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Bodenarbeit schwierig mit jungem Pferd

Diskutiere Bodenarbeit schwierig mit jungem Pferd im Bodenarbeit Forum; Hi, ich möchte gerne mal eure Meinungen zu einem Pferd hören: Alter 4 Jahre, Wallach, Warmblut, leicht angeritten (kennt Sattel und Trense, lässt...

  1. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    ich möchte gerne mal eure Meinungen zu einem Pferd hören:
    Alter 4 Jahre, Wallach, Warmblut, leicht angeritten (kennt Sattel und Trense, lässt sich in allen Gangarten geradeaus reiten)
    Besitzerin hat ihn seit 3 Monaten. Er steht im Offenstall mit 24h Weidegang, hat 2 Wallachkumpels zum Spielen. Im Offenstall ist er der Chef, blöd ist, dass er auch nach den anderen Pferden kickt, wenn ein Mensch dazwischen steht. Er achtet da gar nicht drauf. Die anderen beiden wissen, dass man sich benehmen muss, wenn ein Mensch den Stall betritt, er noch nicht!
    Die Besitzerin macht bis jetzt hauptsächlich Bodenarbeit mit ihm und hat regelmässig (1-2 Woche) Training bei einer NHS- Trainerin. Hauptsächlich werden da Grundsachen geübt: Rückwärtsgehen, Hinterhand weichen lassen, Führtraining. Pferd zeigt sich aber recht selbstbewusst und bestimmt selbst, wann es mit macht.
    Ab und zu reitet die Besitzerin für 10-20 Minuten Schritt und Trab auf dem Reitplatz, sie geht oft mit ihm ins Gelände (führen). Pferd ist dabei sehr brav und gelassen.
    Nun hat die Besitzerin vom TA und Sattler (Pferd ist gesund, hat keine Rückenprobleme etc.) verordnet bekommen das Pferd an der Longe aufzubauen, damit sich die Rückenmuskeln besser ausbilden.
    Also wollte sie ihn im Roundpen erst mal locker laufen zu lassen. Problem: Pferd sieht das gar nicht ein, sich wegschicken zu lassen und sich zu bewegen weil Mensch das will. Treibt sie ihn an, bleibt er stehen und dreht sich um, läuft auf die Besitzerin zu und will absolut nicht mit der Schulter weichen. Das Problem wurde dann erstmal gelöst indem sie sobald er sich zu ihr dreht mit dem Seil vom Stick auf die Schulter schnalzt. Dann lief er erstmal, hat aber recht schnell wieder angehalten und ist zu ihr hin, teilweise hat er sie sogar beinahe umgerannt. Dem Pferd wurde erstmal nur gezeigt, dass es Abstand zu halten hat und wenn der Mensch es fordert soll er sich bewegen. Das ging ihm total gegen den Strich. Dabei muss ich sagen, hat die Besitzerin nicht viel Druck aufgebaut, angetrieben wurde nur wenn er stehen bleiben wollte bzw. sich ungefragt ihr nähern wollte. Zwischendurch hat sie ihm auch immer wieder Pausen gegönnt, wo er nur auf dem Hufschlag stehen bleiben sollte. Und nach ca. 5-10 Minuten ist es ihm dann zu bunt geworden: Pferd nimmt einfach so aus dem lockeren aussen herum traben Anlauf und springt ins Tor rein bzw. durch (sind bei uns drei Breitbandlitzen, Höhe ca. 1,60m, optisch schon sehr gut als Barriere zu erkennen!) und bügelt mich dabei noch fast um (ich stand hinter dem Tor zum zuschauen), ich konnte noch gerade so weg springen, hatte aber die Hufe dicht vor mir. Sowas hab ich noch nicht erlebt, also der musste wirklich noch nichts arbeiten, hätte ja sonst gesagt der wurde wahrscheinlich total überfordert und sah nur noch Flucht- verständlich, aber so... ??? Jetzt hat die Besitzerin erstmal ordentlich Respekt. Wir haben den Kerl natürlich wieder geholt, und nochmal 5 Minuten im Schritt und Trab aussen herum geschickt und dann erst weg gestellt.
    Tja, was macht man jetzt am besten mit so einem Pferd? Würde gerne von Euch hören, wie ihr vorgehen würdet.
     
  2. Gleam<3

    Gleam<3 Inserent

    Hi :)

    Also ich kenne das auch sehr gut. Meine Junge Stute, die jetzt 3 Jahre alt ist hat das anfangs auch gemacht.
    Zuerst lief sie gut und machte das was man von ihr wollte, doch wenn sie keine Lust mehr hatte sprang bzw. rannte sie einfach durch den Zaun, obwohl ich sie an der longe hatte!
    Ich sprach mit meiner Reitlehrerin darüber. Sie sagte, dass wenn sie das öfter machen sollte, das man strom (also weidezaungerät) auf den Zaun machen sollte und ihr so zeigen, dass sie das nicht darf. Ich habe das nict auspobiert, weil ich es auch so hinbekommen habe, jedoch ist das mit dem Strom eine lösung.
    Ich habe es ohne geschafft. Ich habe sie erst ziemlich eng um mich herum longiert und sobald ich merkte, dass sie probierte abzuhauen habe ich sie angehalten. :stung: ... mit der zeit wurde das immer besser. Und ich ließ sie jedes mal weiter nach außen. Schließlich hat sie es dann gar nicht mehr versucht dabzuhauen!

    Aber ganz wichtig ist, wie ihr es auch gemacht habt, falls das pferd wirklich abhaut es wieder zu holen und noch weiter zu machen. Das Pferd muss lernen wer der Chef ist.

    Ich hoffe ich konnte dir helfen und es klappt bei euch auch.

    LG :sneakiness:
     
  3. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Puh da scheint sie sich ja einen richtigen Dickschädel angeschafft zu haben.
    Was mir einfällt ist die Frage ob sie IMMER im Umgang mit ihm versucht 100% konsequent zu sein. Oftmals ist das Problem bei so dominanten dickschädeln, das sie Unter dem Sattel oder im Roundpen nicht einsehen zu gehorchen, weil beim Füttern, beim Putzen oder im sonstigen Umgang mit der Konsequenz geschludert wird.
    Das kann man mit vielen Pferden machen, frei nach dem Motto: Paltz ist Arbeit, alles andere Kumpelhaftes beisammensein. Bei so einem Tier ist das aber so nicht möglich. Vielleicht in ferner Zukunft. Aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt.

    Meine RB beschließt auch wann Feierabend ist und geht dann einfach durch die Litze und ab.....
    Aus diesem Grunde arbeite ich frei nur noch auf einem nachbarhof in einem Metall Roundpen wo er definitiv nicht raus kann wenn er meint Feierabend zu haben.

    Also Konsequenz in jeder Lebenslage ebal ob beim Putzen oder beim Arbeiten. Und wenn die Besitzerin sich unwohl fühlt momentan würde ich vorschlagen das sie nicht alleine mit ihm arbeitet bzw die nächsten Trainingseinheiten im Roundpen von jemand anderem ausführen lässt. Denn unsicherheit merken Pferde sofort. Ein dominantes und dickköpfiges Pferd versucht dann genau diese Unsicherheit auszunutzen.

    Im Schlimmsten Falle, je nachdem wie es sich entwickelt würde ich die Überlegung in den Raum stellen ob die Besitzerin sich ein anderes Pferd anschafft und für ihren jetzigen Wallach ein gutes Zuhause sucht wo man sich mit dominanten Tieren auskennt und weiß wie man mit ihnen umgehen muss.
    Da ist natürlich vorsicht geboten. Blos nicht an irgendwelche *****en geraten die meinen "dem treib ichs schon aus" ----
     
  4. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Klassisch anlongieren. Longe dran, einer in die Mitte mit Longierpeitsche, einer führt und wirklich schauen, daß er auch versteht was man will. Mit der Peitsche kann man ihn besser auf Abstand halten. Wie groß ist das Round Pen? Kann er sich da wirklich ausbalancieren, ist der Boden nicht zu tief? Nicht alle Jungpferde laufen gleich frei im Round oder der Halle gleich super frei. Von daher würd ich über eine normale Longe und eine Longierpeitsche, womit ich sie immer über Schulter draußen halten kann, erst üben, ebenso wäre die Aktion mit dem Tor erspart geblieben und wenn das sitzt lasse ich sie so laufen.

    Und ganz erhrlich, Dinge wie nicht treten, wenn der Mensch auf der Weide herum wuselt müssen sich erst festigen. Er ist 4 Jahre alt...ab wann wurd das überhaupt geübt?
     
     
  5. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    danke schon mal für die Antworten.
    Zur Konsequenz: da kann ich nicht viel drüber sagen. Sie ist halt schon eine eher zierlichere Person, die jetzt kein super dominantes Auftreten hat. Das weiß der Kerl halt auch. Im Umgang so klappt es eigentlich ganz gut, er rempelt nicht oder drängelt. Unauffällig würde ich sagen, aber im Detail hab ich noch nicht so drauf geachtet. Werde ich mal beobachten, danke!

    Für den Anfang Strom auf den Roundpen hab ich auch schon überlegt. Wird aber schwer, weil wir da ein Batteriegerät bräuchten. Ich werde das Tor erstmal optisch noch ein wenig verstärken (Stangen, Tonnen usw.).

    Das mit der Zirkelarbeit dicht um sie herum könnte eine gute Möglichkeit sein, ich hoffe halt der Kerl geht sie nicht auf einmal mehr zielgerichtet an. Ich denke wir müssen erstmal noch stärker an den Basics arbeiten und führen auf Distanz üben und solche Spielchen. Das Pferd ist zwar angeritten, aber anscheinend nicht vom Boden her ausgebildet (wie auch immer die das geschafft haben?). Ich denke wir gehen da gerade auch echt von Dingen aus, die das Pferd noch gar nicht kennt.
    Bin jetzt gleich mit ihr verabredet, wir machen heute nur Basics, damit sie wieder ein bisschen beruhigter und sicherer im Umgang ist. Das gestern hat ihr echt den Rest gegeben.
    Werde ihr versuchen schonend bei zu bringen, dass sie da quasi ein "rohes" Pferd hat und alles nochmal von vorne machen muss.

    @Chiara: der Roundpen hat 22m Durchmesser und der Boden ist gut, also das dürfte keine Probleme machen.

    Für noch mehr Tipps bin ich weiterhin offen ;) Immer her mit den Ideen!
    LG
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Nov. 2011
  6. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Ich würde mich den anderen anschließen:
    Regelmäßiger, sehr konsequenter Umgang.
    Klassisches Longieren, erst einmal mit Helfer. Allerdings würde ich zunächst sehr sorgfältig austarieren, welche Art Hilfszügel angebracht sind. Das hängt auch davon ab, wie heftig das Pferd werden könnte (nicht, daß er sich verheddert und sich verletzt!).
    Allerdings würde ich die Arbeit zunächst nur auf kurze Intervalle beschränken. Ein drei- oder vierjähriger kann sich noch nicht so lange konzentrieren und fängt wahrscheinlich mit Blödsinn an, wenn das Intervall zu lang wird!
    Longe 15, max. 20 Min., nur Schritt und Trab, große Zirkel, viel loben und rechtzeitig aufhören!
    Reiten im Schritt und Arbeitstrab, ca. 30 Minuten. Abwechslung reinbringen, aber auch nicht zu viel auf einmal verlangen.
    Sehr viel loben, rechtzeitig aufhören!
     
  7. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Optische Verstärkung des Tores ist eine gute Idee. Eine effektive Verstärkung würde ich keinesfalls machen. Er ist schonmal durch und wird es wieder versuchen! Da finde ich die Idee mit dem Strom besser. Evtl reichts ja wenn er ein mal richtig eine gewischt bekommt. Einfach mal eines ausleihen für ein paar Stunden vielleicht. Im Zweifel beim Bauern nebenan.
    Bei der optischen Verstärkung extrem aufpassen wie man es verbarrikadiert, das er sich nicht verletzen kann wenn er doch da durch geht!
     
  8. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    wir haben heute mal mit den absoluten Basics angefangen und da liegt noch einiges im Argen. Der Herr lässt sich nicht richtig führen und anhalten. Mit der Schulter weichen sieht er auch gar nicht ein (dann kann longieren ja gar nicht klappen...) und er testet wo er kann. Das gute ist, dass man ihn mit gutem Timing und Konsequenz gut im Griff haben kann. Er lässt sich relativ gut beeindrucken, wenn man ihn schon im Ansatz zeigt so nicht und auch mal gezielt mit dem Seilchen am Stick einen Klatsch an der Schulter setzt. Jetzt muss die Besitzerin nur noch lernen schnell richtig zu reagieren um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen.
    Pferd lernt relativ schnell. Wollte mich überlaufen obwohl ich Whoa gesagt haben und am Halfter geruckelt, heftigeres Ruckeln und Seilklatschen auf die Brust auch ignoriert. Erst als ich mit dem Stickseil direkt vor ihm auf den Boden gepeitscht habe: Pferd steht. Dann wieder losgelaufen- Whoa gesagt- Pferd steht! Also blöd ist er nicht, aber er muss echt gezeigt kriegen, dass es auch ungemütlich werden kann.
    Ich hoffe nur die NHS- Trainerin zeigt der Besitzerin auch mal ein bisschen mehr zum Thema durchsetzen. Aber heute fand sie das alles gar nicht mehr so schlimm, weil sie jetzt gesehen hat, dass er auch kann.
    LG
     
  9. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    *gg* also das, was du im letzten Beitrag schreibst, bestätigt das, was ich beim Lesen so gedacht hab.

    Ihr habt da einfach ein ganz schlaues Kerlchen vor der Nase. Der ganz genau weiß, dass er Chef ist und wie er Chef bleibt.
    Und wie du so schön schreibst "jetzt muss die Besi nur noch lernen, schnell richtig zu reagieren und ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen" - japp, genau das ist denk ich eure einzige Chance.

    Im Prinzip wirds relativ egal sein, nach welcher Methode Ihr genau arbeitet. Welche Übung Ihr macht.
    Das wichtige wird mehr sein, eben JEDESMAL genau in der richtigen Sekunde das richtige zu tun.
    So wie du sofort die Rückmeldung bekommst - ok, der akzeptiert mich, wenn ich konsequent und sehr sehr klar bin.
    Bekommt die Besi auch dir Rückmeldung, wenn sie genau das nicht zu 100% ist!

    Und da gehts vermutlich auch nicht nur um die Konsequenz. Sondern eben auch darum, dass er erkennt, ok, es kann wirklich auch ungemütlich werden!
    Es ist tatsächlich besser, wenn ich mich an die Regeln halte.

    Ich persönlich würde so wohl auch noch nicht normal longieren. Sondern mit relativ kurzer Longe mitlaufen. Damit die Kontrolle besser ist. Die Reaktionswege kürzer.
    Und erst, wenn er Respekt vor dem Menschen gelernt hat. NICHT Angst. Aber Respekt. Dann kann man weiter machen.

    Auch dieses Schlagen nach den anderen Pferden auf der Koppel wenn ein Mensch dabei ist - das ist respektloses Verhalten. Und das geht nicht!
    Ein 4jähriges Pferd sollte das meiner Meinung nach längst wissen und können!

    Für mich klingt das wirklich nach etwas zu lange mit "bitte und danke" allein versucht. Statt auch mal ganz klare Grenzen zu setzen.
    Allein dadurch, dass er Herdenchef ist, ist er sich halt seiner "Macht" und "Größe" und "Kraft" sehr bewußt. Also was soll ihm klein Menschlein schon groß anhaben?!?

    Weißt wie ich mein?
     
  10. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    hi,
    ja rio, ich denke ich weiß was du meinst. und so wie sich das heute dargestellt hat, liegst du genau richtig.
    der testet momentan massiv und sie hat halt schon ein bisschen was verpasst und jetzt fühlt er sich stark. sie muss da echt am ball bleiben jetzt, ich hoffe sie fasst sich den mut und tut das. mir war heute schon ein wenig mulmig, der kerl hat die nhs- trainerin auch schon angestiegen. also der kann richtig eklig werden. deswegen besser immer kleine schritte und viel pause. ich bin ehrlich soooooo froh, das mein kleiner nicht so drauf ist. der will was gezeigt kriegen und gefallen. so ist der warmblüter gar nicht, der braucht keine bestätigung. ich hab auch kein bedürfnis noch mehr mit ihm zu machen, sie muss das selbst regeln.
    "ich bin langsam zu alt für diesen sch...!" :smug:
    lg
     
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