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Fernseh"tipps"

Diskutiere Fernseh"tipps" im Medien Forum; Ich bin stolz auf mein Land. Und zwar auch gerade wegen der Erinnerungskultur! Weil wir eben nicht verwischen, sondern dazu stehen und daraus...

  1. sarah2010

    sarah2010 Bekanntes Mitglied

    Ich bin stolz auf mein Land. Und zwar auch gerade wegen der Erinnerungskultur! Weil wir eben nicht verwischen, sondern dazu stehen und daraus lernen. Also zumindest lange gelernt haben.
    Ich hab übrigens sehr lange intensiv mit Zeitzeugen gesprochen in der Schulzeit und auch danach. Am meisten berührt hat mich eine Dame, die mit "Wir wussten ja alle gar nichts!" Anfing und sehr berührt, traurig, beschämt mit "Wir hätten handeln müssen, geahnt hat man es ja doch." Aufgehört hat. Einfach weil das auch ein sehr großer Vertrauensbeweis war. Leider ist sie jetzt schon fast 2 Jahre tot.
     
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  2. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Ich kaufe da nicht ein. Und hab mich furchtbar darüber geärgert das es ein Buch für die Vorschule nur dort gegeben hat.
    Und wenn mich wer fragt sag ich auch, wer sowas im Programm hat dem geb ich nicht mein Geld.

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  3. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Meine Deutschlehrerin, die zwei Häuser neben uns wohnte und uns beim Kirschenklauen nicht verpetzt hat. ist mit Sophie Scholl eine Zeitlang in die Schule gegangen und kannte ihren Bruder und die Gruppe drum herum.
    Sie hat sich auch problemlos über Lehrpläne hinweggesetzt, wenn es Berührungpunkte gab und das alles immer und imme wieder thematisiert.
    Dauerspruch "WEHRET den Anfängen!!!!"
    Ich kannte also noch eine Zeitzeugin.
    Mein Vater hat meinem Opa verboten, mit uns über das Thema zu sprechen; er hat seinem Vater nie wirklich verziehen, dass der im Herzen das Nazitum ganz ok fand
     
  4. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    ich kenne so themen von zuhause so garnicht! deshalb sei mir meine evtl naivität entschuldigt!

    ich wurde regelrecht ins "echte" leben geworfen! ich weiss auch nicht, ob das gut war? eher nicht, wie man sieht. und doch ok ...keiiine ahnung :bahnhof::bahnhof:
     
  5. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Als mein Opa gestorben ist haben wir seinen Karton aus dem Schrank geholt. Mein Opa hat nie drüber gesprochen mit uns, aber er hat Briefe geschrieben und gezeichnet als er in Frankreich stationiert war.
     
  6. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Meine Großeltern haben das damals beide noch mitgemacht. Die Oma war damals schon ne tolle, bewundernswerte Frau, wollte beim bdm nicht mitmachen und ist, als sie dann diverse male mit der Polizei da hingebracht wurde, kurzerhand in die Schweiz geflüchtet und hat dort bis nach dem Krieg ausgeharrt.
    Mein Opa war "braver Nazi", der hat den ganzen Spaß munter mitgemacht, als kleines Soldaten-lichtle halt. Hatte "glück", wurde verwundet, und konnte dann zum Kriegsende hin sogar noch vor den Amis aus dem Lazarett fliehen... Und der hat da heut noch so seine Ansichten zu der ganzen Sache... Der ist glaub ich son ganz typischer Mitläufer, so ist der ja heut noch drauf. Und für den sind zum teil auch heut noch die Juden an allem schuld, das kriegt man aus dem auch nimmer raus.

    Edit: witzig ist da eigtl, dass der uns lange zeit viel davon verheimlicht hat, bzw halt nicht erzählen wollte. Hat sich wohl geschämt, hat Dinge beschönigt, behauptet "er hätt das ja so gar nicht gewollt, bla bla".
    Aber jetzt, wo er älter wird, redet er etwas anders, hat Sachen rausgelassen, die er früher verschwiegen hat usw. Und ich glaub, das, was da jetzt rauskommt, ist viel eher die Wahrheit...
     
  7. sarah2010

    sarah2010 Bekanntes Mitglied

    Meine Großväter waren beide im Krieg. Der eine ist sehr lange in russischer Kriegsgefangenschaft gewesen und lange vor meiner Zeit gestorben.
    Der andere sagte er wollte nicht. Aber ich weiß nicht ob ich ihm das glauben soll. Auf jeden Fall ist er wenn er Nazi war aufgewacht. Meine Oma hat versucht Gefangenen, die auf den Höfen gearbeitet haben, zu helfen. Die Bilder sind schrecklich :(
     
  8. Tequilla

    Tequilla Inserent

    Hier auch, Opa in russischer Gefangenschaft, früh gestorben, mein Vater erzählt oft, wie sie seine Cousins aus dem Haus gezogen und erschossen haben, weil sie desertiert sind oder wie sie in den Bunker gerannt sind, während neben ihnen die Leute gestorben sind... Da war mein Vater um die acht Jahre alt.
    Furchtbare Zeiten müssen das gewesen sein.
    Und sowas passiert immer noch, überall um uns herum. Ob die Menschheit mal schlauer wird? Ich glaube nicht.
     
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  9. Frau Horst

    Frau Horst Bekanntes Mitglied

    Mein Opa war auch in russischer Gefangenschaft.
    Der Krieg war längst verloren, aber sein Truppführer jagte die Gruppe weiter nach Russland. Opa fiel irgendwann erschöpft in den Schnee und wurde für tot gehalten. Er weiß nicht, wie lange er dort lag. Als er aufwachte, hatte seine Truppe Feindkontakt gehabt und nur noch zwei lebten. Einer war zu verletzt, der andere zu traumatisiert. Opa lief alleine nach Hause. Kurz vor Deutschland wurde er gefasst und musste wieder nach Russland laufen. Dort war er drei Jahre und sah die meisten seiner Mitgefangenen sterben.
    Er hat erzählt, er wollte das nie, fand es irre, aber man hätte ja keine Wahl. Er hat nie gezielt auf jemanden geschossen, immer nur so getan.

    Das kann man sich alles gar nicht vorstellen, wie grausam das gewesen sein muss.

    Opa wurde aber alt, ist erst vor ein paar Jahren mit 88 gestorben.
     
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  10. Mahivo

    Mahivo Bekanntes Mitglied

    Mein Großvater(geb 1938) hat vor zwei Jahren aus alten Gerichtsakten erfahren was sein Vater zu NS-Zeiten getan hat. Er wollte es gerne wissen.
    Sein Vater war SS-Mitglied und mein Großvater wollte mir nicht sagen was damals passiert ist. Nur das er nie wieder ruhig schlafen wird nachdem er erfahren hat was sein Vater im Auftrag der SS mit jüdischen Babys getan hat. Er sagte er wird den Rest seines Lebens damit verbringen sich für die Taten seines Vaters zu schämen.
    Seine Mutter hat dagegen im Hotel der Familie mit ihrem Vater Lebensmittel für die Zwangsarbeiter in den Mülltonnen versteckt.

    Meine Urgroßmutter mütterlicherseits hat auf dem Treck aus Tilsit 3 ihrer Kinder verloren. Ihr schwer kranker Vater wurde vor den Kindern für seine Stiefel erschossen.

    Nein unsere Generation und auch die unserer Eltern ist nicht schuldig. Auch die Leute die damals noch Kinder waren sind nicht schuldig.

    Was wir aber schuldig sind ist das es niemals vergessen wird.

    Ich war in Auschwitz als ich 17 war, ich war in Neuengamme und Bergen-Belsen. Dort läuft das Elend mit Einem. Dort tropfen das Leid und der Schmerz aus den Wänden, dort frisst der Horror dein Herz und deine Seele. Wer dort nicht mitfühlt fühlt gar nichts mehr.

    An dem Tag an dem wir das vergessen vergessen wir alles was uns zu Menschen macht.

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Thema: Fernseh"tipps"