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Der Lieschen Müller-Plauderthread

Diskutiere Der Lieschen Müller-Plauderthread im Allgemein Forum; Nachdem das im Gemeinheiten-Thread angesprochen wurde, habe ich mir gedacht, ich mach einfach mal den Schritt und eröffne hier einen Thread, für...

  1. Amisia

    Amisia Bekanntes Mitglied

    Nachdem das im Gemeinheiten-Thread angesprochen wurde, habe ich mir gedacht, ich mach einfach mal den Schritt und eröffne hier einen Thread, für diejenigen, die kein Problem damit haben zuzugeben, dass sie nicht berufsmäßig reiten und unterrichten und auch nicht langjährige Erfahrung in der Ausbildung von jungen und schwierigen Pferden haben, ein Thread, wo wir uns über unsere eher banalen Fehler austauschen können und vielleicht Tipps erhalten, was bei anderen in der Situation geholfen hat. Also eher, "warum galoppiert mein Pferd nicht an" als "warum klappen die Traversalen nicht".

    Wie schon anderswo erzählt, reite ich einmal die Woche auf Schulpferden und einmal so als Art Reitbeteiligung aber ohne festen Vertrag und ohne Unterricht auf zwei Privatpferden. Einer der beiden ist ein Wallach, der vierjährig nach Hau-Ruck-Anreiten in Polen im Schulbetrieb gelandet ist und dort obwohl er eher ein halbes Hemd ist, als "Gewichtsträger" und Anfängerpferd galt. Der ist völlig platzsauer, dort reitet ihn nur die Besitzerin, aber im Gelände sehr zuverlässig und motiviert, auch wenn es um "Baumstammcavalletti" und flotten Galopp geht. Das zweite Pferd ist eine Stute, die mal Sportpferd werden sollte, was aber schiefging und sie war dann im selben Schulbetrieb, aber unter etwas besseren Reitern. Sie ist immer sehr motiviert, manchmal ein bisschen übermotiviert.
    Zusätzlich mache ich dann wenn sich die Gelegenheit ergibt noch Reiterferien, da habe ich drei Betriebe, wo ich abwechselnd hingehe. Einmal Isländer, die aber auch sehr rittig sind, einmal ein größerer Ferienhof, wo regelmäßig eine Légèreté-Trainerin Lehrgänge gibt, die ich ein bis zweimal im Jahr besuche und ein FN-Hof, wo ich hinfahre, um ein bisschen Springunterricht zu machen. Alle drei haben wirklich gute Schulpferde.

    Meine Hauptbaustellen oder das, was ich dafür halte, treten vor allem bei wenig gehfreudigen Pferden auf und zwar neige ich da erstens dazu am Anfang die Arme durchzustrecken und die Zügel zu lang zu lassen. Besser wird das immer erst dann, wenn das Pferd anfängt besser zu laufen.
    Das zweite große Problem ist Beine hochziehen, wenn ich treiben muss, dann teilweise auch verbunden mit Klemmen. Das ist im Galopp am extremsten, tritt aber in allen Gangarten auf. Der Tipp dagegen war sowohl hier als auch im Unterricht die Gerte zur Unterstützung zu nehmen, wenn das Pferd bei normalen treibenden Hilfen mit langem Bein nicht weiterläuft, was ich jetzt auch versuche umzusetzen, aber ich rutsch da trotzdem in das alte Muster.
    Zusammenfassen lässt sich das Ziel wohl als "schönes und effektives Reiten auf triebigen Pferden".
     
    Lorelai und Frau Horst gefällt das.
  2. ardana

    ardana Inserent

    Ja doch hier reihe ich mich auch mal ein.
    Ich bin immmer noch dabei mit dem Umsteig vom fertig und fein ausgebildeten Großpferd aufs selbstausgebildete Pony zu kämpfen.
    Ich bin voher schön gemütlich auf L-Niveau rumgeritten, solange man den Schimmel nicht verärgert hat, hat der einen brav rumgetragen und gut aussehen lassen. Man dürfte ihn halt nur nicht blockieren, sonst hat er einen auf den Boden geholt.

    Ich tu mich zum einen mit den Gangarten noch wirklich ein bisschen schwer und irgendwie fehlt die Routine und das Vertrauen.
    Und klar, der ist nicht L-fertig wie mein großer. Ich muss ihm alles selbst beibringen und erarbeiten. Dazu kommt aber noch, dass mein Großer mich ja regelmäßig abgesetzt hat und das doch irgendwie immer noch drin ist. Dieses vorsichtige.
    In der Theorie weiß ich sehr wohl, was ich machen müsste damit alles klappt, aber in der Praxis bin ich einfach völlig körperbehindert. Meine äußere Hand bleibt nicht da wo ich sie hinstelle und dann rudert manchmal die innere völlig unsinnig in der Gegend rum, als denkt sie, sie könnte irgendwas ausrichten :D Wird dann vom Pony mit Zunge rausstrecken quittiert.
    Mal sehen vielleicht bekomme ich auch mal ein Reitvideo hier rein gestellt.


    @Amisia Bei faulen Pferden, mit denen man nicht wieder an der Feinheit der Hilfen arbeiten kann, würde ich auch definitiv lieber die Gerte mehr zur Hilfe nehmen (nein nicht verprügeln) als sich im Sitz komplett zu verziehen.
    Wobei ich ich wohl beim reiten eine relativ hohe Grundspannung habe, weil ich auch auf so faulen Pferden reiten gelernt habe. Meinem Großen war das regelmäßig zu viel Druck und er ist in die Luft gegangen.
    Also könnte man dahingehend vom Grundsitz her sicher auch noch was verbessser in Richtung mehr vorwärts.
     
  3. Amisia

    Amisia Bekanntes Mitglied

    Das denke ich auch, es hat sich über die Jahre in der Hinsicht auch schon einiges getan, lang habe ich solche Pferde ja gar nicht vorwärts gebracht, jetzt geht es schon, aber eben nicht immer im korrekten Sitz.
    Mir ist aber selber nicht so ganz klar, was ich dafür machen müsste und so, dass ich es bei einem anderen Pferdetyp auch wieder "abschalten" kann.
     
  4. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Meiner Meinung nach ist es tatsächlich schwieriger, einen super ausbalancierten Sitz auf einem sehr, äääh, energieeffizienten Pferd zu haben.

    Auf einem Pferd mit etwas mehr Vorwärtsdrang sitzt es sich leichter.

    Man fängt dann auch gerne mal zu schieben, schaukeln und quetschen an. Was das Pferd aber eher noch blockieren lässt.


    Ich finde es wichtig, das Pferd sehr sensibel aufs Bein zu machen.
    Der sollte richtig "zünden" wenn der Schenkel kommt .
    Da muss man anfangs sehr konsequent und konkret sein.

    Also Dauerquetschen und -boxen unbedingt vermeiden.
    Wenn Bein, dann auf Reaktion bestehen !
    Und bei Reaktion locker werden .


    Die Gerte zur Unterstützung kann sicher helfen .
    Erfahrungsgemäß kann aber auch hier schnell ein Abstumpfen eintreten .
    Und dann wird es schwierig.
     
  5. Ponymonster

    Ponymonster Pseudo-Einhorn

    In Sachen faul/triebig sind meine so konträr. Der "Große" kommt die ersten 20-30 Minuten kaum von der Stelle. Wenn er sich eingelaufen hat, dann läuft der aber unglaublich fleißig und man hat immer wieder mal das Gefühl, dass man nur mit der inneren Wade dem Bauch folgen muss und das als treibende Hilfe reicht.

    Wen ich in zu beginn, beim ersten Lostraben flotter/fleißiger will, müsste ich auch die Beine hochziehen, bzw. beide Beine ein gutes Stück hinter den Sattelgut nehmen und "Druck machen". Da kamen dann auch schon gut gemeinte Tipps von anderen Reitern, von wegen "Geht doch! Musst ihn halt ein bisschen zwingen." Aber es fühlt sich falsch an. Ist halt echt schwer, wenn einem dann alle sagen "Der kann eh vorwärts gehen, der veräppelt dich doch nur! Sporen drauf, mal anstechen und dann trabt der schon los!" - Aber der soll doch nicht - wider seinem eigenen besseren Wissen/Körpergefühl - gleich so los strampeln, weil ich ihn dazu gezwungen hab? Nach 30 Minuten geht er dann fleißig und tatsächlich gern. Der ist ja kein Pferd, dass sich generell nicht bewegen MAG.

    Und der Absatz oben ist jetzt mein total subjektives Empfinden. Dem gegenüber steht eben die Beobachtung von anderen Reitern (deren Reiten mir subjektiv aber zT auch nicht gefällt, deren Pferde mir viel zu wenig losgelassen sind) - wer hat jetzt Recht? Das sind so meine Alltagsprobleme.

    Dem gegenüber ist der Kleine das genaue Gegenteil. Die ersten 25-30 Minuten hat man alle Möglichkeiten. Wenn ich es gut reite (gut jetzt eben in meinem bescheidenen Ausmaß) kann man da toll mit ihm arbeiten und er hat richtig GO. Dann wird es für ihn anstrengend. Und dann hört er eben auf, mitzuhelfen. Legt sich schwer auf den Zügel, fällt auf die innere Schulter.

    Mein subjektives Empfinden ist dann wieder: für den ist es jetzt genug. Feierabend. Und die klugen Menschen an der Bande kontern dann: "Der trickst dich aus, weil er keine Lust mehr hat. Der hat das jetzt zum Schluss total schlecht gemacht. Du musst das jetzt so lange wiederholen, bis es passt, vorher gibts kein Zügel lang. Du belohnst ja das total Falsche!" - und ich denk mir dann wieder, wenn ich jede Reiteinheit damit aufhöre, dass der schweißgebadet ist, und ich Dinge von ihm verlang hab, die total schwer und anstrengen waren, wie soll der dann das nächste Mal motiviert sein, wenn die letzte Erinnerung ans geritten werden nur müde, schmerzhafte Muskeln, Zug am Gebiss und Frustration sind?
     
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  6. Princess of Diamond

    Princess of Diamond Bekanntes Mitglied

    Bei triebigen Pferden würde ich als erstes versuchen rauszufinden wo das Problem liegt. Das kann leider alles mögliche sein. Und gerade wenn es nicht das eigene Pferd ist wird das schwierig.
     
  7. Luckyhorse

    Luckyhorse Bekanntes Mitglied

    Ich würde da auf mein Gefühl und mein Pferd hören. Solche Schauberger haben wir Gott sei Dank nur eine im Stall. Und da ich ja ausreiten ist die dann ja nicht dabei um besserzuwissen.

    Zu den ständig triebigen Pferden kann ich nur etwas aus zweiter Hand beisteuern.
    Die Stute meiner Freundin war auch so. Kaum richtig vorwärts zu bekommen.
    Wir haben uns dann mehrmals in der Woche getroffen und sind aus geritten in allen Gangarten. Der Bär immer flott voraus und sie hat versucht nur ruhig zu sitzen und die Bewegung ihrer Kleinen sozusagen zuzulassen. Die hat sich dann von uns nach einiger Zeit richtiggehend mitziehen lassen und wurde von alleine gangfreudiger.
    Seitdem geht es insgesamt viel besser. Wäre vielleicht auch mal einen Versuch wert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Okt. 2018
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  8. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Spencer braucht Einlaufzeit. Ein anderes Tempo zu verlangen als das, welches er geht, ist suizidal.

    Also traben wir das erste Stück halt im Pleasure-Jog. Wenn er findet, dass er sich nun genug gedehnt und gestreckt hat und sich warm fühlt, fragt er nach Galopp, dann kartoffeln wir halt so vor uns hin.

    Und DANN ist er aber locker und startklar. Trabt fleißig, ist aufmerksam, steht locker an den Hilfen und ich kann die Arbeitsphase einläuten.

    Obsi.
     
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  9. Princess of Diamond

    Princess of Diamond Bekanntes Mitglied

    Macht doch nix wenn sie erst gemütlich vor sich hin joggen. Bringt ja nix wenn sie vom ersten Moment an klemmen.

    Was bei meinem auch gar nicht geht sind gleich im Schritt Seitengänge. Da zieht er sich richtig hoch.
     
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  10. Ponymonster

    Ponymonster Pseudo-Einhorn

    Ja, schon. Aber fühlt sich halt irgendwie "halbtot" an, bzw sieht halt auch so aus. Und dann wird eben geredet, die man sein Pferd so zäh und steif und ohne Rücken auf der VH dahin schleichen lassen kann. Weil, das Gesetz der korrekten Reiterei gebietet eine aktive Hinterhand. :wink:

    Aber ich glaub eben, mit 21 Jahren brauchen die Gelenke eben länger, da können Beine nicht so dynamisch nach vorne geschwungen werden. Bzw. können schon, wenn man darauf besteht - aber das ist dann eben unangenehm fürs Pony. Aber das ist jetzt wieder ganz subjektiv. Die "besseren" Reiter würden zT wieder sagen "Ausrede verlass mich nicht! Reite es eben BESSER!" - Und das ist das Lieschen-Müller-Problem. Das man es besser machen will, aber nicht kann. Und dass einem die falschen Leute dann empfehlen es grober/rescher zu machen. Sich mal durchzusetzen...
     
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Thema: Der Lieschen Müller-Plauderthread