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Ein noch nie dagewesenes Thema: Sporen

Diskutiere Ein noch nie dagewesenes Thema: Sporen im Allgemein Forum; Moin moin wertes Reitervolk, meinereiner hat sich in den letzten Wochen / Monaten mal so ein paar Gedanken gemacht, insbesondere bezüglich...

  1. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Moin moin wertes Reitervolk,

    meinereiner hat sich in den letzten Wochen / Monaten mal so ein paar Gedanken gemacht, insbesondere bezüglich "feiner Hilfengebung". Und durch ein paar erlebnisse in den letzten Wochen hat sich das wieder verstärkt bzw. bin ich zu (mehr oder weniger) neuen Erkenntnissen gekommen. Also:

    Beim Thema "Sporen" gibt es ja (grob betrachtet) zwei Lager: Die absoluten Gegner und die Befürworter. Ich zähle mich zu letzteren, reite selbst zu 95% mit Sporen. Einsetzen tu ich sie dagegen höchst selten. Und damit wären wir auch schon beim Kern der Sache: Das Lager der Befürworter redet immer vom "Verfeinern der Hilfen" blablabla. Mal ganz ehrlich: Ich glaube inzwischen, dass das ganz großer Bullshit ist. Wenn ich etwas verfeinere, dann doch nur dadurch, dass ich wirklich "feiner" werde - und zwar im ENDERGEBNISS. Wenn ich einen 1 Kilo schweren Hammer kräftig auf einen Amboss schlage, habe ich eine gewisse Aufschlagsenergie X, die auf dem Amboss auftrifft. Um nun nicht immer mit dem Hammer "grob" ausholen zu müssen, nehme ich einfach einen 10 Kilo schweren Vorschlaghammer, hebe diesen nur "ganz fein" an und lasse in locker-flockig auf dem Amboss landen. Die von mir eingesetze "Hilfengebung" ist nun (zumindest während der Fallbewegung des Hammers) "feiner" geworden - ankommen tut aber die gleiche Wucht bzw. Energie X. Ergo ergibt sich doch folgender Schluss: Um nicht wie ein Wilder mit einem Mini-Hämmerchen rumzueiern, nehme ich einen großen Hammer, gucke etwas entspannter und komme zum gleichen Ergebniss. Das Ganze sieht nun etwas besser aus - aber im Ergebniss ändert sich - NIX. Umkehrschluss: Ich kann auf den großen Hammer verzichten, da ich am Ergebniss nix verändere - nur der Weg dahin ändert sich.

    An all jene, die nun glauben, ich hätte mich auf die Seite derer geschlagen, die die Sporen verteufeln: Falsch gedacht. Meine Sporen bleiben auch weiterhin dran. :biggrin2: Ich werfe nur die Frage auf: "Verfeinert" man wirklich was? Oder ist das eine Schutzbehauptung für all jene, die mit Sporen reiten? Ich persönlich zweifle das "Verfeinern" inzwischen recht stark an und würde es gerne gegen die Definition "VERDEUTLICHEN" tauschen.

    Begründung: Ich habe mal drauf geachtet, wann ich die Sporen einsetze:

    1.: Hauptsächlich in den Seitengängen (zur Verdeutlichung des inneren Schenkels)

    2.: Um mehr Spannung aufzubauen

    Zu Punkt 1.: Dieser Punkt brachte mich auf den Gedanken: Hier "Verfeinerst" Du doch nichts, hier VERSTÄRKST Du doch....

    Zu 2.: Der eigentliche Kern des Pudels: Punkt 2 ist für ein vollkommen falscher Ansatzpunkt - denn hier hört für mich feines Reiten auf. Egal, ob ich das Pferd "beschleunigen" will oder mehr Aufrichtung / Spannung hineinreiten möchte: In beiden Punkten haben die Sporen nix zu suchen (MEINE Meinung - wenns jemand anders sieht - nur zu!).

    Grade die letzten Tage bzw. Reiterlebnisse haben mich in der Auffassung bestärkt: Mein kleiner, ultracooler Vollblüter dreht in den letzten Tagen voll auf - insbesondere aufm Aussenplatz. Der tänzelt unter mir wie ein Sack Flöhe, bei der kleinsten, allerfeinsten Bewegung meinerseits explodiert er geradezu - huuuuups - sagte ich grad "feinste"? Tatsächlich, sagte ich. Und das ganz ohne Sporen....! :rolleyes: Also hab ich mal - ganz unorthodox - den üblichen Weg verlassen. Anstatt das arme, hibbelige Pferdchen mit Wattebällchen zu beschmeissen und mit "Gaaaanz ruhig, jaaa, soooo ists fein- Blabla" zu ersäufen, hab ich mir seine Adrenalin-Ausschüttung zu Nutze gemacht - und sie noch verstärkt. Er heizt sich beim Galoppieren plötzlich auf? FEIN! Dann gallopieren wir halt mal! Er explodiert beim Schenkelweichen (wegendes Drucks vom inneren Schenkel) fast nach vorne weg? FEIN! Dann mehr davon!

    Bitte nicht falsch verstehen: Ich reize ihn nicht bis fast vorn Herzinfarkt, sondern nutze das, was er "anbietet" einfach - ohne ihn dabei "auszunutzen" bzw. zu überfordern etc... ABER: Ich habe einen Weg gefunden, ihn plötzlich viiiieeel feiner zu reiten. Es mag bei 1000 Pferden 1000 Wege zu diesem Ziel zu geben - aber es hat meine Auffassung, dass das alles auch ganz ohne Sporen geht, enorm verstärkt. Zumal das Ergebniss absolut beeindruckend war: Der kleine Kerl ist sowieso schon fein zu reiten, aber die letzten Tage waren echt absolut umwerfend: Der ging ab wie ein Zäpfchen, allerfeinste Hilfen hämmerten mit einer solchen Wucht durch - das war echt krass. Und ich glaube, ich stehe mit ihm noch ganz am Anfang einer Sache, die ich weiter ausreizen will. Aber: Die sporen waren sowas von weit weg - und die Seitangänge funktionierten plötzlich in einer zuvor nie dagewesenen Qualität.... :eek:

    Wie gesagt: Ich will hier keine neue "Pro / Kontra"-Diskussion entfachen, sondern werfe einfach mal folgende Frage(n) auf, die sich jeder Sporennutzer mal selbstkritisch stellen sollte:

    a) Reden wir wirklich von einer "Verfeinerung" oder sollte man nicht der Ehrlichkeit halber das Wort "Verdeutlichung" verwenden? Und sollte es

    b) nicht immer oberste Priorität sein, andere Wege der Verfeinerung zu finden, anstatt auf Sporen zurückzugreifen bzw. deren Verwendung nur aufs Allernötigste zu reduzieren, sprich auf Momente, wo in Sekundenbruchteilen die richtige DEUTLICHE und unmissverständliche Hilfengebung per Schenkel da sein muss?

    c) Wenn die Dinger sooo sinnvoll sind, warum gibt es dann noch keine Sättel mit Gewichts- bzw. Kreuzhilfenverstärker? :rolleyes:


    Grüßle

    Dennis
     
    Katrin gefällt das.
  2. Scully5

    Scully5 Inserent

    Ich muss dir mal voll kommen recht geben.:yes:

    Bin meine stute bis vor ca 2 jahren immer mir sporen geritten bis ich irgendwann merkte, als ich die sporen vergessen habe, das sie völlig abgestumpft war. Ab dem tag reite ich auch nicht mehr mit sporen.

    Sie verstärken auf jeden fall die hilfen.

    LG daniela
     
  3. Urmel

    Urmel Guest

    ich muss sagen ich Reite das meiste mit Sporen!

    Nicht dafür das ich sie Quälen o.ä will, sie reagiert mit sporeg ganz einfach viel, viel besser, habs auch immer mal wieder ohne propbiert aber da reagierte nie so richtig da musste ich dann richtig "reinhauen"!
     
  4. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Genau das meine ich: Also keine "Verfeinerung", sondern eine Verdeutlichung bzw. Verstärkung der gegebenen (Schenkel-)Hilfen. Mit Quälerei muss das nicht unbedingt was zu tun haben, allerdings bevorzuge ich es, gerade solche Pferde ohne Sporen zu reiten, weil man dann auch mal ggfs. "reintreten" kann, was ich mich mit Sporen nicht trauen würde (also Bein vom Pferd wegnehmen und dann mit ordentlich Schwung mal knuffen - wirkt meist Wunder).

    Gruß

    Dennis
     
     
  5. Tamara

    Tamara Inserent

    also ich weiß nicht. Das ist genauso wie Gertenbenutzung, die meisten nehmen die Gerte und halten die in der Hand aber nutzen die gar nicht. Ein richtiger Schlag hinter den Schenkel wirkt Wunder und dann brauche ich die Gerte wirklich nur noch in der Hand zu halten. Bei den Sporen ist es ähnlich. Erstmal habe ich ein ganzes Arsenal an sporen im Schrank, was ich je nach Pferd einsetze: kleine kurze Sporen, lange dicke Sporen, Sporen mit Rad - je nach Pferd und ausbildungsstand des Pferdes nehme ich dann den passenden Sporn bzw. je nachdem was ich reite. Im Gelände reicht eine Gerte (falls das Pferd irgendwo nicht lang will)und wenn ich da nciht springen will keine Sporen, sonst kurze kleine. Dressur entweder die Rädchen (einfach weil da mit weniger Aufwand geritten werden kann, der Sporn kommt an den Bauch, das Pferd reagiert) oder lange Sporen, es ginge aber auch ganz ohne und nur mit Gerte.
    Bevor ich anfange mit den Beinen rumzuballern dann sind doch kleine Sporen viel besser.
     
  6. Puppe

    Puppe Inserent

    @smigel:
    :err: Wow, das ist doch mal ein Beitrag!!! Ich denke auch so,aber ich hab nie gewusst wie ich das ausdrücken soll...Und die beispiele sind göttlich:notworthy:

    LG
     
  7. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    @ Puppe: Danke für die Blumen! :tongue2:

    @ tamara: Jein. Generell ist dem zuzustimmen, ABER: Das meine ich ja eigentlich garnicht. Mir geht es um DEN Sporeneinsatz, wo die meisten vom "Verfeinern" reden - also nicht vom stärkeren vorwärtstreiben. Aber Deine Aussage bestätigt dass, was ich unterschwellig schon andeutete: In Wirklichkeit werden die Dinger nämlich oft genug dazu eingesetzt - und missbraucht. Meine Person eingeschlossen. *tütütü*

    Daher reite ich fremde Pferde IMMER ohne Sporen, zumindest anfangs. Versuchen sie mich auszutesten, kommt erst ein etwas deutlicher Schenkeldruck, dann dann ein sehr deutlicher und spätestens beim dritten Mal knallts. Ich hole mir natürlich erst kurz ein Ok vom Besi... :biggrin2: Nur bisher hats meistens gefruchtet: Hottemax testet, es knallt innerhalb von Sekunden einmal - Hottemax registriert: "Den Knaben kann ich nicht verar schen" - und arbeitet im Regelfall ordentlich mit... Unter "knallen" meine ich einen richtig ordentlichen Knuff in die Seite - und mit Sporen funzt das nicht, wenn da ein Fehler unterläuft.... Autsch!

    Aber ich drifte selbst ab, obwohl ich auf diese Schiene garnicht hinaus will - mir gehts nach wie vor ums "Verfeinern". Gibt es hier jemanden, der wirklich der Überzeugung ist, die Sporen definitiv (zumindest hauptsächlich) zum Verfeinern einzusetzen? Wenn ja, mit welcher Begründung? Ich kann ja mit meiner Meinung auch total daneben liegen...

    Grüßle

    Dennis
     
  8. Tamara

    Tamara Inserent

    da hast du mich nicht richtig verstanden. Ich setzte die Sporen zum verfeinern in der Dressur ein. Würde ich das nicht machen, dann müsste ich deutlichere hilfen geben, die hilfe wäre sichtbar und Hilfen soll man eigentlich nicht sehen. Deshalb benutze ich Rädchensporen, mein Pferd würde auch mit kleinen Spörchen laufen.Das sind sozusagen die geladenen Pistolen, die scharf schießen, wenn das Pferdchen die kleine Hilfe mit dem Schenkel nicht annimmt.
     
  9. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    So daneben lag ich also garnicht. Du redest hier von Verfeinern - rein vom optischen Aspekt her muss man Dir da voll und ganz zustimmen. Du "verfeinerst" den Weg zum Ziel - aber die Verfeinerung selbst ist dabei nicht das Ziel. Verstehst, was ich meine? Eigentlich ist es ja Haarspalterei, aber genau das von Dir Beschriebene würde ich als "Verdeutlichung" der Hilfe bezeichnen. Ein Verfeinern ist es ja eigentlich (aus Sicht des Pferdes) nicht - siehe das Beispiel mit dem Hammer.

    Wie gesagt: Ich will hier nix verteufeln, nur manchmal kam / kommt bei mir der Eindruck auf, dass sich hinter dem Argument auch einige verstecken, die noch weit davon entfernt sind, "fein" zu reiten. Du verstehen, was Onkel Smigel da in Worte zu fassen versucht? :mask:

    Ganz nebenbei erwähnt: Ich rede hier natürlich die ganze Zeit vom Reiten mit sensiblen Pferden, die generell auf kleinste Hilfen reagieren. Das die ganze Sache bei einem stumpfgerittenem Pferd eine ganz andere Diskussionsgrundlage darstellt, habe ich einfach mal als gegeben vorausgesetzt....

    Grüßle

    Dennis
     
  10. LadyX

    LadyX Inserent

    Mein letztes Pferd bin ich auch des öfteren mit Sporen geritten. Er war vorher in einer harten Männerhand und ich bin bei ihm ohne Sporen meist nicht durchgekommen, da er durch den Vorbesitzer einen festeren schenkeldruck gewohnt war. Ich wollte nicht ständig dranhauen mit dem Schenkel, das war nicht mein Ziel, sondern ich wollte ihn auf mich aufmerksam machen. Ich habe ihn auch keineswegs mit den Sporen getriezt. Auch beim Springen bin ich ihn mit Sporen geritten. Das Pferd war echt ein Verlasspferd, wenn man ihn zum Sprung richtig hingeritten ist und ihm "gesagt" hat: Drüber. Aber anfangs hatten wir einige Steher, weil er meinen Schenkel einfach nicht gespürt hat....
    Meinen Jungen reite ich ohne Sporen. Das hat auch einen bestimmten Grund: Durch seinen enormen Schwung habe ich noch ein recht unruhiges Bein, und wenn ich ihn da mit Sporen reiten würde, würde ich nicht die Möglichkeit haben, ihm feine Hilfen zu geben, sondern würde ihn unberechtigt trietzen und ihn somit abstumpfen, was seiner Ausbildung schaden würde.
    Wenn man ein ruhiges Bein hat und die Sporen sinngemäss einsetzt kann es für Pferd und Reiter eine Erleichterung sein.
     
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