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Der Unterschied?

Diskutiere Der Unterschied? im Allgemein Forum; Ich habe mal eine ganz blöde Frage, aber das beschäftigt mich schon eine ganze Weile . Also: Woran erkennt der Reiter eigentlich, ob die Hilfe...

  1. mascho

    mascho Inserent

    Ich habe mal eine ganz blöde Frage, aber das beschäftigt mich schon eine ganze Weile . Also: Woran erkennt der Reiter eigentlich, ob die Hilfe nicht deutlich genug war oder ob das Pferd sich einfach nur widersetzt? Ich meine z. B. woran man merkt ob ein normalerweise faules Pferd nicht angalloppiert weil es zu faul ist oder weil der Reiter gegensetzliche Hilfen gegeben hat ? Die "Symptome" sind ja die gleichen, das Pferd wird z. B. nur schneller . Es gibt bestimmt kein Pauschalrezept , aber woran erkennt ihr das? Man möchte das Pferd ja auch nicht für die Reiterfehler strafen . Das gilt jetzt nicht für ein bestimmtes Pferd, sondern mal ganz allgemein :1:
     
  2. rentier

    rentier Inserent

    kleine Abtsimmungsfehler kann es immer und zwischen jedem Pferd-Reiter-Paar geben. Und der Reiter, egal auf welchem Niveau er sich schon bewegt, sollte immer so viel Selbstkritik besitzen, dass er bei Unstimmigkeiten in der Ruhe die Hilfe wiederholt und eben noch deutlicher, noch genauer und noch konsequenter gibt. Dann kommst du gar nicht an den Punkt, wo du ein Pferd zu unrecht strafst.

    Um den Unterschied zwischen Widersetzen und schwammiger Hilfe zu nennen, solltest du vielleicht sagen, was für dich widersetzlich ist.
    Für mich ist ein Pferd widersetzlich, wenn es nach dem Bein schlägt oder völlig blockiert und nicht mehr nach vorne zieht.

    Ein Pferd was aber nicht direkt auf die Hilfe angaloppiert, würde ich nicht als widersetzlich bezeichnen. Da würde ich wie gesagt, die Dosierung der Hilfe so verstärken, dass es anspringt.
     
  3. playoff67

    playoff67 Inserent

    Ich habe einen Experten, der so seinen Reiter testet, d.h. nach einer gewissen Zeit hat er sich bei der RB verweigert rechts anzugalloppieren, er ging halt in den schnellen Trab, aber kein Übergang in den Gallopp. Da sie einen Kurs besucht hat, meinte sie es sind eventuell die Zähne, na ja ich habe mich drauf gesetzt und er sprang aus allen lebenslagen in den Gallopp, ich denke wenn man sein Pferd kennt dann weiß man es, falls es ein fremdes Pferd ist, so würde ich natürlich auch erst einmal versuchen eine vernünftige
    Kommunikation zu schaffen, man muss sich ja beidseits einstellen, also erst einmal versuchen Verständigungsprobleme sprich "Hilfen" probieren, wie stark braucht es das Bein nach hinten, wie fein müssen sie sein. Denke ist eine Eingewöhnungszeit.
     
  4. Ich seh es ähnlich wie Rentier. Vielleicht bin ich zu selbstkritisch, aber ich seh es vereinfacht gesagt so: ein perfekter Reiter kann jedes Pferd in allen Lebenslagen motivieren und bei sich halten. Also sind ALLE Fehler beim Reiter zu suchen. Wenn ich also das Pferd BESTRAFE, ist das immer ungerechtfertigt. Wenn das Pferd nicht so reagiert, wie ich will, dann muss ich meinen Einsatz der Hilfen überdenken und korrigieren - auf das Pferd abstimmen.
    Leute, die mir erzählen, dass der "Bock" einfach faul ist und keine Lust hat, über die kann ich lachen. Die überspielen damit mE ihr eigenes Unvermögen. Kein Reiter ist perfekt, das würde ich auch nicht mal ansatzweise auch nur annähernd von mit behaupten. Grade deshalb aber muss ich als Reiter doch die Fehler bei mir suchen oder ? Ich als Mensch SOLLTE das Wesen mit mehr Verstand sein, also muss ich versuchen dem Pferd klar zu machen, was ich von ihm will. Je deutlicher ich das kann, desto genauer die Reaktion des Pferdes.So einfach und doch so schwierig ist reiten.
     
     
  5. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Ich seh das ähnlich wie Leo und Rentier - das Pferd ist NIEMALS schuld.
    Vor allem wenn es sich dabei um mein eigenes Pferd oder meine Reitbeteiligung handelt - sprich ein Pferd, das ich öfters unterm Sattel habe.
    Wenn ich mein Pferd täglich reite, dann entsteht sämtlicher "Ungehorsam" des Pferdes ja nur durch mich. Man kann auch ein faules Pferd "fein reiten", so dass es auf die kleinsten Schenkelhilfen reagiert und trotz der Faulheit fleißig läuft. Genauso wie es an mir liegt, meinem Pferd die richtigen Galopphilfen beizubringen.

    Ansonsten bin ich der selben Meinung wie Leo: Ein perfekter Reiter könnte jedes Pferd in jeder Lebenslage dazu bringen, das zu tun, was es tun soll.
     
  6. Tamara

    Tamara Inserent

    Ich würde sagen, es kommt immer auf die Situation an.
    Wenn der Sattel nicht passt oder ein Zahn einen Haken hat oder der Rücken wehtut, dann kann da noch so ein guter Reiter draufsitzen- das Pferd wird mit Wiederstand reagieren. Je nach Pferdetyp/schmerzgrad indem es sich zB verwirft, nicht stellen lässt oder eben durch bocken, steigen oder nicht- angaloppieren.
    Es gibt auch Pferde , die wollen nicht mitmachen- nicht weil sie nicht können, sondern weil die keine Lust haben. Das Springpferd das den einen Tag super springt und wenn der Reiter das Pferd nicht genau platziert vor den Sprung bringt einfach die Stange runterwirft oder verweigert. Auc so etwas gibt es- Pferde, die immer und mit jedem Reiter springen, Pferde die ihr letztes geben und Pferde, die nicht mitmachen.
     
  7. se_jessi86

    se_jessi86 Inserent

    Ob die Hilfen nicht deutlich waren oder missverstanden wurden, seh ich meist daran, dass wenn z.b. meine RB nicht angaloppiert ich bem nächsten mal genauer auf die Hilfen achte, eventuell den Sitz korrigiere, also was ich damit sagen will ist, bei mir ist es oft so, dass ich beim angaloppieren das Knie hochzeihe, da galoppiert meiner eigentlich dann auch nciht an, nächste Runde dann ohne Steigbügel, dann mach ich nen langen Fuß, dann galoppiert er an....
     
  8. lecomte

    lecomte Inserent

    Also ich denke man sollte viele Fehler bei sich selbst suchen und nicht beim Pferd. Jedoch müsst ihr euch auch klar werden, Pferde sind Lebewesen...und Lebewesen haben auch mal einen schlechten Tag und darum keine Lust zum Arbeiten. Ich denke, da sollte man nicht zu naiv sein, dass man sagt, dass das Pferd IMMER das widerspiegelt, was der Reiter auf ihm so treibt und dass es IMMER motivierbar ist...das sind wir doch auch nicht, oder? Bei meinem Hund ist das genauso...wenn ich mit ihm kleine Kunststücke übe, hat er an manchen Tagen einfach üüüberhaupt keine Lust dazu und blockiert. Und wenn das Pferd halt mal einfach keine Lust hat zu arbeiten, sollte man vielleicht einfach abbrechen und ins Gelände ausreiten gehen...denn dann bringt es nichts. Ich hoffe, ihr könnt mich auch verstehen, wie ich zu dieser Meinung komme :)
     
  9. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    Hi,
    ja grundsätzlich sollte man den Fehler erst bei sich suchen und dann auch abwägen, ob das Pferd, selbst wenn es wollte, die Hilfe korrekt umsetzen kann. Es gibt nämlich auch Reiter, die überfordern ihre Pferde maßlos und verlangen Lektionen, die das Pferd körperlich/oder im Kopf noch nicht umsetzen kann.
    Hier liegen meiner Meinung nach die größten Missverständnisse zwischen Pferd und Reiter. Da ist es dann absolut falsch das Pferd zu strafen, häufig aber gängige Praxis. So demotiviert man das Pferd nur.
    Auch Pferde dürfen Fehler machen, Strafe ist im Prinzip nie angebracht.
    Beim Westernreiten ist es sogar quasi erwünscht, wenn das Pferd Fehler macht. Nur so kann man sie korrigieren und wieder belohnen und ein motiviertes Pferd wird sich bemühen es richtig zu machen und gerne Lernen, so erarbeitet man sich eine zwanglose Basis, bei der es ausreicht einfach nur den Zügel anzuheben um zu zeigen- Pferd du bist auf dem Holzweg, probiers nochmal anders.
    Grundsätzlich sollte man immer erst seine eigenen Hilfen und Fehler überprüfen, wenns dann nicht klappt einen Schritt zurück gehen in der Ausbildung: z.B. wenn das Pferd nicht richtig angaloppiert, die Akzeptanz des Schenkels üben mit Hüfte nach innen verschieben
    So hat das Pferd die Möglichkeit sich nochmal aufbauende Lektionen zu verinnerlichen und die Lektion um die es ging dann sauber zu machen und zu verstehen. Der Weg nach vorne ist oft erstmal der Weg zurück.
    Als Reiter muss man natürlich diesen Weg kennen, sonst nützt einem das Auswendig-gelernte herunterbeten von Hilfen nicht viel. Solche Reiter können im günstigsten Falle ein gut ausgebildetes Pferd kurze Zeit nachreiten, mehr aber nicht. Ein guter Reitunterricht lernt einem nicht das Strafen, sondern das Verstehen des Ausbildungswegs eines Pferdes und wie man wann handelt.
    Strafe wird dann zu 99% unnötig.
    LG
     
  10. Dann lass es mich anders formulieren: ein sehr guter oder der fiktive "prfekte" Reiter hat sein Pferd immer bei sich und an den Hilfen. Ein Ausfallen des Pferdes erkennt er, bevor es dazu kommt und kann es verhindern anstatt korrigieren. In so fern macht es dann keinen Unterschied, ob das Pferd die Hilfe nicht verstanden hat oder widersetzlich ist. Es ist keine "Strafe" notwendig sondern eine Verdeutlichung der Hilfe.
    Anders siehts aus, wie Tamara schrieb, wenn das Pferd Schmerzen hat. Das ist natürlich ein Fall, der auf jeden Fall zuerst geklärt sein muss. M.E. gibt es so gut wie keinen Anlass ein Pferd für eine Widersetzlichkeit zu strafen. (Falls es denn wirklich eine ist - ich will nicht abstreiten, dass ein Pferd auch mal mehr mal weniger motiviert ist). Ich muss als Reiter vorausschauend reiten, wass sich nicht nur darauf bezieht, dass ich sehen muss, wo ich hinreite sondern auch darauf, dass ich eine kommende Widersetzlichkeit im Keim ersticken kann.
    Bsp: ein erfahrener Reiter erkennt zumeist BEVOR das Pferd im Galopp oder Trab ausfällt, dass das kommen wird. Ein Anfänger wird von dieser Situation völlig überrascht. Ein erfahrener Reiter wird also sein Pferd im Galopp oder Trab vermehrt durchtreiben, um das Ausfallen zu vermeiden. Während der Anfänger meist mühselig wieder eine Gangart beschleunigen muss.
    Oder auch ganz simpel: das ausreiten von Ecken. Wer von uns hat nicht in seiner Laufbahn auf einem Schulpferd gesessen, dass mit uns armen Anfängern die Ecke gesschnibbelt hätte und wir haben wie blöd drauf gesessen und versucht, es noch irgendwie wieder hinein zu drücken. Bis wir irgendwann so weit waren VOR der Ecke zu merken, dass das Pferd die Tendenz hat, abzukürzen und VORHER äußeren Zügel und inneren Schenkel dran und Pferd deutlich in die Ecke geschoben haben.
    Auch wenn in der reiterlichen Laufbahn diese Schwierigkeiten immer detallierter und winzinger werden sind es doch für mich reiterliche Unzulänglichkeiten auf dem nicht endenden Weg zur Perfektion, die man nie erreicht, doch immer erstreben soll.
    Also, das Pferd ist niemals schuld, wenn etwas nicht so funktioniert, sondern immer der Reiter. Schließlich will nicht das Pferd von uns geritten werden sondern wir wollen das Pferd reiten.
     
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