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Clickertraining - Basics

Diskutiere Clickertraining - Basics im Pferdeflüsterer Forum; Da gestern im Chat der Wunsch entstanden ist, das Clickertraining nochmal ganz genau zu erklären erstell ich nun einen Beitrag, der sich mit den...

  1. SaMo

    SaMo Pferdephysiotherapeutin

    Da gestern im Chat der Wunsch entstanden ist, das Clickertraining nochmal ganz genau zu erklären erstell ich nun einen Beitrag, der sich mit den Grundlagen des Clickertrainings befasst.

    Das Clickertraining ist eine wissenschaftlich fundierte und belegte Trainigsmethode, die sich für alle Wirbeltiere eignet und z.B. im Delphintraining schon Jahre lang angewendet wird.

    Der Clicker ist eigentlich ein normaler Knackfrosch, welcher ein "Knick-Knack"-Geräusch von sich gibt. Das Geräusch alleine dürfte aber für viele Tiere äusserst langweilig sein, aber es hat einen unschätzbaren Wert gegenüber einem gesprochenem Wort, es ist emotionslos, nicht Stimm(-ungslagen) abhängig und kann von vielen verschiedenen Personen benutzt werden und hört sich dabei gleich an.

    Was soll der Click eigentlich?
    Der Click sagt dem Tier, dass was du gerade tust ist richtig

    Und woher will das Tier es wissen?
    Dem Tier muss beigebracht werden, dass der Click ein Versprechen auf eine Belohnung ist.

    Wie bringe ich es dem Tier bei?
    Am Anfang bewaffnet man sich mit vielen Leckerchen und sucht sich am besten einen Ort, der keine große Ablenkung bietet (Halle, Platz, Stallgasse).
    Man stellt sich vor das Tier und clickt, darauf folgt sofort eine Belohnung (c+b). Dies weiderholt man so lange, bis das Tier dem Click erhöhte Aufmerksamkeit schenkt und schon auf sein Leckerchen wartet. Dies nennt man Konditionierung bzw. operante Konditionierung.

    Was bringt mir das jetzt?
    Jetzt kann ich dem Tier punktgenau eine Bestätigung für sein Verhalten geben und dadurch neue Verhaltensweisen erarbeiten.
    Das Tier wird allerlei Dinge versuchen, es wird den Menschen dazu bingen wollen dass er wieder clickt.

    Fortsetzung folgt...
     
  2. Tschudi

    Tschudi Inserent

    suuupiii samo danke :D:D weiter soo:D
     
  3. Polyana

    Polyana Gesperrt

    Bitte die links zu den dissertationen zu diesem Thema.
    Bitte auch von Wissenschaftlern, die nicht selbst ernannt sind und in der Publikation eine 2 vorm veröffentlichungsdatum sehen haben.

    so aber dann kann ich doch auch eine Hupe nehmen oder eine Lampe? wenn nicht, warum nicht?

    ok, das kann ein Leckerli oder eine Möhre auch

    Dann kann ich das tier auch auf ein Stimmkomando oder eine Geste hin konditionieren

    Jaja, der Pawlowsche Hund oder der kleine Albert.
    Das geht auch mit einem stimmkommando oder einer geste, dafür brauche ich nicht zwingend einen Klicker. Es geht eigentlich um was ganz anderes.
    Weil es an die Belohnung will.
    Oder ich konditioniere das Tier dahin, das es bestrafung entgeht, das geht nämlich auch umgekehrt. Verknüpfe ich einen negativen Reiz zB die Gerte und das damit verbundene , nicht erwünschte Verhalten damit, dann merkt sich das Pferd, das auf nicht erwünschtes Verhalten -C eine nicht erwünschte Reaktion folgt -R womit das unerwünschte Verhalten nicht mehr gezeigt wird .:D
    so herum geht es nämlich auch .
     
  4. Tschudi

    Tschudi Inserent

    Das hättest du dir auch verkneifen können polyana. Das thema war wohl schon geklärt.
     
  5. Polyana

    Polyana Gesperrt

    Wie meinen? ist das hier kein Diskussionsforum? :eek:
     
  6. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Sehr gut erklärt SaMo!
    Ich verstehe nicht ganz was dein Beitrag bezwecken soll Polyana?
    Natürlich kannst du ein Tier auch auf was anderes konditionieren...
    Nur hier gehts eben um das Clickertraining.
    Anscheinend hast du noch keine Erfahrung im Tiertraining, deswegen
    - natürlich kannst du auch nur eine Karotte direkt als Belohnung nehmen, Tiere haben aber sehr kurze Verknüpfungszeiten, so schnell kannst du kein Leckerli geben. Das Tier wird es nicht verstehen.
    - Du kannst auch eine Hupe oder Lampe nehmen, wenn dir das praktischer erscheint. Ein Klick ist halt unauffälliger, aber jedem das seine...
    -du kannst auch auf Stimmkommando konditionieren, nur wird das schlecht funktionieren, weil du ja auch sonst mit deinem Tier sprichst, bzw. es hört deine Stimme ja auch wenn du mit anderen redest. Wird ziemlich anstrengend für das Tier immer versuchen rauszuhören ob da eine Belohnung für es drin steckt.
    - mit negativer Bestärkung ein Tier abzurichten ist aus ethischen Gründen schon mal nicht ok. und zweitens wird das Tier schnell demotiviert sein und nicht mehr mitmachen. Mit positiver Bestärkung motivierst du das Tier und es lernt leichter.
    Durch das Clickertraining wird es sogar bestimmte Verhaltensweisen von selbst anbieten. Diese können zu einem Kunststück aufgebaut werden. Das Tier lernt effektiver, weil es das Kunststück quasi selber erdacht hat und sich das Verhalten so besser einprägt.

    Literatur und Dissertationen zu diesem Thema kann ich dir leider nicht konkret nennen. Wenn du dich dafür interessierst, wirst du aber sicher was finden!
    Im übrigen ist Klickertraining nichts neues, deswegen wirst du kaum Basisliteratur mit einer 2 vorm Veröffentlichkeitsdatum finden...
    LG
     
  7. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    ich möcht euch nochmals recht herzlich darum bitten, dass ihr hier sachlich bleibt , ja!

    schön, dass sich anscheinend mehrere hier mit dem clicker-training auskennen. ich würde euch aber bitten, dass ihr euer wissen hier sachlich und kompetent an die anderen weitergebt und nicht versucht, euch hier gegenseitig zu toppen!

    ihr könnt euer wissen drüber doch gegenseitig abstimmen und bei ungereimtheiten kann man sich ja sicherlich auch auf einer "erwachsenen, normalen" basis einigen!

    herzlicher gruss. die uli
     
  8. SaMo

    SaMo Pferdephysiotherapeutin

    @ Polyana:
    Unsere Diskussion hat sich im Chat schon im Kreis gedreht. Dies hier ist ein Beitrag für Clickerneulinge, die gerne mehr dazu wissen möchten. Aus diesem Grunde werde ich weder auf deine Fragen (die durch dein Studium der Konditionierung nicht ernshaft gestellt sind) noch auf deine Provokationen näher eingehen.

    und weiter gehts:


    Jetzt wartet mein Pferd nach dem Click auf die Belohung - was kommt nun?
    Das Pferd weiss nun, dass es durch den Click belohnt wird, hat aber noch keinen Schimmer was das Spielchen jetzt soll. Nun sucht man einen neutralen Ort auf, an dem das Tier sich frei bewegen kann. Jetzt kann man dazu über gehen jede freie eigenständige Bewegung zu beclickern. Das Pferd wird lernen, dass es irgendwas tun soll, damit es clickt.


    Nun kann das Training beginnen:

    Zu Anfang sollte man sich in Ruhe überlegen, wass man genau von dem Pferd will und wie man dieses Ziel langsam erreichen kann.
    Bsp:
    Trainingsziel: Mein Pferd soll ein Tuch aufheben.
    Schritte bis dahin:
    * Pferd bekommt eine Click + Belohung (c+b) wenn es in die Richtung des Tuches schaut
    * c+b wenn es in die Richtung geht
    * c+b wenn es sich davor stellt
    * c+b wenn es daran schnuppert
    * c+b wenn es daran knabbert
    * c+b wenn es das Tuch aufnimmt

    Soweit in der Theorie, die Praxis geht natürlich nicht so schnell;)

    Bis das Pferd wirklich das Tuch aufnimmt kann es einige Trainingseinheiten dauern.
    Auch kann man nicht erwarten, dass das Pferd schon nach einem Click für den Blick in die Richtung schon zum nächsten Schritt, also zum Hingehen bereit ist.
    Der erste Schritt (jeder Schritt) benötigt viele Wiederholungen, das Tier wird mehrfach den Click brauchen bis zw. Blick und Click eine Verbindung erstellt ist.

    Nun kuckt das Pferd zwar in die Richtung, aber wie bekomm ich es dazu, auch mal dahin zu gehen?
    Indem man den Blick nicht mehr clickt. Das Pferd wird irgendwas tun, damit es wieder Clickt - vllt. geht es hin - c+b, vllt. bettelt es so um Belohungen - kein click+keine Belohung.

    Jeder Versuch vom Pferd, welcher nicht in die gewünschte Richtung geht wird nicht belohnt. Es muss heraus finden, für was es einen Click gibt.


    Was für Vorteile hat so ein Training?
    Das Pferd bzw. das Tier lernt selber aktiv zu werden und wiederholt nicht vorgekaute Übungen. Es bestimmt das Trainingstempo selber. Es erfährt entweder Belohnung oder nichts - Strafe als Wort oder schlimmer kommt nicht vor.

    Weitere Tips:
    Als Belohnung sollte ein Leckerchen gewählt werden, was das Tier gerne mag. Die Happen sollten möglichst klein sein, damit unnötig langes Kauen vermieden wird.
    Ein Drücken oder Schieben in die gewünschte Richtung ist kontraproduktiv, dass Pferd soll den Weg alleine finden. Berührungen können verunsichern. Im Idealfall findet das Training ohne Körperkontakt statt.

    zu Guter letzt:
    Damit das Pferd den Click mit seiner derzeitigen Handlung wirklich verknüpfen kann ist eine gute Beobachtungsgabe des Trainers nötig. Er muss die Handlung binnen 3 Sekunden beclicken, alles, was über diese Zeit hinaus geht, kann nicht mehr mit der Handlung in Verbindung gebracht werden.
    Gut wäre es, wenn man mit der Stoppuhr im vorfeld übt, um wirklich die 3 Sekunden zu treffen.

    Bestimmt habe ich noch etwas vergessen, dass wird aber nach gereicht;)
     
  9. Cheerful

    Cheerful Inserent

    Hallo,
    das hört sich interressant an, ich habe ja ein junges Pferd mit fast 3 Jahren. Meine ist dann zu gierig wenn es dann ne Belohnung will. Ich sehe auch nicht ein ständig für Sachen die es kann Belohnungen zu geben.
    Wie mache ich es dann wenn es keine Belohnung mehr geben soll? Wie gewöhne ich ihr das ab.
    cheerfull
     
  10. SaMo

    SaMo Pferdephysiotherapeutin

    Ha - ich wusste, dass ich was vergessen hab:D

    Am Anfang musst du immer belohnen, jede richtige Verhaltensweise wird belohnt - komme was wolle - wenns clickt folgt die Belohung - es ist Gesetz;)

    So nun, wenn das Pferd eine Übung wirklich sicher beherrscht, geht man dazu über, nurnoch wirklich perfekt ausgeführte Übungen zu clicken. Eine wischi-waschi - schnell schnell ausgeführte Übung wird ab dann ignoriert.
    Das Pferd ist dann bemüht es besser zu machen, besseres wird dann wieder belohnt.
    Danach wird es die Übungen weitesgehend perfekt ausführen und du gehst dazu über trotzdem nicht alle Übungen zu beclickern, sondern nurnoch nach dem Zufallsprinzip.
    Die ist vergleichbar mit der Spielsucht. Man weiss, man kann gewinnen, aber eine Garantie gibt es nicht, man versucht es trotzdem weiter und weiter, bis dann der Gewinn kommt.

    Apropos Gewinn, ich habe da doch glatt nochwas vergessen.
    Die Leckerchen sollten sich unterscheiden, zw. gutem Lecker und Jackpott-Lecker. Der Jackpott soll ein absolutes Highlight sein. Bei meinem ists ein Stück Brot in Honig gestippt.
    Diesen Jackpott gibt es für hervorragende Leistungen. Dies spornt weiterhin zu hohen Leistungen an.
     
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