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Erfahrungen mit Kissing Spines

Diskutiere Erfahrungen mit Kissing Spines im Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates Forum; Liebe Leser, bei meinem Pferd wurde ganz frisch Kissing Spines in hochgradiger Form diagnostiziert. Jetzt bin ich total hilflos und unsicher. In...

  1. Holly93

    Holly93 Neues Mitglied

    Liebe Leser,

    bei meinem Pferd wurde ganz frisch Kissing Spines in hochgradiger Form diagnostiziert. Jetzt bin ich total hilflos und unsicher. In der Klinik hieß es, Rücken spritzen, 14 Tage nur longieren, dann Kontrolle und dann weiter sehen. Am wichtigsten sei Muskelaufbau. Geduld gehört leider nicht zu meinen Stärken und es fällt mir schwer, jetzt mindestens 14 Tage Ungewissheit zu haben.

    Betroffen ist der Bereich hinter der Sattellage, mehrere Wirbel berühren sich, zwei sind schon stark verwachsen, von Sklerosierung war die Rede, ebenso von ausgeprägter Spondylose. Eine Knochenzyste war im Röntgenbild auch sichtbar. Dazu eine akute, starke und sicherlich sehr schmerzhafte Entzündung im betroffenen Bereich.

    Ursache vermutlich angeboren und leider nie entdeckt bzw. ernst genommen. Mein Pferd war immer leicht empfindlich im Rücken und neigte zu Verspannungen und Blockaden. Wurde immer wieder chiropraktisch und osteopathisch behandelt. Als Ursache hieß es immer wieder, es gäbe halt empfindliche Pferde, das wäre alles nicht so wild.

    Auffällig war, dass mein Pferd immer wieder gute und schlechte Phasen hatte. Meist war es so, alles bestens, bis von einem Tag auf den anderen nichts mehr ging. Manchmal waren auch leichte, diffuse Lahmheiten, die nach zwei Tagen Pause verschwanden, zu sehen.

    Bis auf die Verspannungen zeigte mein Pferd nie Probleme mit der Muskulatur. Doch nachdem die bis dato gut vorhandene Muskulatur im Januar innerhalb von drei Wochen massiv abbaute und plötzlich unrittig wurde, ohne, dass sich an Training oder Haltung was geändert hatte, wurde ich misstrauisch und ließ eine auf Rücken spezialisierte Tierärztin kommen. Diese stellte massive Verspannungen, deutliche Schmrzreaktionen im Rücken und ein, Zitat, komisch laufendes Pferd fest. Sie behandelte mein Pferd zwei Stunden lang chiropraktisch. Nach der Behandlung lief mein Pferd noch schlechter, was auf Muskelkater geschoben wurde.

    Nach einer Woche ohne deutliche Besserung hatte ich die Faxen dicke und machte einen Termin in der Klinik aus. Ergebnis, siehe oben.

    Und nun? Ich schwanke zwischen Muskelaufbau und hoffen, dass leichtes Reiten irgendwann wieder möglich ist oder direkt Rente. Mein Pferd ist 12 und eigentlich ein Arbeitstier, der viel abwechslungsreiche Auslastung und menschlichen Kontakt braucht, sonst wird er unzufrieden. Aber dennoch, ist er mit diesem Befund noch guten Gewissens reitbar? Die Klinik sagt ja, die sind jedoch auch dafür bekannt, dies zu sagen, weil der zahlende Kunde es hören will.

    Gibt es hier Leidensgenossen, deren Pferde ebenfalls diese Diagnose haben? Ich würde mich über einen Austausch freuen, hab über die Suchfunktion kein passendes Thema gefunden.
     
  2. Schokokeks

    Schokokeks Bekanntes Mitglied

    Ich hatte ganz lange ein Ks Pferd.
    Wir hatten ebenfalls Angespritzt zu Anfang.
    Wirklich wichtig ist vernünftiges Training und hauptsächlich keine Pausen. Also zb Urlaub geht nur wenn jemand das Pferd macht. Der Sattel sollte wirklich gut passen und gepolstert sein.
    Meine mochte gerne ein dickere Fell Pad anstatt dünne Schabracke.
    Viel Stangen Arbeit und Springen, reelle Aufrichtung fiel meiner nur noch sehr schwer. Das reelle Turnier Dressur reiten haben wir in den letzten Jahren an den Nagel gehängt. Dafür aber viel vwaw und Springen das war ihr Ding.
     
    GilianCo gefällt das.
  3. ruffian

    ruffian Schimmelreiterin

    Mir fällt dazu @sarah2010 ein. Vielleicht schaut sie hier mal vorbei :)
     
  4. pjoker

    pjoker Bekanntes Mitglied

    Mein altes Pferd hatte bereits 5jährig, aufgrund eines Unfalls Verwachsungen in der LWS. Zu den Dingen die Schokokeks bereits geschrieben hat, fällt mir als allererster und für mich wichtigster Punkt, die Haltung noch ein. Möglichst (schreibe möglichst, weil nicht immer umsetzbar) keine Boxenhaltung sondern Offenstall, so das keine langen Stehpausen entstehen. 22h Box oder auch "nur" 16h sind in meinen Augen pures Gift. Dazu im Winter ggf Eindecken, sofern das Pferd Anzeichen zeigt, dass ihm kalt ist.

    Viel Klettern, Stangenarbeit, Cavalettiarbeit etc. Ob höhere Sprünge machbar sind wird auf den Einzelfall ankommen, ebenso ob langes Schrittgehen mit Reiter vertragen wird, genauso wie Aussitzen.
    Jeder Fall ist anders, dramatische Röntgenbefunde können zu nur wenig dramatischen klinischen Befunden führen, ebenso umgekehrt.

    Das wichtigste ist dein Pferd erstmal schmerzfrei zu bekommen, so dass sinnvoller Muskelaufbau erst möglich ist. Ob da einmaliges Spritzen bei so hochgradigen Schmerzen wie du beschreibst schon ausreicht, mag ich zu bezweifeln. Was du wirklich brauchst ist Geduld, Geduld, Geduld und einen möglichst guten Trainer sicher auch. Ein abschließendes Urteil über Reitbarkeit:Ja oder Nein und wie belastbar wirst du in 14 Tagen nicht erhalten. Max eine Tendenz.

    Auch ein Wegstellen für min. ein Jahrdamit alle entzündlichen Prozesse zur Ruhe kommen und danach gaaaanz langsam wieder antrainieren, ist meiner Meinung nach ne Überlegung wert, sollte das Spritzen so gar keinen Erfolg haben.

    Das wars jetzt mal auf die Schnelle. :) Alles Gute!
     
     
  5. Otterchen

    Otterchen Bekanntes Mitglied

    Ich kann mich pjoker nur anschließen, dass die Frage Reitbarkeit oder Rente länger brauchen wird.
    Mein Pferd hatte eine leichte Form von Kissing Spines (noch nichts verwachsen oder ähnliches). Wir haben ihn damals ein paar Tage in eine Klinik gebracht, die uns dafür empfohlen wurde und haben ihn dort spritzen lassen. Mit den Tierärzten haben wir durchgesprochen, wie wir ihn am sinnvollsten auftrainieren und worauf wir achten sollten.
    Wir sind ein paar Wochen nicht geritten, sondern haben mit der Doppellonge angefangen, Stangen eingebaut, sind Klettern gegangen etc. Alles natürlich peu a peu gesteigert. Wichtig war der Klinik und auch uns, dass er nicht jeden Tag dasselbe macht und dass seine Muskulatur auch die nötige Zeit zur Regeneration bekommt.
    Zum Glück haben wir nach dieser Phase nie wieder Probleme mit dem Rücken gehabt.
     
  6. sarah2010

    sarah2010 Bekanntes Mitglied

    Ja, meiner hat auch KS. Aber nicht in so einem Stadium, bei meinem war nichts verwachsen oder so.
    Allgemein kann man da aber weniger draus ableiten, das kommt viel auf das jeweilige Pferd selbst an. Manche sind empfindlicher als andere.
    Ich kann mich den anderen nur anschließen: Das wichtigste ist die Haltung. Gegen 10-12h Box kann man nicht antrainieren!
    Ich bin überzeugt, meiner wäre in der Box weder lange reitbar geblieben noch heute überhaupt noch.
    Ansonsten habe ich immer viel Bodenarbeit gemacht, Longe, Doppellonge und Fahren vom Boden. Meiner war (und ist) aber auch komplett reitbar gewesen, mit nur kleinen Einschränkungen und war auch lange im Sport unterwegs.
    Wichtig ist viel in der Haltung zu wechseln, zwischen vorwärts-abwärts und (wenn ihr von der Ausbildung soweit seid) Aufrichtung. Genügend Trainingspausen sind auch wichtig. Und immer auf eine aktive HH achten.
    Aber ich würde mir an deiner Stelle wirklich genügend Zeit für den Muskelaufbau nehmen und mich da mit den TÄ absprechen.
     
  7. Holly93

    Holly93 Neues Mitglied

    Danke für eure Erfahrungen! Das hilft mir schon mal weiter und macht mir auch ein wenig Mut.

    Er wurde gestern noch gespritzt, heute Abend hole ich ihn ab. Soll dann, so wie ich den TA verstanden habe, schon morgen direkt mit der Arbeit an der Longe beginnen. Kommt mir ziemlich schnell vor, gerade angesichts der Schwere des Befundes und da mein Pferd ja deutliche Schmerzen gezeigt hat.

    So wie ihr es schreibt, wäre Rente ja vermutlich sogar eher kontraproduktiv wegen der Muskulatur. Puh, ich hoffe, wir kriegen mein Pferd schmerzfrei und können dann Muskulatur aufbauen. Eine aktive HH war schon immer ein großes Problem, so rückblickend betrachtet wird das wohl schon mit dem Rücken zusammen gehangen haben. Wer weiß, vielleicht entwickelt er jetzt ja plötzlich Gangvermögen^^

    Turniere bin ich nie geritten, das ist das geringste Problem. So lange ausreiten Eiterhin möglich ist, wäre ich schon mehr als glücklich. Gesprungen bin ich ihn nie, als schweres Warmblut ist das nicht Seins. Stangenarbeit werde ich vermehrt machen, daran hat er auch Spaß.

    Haltung ist soweit optimiert, Offenstall ist es leider nicht, dafür ganztägiger Auslauf in der Herde auf ausreichend Fläche (und wirklich ganztägig, rund ums Jahr von 7-19h) und nachts eine große Box mit Paddock davor, der groß genug ist, dass er gemütlich herum schlendern kann. Eindecken war im Winter schon immer nötig.
     
  8. NaBravo

    NaBravo Bekanntes Mitglied

    So ist es. Dem muß man halt den Rücken stärken, quasi ein "Korsett" antrainieren. Der muß halt hochkommen. Mit dem richtigen - und vor allem kontinuierlichen! - Training kann man das ganz gut in den Griff bekommen. Das ist dann aber halt auch Arbeit. Nur mit ständig "gemütlich durch den Busch tingeln" wird es wohl eher nix...
     
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  9. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich würde tatsächlich die Zähne zusammenbeißen, und diese Behandlung inkl. 14 Tagen Longe erst mal versuchen. Es ist sehr individuell, wie gut das jeweils klappt - was aber leider Fakt ist, das häufig genug gar kein Training für solche Pferde auch nicht der richtige Weg ist, weil so die benötigte Muskulatur ggf. nicht ausreichend gehalten werden kann. Ich kenne genug ältere Pferde, die nach ihrer Zeit als Sportpferde dann "Rentner" wurden, und derartig an Muskulatur abgebaut haben, weil sie aus dem Training genommen worden sind - für ein solches Pferd kann das eben auch Gift sein. Optimale Haltung, also wirklich viel Bewegungsmöglichkeiten und auch -anreize wären ein guter Ansatz, um erst mal da eine Basis zu haben.

    Zudem darf man nicht vergessen, das im Bereich zwischen dem letzten Brustwirbel und den ersten Lendenwirbeln natürlicherweise schon die engste Stelle der Dornfortsätze ist. Sinnvoll ist daher die Behandlung (Schmerzausschaltung zumindest vorläufig, Unterstützung des Muskelaufbaus etc.), und das auf das Pferd und sein Problem abgestimmte Training allemal.
     
  10. Holly93

    Holly93 Neues Mitglied

    Ich wollte mal eine Rückmeldung geben, falls hier noch jemand mitliest. Denn ich finde es immer schade, wenn man sich mit einem Problem an ein Forum wendet und der Thread dann im Sand verläuft.

    Also, seit der Diagnose sind nun fast drei Monate vergangen, die mich viele Nerven gekostet haben. Direkt nach der Behandlung in der Klinik hatte mein Pferd (nach Rücksprache mit den Ärzten) 14 Tage Pause, damit die Entzündung komplett ausheilen kann. Zu dem Zeitpunkt sah ich mein Pferd eher in Rente denn als Reitpferd. Die 14 Tage Pause zeigten mir jedoch, dass mein Pferd, wie vermutet, von Rente gar nichts hielt. Er nervte die anderen Pferde pausenlos, weil unausgelastet und wurde gleichzeitig immer unglücklicher.

    Somit nahm ich vom Gedanken an Rente Abschied und fing an mit Longenarbeit, Arbeit an der Doppellonge und Handarbeit, begleitet von regelmäßigen Besuchen einer Osteopathin. Tatsächlich baute er schnell wieder Muskulatur auf und war sichtlich froh, wieder eine Aufgabe zu haben.

    Nach und nach langweilte ihn die Arbeit vom Boden aus zunehmend, weswegen ich nun heute (und auch Rücksprache mit Osteopathin, Tierarzt und Sattler) das erste Mal nach der Diagnose wieder im frisch angepassten Sattel saß :biggrin::biggrin::biggrin:. Pferd glücklich, Reiterin auch. Pferd hat nix verlernt, im Gegenteil.

    Momentan bin ich optimistisch, dass die drohende Rente erst mal kein Thema wird, ob das stimmt, wird die Zeit zeigen.
     
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