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Bodenarbeit mit jungem Pony

Diskutiere Bodenarbeit mit jungem Pony im Bodenarbeit Forum; Gespenst, ich verstehe dich, mir geht es genauso. Ich denke vor einer Übung immer an den Worst Case - was mache ich, wenn das Pony dieses und...

  1. Belle

    Belle Neues Mitglied

    Gespenst, ich verstehe dich, mir geht es genauso. Ich denke vor einer Übung immer an den Worst Case - was mache ich, wenn das Pony dieses und jenes macht...! Sprich, ich konzentriere mich nicht komplett auf die Übung, sondern habe schon wieder Kopfkino:bloed:.

    Anderes Beispiel meine Tochter, 9 Jahre, knapp 1.30m/28kg, bewegt die Ponys von A nach B locker flockig:autsch:. Auf meine Frage, wie sie das macht, bekomme ich ein Schulterzucken und die Antwort "ich mache einfach":eek:.
    Genauso versuche ich jetzt Übungen zu starten, mental positiv....! Gelingt mir nicht immer, ABER ich arbeite dran:astrein:
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2018
  2. Gespenst

    Gespenst Aktives Mitglied

    Grundsätzlich habe ich dieses Gefühl nicht. Allerdings bin ich in der Vergangenheit auch eher an sensiblen Pferden hängen geblieben. Da war zu viel des Guten auch gleichzeitig das Aus für gute Zusammenarbeit. Es war viel mehr Geduld und sanfte Einwirkung gefragt, ob nun zu Pferd oder daneben.
    Bei dem Mini ist das anders. Wenn er Angst zeigt ist es ein Leichtes für mich zu erkennen, wie viel ich ihm zumuten kann, damit er nicht überfordert ist. Geht er gegen mich an, ist es hingegen schwierig für mich, die konkrete Dosis zu finden, ihn in die Schranken zu weisen.
    Bei meinem eigenen Pferd musste ich z.B. nur laut und deutlich Nein sagen und der fühlte sich zurechtgewiesen, und es reichte ein Handauflegen auf entsprechendes Körperteil mit "beweg dich"- Absicht und er wich.
    Beim Mini stößt das hingegen auf taube Ohren oder Gegendruck.
     
  3. kaawa

    kaawa Bekanntes Mitglied

    Mir kam eben ein Gedanke: Ich bin nicht besonders groß, aber es gibt durchaus auch kleinere Menschen als mich. Und besonders, wenn man sich gegenübersteht und unterhält, ertappe ich mich dabei, dass ich mich dann irgendwie "klein" mache, also bisschen krumm, hängende Schultern, keine Körperspannung. Könnte mir vorstellen, dass einem dass mit so kleinen Ponys auch unwillkürlich passiert, obwohl ich selbst keine Erfahrung damit habe. Was wiederum dazu führt, dass deine Körpersprache für den Zwerg nicht oder nur schwer verständlich ist. Als der Trainer dabei war, hast du dich möglicherweise auf diesen ausgerichtet und warst dadurch klarer. Vielleicht könnte es helfen, wenn du dir vorstellst, ein "normal großes" Pferd vor dir stehen zu haben.
     
  4. Pommes88

    Pommes88 Inserent

    Ich habe auf irgendeiner Seite "kleiner Panzer" gelesen und musste an mein Pony denken. Zumindest das eine, das andere ist das komplette Gegenteil. Einen hammermäßigen Tipp habe ich nicht, aber sei konsequent in allem, was du tust. Gib nicht auf und steh zu dem, was du verlangst.
    Die schlimmste Diskussion, die ich bisher führen musste, ist noch gar nicht so lange her und da ging es nur darum, 4 Ponys auf die Koppel zu bringen. Meiner riss sich los (eigene Schuld, hatte den Strick nur lose in der Hand und reagierte nicht schnell genug) und fraß gemütlich neben der Koppel. Einfangen war kein Thema. Er wollte ja gar nicht weg. Das war Segen und Fluch zugleich. Koppel? Nö. Wieder zum Stall? Nö? Ok, dann laufen wir halt durch die Gegend und dann wird ´s Pony froh sein, endlich auf die Koppel zu dürfen. Dachte ich. Alle Versuche, ihn ins Vorwärts zu kriegen, sind gnadenlos gescheitert. Und so standen wir dann echt eine dreiviertel Stunde und rührten uns nicht vom Fleck. Jeder Versuch zu grasen, wurde unterbunden. Fand er doof, aber warum sollte ich ihn noch belohnen? Irgendwann bin ich vollkommen gefrustet und sehr sauer doch zum Stall zurück, Pony wurde mehr oder minder mitgezogen. Na, das fand er ja bescheuert! Ich hatte Gott sei Dank meinen Stallchef noch getroffen und mit seiner Hilfe den kleinen Esel auf die Koppel bringen können. Da brauchte es tatsächlich einen Satz heiße Ohren. Beziehungsweise was auf ´n Hintern. Alleine hab ich es nicht geschafft. Zu zweit war es kein Problem. Beim nächsten Mal nahm ich ein Reitermädel mit, was zufällig eine Gerte in der Hand hatte. Sie hat ihn nur ganz leicht angetickt, weil er wieder stehen bleiben wollte. Das hat schon gereicht und er ging vorwärts.
    Wenn ich mit den Jungs die Gegend erkunde, nehme ich immer eine Fahrpeitsche mit. Geniales Teil. Mit Eselchen bin ich noch ein paar Mal (mit Peitsche in der Hand) über die kritische Stelle gelaufen. Kein Thema. Hab mich wie bescheuert gefreut, dass er ohne Anticken mitkam und das überschwänglich gelobt. Und bei ihm ist es tatsächlich so, dass er nach spätestens einer Woche vergessen hat, dass er in meinem Tempo mitzulaufen hat. Gibt dann einen kurzen Anschiss und dann geht ´s wieder. Eine andere kleinere Koppel: Esel zögert, will stehen bleiben, kassiert einen Anschiss und geht vorwärts. Er will wirklich immer wissen, ob ich ernst meine, was ich verlange. Er passt auf, ob ich aufpasse. Er will jederzeit wissen, ob ich noch in der Lage bin, ihn zu führen. Oft genug hatten wir Situationen, denen ich noch nicht gewachsen war und das sitzt halt erst mal tief. Ich arbeite ständig an mir, an meinem Auftreten, an meiner Stimme und vor allem an meiner inneren Stimmung.
    Beim Zurückweichen mache ich es so: Ich mache mich groß, ticke mit der Gerte die Brust an und sage "zurück". Schritt 2 bei Nichtausführung wäre deutlicher ticken, ein schärferes "zurück" und bei Schritt 3 gehe ich auf ´s Pony zu oder stampfe kurz mit dem Fuß auf. Das Aufstampfen klingt vielleicht etwas komisch, aber irgendwie merken meine dann, dass ich es wirklich ernst meine. Andersherum lobe ich alles sofort, was sie richtig machen. Ziel ist es natürlich, deutlich feiner zu werden. Nur habe ich in der Vergangenheit einiges versäumt.
    Nun ist es doch so ein langer Text geworden. Hoppla! Also, wie gesagt, sei unbedingt konsequent und versuch, nichts abzubrechen. Geh einen Schritt zurück, wenn es nötig ist und, wie andere auch schon sagten, schließ mit einer Übung ab, die gut funktioniert. Manchmal gibt es Tage, da kann man keine starke Führung ausstrahlen. An solchen Tagen mache ich dann nur ganz einfache Sachen, die uns allen Spaß machen oder zumindest niemanden frustrieren. Dem Eselchen gefallen Konzentrationsspielchen ganz gut und seinen Bruder kann man mit Dingen glücklich machen, bei denen er sich toll und mutig fühlen kann. Über 20 cm hohe Stangen hopsen zum Beispiel. Ich weiß, dass er das gut kann. Aber erst mal ist ein Hindernis gruselig. Wenn er es dann geschafft hat, ist er sichtlich stolz auf seine herausragende Leistung.
    Glaub an dich, ihr schafft das schon! :)
     
     
  5. Gespenst

    Gespenst Aktives Mitglied

    Hm... Da ist schon was dran. Wenn ich so direkt vor ihm stehe und etwas möchte, bewege ich mich schon anders als z.B. beim Führen. Und das Führen hingegen klappt ja erste Sahne... Ich sollte wohl mehr auf meine Körperhaltung achten, wenn ich mich ihm zuwende.

    Ach, danke Pommes! Jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so unfähig. So eine Art Situation begegnet mir auch immer wieder mit dem Kleinen. So Komplettblockade halt. Du hast recht, Konsequenz ist da echt verdammt wichtig und manchmal aber auch so nervenaufreibend. Also ich persönlich empfinde es als stressig minutenlang negativ zu verstärken, bevor ich zur Belohnung übergehen kann. Ich empfinde das schon von außen betrachtet anstrengend, wenn der Trainer z.B. versucht dem Pony klarzumachen, dass er sich einfach nur seitlich vor ihn zu stellen hat. Dann läuft Pony zu weit, dann dudelt er in der Gegend herum, dann dreht er sich auf 12 Uhr, ... und immer und immer wieder wird er korrigiert, bis er dann nach langer Diskussion tut, was von ihm verlangt wurde. Mir tut das Tier in der Situation echt Leid, auch wenn ihm physisch kein Leid geschieht. Und wenn dann die erste Reaktion, wenn er wieder zu mir darf, erstmal hinter Mutti verstecken ist, tja... Aber dann klappt's bei mir halt auch ganz urplötzlich. Da muss ich mich wohl einfach mal am Riemen reißen und durchgreifen und nicht immer drüber hinwegsehen, auch wenn's stresst.
     
  6. friederike43

    friederike43 Bekanntes Mitglied

    Diese Situation, die Du da mit Deinem Pony und Deinem Trainier hier so beschreibst würde in mir persönlich aber auch Unwillen hervorrufen. Dass Dein Pony Dich dann zwischen ihm und dem Trainer haben möchte (habe das so verstanden), zeigt in meinen Augen auch, dass da was nicht so ganz rund läuft.
    Vielleicht passt einfach auch der Trainer nur nicht zu Euch beiden?
     
  7. Wuscheli

    Wuscheli Korrektur-Schüler

    Gespenst, ich quäle mich, wenn ich das lese. Mal die blöde Frage des Tages: Was möchtest du denn mit ihm machen? Ponys sind gewöhnlich für Arbeit zu haben. Für Tätigkeiten, die lohnen, dass sie aus ihrem Energiesparmodus erwachen.
    Also: du machst ihm klar, dass er die weltbeste Begleitung für deine Joggingrunde bist, denn ohne ihn hast du Angst im Wald, und er hat einfach das perfekte Begleittempo für dich. Oder, du musst einkaufen fahren, und danach die Horde Hortkinder bespaßen und er wäre der perfekte Kumpel dafür.
    Eigentlich werfen sich Ponys für jede sinnvolle Aufgabe wirklich ins Zeug, warum musst du ihm mit solch klinisch wertvollem Laborzeugs kommen?
     
  8. Gespenst

    Gespenst Aktives Mitglied

    Ich weiß nicht so recht, Friederike... Hatte schon das Gefühl, dass der Trainer bei unserer letzten Einheit ein wenig gereizt war. Er war nicht unfreundlich oder so, aber man hat's schon gemerkt. Finde das irgendwo menschlich, jeder hat mal nen miesen Tag. Unser nächster Termin ist erst wieder in einem Monat, ich möchte nach 2 Einheiten, die qualitativ schon recht unterschiedlich waren, kein vorschnelles Urteil fällen. Der Trainer ist kein Niemand, hat viele Fortbildungen und tritt auch bei bekannten Veranstaltungen auf. Ich gehe davon aus, dass er schon weiß, was er tut. Solange nichts dabei ist, was total daneben ist, möchte ich mir noch etwas Zeit geben, mich damit anfreunden zu können. Der Trainer hat sich nie unfair gegenüber dem Pony verhalten.

    Wuscheli, ich möchte einfach eine gesunde Basis für unser Miteinander haben. Warum muss sich ein Warmblut benehmen und ein kleines Pony nicht?
    Ich habe weder Angst im Wald, noch Bock auf nen Kinderhort. In letzteren kann ich wohl aber auch kaum ein Pony schleppen, dass kleine Fingerchen ankabbert und mit dem Hintern/ der Schulter alles umpflügt, was halt blöder Weise im Weg steht.
    Aus der Grunderziehung heraus kann sich ja durchaus etwas entwickeln, dass dem Pony und mir richtig Spaß macht.
     
    sarah2010 gefällt das.
  9. Tequilla

    Tequilla Inserent

    Gib dem Ganzen doch einen Sinn, ein kleiner Hindernisparcour, Stangen, Bälle oder sowas :)
    Umnieten geht nicht, da brauchts keine Übung, da brauchts die Situation und die richtige Reaktion, find ich :)
     
    sokrates, Melli130 und Charly K. gefällt das.
  10. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Ich finde auch:
    Grundlagen / Benehmen / Grunderziehung *name it* braucht einfach kein Training, keine ständigen Wiederholungen.
    Das braucht glasklare Körpersprache (die der Mensch lernen muß), unbedingte Konsequenz und Souveränität.

    Wie lange dauern Eure Trainingseinheiten?


    LG, Charly
     
    ulrike twice und Wuscheli gefällt das.
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