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Clicker-Training

Diskutiere Clicker-Training im Bodenarbeit Forum; Der Click ist niemals die Belohnung, Froschn. Der Click ist das Versprechen auf ein Leckerli. Irgendwann wird die Clickrate weniger. Beispiel:...

  1. Magfin

    Magfin Vom Doppelten das Eine

    Der Click ist niemals die Belohnung, Froschn. Der Click ist das Versprechen auf ein Leckerli.

    Irgendwann wird die Clickrate weniger. Beispiel: Kind lernt, Schuhe zu binden. Am Anfang lobt man jeden Knoten, jede Schleife. Aber mich lobt ja keiner mehr dafür, dass ich meine Schuhe binden kann ;)
     
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  2. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Ich bin auch kein sooo großer Freund davon. Vom clickern sowieso nicht, da versteh ich den Sinn nicht. Also klar, das ist ein immer gleich bleibender Ton und so, aber dann lob ich lieber mit stimme, ist ja im Prinzip das selbe, nur dass man die Hände eben frei hat und nicht noch ein teil in der Hand.
    Aber selbst da bin ich net so der freund von Keksen zur Belohnung.
    Ich hab das zwar mit meinem Pony ein bissl angefangen und ruf das auch immer noch ab und zu ab (weil Pony kaputt, kein reiten, also tut man eben was anderes), aber so wirklich glücklich bin ich mit der Keks-Variante nach wie vor nicht.
    Ohne Kekse macht Pony aber genau nix. Zumindest nicht motiviert. Die Sachen, die er schon kann, lassen sich zwar auch mal ohne Kekse abrufen, aber wenns zu oft nix gibt, macht ers nimmer.
    Und ich mag net gerne Kekse dabei haben und noch weniger mag ich die füttern, eigentlich bin ich so gar nicht der Leckerlid-Typ. :gi66:
     
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  3. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Dann hat nicht der Mensch das Pferd geclickt, sondern das Pferd den Spieß umgedreht! Es hat sich den Menschen erzogen.

    Man kann viel falsch machen. Auch wenn es eigentlich einfach ist.


    Der Sinn?
    Hat mir anfangs auch gefehlt. Und es geht auch ohne!
    Ich hab Jahrzehnte nicht geclickt und es hat gut geklappt.

    Trotzdem merke ich einen ECHTEN Mehrwert!
    Die Pferde sind noch mehr da.
    Arbeiten noch freudiger mit.
    Sie denken richtig mit.
    Zeigen noch mehr Spaß.
    Und wahnsinnig gute und genaue Ergebnisse. In kurzer positiver Zeit.

    Du hast mehr Ja's!


    Du kannst viel punktgenauer den Click setzen.

    Braaaav. Guuuut. Nutze ich als Verlaufslob. Um zu sagen "guter Weg. Bissl mehr, dann Click".


    Die Kekse sind nicht wirklich ein Problem.
    Hatte ich auch Sorge. Weil ich kein Freund von ständig Keks ins Pferd bin.

    Aber es ist Lohn für seine Arbeit. Und das weiß Pferd auch recht schnell.

    Der bettelt weniger als andere!

    Obwohl er anfangs schnappte. Weil der Besi vorher ständig Leckerli gefüttert hat. Einfach so.
     
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  4. *FrogFace*

    *FrogFace* Frosch ohne Locken

    Dass ein Leckerli ein großer Motivator sein kann (kommt auch immer aufs Pferd an), das bestreite ich nicht. Kriegen meine Jungs auch immer mal.

    Ich seh halt nur wie extrem futtergeil die geklickerten Pferde sind, und dass sie eben ohne Kekseinwurf gar nix mehr tun. Schnappen tun meine beiden übrigens null. Auch nicht betteln. Sie fragen halt mal ob es was gibt. Gibt es nix ist auch ok.
     
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  5. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Wie gesagt, viele Wege führen zum Ziel.

    Muss ja niemand machen. Kann aber.

    Und ich wiederhole, ein gut geclickertes Pferd ist NICHT futtergeil. Nicht mehr, eher weniger als alle anderen.

    Auch kann ich nicht bestätigen, dass sie ohne Kekseinwurf nix machen.

    Wirklich nicht.


    Sie wissen, dass sie Leistung bringen müssen, wenn sie einen Keks wollen. Und jeder Click bringt Belohnung.

    Aber sie wissen genauso, dass es nicht für jeden Pups 'nen Click gibt.

    ICH entscheide, wann ich clicke.
     
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  6. kaawa

    kaawa Bekanntes Mitglied

    Das liegt nicht an der Methode! Es liegt wie immer an den Menschen, die sie falsch praktizieren.

    Ich hatte früher dieselben Vorbehalte, die irgendwie jeder hat. Möchte es aber nicht mehr missen.

    Bei uns kommt es übrigens nicht selten vor, dass das Pferd so eifrig bei der Sache ist, dass es darüber vergisst, sich das Leckerli "abzuholen" und einfach weiter macht. Auch gut. Schließlich geht es genau darum: Motivation. Das ist die Hauptsache, nicht das Füttern an sich.
     
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  7. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Meiner ist auch Futtergeil wenn wir sowas machen. Logisch, sonst tät das ja net so funktionieren, genau das ist ja der Sinn der Sache - die Motivation.
    Mit Futtergeil mein ich übrigens nicht betteln oder unhöflich sein oder grabbeln, das ist glaub wirklich ne sache der Erziehung und des timings. Sowas macht er net.
    Aber er will sein Futter und dafür tut er ganz viel, strengt sich an, probiert, lernt, macht seine Kunststücke = Futtergeil. :bahnhof:

    Gibt's keine Kekse, ist die Motivation schnell wieder weg. Das find ich blöd, weil ich keine Lust hab, ständig Kekse ins pferd zu stopfen. Wenn das das einzige ist, das ihn so motivieren kann, dann soll er lieber unmotiviert bleiben.
     
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  8. Jasistime

    Jasistime Aktives Mitglied

    OK dann hatte ich das aber doch richtig verstanden.
    Die Idee finde ich gut, mit dem Partner zu clickern. Vielleicht versuche ich das mal.


    Also es war eine Idee, um eben von den Leckerchen wegzukommen und ein einheitliches Belohnen zu installieren. Für manche Dinge brauchen wir grad einfach noch den Bonus mit den Leckerchen, weil er die anderen Dinge wie streicheln etc einfach noch nicht so annehmen konnte.
    Wir reduzieren aber wirklich und es gibt nicht bei jedem Ding was er gut gemacht hat ein Leckerchen. Das versteht er, auch wenn er ab und an mal versucht zu betteln. Nein hat er mittlerweile auch verstanden, und hört dann auch auf.

    Blöd ist halt wirklich wenn die Leute irgendwas anfangen und es dann nicht zuende installieren. Das kann ich mir vorstellen das es nervt.

    Gestern habe ich clicken wollen, und ein Krümel blieb im Clicker hängen von den Leckerlies. Er guckte auf meine Hand, und wartete auf das Geräusch. Der Blick war genial :D
     
  9. Shagya

    Shagya Neues Mitglied

    Wir klickern schon sehr lange und inzwischen mit einiger (ausschließlich positiver) Erfahrung alles Mögliche. Nach einigem Probieren benutze ich nur noch den Zungenklick und Möhrenstücke weil sie am leichtesten verfügbar sind, aber ich denke, jedes Wort oder Geräusch und jedes Leckerlie funktionieren solange sie nur markant genug sind. Angefangen habe ich auch mit Theby und Teschen und bin dann seeeehr kleinschrittig aber ganz beständig und kontinuierlich vorgegangen und habe im Nachhinein noch dies und das dazu gelesen. Lernen kann man immer was.

    Wen´s interessiert, hier stelle ich gerne ein paar ganz subjektive Anmerkungen dazu zur Diskussion:

    Ein Klickgeräusch machen und dann eine Futterbelohnung geben ist nicht klickern, das ist klassische Konditionierung. Klickern ist eine sehr differenzierte und komplexe Form von operanter Konditionierung, da gehört wesentlich mehr dazu und es funktioniert nur dann richtig, wenn man sich richtig damit beschäftigt und es gut gelernt hat und es dann seinem Tier auch richtig vermittelt. Aber dann funktioniert es sehr gut und zuverlässig bei den allermeisten Tieren.

    Wie bei den meisten Dingen ist die Meinung die man sich darüber bildet nur so gut wie man sich damit beschäftigt hat. Wer nur ein bisschen rumprobiert hat oder es nur bei anderen ein-bisschen-Rumprobierern so gesehen hat, kann eben auch nur ein bisschen darüber rumreden. Und nur wenn man das auch mal so richtig gemacht erlebt oder selbst gemacht hat kann man sich darüber wirklich eine fundierte Meinung bilden und sinnvolle Diskussionsbeiträge liefern.

    Und wie bei den meisten Dingen ist es auch schwerer, dabei erst mal erlernte Fehler zu korrigieren als es gleich richtig zu lernen. Aber es geht.

    Ich habe Klickern auch schon sehr gut genutzt, um unerwünschte Verhaltensweisen abzutrainieren oder Verhaltensmuster zu verändern, z.B. auch Angst- und Fluchtverhalten und zum Hängertraining. Ich denke, man könnte auch die Angst vor dem Klicker wegklickern. Aber man kann ja auch ainfach ein anderes Geräusch wählen.

    Klickern ersetzt aber nicht eine gute energetische Kommunikation und einen guten Umgang mit dem Pferd, es funktioniert nur so gut wie diese auch funktionieren, sie sind die Basis für gutes Klickern.

    Toll am Klickern finde ich auch, dass man es immer und überall machen oder mit einbauen kann, auch mal nur für 5 Minuten, in der Box wenn man nicht raus kann oder will, beim Putzen, Satteln, Spazierengehen, Reiten, einfach immer (vorausgesetzt man kann es richtig).

    Sehr geholfen haben mir auch Videoaufnahmen, die ich ab und zu mal zur Kontrolle mache, indem ich mein Handy im Videomodus irgendwo hinstelle und es mir dann in einem ruhigen Moment oder bei Problemen auch sofort ansehe, was ich falsch mache. Der Fehler liegt immer bei mir, das Pferd reagiert nur auf mein Fehlverhalten.

    Sehr wichtig sind Signalkontrolle und gute Fressmanieren, sie sind zwei elementare Bestandteile des Klickerns die sehr häufig fehlen. Signalkontrolle heißt, ein Tier spult nicht irgendwann irgendeine Übung ab wie es ihm gerade einfällt um eine Belohnung zu bekommen, sondern führt auf ein bestimmtes Signal hin eine bestimmte Tätigkeit entweder ein mal aus oder bis das Endsignal kommt, je nachdem wie es gelernt wurde. Fressmanieren heißt beim Klickern: Nicht das Tiermaul geht zur Hand und nimmt, sondern die Hand kommt zum stillhaltenden Tiermaul und gibt. Korrekt ausgeführt gibt es dabei keine Futteranfrage vom Tier, sondern es wartet nach dem Klick bis das Futter an sein Maul gehalten wird. Ohne Signalkontrolle und Fressmanieren ist es kein Klickern sondern klassische Konditionierung.
     
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  10. *FrogFace*

    *FrogFace* Frosch ohne Locken

    Kannst Du mal ein Video verlinken, wie "richtiges Klickern" aussieht?
     
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Thema: Clicker-Training