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Die ewige Krux mit der reitbeteiligung und der Versicherung - Urteil des OLG Nürnberg

Diskutiere Die ewige Krux mit der reitbeteiligung und der Versicherung - Urteil des OLG Nürnberg im Versicherungsfragen Forum; Ich darf auch bei einem Autounfall nicht vorab die Schuld anerkennen. Ebenso kann ich die Ansprüche der KV nicht ausschließen. Die kann immer an...

  1. terrorschaf

    terrorschaf Bekanntes Mitglied

    Du hast aber schon das Urteil gelesen wonach Gerichte geurteilt haben dass man es eben doch ausschliessen kann?
     
  2. Kröti

    Kröti Bekanntes Mitglied

    Dann könnte ja auch die KK sämtliche Zahlungen abweisen, wenn der VN sich selbst in Gefahr bringt und sich deswegen verletzt. Wenn ich aber von meinem eigenen Pferd stürze, zahlen sie, ohne dass ich mein Pferd dort jemals angeben musste. Also kann mMn nicht die Rede davon sein, dass es auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Sonst müssten sämtliche gefährliche Aktivitäten zur Selbstzahlung der Behandlung führen.
     
  3. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    1ein pferdeeigentümer ist auch nicht das kindermädchen der RB. die muss scon selbst wissen, was sie tut. die RB entscheidet selbst, was sie mit dem "gefährlichen pferd" anstellen möchte, und wie beim eigentümer selbst bezahlt die pferdehalter-haftplflichtversicherung halt beim jeweiligen besitzer nicht.
     
  4. PAweide

    PAweide Bekanntes Mitglied

    Rein moralisch sollte haftungsmäßig die RB der Pferdebesitzerin gleichgestellt sein, zumindest, wenn es wie in diesem Fall unentgeltlich ist. Denn sie hat für einen bestimmten Zeitraum regelmäßig ein Pferd, das sie wie ein eigenes nutzen kann (im Normalfall, von einem Pferd, welches 10 RB hat, die alle 50€ im Monat zahlen reden wir nicht)
    Sie hat also im Idealfall Nutzen eines Pferdebesitzers ohne oder mit wenig Kosten. Dann sollte auch ihre Krankenkasse zahlen, wenn etwas passiert.
    Da aber eigentlich jeder sein Pferd versichert haben sollte, dann meldet PB das halt seiner Haftpflicht, und gut ist. Dann regeln das die Versicherungen meist untereinander.

    Sagt aber jemand, nein, die Haftpflicht muss auf jeden Fall zahlen, weil sonst die Allgemeinheit ausgenutzt wird, dann sollte bitte jeder Motorradunfall, jeder Raucherschaden, jede angefutterte Diabetes Typ 2 auch vom Verursacher selbst bezahlt werden. Will aber wohl keiner (würde die Krankenkassen aber sicher freuen)
     
    Kröti und Kitty Malone gefällt das.
  5. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    Die Sache ist einfach so:
    Jeder, der etwas zahlen muss (hier die KV), guckt, wer "Schuld" ist und holt sich dort die Kosten wieder.
    Bei einem Reitunfall auf einem fremden Pferd ist immer das Pferd "schuld" (= Tiergefahr) und da dieses keine Kohle in der Backentasche hat, muss der Eigentümer (dessen Versicherung) für solche Schäden aufkommen.
    Also geht die KV natürlich an den Pferdeeigentümer, da er ja hier "Schuld" ist, weil sein Pferd einen Schaden verursacht hat.

    Bin ich selbst als Pferdeeigentümer verunfallt, hat kein anderer "Schuld", nur ich selbst. Also kann sich meine KV das Geld nirgendwo anders holen, sondern muss zahlen.
    Evtl. gibt es hier aber (da kenne ich mich nun gar nicht aus) Abstriche, wenn Vorsatz o.ä. im Spiel war.

    Also, man muss hier ganz genau unterscheiden, wie viele Parteien im Spiel sind ...

    Nun, aber wenn die RB dem Pferdeeigentümer gleichgestellt ist, haftet die Pferde-Haftpflicht eben nicht für die Schäden AN der RB, genausowenig wie für die des Eigentümers.
    Von daher ist diese Gleichstellung ein mieser Trick mancher Versicherungen. Und man muss da sehr genau hinschauen.
    Das hört sich ja erstmal gut an, dass die RB dem Eigentümer gleichgestellt ist ... aber das ist für die Haftung gegenüber Dritten total wumpe, denn die ist immer gegeben, ob da nun der Eigentümer, die RB, die Oma von Nebenan oder sogar widerrechtlich der Idiot aus dem nächsten Dorf unterwegs ist. Die Pferdeversicherung zahlt immer an die unbeteiligten Dritten.
    Aber die Thematik ist wirklich schwierig ... Versicherungsrecht & Juristen lassen grüßen.

    Und ... ich kann mir nicht vorstellen, dass das zitierte Urteil wirklich, wirklich ein Präzedenzfall ist, sondern eine Einzelfallentscheidung, die noch (für uns unbekannte) andere Komponenten hatte.

    Es gab doch hier mal "Smigel", der ist doch Versicherungsfachmann und kann das sicher supergenau erklären?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Okt. 2021
  6. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    [Forum lahmt ...
     
  7. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    ... slow Forum ... ;-)
     
  8. emmaxx

    emmaxx bekannt bissig ... :)

    ich geb's besser auf ...
     
  9. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    das ist ja quatsch. die eigentumsverhältnisse sind ja nicht für eine haftung relevant sondern die besitzverhältnisse!

    eine RB ist der mittelbare besitzer, weil er eigenverantwortlich handelt. also muss er selbst den schaden tragen, wenn ihm beim reiten etwas passiert.

    eine ausnahme wäre, wenn etwas anderes vereinbart ist. wenn die RB zb nur dann reiten darf, wenn der eigentümer dabei ist. in dem fall ist er sicher wie ein reitschüler oder fremdreiter anzusehen.

    das eigenverantwortliche reiten ist für den pferdeeigentümer viel risikoreicher als das reiten unter aufsicht, da der eigentümer in diesen momenten nicht mehr der ebsitzer ist: er hat selbst kienerlei zugriff mehr - also kann seine haftpflichtversicherung bzw die seines pferdes ja wohl kaum noch greifen. deshalb muss man für baufsichtigtes reiten als RB im regelfall auch viel mehr geld bezahlen: er nutzt das wissen der eigentümer/ lehrer für seinen vorteil. und dann ist man auch mehr abgesichert. wenn der eigentümer nicht in der nähe ist und die RB nicht warnt, dass das pferd bestimmt gleich losbockt, wenn er so weiter reitet, dann darf man auch schmerzensgeld verlangen.
     
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  10. Kröti

    Kröti Bekanntes Mitglied

    Bin ich ganz bei @ulrike twice und @PAweide.
    Die RB agiert selbstständig wie der Besitzer und hat wenig bis keine Kosten, also ist sie an dem Tagen im Besitz des Pferdes.
     
    ulrike twice gefällt das.
Thema: Die ewige Krux mit der reitbeteiligung und der Versicherung - Urteil des OLG Nürnberg