dann der nächste Hammer: Die interessierten sich nicht mal für den Vorfall! Ich war der Meinung, sobald ein Verkehrsunfall mit anderen Beteiligten vorliegt, nimmt die Polizei den Unfall auf, schon aus versicherungstechnischen Gründen.
    Nein, diese Polizisten (übringens Dein Freund und Helfer!!!) waren total gelangweilt und desinteressiert und sagten, dass sie nur da wären, um die Ordnungswidrigkeit, also dass der Kerl die Kontrolle übers Auto verloren hatte, zu ahnden. Das wären 35 Euro für ihn und das wäre es. Die hatten immer noch nicht kapiert, dass der ein Pferd abgeschossen hatte und ich auch hätte getroffen werden können.
    Noch besser war, dass die nicht mit mir gesprochen haben, sondern nur mit meinem Nachbarn und dem Vater des Jungen. Und dann fragten sie zum Schluss recht aggressiv, ob sie nun den Unfall aufnehmen sollten oder nicht. Aber mit der Versicherung bzw. dem Nachweis hätten sie nichts zu tun.
    Gut, dann einigte man sich, dass Tierarztkosten auf den Verursacher laufen würden und die Sache war abgehakt.
    Der Fahrer entschuldigte sich 100 Mal bei mir und am Schluss sagte ich, es sei okay, aber er solle in Zukunft anders fahren.

    Er schilderte aus seiner Sicht:
    Er kam um diese Kurve (echt nicht zu schnell!), sah mich mit den Pferden und dachte, ich würde über die Straße gehen. Daraufhin bremste er zu stark und kam ins Schleudern.

    Okay, blöd gelaufen. Ich darf mir nur nicht vorstellen, wie das hätte ausgehen können - auch für mich!

    Das Auto ist ein wirtschaftlicher Totalschaden. Die gesamte Beifahrerseite, vom Kotflügel bis zum Kofferraum, ist demoliert und eingedellt. Das Fenster hinten ist hinausgebrochen...


    Ja, das war mein Erlebnis gestern... Danke Euch fürs "Zuhören". Vielleicht hat ja noch mal jemand so eine Erfahrung gemacht???
     
  2. miss_dreamer

    miss_dreamer Inserent

    Hallo *Zottel*.

    Ich wäre einmal beinahe beim Probereiten für eine RB angefahren worden. Ich saß auf dem völlig unbekannten Pferd, wir waren unterwegs (Feldweg) zu einer Wiese. Von hinten kommt ein Auto, lässt immer wieder den Motor aufheulen. Ich hatte keine Ahnung, was passieren könnte und bin auf einen Acker ausgewichen. Der Autofahrer hat mächtig Gas gegeben und ist davongebraust.
    Ich habe nur den Tipp bekommen, immer auf das Nummernschild zu achten.
    Mit drei Pferden über eine Straße zu gehen würde ich aber auch nicht machen. Wenn du sie gut kennst ist das ja etwas anderes. Beim nächsten Mal würde ich sie allerdings einzeln führen, evtl. haben sie ja psychische Schäden davongetragen.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dass es euch allen Vieren gutgeht.
     
  3. *Zottel*

    *Zottel* Inserent

    Hi,

    danke für Deine Erfahrung!

    Ja, ich kenn die Hafis sehr gut und kann sie auch sehr gut einschätzen. Ich war ja auch nicht auf der Straße, wir haben auf dem Gehweg gehalten und ich hatte sie unter kontrolle.
    Wenn ich sie auf die Weide bringe, nehme ich jeden einzeln, denn da sind die etwas aufgedreht. Aber beim Reinholen sind die grundanständig und sehr gut und einfach kontrollierbar.

    Trotzdem stellte sich bei mir nun die Frage: Gibt es irgendwo eine Vorschrift, wieviele Pferde man gleichzeitig führen darf?

    Es gab in der Nähe schon mal Theater, weil eine 4 oder 5 Pferde gleichzeitig führte, die dann aufgrund eines LKW durchgingen. Ich weiß nur, dass alles gut ausgegangen ist, aber ob es nun verboten ist, mehr als ein Pferd auf einmal zu führen, das weiß ich nicht und hab bisher im Internet auch nichts dazu gefunden.
     
  4. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Ich geh einfach mal davon aus, dass die Pferdehaftpflicht (nur für die sollte es ja interessant sein, wie viele Pferde man führt) sowas als "grob fahrlässig" ansehen würde. Sprich, verboten nicht, aber die Haftpflicht würde dann wohl nicht mehr zahlen, wenn eins der Pferde ausbüchst und nen Schaden verursacht.

    In deinem Fall war es ja wurschd, wie viele Pferde du an der Hand hattest. Wenns weniger gewesen wären, wärt ihr ja trotzdem gerammt worden.

    Im Übrigen: Was soll die Polizei da denn auch machen?! Mehr als Bußgeld verhängen können die ja gar nicht. Mit dem Schaden oder sonstwas haben die doch gar nix zu tun - das müsst ihr (also der Geschädigte und der Schädigende) alleine regeln.
    Ist aber auch bei "normalen" Autounfällen so. Die nehmen halt den Unfall auf, schreiben sich Kennzeichen usw auf und das wars. Mehr KÖNNEN die ja gar nicht machen.
     
     
  5. Fjordfan

    Fjordfan Inserent

    Nun ja ich würd zumindest das angefahrene Pferd GRÜNDLICH vom TA untersuchen lassen - nicht dass irgendwas ist oder was verrenkt ist (Osteopath?) - und das der Versicherung in Rechnung stellen.
    Fakt ist in diesem Lande leider dass der Kerl nur eine Ordnungswidrigkeit mit Sachbeschädigung begangen hat - wobei man das auch noch anders sehen kann - denn da du auch da drinnen standest wars eigentlich ne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und müsste höher geahndet werden!
    Über das unmögliche Verhalten würd ich mich tatsächlich mal bei den Vorgesetzten der Polizisten beschweren und die Frage nach der Gefährdung mit stellen!
     
  6. *Zottel*

    *Zottel* Inserent

    @Lorelai:

    Die Polizei holten wir deshalb, weil evtl. Spätschäden auftreten könnten. Und damit der Verursacher das dann nicht mehr abstreiten kann, sollte es eigentlich die Polizei aufnehmen.

    Mir ist mal frontal einer ins Auto gefahren und wir hatten uns so geeinigt. Und danach hat er vieles abgestritten und ich wäre fast auf dem Schaden teilweise sitzen geblieben. Der Anwalt sagte mir damals: Beim nächsten Unfall mit anderen beteiligten Verkehrsteilnehmern die Polizei holen, damit die dokumentieren.

    @Fjordfan:
    Der Tierarzt hat heute alle gründlich untersucht und die Rechnung geht an den Verursacher bzw. dessen Versicherung. Und die haben sich auch wohl so geeinigt, dass wenn in den nächsten Tagen noch was auftritt, dann stellt man dem das auch noch in Rechnung, wenn der Tierarzt kommen muss.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Jan. 2009
  7. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    @ Lorelai: Das könnte durchaus als "grob fahrlässig" durchgehen, bin mir da aber absolut nicht sicher. Weil EIn Pferd reisst sich genauso schnell los wie DREI.... Und nochmal: Die Haftpflicht-Versicherung zahlt auch bei grober Fahrässigkeit!

    @ Zottel: Junge, da hast Du aber mächtig Schwein gehabt!

    Zum Unfallhergang: Natürlich war das ein Fahrfehler, aber ein "typischer". Durch das scharfe Bremsen (die Kraft wirkt ja nach hinten gerichtet) wird das Heck "rumgeholt" und der Wagen gerät ins Schleudern. Mit ESP und ähnlichen Helferlein wäre vielleicht nichts passiert - oder aber wenn der Kerl besser fahren könnte. Aber sei´s drum, Hauptsache Dir ist nichts passiert - und den Pferden offensichtlich auch nicht.

    LG

    Dennis
     
  8. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Also erst mal gut dass Dir und offensichtlich den Pferden auch nix passiert ist, außer einem riesen Schreck. Ich hoffe, der TA hat das arme Pferdchen gründlilch durchgecheckt.
    Dass die Polizei den Unfall nicht aufnimmt find ich komisch.
    Wir hatten mal einen Unfall - von der Fahrbahn abgekommen, wegen Wild - ohne dass außer unserem Auto irgendwas beschädigt wurde. (Evtl. das Wild, aber das konnte nicht mehr gefunden werden) und trotzdem hat die Polizei das aufgenommen. Schon alleine als Beleg für die Versicherung, dass es sich um einen Wildunfall gehandelt hat.
    Die sagten mir sogar, dass so ein Unfall gemeldet werden MUSS.
    Dann doch erst recht, wenn dabei jemand in Mitleidenschaft gezogen wird. oder ?
    Komisch das Ganze.
    Aber im Endeffekt, Hauptsache Euch ist nichts passiert. Ich würd aber das Pferd jetzt gründlich im Auge behalten. Wenn der TA nicht geröngt hat...
    Unserer hatte mal einen Haarriss durchs ganze Röhrbein und das Griffelbei zertrümmert nach einem Tritt. Wäre nicht die Arterie verletzt gewesen und der TA vor Ort hätte zur Behandlung in der Klinik geraten wäre der Bruch nicht aufgefallen und unser Pferdchen hätte das damals vielleicht nicht überlebt. Also will keine Angst machen, aber da der Unfallverursacher eh für die Kosten aufkommen muss, würd ich auch alles untersuchen lassen. Dass das Pferd nach so einem Zusammenprall nur mit dem Schreck davonkommt ist schon ungeheures Glück.
    Wie Smigel schon sagte, deckt die Haftpflicht auch grobe Fahrlässigkeit ab, eigentlich ist nur Vorsatz nicht mitversichert.
    Also,wenn Dir die drei mal stiften gehen, wären zumindest Schäden, die anderen dadurch entstehen mitversichert.
     
  9. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Leo, Leo, Leo.... *tststs* In welcher Branche bist Dunochmal tätig? *gggg* :tongue:

    1.: Das zählt doch nur für die Teilkaskoversicherung, wo Wildunfälle versichert sind.

    2.: Ein Pferd ist doch KEIN Wild!! :mask:


    Ja, wenn man WILD angefahren hat, damit sich der Jäger, Förster oder Metzger drum kümmern können. :biggrin:

    LG

    Dennis
     
  10. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    ich finds auch seltsam, dass es nicht aufgenommen wurde.
    Im Prinzip ist es doch so, wie wenn ich den Vorgarten von jemanden reinfahre. Es ist zwar nichts passiert, aber eine "Sache" (klingt jetzt blöd) wurde beschädigt. Dafür muss der Verursacher bzw. die Versicherung des Verursachers aufkommen.
    Da bei Pferden ja evtl. nicht sofort das Ausmaß der Beschädigung zu erkennen ist (innere Verletzungen, HK- Versagen durch Schock etc.) sollte das unbedingt aufgenommen werden. Im Prinzip könntest du ja jetzt ein ähnliches Pferd wegen Schäden behandeln lassen und das von der Versicherung zahlen lassen. Die werden da evtl. nicht so einfach zahlen, wenn du nicht nachweisen kannst, dass es genau das Pferd war.
    LG
     
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Thema: Auto rammt ein Pferd