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Etwas andere "Arthrose"-Frage

Diskutiere Etwas andere "Arthrose"-Frage im Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates Forum; Hallo liebe Gemeinschaft, mir bereitet meine neue Reitbeteiligung Kopfzerbrechen. Er ist 19 Jahre alt und hat Arthrose, die mittlerweile...

  1. Carina M.

    Carina M. Neues Mitglied

    Hallo liebe Gemeinschaft,

    mir bereitet meine neue Reitbeteiligung Kopfzerbrechen. Er ist 19 Jahre alt und hat Arthrose, die mittlerweile fortgeschritten und vor allem in den vorderen Kniegelenken vertreten ist. Heutzutage für das Alter nichts Unübliches, leider. Ich weiß, dass er früher viel gesprungen ist, auch auf höherer Turnierbasis (er sollte also definitiv korrektes Reiten in Anlehnung etc. kennen).
    Mein Problem ist nun, dass ich nicht weiß, wie ich ihn reiten soll. Bis jetzt saß ich mehr oder weniger ohne wirklichen Kontakt zum Maul drauf, dabei immer darauf geachtet, ob er lahmt und was für ihn in Ordnung ist.
    Nun heißt es ja, dass man auf alle Fälle Wendungen vermeiden sollte bei Arthrose, was auch sinnig ist. Doch andererseits wird auch gesagt, dass Pferde nur artgerecht in Anlehnung geritten werden können, um Verspannungen und Folgeschmerzen zu vermeiden. Und irgendwo lassen sich schließlich beim Ritt in Anlehnung doch besser Muskeln aufbauen, die die Gelenke unterstützen.
    Bis jetzt wurde mehr oder minder auf ihm herumgehoppelt ohne Anlehnung, vorwärts abwärts etc. und zuteilen nur noch im Schritt. Wenn ich jedoch auf ihm sitze, dann merke ich deutlich, dass er willig ist mehr zu tun, was ich nach guter Aufwärmphase (ohne viele Wendungen und Gangwechsel) auch zulasse - stets darauf achtend, ob es ihm dabei gut geht, Gegenteiliges würde er sonst mit Lahmen anzeigen.

    Nun ist meine Frage... wie soll ich ihn reiten? Einfach draufsetzen, antreiben, im Schritt ganze Bahnen und große Zirkel reiten, dabei Zügel locker lassen und wenig Trab/Galopp? Doch dann denk ich mir mit Appell an mein Gewissen, dass das doch nicht gut sein kann, weil ja auch nichts aus der Hinterhand kommen kann, wobei ihn das ja entlasten würde. Oder wäre es wirklich nicht gut für ihn, versuchen, mit ihm die Arbeit aufzunehmen, in Anlehnung zu reiten, weil das ja auch die Arbeit bzw. die Biegungen und Wendungen voraussetzt, um ihn "geschmeidig" zu bekommen.

    Viele würden an der Stelle wohl Bodenarbeit vorschlagen, aber er ist in meinen Augen definitiv noch reitbar und ich finde solange er das noch kann und möchte, sollte er dies noch duerfen. Nur auf welche Art und Weise?

    Vielen Dank für jeden Ratschlag. Ich lasse mich auch gerne korrigieren, sollte ich irgendwo falsche Kenntnisse aufweisen.

    Liebe Grüße
     
  2. Minchen76

    Minchen76 Inserent

    Hallo!
    Schwierig zu beantworten.... Ich würde da nach Gefühl vorgehen. Bewegung ist bei Arthrose eigentlich immer gut. Da er seine Probleme vorne in den Beinen hat kann es theoretisch doch nicht schaden, ihn etwas auf die Hinterhand zu setzen. Vielleicht kurze Reprisen traben, an der langen Seite der Bahn und ganz genau aufpassen, wie es sich anfühlt. Beim Galopp wäre ich vorsichtiger. Lange Aufwärmphasen sind extrem wichtig. Wie schon gesagt, da würde ich eher auf mein eigenes Bauchgefühl vertrauen, was mit ihm geht und was nicht.
     
  3. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Für Arthrosepferde ist leichte Arbeit (je nach Grad der Erkrankung) gut. Viel Schritt, Leichttraben, viel Gelände. Bahnarbeit nur, wenn das Pferd es anbietet, der Boden nicht zu tief ist. Galopp ist so eine Sache. Bei Kniegelenksarthrose kommt im Galoppsprung viel Gewicht auf das abfußende Bein, weil du eine Einbeinstütze hast. Je nach Schweregrad würde ich gar nicht mehr Galoppieren bzw. nur auf gutem Untergrund, im Gelände geradeaus.
    Es macht allerdings nichts, das Pferd am langen Zügel locker vorwärts gehen zu lassen. Ist es im Gleichgewicht und wird nicht gestört, schadet es ihm nicht. Ein Pferd muß nicht ständig in Anlehnung geritten werden, um gesund zu bleiben. Im Trab würde ich schon darauf achten, daß es v/a und mit leichter Anlehnung läuft. Es muß allerdings ausreichende Erholungsphasen haben.
    Bodenarbeit hat so seine Tücken bei Arthrose. Hier muß das Pferd ja teilweise sehr gezielt schreiten, um Stangen, um Ecken und Pylonen herum, Seitwärtstreten etc.
    Ich würde hier das leichte Reiten vorziehen, weil die Bewegungen für das Pferd einfacher sind.
     
  4. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Wenn Bodenarbeit, dann eher Arbeit am Langzügel etc, wo man nicht mit Stangen arbeiten muß. Hier kann man irgendwann ähnlich viel machen wie beim Reiten, nur ohne das man im Sattel sitzt. Kann ich auch sehr empfehlen.
     
     
  5. Goldina

    Goldina Neues Mitglied

    Hallöchen;
    Ich habe selber ein 17 jähriges Dressurpferd mit schwerer Athrose. Ich habe sämtliche Behandlungen durch, aber das ist ein anderes Thema.
    Ich kann Dir sagen wie ich meinen jetzt mitlerweile in Rente gegangenes Krachertier reite.
    Ich mache es tagesabhängig. Geht es ihm nicht so gut, gehen wir Schritt spazieren; Geht es ihm gut, dann reiten wir Schulter herein, Schulter vor. Wichtig ist, dass man die Gelenke abwechselnd belastet. Gymnastiziere ihn. V/a reiten, lange Aufwärmzeit geben, Dressur als Gymnastik anwenden. Wenn es meinem sehr gut geht, dann springt er auch wieder einen fliegenden Wechsel. Alles mit Maß und Ziel. Da mein Pferd die Probleme vorne hat, ist es in seinem Fall wichtig ihn nach einer guten Aufwärmphase versammelt zu reiten, da er mehr Gewicht auf die Hinterhand aufnehmen muss. Alles eben immer schön langsam und sollte er mal "tickern" und er läuft sich nicht ein, dann geht er eben auch mal 1 oder 2 Wochen nur auf die Weide.
     
  6. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Erstmal blöde Frage: was meinst du mit "vorderes Kniegelenk"?
    Meinst du das Vorderfußwurzelgelenk? Oder meinst du das Ellbogengelenk?

    Da die Arthrose offenbar vor allem "irgendwo" an der VH besonders stark ausgeprägt ist, wär ich persönlich vorsichtig mit zu viel v/a.
    V/a ist eine feine Sache, wenn`s richtig und gut geritten wird. Man muss aber wissen, dass in dieser v/a-Phase das Gewicht automatisch mehr auf die VH kommt.
    Was in eurem Fall ja weniger optimal ist.

    Nachdem ich jahrelang ein Arthrose-Pferd hatte, meine Erfahrungen:
    Unheimlich viel Schritt! Um so mehr dein Pferd sich über den ganzen Tag verteilt im Schritt bewegen kann, um so besser!
    Und auch wirklich über den ganzen Tag verteilt!

    Ich würde an deiner Stelle viel ins Gelände gehen. Allerdings bergab vorsicht, da die Symptome ja vor allem vorne sind. Evtl sogar absteigen, um die Belastung zu verringern. Andererseits aber supergerne bergauf. Vor allem wenn er schon bißchen Schritt gegangen ist vorher.
    Beim ruhigen bergauf muss er mit der HH schieben und tragen. Den Rücken vermehrt aufwölben. Muskeln werden angesprochen und trainiert.
    Auch würd ich gucken, dass er sich seitlich biegen läßt. Und so geschmeidig bleibt.
    Ob er nun perfekt in Anlehnung geht - ich würde mich auf keinen Fall mit ihm "streiten". Denn das würde Gegenwehr hervorrufen. Und damit wärs meiner Einschätzung nach eher kontraproduktiv.
    Also die Kopfhaltung wär mir erstmal recht egal. Wichtiger wäre mir eine geschmeidige seitliche Biegung auf beide Seiten (super auch im Gelände zu üben). Und überhaupt die Bewegung. Auch die HH natürlich.

    Wichtig ist aber: Arthrosepferde können oft einfach gar nicht so. Es hilft also nichts, ganz verzweifelt ständig die HH aktivieren zu wollen. Wenn das grad alles steif ist, kann man aktivieren, wie man will. Es wird nur zu noch mehr Verspannungen führen!

    Dann lieber ganz ganz ganz ganz lange lösen. Und beim Lösen auch im Tempo des Pferdes gehen lassen!
    Viel Schritt. Kurz antraben. Bißchen vor sich hin traben lassen. Dann aber auch schon wieder Schritt.
    Meinem hats grad an schlechteren Tagen super geholfen, lange Schritt. Dann nur so 2 oder 3 Pferdelängen im eigenen Tempo Trab (manchmal ging das nur megalangsam!). Wieder Schritt. Damit sich nichts verspannt. Dann erneut ein paar Pferdelängen Trab. Etc.

    Teilweise gings ihm echt übel.
    Erst als er dann 24h-Koppel hatte, gings ihm wieder richtig gut! Brauchte nicht einmal mehr Decken.

    Ach ja. Das ist auch was. Vielen Arthrose-Pferden hilfts, eingedeckt zu werden. Obwohl ich kein Freund vom ständigen Eindecken bin. In dem Fall hilfts schon häufig. Weil die Muskeln nicht so auskühlen und nicht so stark verspannen.
     
  7. Halloauchhier

    Halloauchhier Gesperrt

    Dem kann ich mich voll und ganz anschliessen!
    Mein Brandy hatte schon Arthrose als ich ihn bekam.
    Viel Schritt, keine engen Wendungen, springen mal gar nicht; allerdings hatte er absolut Phasen, in denen er sich schon mehr anbot und von sich aus frischer und dynamischer lief.
    Anfangs noch in Boxenhaltung mit 12 h Weide ( Sommer 24h ), stellte ich ihn dann in einen Offenstall.
    Seine morgentliche Steifheit war nicht mehr so schlimm durch die ständige Bewegung.

    Das mit dem Eindecken habe ich auch gemacht.
    Wenn der mal nassgeregnet draussen stand, war er sofort klamm und mochte sich kaum bewegen.
    Hatte ein ganzes Arsenal an Decken für ihn.

    Seinen Unterstand habe ich immer dick mit Spänen und Stroh eingestreut.
    Weich - warm - komforttabel!
     
  8. Vera I.

    Vera I. Neues Mitglied

    Hallo Carina,
    Arthrose ist zwar blöd, aber die meisten Pferde kommen relativ gut damit zurecht. Wichtig ist, dass er möglichst viel Bewegung hat, aber halt nicht übertrieben hartes Training, sondern viel mäßige Arbeit. Lange Aufwärmphysen, also mind.20-30 min. Schritt vor der Arbeit. Wenn das Pferd schon 19 Jahre alt ist und die Arthrose in den Karpalgelenken hat, dann kann er zwar vorwärts-abwärts geritten werden, aber er sollte nicht nur auf der Vorhand laufen. Die Hinterhand sollte etwas aktiviert werden, dass die Vorhand entlastet wird und er sollte nicht mehr gesprungen werden. Häufig sind Arthrosen bei nass-kalten Wetter schlechter, also im Herbst evtl. mit Regendecke raus. es gibt ja auch diverse Zusatzfutterminttel, die Du über den Tierarzt bekommst, die bei Arthrosen unterstützend eingesetzt werden können. Ratsam wäre es sicherlich auch, wenn Ihr Euch einen Physiotherapeuten dazu sucht, der kann Euch noch spezielle Tipps geben. Schau mal unter Vet Physiocation - Kompetenz aus erster Hand, die haben ein Therapeutenverzeichnis und bilden sehr gute Therapeuten aus, darauf solltet Ihr auf jeden fall achten, dass der Therapeut eine gute Ausbildung genossen hat, denn leider gibt es auf dem Markt gute und schlechte Therapeuten, wie so immer im Leben;-).
    Drücke Euch die Daumen, liebe Grüße Vera
     
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