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Feines Reiten und Geländereiten

Diskutiere Feines Reiten und Geländereiten im Allgemein Forum; als ich vorgestern so meine 2,5h durch den Wald ritt, habe ich sinniert, wie das so ist mit der feinen Reiterei im Gelände. Ich hätte schon...

  1. Golddust

    Golddust Inserent

    als ich vorgestern so meine 2,5h durch den Wald ritt, habe ich sinniert, wie das so ist mit der feinen Reiterei im Gelände.
    Ich hätte schon gerne, dass das Pferd auf dem Platz auf feinste Gewichts- und Schenkelhilfen reagiert und wenn ich ihn zu Anfang der Platzarbeit einnorde, tut er das auch.
    Aber im Gelände?
    Ich tauche unter tiefhängenden Ästen durch, weiche im Sattel mal nach links, mal nach rechts aus, weil ich von nassen Ästen nicht ständig geduscht werden möchte, drehe mit immer wieder um, um nachzusehen, ob jemand von hinten kommt, ziehe mal die Regenjacke aus und binde sie über den Sattel oder binde sie los und ziehe sie an.
    Sprich, kurz gesagt, ich sitze alles andere als diszipliniert und kontrolliert und würde mein Pferd auf jede dieser Gewichtsveränderungen reagieren wollen, wären wir beide binnen kürzester Zeit frustriert.
    Wir sind im Gelände deutlich grobmotorisch unterwegs und ich wüsste auch nicht, wie es anders gehen sollte.

    Feines Reiten im Gelände? Also ich kanns nicht.
     
  2. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber

    doch, ich bin sicher, dass du das kannst.

    es sind auch im gelände die signale, die man einem pferd gibt. ich sitz auch so drauf, weiche den ästen aus, schau mal nach hinten usw. das pferd unter mir balanciert sich entsprechend aus; wenn ich einem ast nach links ausweiche und da aufm hals häng (was bei einem pferd mit 170cm stockmaß öfters passiert), dann gleicht er das aus. warum? weil er weiss, dass er muss. er bekommt von mir das signal: du, die zügel sind lang, kümmer dich mal um den weg, schau auf deine füße und ich halt mich da schon oben.

    anders ist, wenn ich dransitz, die zügel aufgenommen habe, dem pferd "erkläre" dass ich jetzt gerade was fordere, nämlich aufmerksamkeit. ich rutsch nimmer im sattel rum, weil ich ästen ausweiche und das pferd sich selbst "irgendwie" ausbalancieren soll (denn das herumgewerfe im sattel ist ja nun nix, wo man gezielt die hinterhand noch mitnimmt oder auf stellung und biegung achtet). wenn ich dressur reite im gelände, dann tu ich das auf strecken, wo mir auch definitiv keine äste aufn kopf hängen und ich auch nicht auf plötzliche bodenunebenheiten treffe.



    obsi
     
  3. Mabel

    Mabel Gesperrt

    Es gibt nichts besseres als Gelände um einen GESCHMEIDIGEN Sitz zu trainieren.

    Auf Fein umschalten kann man bei entsprechenden Möglichkeiten im Gelände wie planer Boden etc.

    Und feines reiten im Gelände ist dann da, wenn das Pferd deutlich und problemlos unterscheiden kann ob es mit "Turnübungen" oben gemeint ist oder nicht.
    Im Gelände ist man stark auf die mitdenkende Mitarbeit vom Pferd angewiesen - gleichzeitig muß man in der Lage sein schnell zu erfassen, wann man das Pferd lieber "machen läßt".

    Man wechselt ständig die Führungsrolle je schwieriger das Gelände wird.

    Das ganze ist im Grunde eine viel feinere Arbeit als nur auf dem Platz auf dem das Pferd einfach nur das zu tun hat, was man ihm sagt.
    Und das auf einem meist völlig planen Boden auf den das Pferd kaum achten muß.

    Gelände schult Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit. :)
    Und aber vor allem den Sitz/ und das Gleichgewicht des Reiters.
     
  4. Golddust

    Golddust Inserent

    das mit dem ständigen Führungswechsel stimmt und ist faszinierend.
    Klettern wir den Berg hoch, wo gerade Regenfälle dicke Rinnen in den Boden gespült haben und Astbruch den Weg blockert, lasse ich locker, sag ihm, such dir deinen Weg, aber dann musst du damit auch zurecht kommen. Und er tut es. Aber sobald ich die Beine rannehme, die Zügel vom Sattelhorn nehme (ich hab sie ja fast nie in der Hand), lässt er sich wieder führen.
    Und ja, er reagiert dabei fein. Ich frage mich eben nur, wie er das unterscheidet: mein Rumgehampel da oben, weil ich ausweiche oder sonstiges da oben erledige und ernsthaften Arbeitsanspruch.
    Auf dem Platz ist das leicht; da ziehe ich Sporen an, ticke ihn an, und er weiß, jetzt ist Konzentration gefragt.

    Im Gelände weiß ich nicht wirklich, woran er es merkt. Ich nehme ja keine Zügel auf und groß "einrahmen" tue ich ihn auch nicht. Er soll den Schenkeln weichen und unters Gewicht treten. Nur sind das ja genau die Dinge, mit denen ich vorher so undiszipliniert "rumgehampelt" habe.
    Ich habe meine Dressursequenzen im Gelände und sie funktionieren auch.
    Und ich staune halt ganz einfach, wie er das hinkriegt, das zu unterscheiden, wo ich selbst nicht wirklich einen Unterschied sehe.
    Das Zügel vom Sattelhorn nehmen, signalisiert ja meist nur den Führungswechsel im Gelände, aber eben auch nicht immer. Und hat auch nichts mit evtl. Dressurübungen zu tun, die ich reinbasteln möchte, sondern sagt nur, halt dich jetzt rechts oder links, mach langsam oder schlaf nicht ein.

    Die Übergänge zu Dressursequenzen sind holpig und ich überlege, wie ich ihm diese Unterscheidung begreiflicher machen kann.


    merke gerade, dass das jetzt alles ein wenig konfus klingt :mx10: Ich hoffe, ihr versteht trotzdem, was ich meine
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Sep. 2013
     
  5. Mabel

    Mabel Gesperrt

    Es gab vor Jahren mal ne Untersuchung zu Reitunfällen im Gelände.

    Die passierten überdeutlich Reitern die überwiegend Platz/Halle ritten und DANN im Gelände unterwegs waren.

    ;) das kommt, wenn man versucht das "richtige" Reiten von Halle/Platz im Gelände zu praktizieren.

    Ich drücke es mal absichtlich überspitzt aus...Halle/Platzreiten lehrt dem Pferd kaum selbst denken und/oder kucken - sollen die da ja auch nicht.
    Gelände schult Miteinander.

    Das mit Platzansprüchen reiten zu wollen, endet nicht selten mit *rums*
     
  6. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Ich denke das kommt aufs vorhandene Gelände an. In Mecklenburg ist das ganz anders als im Weserbergland.
    Mecklenburg ist "platt", da kann man auf den Flächen schon entsprechend reiten.
    Hier ist fast nur Wald und es geht rauf und runter. Entsprechend kann ich da nicht in Schönheit sterben sondern muss ständig was verändern. Beim Pony übrigens weniger als beim Großpferd. Ich muss mich wenigstens nicht bücken. :bae:
     
  7. danci111

    danci111 Inserent

    Also ich bin mit meinem Hotti fast nur im Gelände gewesen, das hat ihm am meisten Spaß gemacht und mir auch.... er ist sehr Geländesicher geworden dadurch und bei seiner neuen Besi mittlerweile Führpferd für Geländeanfänger :toll:

    Dafür hat er mit der Halle so seine Problemchen, ich glaub er will einfach nicht einsehen, warum da immer so ne blöde Wand kommt die einen am geradeauslaufen hindert... so was aber auch! ;D
    Aber mittlerweile geht's schon ganz gut...
     
  8. rine88

    rine88 Neues Mitglied

    Also ich kenne das auch mit dem Führungswechsel... Im Gelände sitze ich ganz ehrlich meistens drauf wie ein nasser Sack :-D Ganz locker eben. Mein Pferd weiß das es in dem Moment auf sich selbst gestellt ist. Wenn ich mich aber vernünftig hinsetzte und die Zügel annehme wird er auch aufmerksam. Ich denke schon das Pferde das unterscheiden können.

    Hier hast Übungen um auch im Gelände ein bisschen zu trainieren ;-)
    Pferde gymnastizieren im Gelände - Teil 3: "L" rückwärts | barnboox.de
    Pferde gymnastizieren im Gelände - Teil 2: Schenkelweichen auf dem Feldweg | barnboox.de
     
  9. sasthi

    sasthi Bandenprofi

    Rine, macht das Spaß, Werbung für andere Websiten zu machen?
    Sorry, aber mich nervt das langsam.


    Rauhdetta, ich finde "feines Reiten" kann auch sein, dass das Pferd eben auf kleine Gewichtsverlagerungen reagiert. Wenn ich da an meine Blondine denke, so wirklich Sinn machen ihr manche Übungen auf dem Platz nicht, das artet dann hin und wieder in Diskussionen aus. Wenn ich dann Dinge im Wald abfrage (weil wir uns mal wieder verritten haben...) da klappt es dann auf einmal auf kleinste Schenkelhilfen oder kleinste Gewichtsverlagerung, dass sie ihren dicken Hafihintern irgendwo durchschiebt und auch nicht losstürmt.
     
  10. Lene91

    Lene91 Guest

    Hi Golddust,

    ich bin auch Platz- und Geländereiterin in einem. Wobei ich im Gelände weniger fordere als auf dem Platz. Ich bin nämlich der Meinung, dass das Gelände eine Abwechslung zur Dressur auf dem Platz sein sollte.
    Wir haben hier recht schwieriges Ausreitgelände. Gerade Flächen sind selten, eher so eine Berg- und Talfahrt. Aber sowas trainiert unheimlich die Hinterhand und schult Gleichgewicht und Trittsicherheit.
    Sollten wir doch einmal eine schöne Wiese oder ein ebenes Feld auftreiben, arbeiten wir das ganz nach Lust und Laune. Manchmal zum Wettrennen mit dem Kumpel, manchmal gemütlich in Schritt-Trab-Übergängen, manchmal in großen Schlangenlinien und wieder ein anderes Mal in Tempoverstärkungen. Die Hilfengebung und der Sitz variieren dem entsprechend.

    Für mich persönlich ist immer noch das schönste Gefühl, wenn eine Galoppstrecke in Sicht kommt, der eigene Puls vor Vorfreude in die Höhe schnellt und die Pferde aufmerksam mit den Ohren spielen und am liebsten sofort loslaufen würden. Dann reicht allein eine Gewichtsverlagerung nach vorn und der Sprint beginnt. Das ist für mich "feines Reiten im Gelände"!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. Sep. 2013
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