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Das Dominanzproblem – das Unwort des Reitsports 2008²?

Diskutiere Das Dominanzproblem – das Unwort des Reitsports 2008²? im Allgemein Forum; „Mein Pferd legt die Ohren an wenn ich in die Box komme um zu füttern“ – Ihr habt ein Dominanzproblem! „Mein Pferd reißt sich vom Strick los wenn...

  1. Hazira

    Hazira offizielle ironische Forums-Klobürste

    „Mein Pferd legt die Ohren an wenn ich in die Box komme um zu füttern“ – Ihr habt ein Dominanzproblem!

    „Mein Pferd reißt sich vom Strick los wenn ich es auf die Weide bringe“ – Ihr habt ein Dominanzproblem!

    „Mein Pferd kommt auf der Weide nicht aus der Herde zu mir galoppiert obwohl ICH doch die Leitstute und Schutz bieten sollte den es lieber hat als seine Artgenossen…“ – Ihr habt ein Dominanzproblem!

    In letzter Zeit kann ich es nicht mehr hören!
    Liegt es an mir, oder häuft es sich einfach immer mehr und mehr, dass sich selbsternannte Pferdeflüsterer mit einem Buch von Mr. Roberts auf die Weide stellen, einen Roundpen mit portablen Weidepfosten und Litze abstecken und ihrem sogenannten 1 Jährigen aufsässigen Hengstjährling mit einem Join Up erst einmal klar machen, dass SIE die Leitstute sind und das Pferd gefälligst nicht beim 2 stündigen Spazierganz zu zappeln hat.

    Für jede Ungezogenheit des Pferdes, ob nun zappelig sein, von hinten angerempelt werden o.Ä. wird dem Pferdehalter gleich ein Dominanzproblem offenbart und selbstredend gleich ein Join up vorgeschlagen welches beim eigenen Pferd wunder gewirkt habe und welches man seither zur allgemeinen Rangklärung 1x in der Woche zur Präservativa einsetzt.
    Ich bin ja der Meinung das ein „Werkzeug“ wie das Join up nur in Hände von Leuten gehört die sich das nicht aus „dem Pferdeflüsterer“, diversen Büchern und einem Auftritt von Monty himself bei der Equitana zusammengedacht haben, sondern in die von erfahrenen „Horsemen“ gehören die so etwas auch nur gebrauchen, wenn das Pferd wirklich ein Problem hat welches man anders nicht beheben kann.
    Auch bin ich der Meinung, dass ein unsachgemäß ausgeführtes Join Up das Vertrauen zwischen dem Tier und mir weitaus mehr schädigen kann als mir bewusst ist.
    Der Druck der damit auf die Pferdepsyche ausgeübt wird ist, meines Erachtens nach, sehr hoch und sollte nur mit Bedacht eingesetzt werden.

    Also, warum steht es so hoch im Kurs einen Aufsässigen Jährling lieber mal im Kreis zu scheuchen bis er „abkaut“ statt ihn so einzustallen, dass er mit gleichalten und älteren auf natürliche Weise lernen kann wie man sich verhält?

    Warum wird bei jedem „Verhaltensproblemthread“ zuerst einmal von einem Dominanzproblem geredet bevor grundlegende Haltungs- und Gesundheitsfragen erörtert werden?

    Ist das die neue „Horsemen – Pferdeflüsterer – Welle“ die jetzt einherschwappt weil sich jeder Depp ein Dually Halfter oder einen Kontaktstab (oder wie das Ding heißt) kaufen kann?
    Natürlich bin auch ich für eine „freiwillige“ Pferdeerziehung ohne Gewalt.
    Aber wenn ich für meinen Teil zwiebel meinem Jährling wenn der mir ins Kreuz springt lieber einmal eine, statt ihn 5 Minuten später in den Roundpen zu schleifen und dort „zu unterwerfen“.

    Wie seht ihr das?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Sep. 2008
  2. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Dominanz ist doch schon seit Jahren in aller Munde. Eigentlich seit M.R. und Consorten natural Horsemanship "neu erfunden" haben.
    Ich finds auch eher albern.
    Gestern hab ich unserm vorwitzigen Jungspung auch nen Klatsch auf die Nase gegeben, als er meinte, er müsste als Erster von der Weide und könnte sich an mir vorbeidrängeln.
    Hätte ich ihn dafür in den Round Pen gepackt und gejagt hätte er wohl kaum begriffen, was er falsch gemacht hat oder wofür er "bestraft" wird.
    Also, ich sehs ähnlich wie Du, aber finde, dass das Thema schon seit Jahren immer wieder durchgenudelt wird.
    Dominanztraining ist m.E. der Rettungsring für Leute, die sich neben dem reiten viel zu wenig mit dem normalen Verhalten und Tagesablauf ihres Pferdes beschäftigen.
     
  3. Chilly

    Chilly Inserent

    Stimme Dir absolut zu! Wenn ich noch einmal "Dominazproblem" oder auch "Dominanztraining" höre... da wird mir ganz anders. Dieses vermeintlich Gewaltfreie Unterwerfen des Pferdes. Würg! Mal abgesehen von dem Psycho-Terror, der da auf manche Pferde ausgeübt wird, finde ich es auch aus Körperlich-gesundheitlicher Sicht fragwürdig ein Pferd dauernd in den oft sehr kleinen Round-Pens herumzu scheuchen. Gerade für junge Pferde stelle ich mir das auch ziemlich belastend für den Bewegungsapparat vor.

    Vielleicht hat der Reiter ein Dominazproblem, dass er zu solchen Mitteln greifen muss. "Learned Helpless" mit "Dominanztraining" statt mit Rollkur.
    Hat sowas ein echter "Horseman" nötig?

    Ich ernnere mich da gerade an eine liebe Bekannte von mir, die von ihrem Pferd abgesetzt wurde, und anstatt sofort wieder aufzusitzen (hatte sich nicht verltzt) wurde das Pferd kurz ausgebunden und 15 Minuten durch den Round-Pen gescheucht... Ja Nee, is klar!
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Sep. 2008
  4. BlueHorse85

    BlueHorse85 Inserent

    Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Pferden, denen man nachsagt, sie hätten ein Dominanzproblem mit ihrem Besitzer, idR einfach nur schlecht erzogen wurden. Denen hat man halt nie z.B. nen Klapps vor die Brust gegeben wenn das Pferd beißt. Viele meinen ja schon, wenn ich dem Pferd nen Klapps gebe, würde ich es schlagen. :nah: Dabei hat das eine mit dem anderen ja gar nichts zu tun. Wenn ich meiner RB mit der flachen Hand auf den Hintern haue, weil er gezielt nach mir treten wollte, habe ich den Versuch 1. sofort eingedämmt und 2. überlegt der sich das beim nächsten Mal. Aber geschlagen habe ich mein Pferd dann bestimmt nicht. Im Gegenteil: Mir tut danach die Hand viel mehr weh als ihm der Hintern.
    Nun ja, ums zusammenzufassen "Dominanzproblem" ist meiner Meinung nach oft nur fehlende Erziehung und falsch verstandene Pferdeliebe. Viele verhätscheln ihr Pferd einfach viel zu sehr, als wäre es Kindersatz oder der kleine Hund der mit aufs Sofa darf. Und wenn dann Fehlverhalten vom Pferd keine Konsequenzen davon trägt, ist doch klar, dass es irgendwann nur noch Blödsinn macht. Es versteht ja auch gar nicht, wenn es was falsch gemacht hat, wenn man es nicht sofort straft. Nur deswegen hat man nicht direkt ein Dominanzproblem... Ich mag das Wort auch einfach nicht...
     
     
  5. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    ist doch mal wieder ein tolles Wort, wie in meinen Augen die meisten Schlagwörter, hinter dem man sich prima verstecken kann :twitcy:

    Ich bin sowieso kein Freund von Schlagwörtern.
    (und von M.R. etc schon gar nicht :laugh: ist mir immer ein Rätsel, dass es tatsächlich Leute gibt, die das alles nach machen... )

    Wobei ich andererseits doch der Meinung bin, dass viele ein Dominanz- bzw Erziehungsproblem (was für mich eigentlich das selbe ist!) mit ihrem Pferd haben. Eben gerade weil nicht sofort der Klatsch auf die Nase oder wohin auch immer kommt, wenn Pferdchen beißen, schlagen, kratzen, spucken wollte :1: Sondern erstmal sowas wie "bitte, bitte hör doch auf. ich mag das doch gar nicht" :laugh:
    Und manchmal muss halt die Rangfolge neu bestätigt und wieder festgelegt werden. Ist ja in der Herde genauso.
    Wobei oft auch schon entsprechendes Auftreten ausreicht. Aber die "bitte, bitte"-Leute haben natürlich auch ein unterwürfigeres Auftreten.
    Und zu echten "Führungsqualitäten" gehört natürlich auch weit mehr als nur im richtigen Moment auf die Nase zu klopfen. Aber darin sind wir uns denk ich eh einig!

    Fazit: das Wort als solches find ich auch sch..../bescheiden! Wobei das Problem, das mit dem Wort beschrieben werden soll, meiner Meinung nach weit verbreitet ist. Wobei`s sicher nicht bei jedem Problemchen automatisch ein "Dominanzproblem" ist -ist halt das einfachste :1:
     
  6. Texas

    Texas Inserent

    hey,
    jo,ich sehe das auch so das dominanz=erziehungsproblem ist.es ist halt das neue wörtchen dafür.genauso wie der horseman i-wann zum pferdeflüsterer wurde:eek2:
    solche trainingsmöglichkeiten wie von p.p oder m.r gibt es ja schon länger,jedenfalls in den usa.diese sind vor ein paar jahren nach europa geschwapt.natürlich mussten solche wörter wie pferdeflüsterer für den europäischen markt erfunden werden damit die leutz drauf anspringen.
    ich reite seid meinem 8 lebensjahr western habe nie oder nur ein teil die englische reitweise kennen gelernt.für mich war es immer normal die pferde auf diese weise auszubilden,mit ihnen in körpersprache zu sprechen.einige hier schon genannte horseman`s haben halt das geld hier gerochen:1:

    das wäre ja nen ding,man macht nen join up und alle probleme verschwinden auf einmal.finde es auch schade das diese horseman`s dieses hier in europa behaupten obwohl sie genau wissen das mehr dazu gehört.dadurch behandeln oder verscheissen sich viele leute ihre pferde.
    wie doch der berühmte m.r immer sagt:ich möchte das es jedem pferd auf der welt leichter gemacht wird!soooo ein schmuuuu..wenn er das wirklich so wollte sehe seine show anders aus,er belügt die leute dort nach strich und faden.nur wegen des geldes wegen.und voralem wäre das ganze nicht so teuer so das sich auch der ärmste pferdebezitzer das leisten könnte es zu erlernen.

    die ausbildungswege vom englischen und western sind halt verschieden,nicht das ich sagen will das englische ist falsch um gottes willen nein!!!halt nur anders,da ja auch dei ziel andere sind.nur viele wollen halt so ein liebes williges gelassenes pferd wie ein westernreiter und das haben diese leute gemerkt und versuchen ihre trainingsmöglichkeiten nach europa zu bringen.

    in der grunderziehung eines jungpferdes gleichen sich die reitweisen.ein jungpferd ist nicht nur mit einem join up zu erziehen,da verstehen die leute was falsch aber das tuen sie weil ihnen das ja so verkauft wird.

    mich nerfen diese wörter auch:yes:meistens muss man diesen leuten nur mal zeigen wie man sich richtig durchsetzt oder in manchen situationen zu reagieren hat!!!
     
  7. Piennie

    Piennie Inserent

    Hazira ich stimme Dir vol zu, frage mich schon lange, wie es wohl die Leute vor Monty und Co. geschafft haben ihre Pferde zu führen oder gar zu reiten.:1:
    Da ich viel mit Jungpferden zu tun habe, weiß ich dass nicht hinter allem und jedem ein Problem steht und dass gerade bei jungen Pferde auch mal der Übermut siegt, übrigens auch mal in der Herde gegenüber der Leitstute.

    lg
     
  8. Lind

    Lind Inserent

    Ich kann mich euch nur anschließen. Ich mag das Wort sowieso nicht. Lassen wir mal die MR-Methode weg. Die ist für mich sowieso indiskutabel. Ich finde, dass ein join up psychische Tierquälerei ist und man kann es nicht für jedes "Vergehen" das ein Pferd begeht, anwenden. Oft ist ein einfacher Klapps viel besser. Das ist eine kurze, klare Strafe. So machen das unsere Pferde auch. Sicher machen Wildpferde ein "Join up". Aber unsere Pferde machen das nicht. Wenn einer frech ist, heben sie mal das Bein oder schnappen hin. In diesem Bereich siedle ich meine Strafen auch an. Ein Klapps, ein scharfes Wort, mal einfach wegscheuchen oder rückwärtsrichen - mehr hab ich bis jetzt bei der Erziehung nicht gebracht.

    Bei dem Wort Dominanz schwingt bei mir immer mit, dass ich mein Pferd dominieren müsste - es also beherrschen, unterdrücken...

    Das ist aber eigentlich nicht das, was ich will. Ich möchte eine Partner Pferde, der selber denkt, der vielleicht auch mal anfragt, der aber auch weiß, dass ich das letzte Wort habe.
    Ich finde, dass auch einfach ein bestimmtes Verständnis fürs Pferd dazu gehört. Wenn es wegen Fliegen rumzappelt, dann werde ich nicht verlagen, dass es still stehen bleibt. Wir Menschen zappeln nämlich auch rum,wenn wir von Mücken geärgert werden. Ich denke nicht, dass ich ein Dominanzproblem hab, nur weil mein Pferd neben mir rumzappelt.

    Und wenn ein Jungpferd ausgelassen ist und mal seine Grenzen überschreitet, dann ist auch das kein Dominanzproblem. Es ist ein Kind, das seine Grenzen noch nicht kennt. Natürlich muss man das klar stellen - aber dabei die Kirche im Dorf lassen. Hier ein Join up anzuwenden fände ich völlig überzogen.

    Eigentlich kenne ich gar keine Situation in der ich es anwenden wollen würde. Aber ich hatte auch noch nie ein Dominanzproblem - ich weil ja auch ein Pferd dominieren. Ich hab sicher immer mal wieder ein freches Pferd - aber das ist nicht so tragisch.
     
  9. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    kann mich da nur anschliessen- ist echt das Unwort des Jahrzehnts.
    Ich hab auch schon viele Leute gesehen, die meinen mit Parelli, Roberts... wäre das Rad neu erfunden worden und plötzlich könnte man alle Probleme lösen. Blöd nur, wenn der Gaul dann ausserhalb vom Round Pen trotzdem schnappt, tritt und durchgeht.
    Einmal hab ich erlebt, dass jemand ein Pferd kaufte, ohne Papiere, Reitausbildung, schon älter, Hufrehe gehabt, Ansatz von Ekzem.... wirklich nichts was man geschenkt haben wollte. In den Preisverhandlungen ließ die Verkäuferin dann einfließen, das dieses Pferd eine Ausbildung nach Parelli hätte und in einer GHP Note 2 hatte und deswegen 5000 Euro Wert wäre...
    Aha, leider haben die Leute das wirklich geglaubt und das Tier überteuert gekauft. Ende vom Lied: Pferd unberechenbar, nicht zu Reiten, übler Beisser, fängt jetzt aus Langeweile an zu koppen.
    Tja, angeblich hatte die Vorbesitzerin kein "Dominanzproblem", denn er hatte ja nachweislich GHP und Level xy... also muss das erst nach dem Kauf aufgetreten sein.
    So ein Blödsinn wie GHP, Join Up braucht niemand der vernünftig mit seinem Pferd umgeht. Nur die meisten Leute haben sogar Angst vor ihren eigenen Pferden und geraten unter Kontrollzwang. Diese unentspannte Atmosphäre überträgt sich aufs Pferd und macht es unsicher oder frech. Da hilft dann ein bisschen Join Up auch nicht mehr, wenn sich der Reiter beim täglichen Umgang trotzdem zu Tode fürchtet.
    Ich denk mir inzwischen nur noch meinen Teil wenn ich sowas sehe. Sollen die Leute sich lieber ein Stofftierpferd holen oder Modellpferde bemalen.
    LG
     
  10. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    naja... Das Thema hat - wie ich finde - durchaus zwei Seiten.
    Einerseits freut es mich, dass durch diesen ganzen "Hype" um Roberts, Parelli und Co immer mehr Leute mal zumindest über Bodenarbeit nachdenken, bzw dass Leute zum Teil auch mal vom Boden aus mit ihren Pferden arbeiten. Am Boden lassen sich viele "Unarten" einfach sehr viel besser beheben, als unter dem Reiter, ausserdem schafft die gemeinsame Arbeit (wenn sie richtig gemacht wird) eine gute Basis für die Arbeit unter dem Sattel.

    Andererseits habt ihr alle durchaus recht... Diese vielen selbsternannten Gurus und was die mit ihren Pferden alles machen, regen mich auch auf.
    Ich arbeite selber auch am Boden/im Roundpen mit meinem Pferd, ja. Aber auf meine eigene Art. Und "gejoint" hab ich mein Pferd auch noch nie, versteh den Sinn dahinter sowieso nicht.
    Als ich meine Dicke zum ersten mal im Round Pen hatte, war das so ziemlich das erste, was sie versucht hat, um der Arbeit zu entgehen - "joinen".
    Völliger Quatsch.
     
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