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Durchbeissen oder aufgeben?

Diskutiere Durchbeissen oder aufgeben? im Allgemein Forum; Die Besi meiner alten RB hat sich ein Jungpferd gekauft, als die alte Dame langsam ins Alter gekommen ist. Sie wünschte sich von Anfang an eine...

  1. Condor74

    Condor74 Aktives Mitglied

    Die Besi meiner alten RB hat sich ein Jungpferd gekauft, als die alte Dame langsam ins Alter gekommen ist. Sie wünschte sich von Anfang an eine rege Beteiligung meinerseits bei der Ausbildung und Bewegung des Wallachs.
    Im ersten Jahr war sie die deutlich ängstlichere Reiterin von uns zwei, das Pferd zeigte bei ihr gewisse Unarten bzw. auch Abwehrreaktionen, die bei mir kaum vorkamen. Ich hatte dazu mal hier drin geschrieben und mich entschieden, mich emotional etwas herauszunehmen und vorwiegend als Sidekick die Besi zu unterstützen.
    Dann fiel ich in der Reitstunde nach einem Sprung gegen die Bande und konnte gar nicht mehr reiten. In der Zeit spielte ich das erste mal mit dem Gedanken, mich gar nicht mehr um dieses Pferd zu kümmern. Die Besi war sehr bestürzt über meine Gedanken und hat mich immer wieder motiviert, in meinem Tempo wieder einzusteigen.
    Vom Boden aus klappte dies auch problemlos, aber im Sattel ist es seither einfach zäh. Seit einer gewissen Zeit möchte er im Gelände nur noch hinterher dackeln und wird sehr wehrhaft, wenn man ihn vortreiben möchte. Seit kurzem wehrt er sich auch unter dem Sattel, wenn er etwas nicht möchte. Dies vorallem bei mir. Beispiel: ich möchte linke Hand galoppieren. Er galoppiert zwar an, zockelt aber so vor sich hin und fällt jedesmal an der kurzen Zeite der Halle in den Trab. Wenn ich ihn auch nur leicht mit der Gerte anditsche, um ihn im Galopp zu halten, geht der Hintern Richtung Decke hoch und er keilt volle Kanne nach hinten aus. Dies hat er auch früher ansatzweise gemacht, aber nicht in dieser Intensität. Jetzt wirft es mich aus dem Sattel auf den Hals und ich bin jedesmal froh, wenn ich oben bleibe. Der RL meinte dazu, es sei halt sein "Tik".
    Mittlerweile frage ich mich, ob das wirklich nochmals besser wird oder ob wir als Team einfach nicht mehr funktionieren. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Hat es sich gelohnt, durchzubeissen oder wenn es nicht passt dann passt es einfach nicht? Zeigt sich nun sein richtiger Charakter (er ist 5) oder ist das nur eine Phase?
    Ich muss vielleicht auch dazu sagen, dass ich mittlerweile auf die 50 zugehe und lange nicht mehr so risikofreudig bin wie in jungen Jahren. Früher ging ich mit einer Selbstsicherheit in solche "Diskussionen", die mir mittlerweile fehlt. Ich gehe auch mit Stürzen nicht mehr so locker um wie früher und fühle mich momentan gerade wie der letzte Anfänger.
     
  2. Lilith79

    Lilith79 Bekanntes Mitglied

    Das Galoppproblem zumindest klingt für mich tatsächlich danach, dass es dadurch ausgelöst wird, daß du nach deinem Sturz nicht mehr unbefangen bist.

    Vermutlich gibst du widersprüchliche Signale, du galoppierst an, aber hast mental die angezogene Handbremse drin. Er fällt aus.
    Du titscht ihn leicht mit der Gerte an, anstatt klipp und klar und energisch mental und körperlich zu signalisieren, wir galoppieren jetzt wirklich. Das wird ihn zu der verärgerten Reaktion bringen und es verfestigt sich immer mehr.

    Es klingt ja als wäre er früher mit der Besi als die noch die Ängstliche war, ähnlich gewesen. Manche Pferde können das einfach nicht gut ab, unsichere Reiter.

    Ich denke da kann man sich schon durchbeissen, ist eher die Frage ob du es mit dem Pferd noch willst.
     
    Canada gefällt das.
  3. nasowas

    nasowas Bekanntes Mitglied

    Ich bekomm wenn ich das lese so das Gefühl dass ihr keine gute Hilfestellung habt und dann wird durchbeissen halt schwer.
    Mit guter anleitung würde ich shcon sagen versuch es (wenn du denn willst) aber irgendwie kommst du mir etwas alleinegelassen vor? kann das sein? Vertraust du der RL ?
     
  4. Condor74

    Condor74 Aktives Mitglied

    Klemmig war er schon immer gerne mal beim ersten Angaloppieren. Und ja, früher habe ich dann schon bestimmt und deutlich zum vorwärts animiert und auch nicht locker gelassen.
    Von dem her kann das schon passen, dass er das einfach nicht ab kann. Bleibt man als Reiterin eher passiv, macht er dann auch einfach sein eigenes Ding.
    Vertrauen tu ich dem RL schon, aber es gelingt mir nicht gut genug alles umzusetzen. Bzw. gewisse Tipps kann ich reiterlich gar nicht umsetzen, da es mir dann doch an Ausbildung fehlt.
    Am meisten fehlt es mir wohl gerade an mentaler Stärke, ich wüsste aber nicht wie mir eine externe Person die wieder aufwerten können sollte. Das kann ja wohl nur ich. Die Quizfrage ist wahrscheinlich aber schon, ob das mit dem Pferd überhaupt geht.
     
  5. nasowas

    nasowas Bekanntes Mitglied

    mir scheint halt (nur mein Eindruck, in echt kann ichs ja nciht beurteilen) dass irgendwie die Herangehensweise an so ein junges Pferd nciht stimmt, die fundierte Ausbildung irgendwie auf der Strecke bleibt ob durch Trainer oder ängstliche Reiter oder warum auch immer und du jetzt auch ängstlich bist. Das ist irgendwie ne schwierige Kombi , oder?
     
  6. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich vielleicht verwechsele:
    Ich meine, es ging darum, dass die Besi schlecht mit dem Pferd zurecht kam und du gut und und einer Differenz, wieviel Zeit Du selbst überhaupt investieren wolltest und seitens der Besi solltest.
    Jetzt hört es sich so an, als käme die Besi inzwischen recht gut zurecht und du jetzt weniger und hast dazu auch keinen Spass.
    Vielleicht wäre das durchaus der richtige Zeitpunkt, aus dieser eh nicht ganz glücklichen Konstellation auszusteigen, denn viel Zeit hattest Du ja auch nicht.
    Ohne die echten Details kann man da schlecht zu oder abraten aber da du damals ja - wenn auch aus anderen Gründen- ernsthaft überlegt hattest aufzuhören, wäre das nun eine gute Gelegenheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Nov. 2021
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  7. ruffian

    ruffian Inserent

    Niemand kann dir garantieren, dass es besser wird. Die Frage ist, hast du noch Freude daran, ihn zu reiten? Das Leben von Mensch und Tier ist zu kurz, um Pferde zu reiten ohne Freude daran zu haben. Ich würde das nach Bauchgefühl entscheiden, denn du bist als RB in der glücklichen Situation, letztlich nicht für dieses Pferd verantwortlich zu sein. Ganz egal, was die Besitzerin möchte, entscheide nur nach deinen eigenen Wünschen und Gefühlen. Mit Krampf, Angst und Erwartung von Besserung aufzusteigen verdienst weder du noch das Pferd.
     
    Elchhexe, Corvus und Barrie gefällt das.
  8. Condor74

    Condor74 Aktives Mitglied

    Ja, ist es. Es war ursprünglich von der Besi auch nie gedacht, sich ein so junges Pferd zu kaufen, sondern ein Spontankauf.
    Nein, da liegst du schon richtig. Auch wenn der Hinweis mit dem Spass nun doch etwas angriffig rüber kommt. Ich hatte mir eure Tipps ehrlich zu Herzen genommen und mich stark zurückgenommen. Ich hatte ihn mehrere Monate nicht geritten und jetzt langsam wieder angefangen, aber das Vertrauen ist offenbar beidseitig weg.
    Nein, aktuell habe ich tatsächlich keine Freude mehr. Schon bei der Fahrt in den Stall breitet sich ein mulmiges Gefühl in mir aus und ich denke darüber nach, was und wieviel ich mit ihm überhaupt machen soll. Wie ich allerdings unter den gegebenen Umständen ein besseres Gefühl kriegen soll, weiss ich auch nicht. Von alleine wird es ja wohl nicht wieder gut. :cry:
     
  9. aquarell

    aquarell Inserent

    Geh mit ihm spazieren, wenn Du reitest mache Dinge die euch beiden leicht fallen. Galoppiert er nur schleppend, reite nur 2-3 Galoppsprünge. Sei schneller wie er, wenn der durchparieren möchte, pariere vorher zum Trab, Schritt durch.
    Und LOBE ihn, für alles, was er gut macht, für alles was er sein läßt.

    Wenn meiner wieder Spannung aufbaut und dabei nur den Kopf hebt, streichle ich ihn. Dann entspannt er sich sofort und läßt sich im Hals wieder los. Auch er will nicht immer durchgaloppieren und geht vor der Ecke aus. Ok, ist so. Dann wird der Trab wieder geregelt und neu angaloppiert. Und dann reite ich den Galopp eben nicht ganze Bahn rum, sondern versuche schon vor der Ecke wieder zu traben.

    Ruhige Zirkelarbeit mit vielen Übergängen, so daß er aus dem Trab immer wieder neu angaloppieren muß.

    Stelle, wenn möglich Pylonen oder Cavalettis in die Halle, so bekommt man Abwechslung bei der Arbeit.
     
  10. Clownfischpony

    Clownfischpony Bekanntes Mitglied

    Ich möchte dir gerne die "Angstreiterchallenge" ans Herz legen. Ist kostenlos und kann dir in keinem Fall schaden.
     
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