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Erwartungen an den Tierarzt/die Tierärztin

Diskutiere Erwartungen an den Tierarzt/die Tierärztin im Sonstiges Forum; Hallo alle zusammen! Vielleicht mal was zum Diskutieren:) Habe eben in einem Beitrag (Thema Hund, Katze, Maus) Folgendes gelesen: „Ehrlich...

  1. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Hallo alle zusammen!

    Vielleicht mal was zum Diskutieren:) Habe eben in einem Beitrag (Thema Hund, Katze, Maus) Folgendes gelesen:

    „Ehrlich gesagt hätte ich mir von der durchaus sympathischen TÄin da auch klarere Worte gewünscht."

    Es würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren, was Ihr von Euerm TA/ Eurer TÄ erwartet, wenn es mit Euerm geliebten Vierbeiner bergab geht. Würdet Ihr wollen, dass er Euch die Wahrheit sagt und Euch nahelegt, das Tierchen zu erlösen oder würdet Ihr wollen, dass er alles schön redet und alles Mögliche und Unmögliche tut, um ein paar Tage oder Wochen unwürdigen Lebens „heraus zu schinden"?

    Hier ein kleines Beispiel (ja, das Beispiel humpelt, da es kein Pferd ist - aber egal - Tier ist Tier):

    Meine erste Meersau wurde komisch und fraß nicht mehr richtig. Also wollte ich zu meinem TA, der auch mein Pferdi versorgt. Leider war der im Urlaub und ich musste zu einer anderen TÄ. Diese guckte sich mein Schweinchen an und stellte fest, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach verkrebst wäre (geschwollene Lymphknoten und was weiß ich noch alles) und riet mir, es einschläfern zu lasssen. Das habe ich dann auch in meinem Beisein machen lassen und habe Rotz und Wasser geheult. Und das, obwohl ich wusste, dass ich das Richtige tue für´s Schweinchen. Auch wenn Ihr jetzt lacht, ist ja nur ein Meerschwein. Neee, es gehörte genauso zur Familie wie mein ein „paar" Nummern größeres Pferd.

    Irgendwann bekam das nächste Schweinchen Probleme- es fiel immer hinten um und zog den Pops hinterher. Also wieder in die TA-Praxis. Leider war die TÄ dort nicht mehr tätig, sodass ich mit einem anderen TA vorlieb nehmen musste. Der meinte, Schweinchens Zähne müssen gemacht werden, es kann nicht mehr fressen. Ok, habe ich machen lassen und `ne Vitaminspritze gab´s auch noch. Auch habe ich Zeugs bekommen, womit ich Schweinchen zwangsernähren musste. Langsam wurde es besser und es fing wieder an zu fressen. Doch dann der Rückschlag - von jetzt auf gleich gaaanz böse für´s Meeri. In der TA-Praxis, kaum ein Wort vor Tränen rausbekommend, stammelte ich nur: „Bitte totmachen!!! Schnell!!!" Was sagt doch der TA??? „Ach, das kriegen wir wieder hin" und friemelte nochmal an den Zähnen rum und es gab noch ´ne Spritze. 2 Tage später ist es erbärmlich in meinen Händen gestorben.

    Noch heute könnte ich mich dafür auspeitschen, dass ich das alles zuließ und dem TA vertraut habe und somit mein Schweinchen Höllenqualen leiden musste. Hier denke ich, dass er nur noch Geld machen wollte mit seinen „Behandlungen".

    Wenn ich es gekonnt hätte, hätte ich mein Schweinchen selber erlöst. Aber ich kann sowas nicht.
     
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  2. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    huhu kaipi. also mein ta, der jetzige und auch der davor, sagen mir immer die wahrheit! klaro, muss man vertragen können, aber mir ist das so lieber. man kann ja trotzdem noch die dinge ausreden, besprechen und sich dann entscheiden. aber mir ists lieber, ich weiss woran ich bin.

    musste letztes jahr meinen dackel und mein pferd einschläfern. beide hat der gleiche ta betreut und bei beiden, wurde nicht lange geredet, sondern gehandelt!

    dackel hatte chron. luftröhrenentzündung, also bekam schlecht, bzw. kaum mehr luft. behandlung zog sich eh paar wochen hin, aber am ende, sagte er klipp und klar: man kann, ja, aber will mans dem tier antun??

    beim pferd, cobler, gleiches spiel.......noch ne endbehandlung, ne chance, aber dann, auch wenn s ihm da grad noch besser ging, kam ich zum entschluss ,dank des rates vom ta....

    also , mir is ne klare ansage, was geht und wie und warum und wielange lieber, als endlose geldschneiderei.....

    vor allem, zum wohle des tieres!

    faro-uli
     
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  3. Habiba

    Habiba Inserent

    Hallo,

    also ich erwarte da auch Ehrlichkeit vom TA. Ich finde man selber ist doch so emotional beteiligt, dass es sehr schwierig sein kann eine rationale Entscheidung zu treffen.
    Bei unserer alten Stute (Württemberger, 36 Jahre) war es so, dass sie aufgehört hat zu fressen, sie wollte nicht mehr aus dem Stall raus und stand nur noch teilnahmslos rum, hatte keine Kraft mehr zu gehen. TA kam und hat ihr eine Aufbauspritze gegeben und aber gleich gesagt, wenn es nicht schnell besser wird, würde er raten sie gehen zu lassen. Sie wollte ganz offensichtlich nicht mehr und er hat ganz ehrlich zu uns gesagt, er würde nicht zulassen das sie uns verhungert und er weiß auch, dass wir nicht zuschauen wollen würden wie sie jämmerlich eingeht. Wir hatten so alle noch einmal Zeit uns zu verabschieden und konnten sie dann in Würde gehen lassen.
    Wenn es soweit ist tut es immer weh, aber ich bin unserem TA dankbar, dass er da ehrlich ist und nicht noch versucht hat uns einzureden sie noch ein paar Wochen rumzuziehen.

    LG
    Diana
     
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  4. Barrie

    Barrie Inserent

    Ganz klar und knapp:
    seh es wie faroq. Und ich hoffe, daß ich immer einen der letzten guten Tage erwische, nicht ein "dem Elend ein Ende machen-2....
    Meine Schwiemu mußte praktisch an ihrem Lungenkrebs ersticken - das will ich einem Tier nicht antun...
    Und ich habe einige böse Beispiele von "zu spät" gesehen, könnte ich jetzt lang erzählen, so was will ich nie einem Tier antun...
    Barrie
    Habi ich schon die Geischichte von meinem lungekranken Walach erzählt? Um es abzukürzen:
    ich brüllte ihn am Telefon an"wenn mir das Pferd unter den Händen erstickt, dann sehen wir uns vor Gericht wieder"....er wollte dann noch mal untersuchen und entscheiden..mir kommt heut noch der rote Zorn hoch!
     
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  5. kaipi22

    kaipi22 Absolut verhaltensoriginell

    Ja, genauso sehe ich das auch.

    Eine Entscheidung immer für das Tier. Auch wenn diese Entscheidung "Tod" heißt, damit es dem Tier "besser" geht.

    Und genau da sollte ein TA mal nicht an seine Geldbörse denken, sondern ehrlich sein. Die letzte Entscheidung trifft ja sowieso der Eigentümer des Tieres
     
  6. Anastasia_Moon

    Anastasia_Moon Ponyfan

    Ich erwarte auch Ehrlichkeit, drüber reden kann man ja immer noch.

    Schlimmes Beispiel:
    Minishetty Minnie Maus war dämpfig, hatte chronische Bronchitis und bekam dann auch noch eine Lungenentzündung. TA gab Aufbaumittel und Antibiotika, 2 Tage später ist sie in unserer Garage (als Krankenlager umfunktioniert) elendig gestorben, da war sogar Blut unterm Maul auf dem Boden :cry: TA meinte nur: Habs schon geahnt dass die nicht mehr wird... JA WARUM HAT ERS NICHT GESAGT UND SIE ERLÖST!? Ich hätte ihr das alles so gerne erspart!

    Gutes Beispiel:
    Felix hat EMS, Hufrehe, Arthrose und immer mal wieder Sehnenprobleme. Zu krank zum Leben, zu fit zum Sterben.
    Im Frühjahr gings ihm absolut nicht gut, wohl eine Mischung aus Arthrose und Sehne. Ich hab Rotz und Wasser geheult, TA wollte einschläfern. Ich hab noch 2 Wochen mit leichten Schmerzlinderungsmitteln rausgeschlagen, schon am nächsten Tag gings deutlich bergauf, auch als die Mittel abgesetzt wurden. Wäre das nicht passiert, hätte ich ihn aber erlöst.

    Unseren alten Kater haben wir mit 18 einschläfern lassen, er war blind, taub und hatte keine Schnurrhaare mehr. Bevor er wirklich Schmerzen bekam, haben wir ihn gehen lassen und es nicht bereut. Wirklich Leben war das nicht mehr, es gab keine Chance auf Heilung und das Ende war so oder so nah. Dann lieber friedlich als qualvoll, beim Tier darf mans ja.

    Ich erwarte eine klare Ansage wenn Schluss ist, bevor es in Tierquälerei ausartet.
     
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  7. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    Ich kenne meinen Tierarzt jetzt so um die 20 Jahre, eher bisschen länger. Und ich hab festgestellt: der geht nicht mit allen Kunden gleich um. Der "liest" das raus, welcher Natur der Kunde ist, und handelt entsprechend.

    Zu mir ist er seit 20 Jahren radikal ehrlich. Weil er weiss, dass ich das verpacken kann. Aber es gibt eben auch Tierbesitzer, die muss man anders anpacken, die wollen kein "muss man jetzt totmachen" ins Gesicht gesagt kriegen.

    Ich finde dieses Fingerspitzengefühl bei ihm wirklich gut.

    Obsi.
     
  8. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Sicher Entscheidung pro Tier.

    Nur besteht auch mal ganz einfach die Möglichkeit das ein Tierarzt eine Situation anders einschätzt als der Besitzer, und letzten Endes kann der sich auch einfach einmal irren und einen Falsche Diagnose im Kopf haben.
    Wir hatten das ja im letzten Jahr mit der Darmverschlingung. Abends um 8 Kolik, bemüht bis um 1 Uhr mit laufen, Spritzen, Sonde, volles Programm.
    Dann um 2 in die Klinik gefahren, um 6 wurde eingeschläfert, die Blutwerte waren schon sehr schlecht.
    Hätte der TA die Verschlingung hier erkennen können? Vielleicht ja, vielleicht nein... und dann weiter: Wie hätte man behandelt? Gleich eingeschläfert? Auch noch los gefahren?

    Das sind doch in weiten Teilen auch einfach Persönliche Einschätzungen die getroffen werden müssen, auch von Tierärzten. Und ich denke die wenigsten (Scharlatane gibt es immer wieder) sind darau aus möglichst viel Geld aus dem Kunden zu pressen.

    kaipi, bei dem Schweinchen, war er da vielleicht einfach der Meinung das ein Schwächezustand vorlag aufgrund der Zähne und dem nicht fressen können? Da reagieren die ja sehr empfindlich drauf. Würde mir die Vorgehensweise und die Behandlung erklären, wäre dann also eine Fehldiagnose gewesen.
    Nicht schön, aber eben auch kein Böser Wille da hinter.
    Das Gegenteil, also das man sich bei der Entscheidund pro Tot geirrt hat, ist ja nicht mehr Beweisbar, bzw. müsste dann seziert werden.
     
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  9. Steady

    Steady Nur echt mit dem Q!

    Mir ist die klare Ansage auch lieber, aber ich finde, auch da kommt es auf das "Wie" an.
    Klar, ich möchte auch nichts schön geredet und in Watte verpackt haben, was einfach nicht ist, aber als Tierarzt ist man nun einmal in gewisser Weise auch "Psychologe".

    Ich kann auch mal ein Beispiel nennen.
    Meiner Huskyratte ging es damals auch sehr schlecht, sie konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten, fraß nicht mehr, saß zitternd in der Ecke.
    Ihr Zustand hat sich innerhalb von 2 Tagen so rapide verschlechtert.
    Und mir war klar, dass das jetzt ein Ende mit ihr hat, also wurde sie eingepackt und da leider auch keine reguläre Praxis zu der Zeit in der Nähe auf hatte, mussten wir in die Tierklinik.
    Meine Mutter ist gefahren.
    War ein absoluter Höllentag.
    Es goss wie aus Eimern und ca. 200 m vor der Klinik wurden wir dann noch in einen Auffahrunfall verwickelt, wo 4 Autos ineinander gekracht sind, unseres war das Vorletzte.
    Ich dachte, dass sich das nun mit dem Einschläfern erledigt hätte, denn die Ratte hat sich lange nicht bewegt und ich war am Heulen und Durchdrehen wie sonstwas.
    Ich wollte dann hoch laufen, aber ein Mann, der den Unfall gesehen hatte, hat mich dann zur Klinik gefahren.
    Ich kam da also rein, klitschnass, am Heulen wie nur was und treffe erstmal auf eine total unterkühlte TA-Helferin am Schalter.
    Musste dann noch auf einem Stuhl mitten im Empfangsbereich Platz nehmen und wurde von allen Seiten dumm angegafft.
    Im Raum angekommen kam dann so ein TA-Affe, hat die Ratte recht lieblos auf den Tisch gesetzt, dann kam ein forsches: "Na, da kann man aber nix mehr machen."
    Nahm die Ratte, verschwand und kam kurze Zeit später mit dem toten Tier wieder und teilte mir noch mit, dass das wohl ein Lungentumor war.
    Ich durfte also nicht mal dabei sein, als sie eingeschläfert wurde, war aber sowieso schon ein ein Nervenwrack nach dem Unfall, dass ich da auch gar nicht mehr reagieren konnte.
    Das war alles mehr als zuviel.
    Ich war zu dem Zeitpunkt 15 und finde, da muss man als TA dann auch noch einmal ein anderes Verhalten an den Tag legen.
    Ich denke, es ist verständlich, dass ich nie wieder einen Fuß in dieses Gebäude setzen werden, eher bringe ich mein leidendes Tier selbst um.

    Die beiden TÄ, zu denen ich eigentlich gehe, bemühen sich auch sehr um das Tier und man merkt, dass die 2 das machen, weil ihnen das Wohl des Tieres am Herzen liegt, aber sie geben auch keine falschen Hoffnungen.
    Sie sagen mir offen und ehrlich, was man probieren könnte, was genau machbar wäre, aber auch, wenn wir in einer Sackgasse stehen.
    Und das erwarte ich auch genauso.
    Ich möchte das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein und nicht nur Medis und aufwendige Therapien aufgeschwatzt zu bekommen, um dem behandelnden Arzt sein schniekes Leben zu ermöglichen und nicht, weil er wirklich dahinter steht, dass das dem Tier noch helfen könnte.

    Dakotas TA eckt in der Szene auch manchmal an, da er auch viel auf alternative Mittel setzt und gerne auch mal den nicht unbedingt konventionellsten Weg geht.
    Ich kann verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist, aber Dakotas Besitzerin und Dakota selbst fahren damit gut und ich denke, wenn es mal an der Zeit ist, wird dort auch sicher nichts verschönigt oder auf Kosten des Pferdes ewig lang raus gezögert.
    Der TA ist da schon eine sehr ehrlich Haut, wie ich ihn bisher erlebt habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Feb. 2014
  10. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Und was macht er, wenn ich zartbesaitet bin und mein Pferd aber trotzdem todkrank ohne Chance auf Besserung? Probiert er dann weiter? Oder bringt er mich trotzdem zum Einschläfern, wenn auch auf eine andere Weise als jemanden anderen?
     
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