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Fohlen hat Stalldrang!

Diskutiere Fohlen hat Stalldrang! im Pferdeflüsterer Forum; Hallo Ihr lieben! Ich habe ein 10 Monate altes Stutfohlen namens Lin! Sie ist ein Haflinger-Warmblutmix und eine ganz liebe, wenn auch freche...

  1. Linslay

    Linslay Neues Mitglied

    Hallo Ihr lieben! Ich habe ein 10 Monate altes Stutfohlen namens Lin! Sie ist ein Haflinger-Warmblutmix und eine ganz liebe, wenn auch freche Maus! Ich habe sie bekommen, als sie 6 Monate alt war und ihr vorheriger Besitzer hat ihr schon ziemlich viel beigebracht! Sie ist schmiede- und verladefromm, lässt sich ohne weiteres die Hufen auskratzen und kennt auch schon einige Gehorsamsregeln wie rückwärtslaufen, Abstand halten etc. Lin ist sehr menschenbezogen und verschmust! Bis vor kurzem konnte ich auch problemlos mit ihr kurze Spaziergänge unternehmen (immer in Begleitung eines er-wachsenen Pferdes, Freundin ist auf ihrem Pferd geritten und ich habe Lin geführt)! Doch seit neues-tem klappt das spazieren gehn nicht mehr!!! Wenn wir uns vom Stall wegbewegen ist noch alles in Ordnung, doch sobald wir zurücklaufen, schlägt sie plötzlich aus und fängt an zu galoppieren (Stalldrang)! Vor kurzem hat sie mich so überrascht, dass ich sie losgelassen habe und sie allein in den Stall gerannt ist! Was kann ich da jetzt machen? Ist sie vielleicht doch noch zu jung zum spazieren gehen? In Fohlenbüchern steht allerdings drin, dass man ohne weiteres mit Fohlen spazieren gehen kann! Wenn wir gelaufen sind, dann immer die gleiche Strecke und nie länger als 10 Minuten, weil ich sie ja auch nicht überfordern will! Ich wäre euch über einen Rat wirklich dankbar, die Kollegen von meinem Reitstall sagten lediglich: "Naja, sie ist ja noch ein Fohlen"! Bitte helft mir! Vielen Dank! Eure Desy!
     
  2. playoff67

    playoff67 Inserent

    Ich denke schon das Du sie überforderst, wenn Du alleine gehst, das ist sie ja nicht gewohnt, allerdings gehört sie für mich in einen Offenstall mit anderen Jungpferden und nicht nur unter "Erwachsene", ich nenne soetwas Kindergarten, gleichaltrige die das gleich Leid durchgemacht haben wie sie, nämlich von der Mama weg. Dort kann sie sich erst einmal verwirklichen und den Platz bzw Stellung finden für sie. Hoffe Du hast daran gedacht.
     
  3. Saphira

    Saphira Inserent

    Hallo Desy,
    da kann ich mich playoff67 nur anschließen. Ich hab zwar kein Fohlen, aber eine Freundin hat gleich Zwei. Ihr erstes Fohlen hatte sie eine Zeit lang auf einer sogennanten "Fohlenweide" stehen, wo es mit anderen gleichaltrigen Fohlen zusammen rumtollen konnte. Inzwischen ist es wieder zu Hause und da sie ja Zwei hat, kann das andere auch zu Hause bleiben.
    lg :1:
     
  4. Linslay

    Linslay Neues Mitglied

    Hallo! Ich danke dir für deine Antwort! Mein Fohlen wächst allerdings auch mit einem gleichaltrigen Stutfohlen sowie mit gleichaltrigen Hengstfohlen in einem Offenstall auf! Es ist also nicht alleine! Ich lasse sie auch genug "Kind" sein, allerdings ist es gut (steht auch in sämtlichen Fohlenbüchern), wenn man den Kleinen von Anfang an Sachen beibringt z.b. spazieren gehen! So gewöhnen sie sich schneller an Autos, Tranktoren etc. Überfordern tu ich meine kleine auf keinen Fall! Liebe Grüße!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. März 2008
  5. Osaka

    Osaka Inserent

    Hallo Linslay,
    Du machst das vollkommen richtig mit dem Fohlen spazieren zu gehen. Flowers Fohlen Milena hatte ja mit 6 Monaten eine AKU und ich musste alleine mit dem Fohlen von der Mutter weg auf der Strasse mit dem Fohlen vortraben. Das ist normal das die das können müssen. Als ich meinem TA die Bedenken äußerte das Fohlen würde das noch nicht kennen alleine hat er auch gesagt das müssen die schon können. Da das Fohlen schon halfterführig war weil ich das auf der Weide geübt hatte von der Mutter sich wegführen zu lassen, ist das Fohlen so treudoof mit mir mitgelaufen. Hatte allerdings noch Sichtkontakt mit der Mutter, die am Zaun stand.:laugh:
    Es ist normal das Fohlen frech sind. Sonst wären es keine Fohlen. Die kleinen sind die schlimmsten.:laugh:
    Du wirst Dich da durchsetzen müssen ansonsten hast Du verloren und wenn es groß ist wird es das genauso wieder mit Dir machen wenn Du es nicht gleich erziehst.
    Ich mach das immer so mit meiner 2-jährigen, die ich als Jährling bekommen habe, das sie auf dem Rückweg nur im Schritt laufen darf und wenn sie schneller werden will pariere ich durch und dann geht es eben gar nicht mehr weiter.:wideeyed:
    Das ist das einzige was zieht. Entweder vernünftig und langsam vorwärts gehen oder überhaupt gar nicht.:wideeyed: Den Stalldrang hat anfangs jedes Fohlen und ich kenne kein Fohlen, was nicht schnell in den Schutz der Herde zurück will.:no:
    Du musst konsequent sein. Das ist eine Sache des Vertrauens und der Dominanz. Rückwärtsrichten ist ein sehr gutes Dominanztraining. Auch solltest Du zwischendurch mal üben das Du vor läufst und das Fohlen hinter Dir bleiben muss. Das Fohlen darf Dich keinesfalls überholen beim Führen. Das ist dann absolutes Respektlosigkeit Dir gegenüber. Der Chef läuft immer vorne.:yes: Das ist wirklich nicht zu viel verlangt für ein Fohlen. Man sollte solche Übungen nur so kurz wie möglich und nicht länger als 5 Minuten machen, da sich ein Fohlen noch nicht so lange konzentrieren kann. Es sollte alles spielerisch erlernt werden. Wenn das Fohlen sich rückwärtsrichten läßt lob es und zur Belohnung darf es dann weiterlaufen. Du wirst sehen das es mit der Zeit immer besser wird. Ich drück Dir die Daumen.

    LG

    Carmen
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2008
  6. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Dann kennst du meinen Billy nicht :tongue: Aber der ist auch wirklich eine Ausnahme.

    Vielleicht solltest du nicht immer die gleiche Strecke laufen? Vielleicht ist das der Kleinen einfach zu langweilig? Weiß man's?
    Ansonsten kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen: Es ist vollkommen richtig, dass ihr spazieren geht. Und es ist auf jeden Fall eine Dominanz-/Vertrauenssache. Wie schon so schön gesagt wurde, "der Chef läuft immer vorne!!"

    Viel Glück
    Eva
     
  7. Linslay

    Linslay Neues Mitglied

    Liebe Carmen! Ich danke dir nochmals ganz recht herzlich für Deinen Beitrag! Endlich gibt mir mal jemand Tipps und versteht mich! Ich war mit diesem Problem auch schon im Chat, aber meistens bekam ich nur die Antwort, dass ich das Fohlen Kind sein lassen und nichts mit ihm machen soll! Ich war ja selber schon völlig verunsichert! Nun hast du mir mit deiner Antwort wieder Mut gemacht und gezeigt, dass es doch richtig ist was ich mache! Ich würde mein Fohlen auch nie überfordern oder ihm Sachen beibringen die ich nicht von ihm erwarten kann, aber ich beschäftige mich eben viel mit ihr, natürlich auch nie länger als höchstens 15 Minuten! Ich habe viele Fohlenbücher gelesen und die meisten raten auch dazu sich viel mit dem Fohlen abzugeben! Bei mir im Stall stehen auch viele Fohlen und lassen sich teilweise nicht einmal ein Halfter überstreifen, weil sich niemand mit ihnen beschäftigt! Sie sind scheu und zucken zusammen, wenn sie z. B. nur einen Traktor hören. In meinem Stall sind die Leute auch begeistert von meiner Kleinen (Lin), weil sie wenn man sich ihr nähert sofort und ohne die geringste Scheu angelaufen kommt und Streicheleinheiten möchte. Auch der Hufschmied der da war, war ganz begeistert von ihr, wie lieb sie Hufe gegeben hat! Du hättest mal das andere Stutfohlen sehen sollen das danach dran war! Die hat ausgeschlagen und ist vor lauter Scheu fast durchgedreht! Ich will mich mit dieser Antwort wirklich nicht in den Himmel loben, aber das zeigt mir doch, dass es richtig ist, dass ich mich mit Lin intensiv beschäftige. Ich bring ihr ja nicht nur was bei, ich bin auch die meiste Zeit über nur so bei ihr, streichle sie und schmuse mit ihr! Was soll daran falsch sein! Die Besitzer der anderen Fohlen sind vielleicht alle 3 Monate 1 mal da, streicheln den Fohlen über den Kopf und gehen dann wieder. Und das Resultat ist dann, dass sie mit 3 Jahren überhaupt nichts können, Halfterscheu etc. So, das musste ich jetzt einfach mal los werden! Also, nochmal vielen Dank für Deine überaus hilfreiche Antwort. Ich hoffe, dass ganz viele Leute Deinen sowie meinen Beitrag lesen und, dass ein paar, die von Fohlenerziehung überhaupt nichts halten, vielleicht auch mal darüber nachdenken, dass ein frühe Bindung zwischen Fohlen und Mensch genauso wichtig und vor allem hilfreich ist, wie die spätere, wenn man das Tier dann reiten kann! Ich finde es immer schade wenn Menschen behaupten, dass man mit einem Fohlen nichts machen kann und dass man das Geld das man in ein Fohlen investiert nie mehr zurückbekommt! Viele vergessen dabei, dass die enge Bindung von Anfang an, die Freude die man empfindet wenn das Fohlen einem entgegenwiehert und zu sehen wie das Kleine aufwächst, einen ganz anderen Wert hat, der mit Geld nichts mehr zu tun hat! Carmen, ich würde mich freuen, wenn wir auch weiterhin noch Kontakt hätten, um uns evtl. auszutauschen! Ich brauche sicher mal wieder Hilfe bei dem ein oder anderen Problem! Liebe Grüße Desy
     
  8. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Desy, du hast mir aus der Seele gesprochen!! :yes:
    Ich hab ja auch einen 1jährigen und ich überlege auch oft, ob ich mir mit einem Jährling nicht vielleicht doch zuviel zugemutet habe. Ein Jungpferd macht eben doch viel Arbeit und bedeutet auch eine Menge Verantwortung. Aber dann benimmt sich mein Kleiner von allen Jungpferden (und teilweise auch von den "erwachsenen" Pferden) am allerbesten, schläft beim Schmied ein, trennt sich ohne Probleme von der Herde und so weiter... In solchen Momenten bin ich einfach nur unheimlich stolz und ich denke mir, dass ich scheinbar doch nicht so viel falsch mache...
    Von daher kann ich dich sooo gut verstehen! Und ich bin mir sicher, dass ihr zwei das Stalldrang-Problem wieder in den Griff bekommen werdet :yes:

    Liebe Grüße
    Eva

    P.S.: Hast du einen Fotothread von deiner Kleinen?
     
  9. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ.

    Hallo Linslay,

    ich tute jetzt mal - auch, wenn Dir das vielleicht zunächst nicht gefallen wird - in dasselbe Horn wie playoff:
    Ich denke, daß das Fohlen "überfordert" ist, daß es auch mal eine Auszeit braucht!

    Ich bin nicht generell gegen "Fohlen-Training", und es gibt Dinge, die auch ein 10 Monate altes Pferd schon können muß (beispielsweise sich halftern lassen, Hufe geben - macht den Schmied auch für das Pferd stressfreier!, sich führen lassen).
    Aber es gibt eben - meiner persönlichen Meinung nach - auch viele Dinge, die man mit einem so jungen Kind zwar ausprobieren und antrainieren kann, sie aber nicht exessiv ausführen sollte! Und dazu gehören für mich Spaziergänge.
    Jeden Tag oder mehrmals die Woche diese Lektion auszuführen, birgt die Risiken:
    - es wird zu langweilig - oder die Reizüberflutung zu hoch,
    - das Fohlen beginnt - wie im Herdenleben auch - zu testen; und hier liegt die Gefahr!!!
    Ein Fohlen kann und sollte ich nicht so zurückweisen und erziehen, wie ein junges (oder altes) erwachsenes Pferd!!! Das tut das Leittier der Herde auch nicht! Ausgewachsene Unverschämte werden deutlich verjagt, und sollten sich diese Lektion merken, sonst geht die Leitstute beim nächstem mal stark heftiger vor. Einem Fohlen wird der gleiche Fehler immer wieder mit der gleichen Konsequenz, aber auch MILDE, verziehen (Stichwort: Fohlenkauen) - das kann der einzelne Mensch nicht so leisten wie eine Pferdeherde - und schwupps, habe ich letztlich ein "Dominanz-Problem" (blödes Wort, aber...)!
    - das Fohlen hat keine "Verarbeitungs und Ausprobierphase" mehr!

    Ich würde maximal 2-3mal im Monat spazierengehen, und dann vernünftig und mit deutlich positiver Konditionierung (viel Lob, ggf. Erfolgserlebnis, ggf. Leckerchen). DAS reicht zum dauerhaften Abspeichern völlig aus. Dazwischen hat das Fohlen - neben dem (fast) täglichen Pflege-Kontakt zum Menschen - Zeit, sich auf andere Dinge zu konzentrieren (ein so eindrückliches, vielleicht sogar mit "Macht-Kampf" versehenes Erlebnis wie der Spaziergang nur mit Mensch beschäftigt ein Fohlenhirn mitunter einen ganzen Tag!) und in der Herde zu lernen.

    Hier der nächste kritische Punkt: Ein Fohlen gehört in eine altersgemischte Herde, in der sowohl Gleichaltrige, als auch ältere Pferde ("Erzieher") vorhanden sind!

    Wie gesagt, dies ist meine persönliche Meinung, die auf jahrelanger Fohlen- und Jungpferde-Erfahrung beruht. Deinen Hinweis auf zig "Fohlenbücher" finde ich eigentlich nur süß :1: - lies das eine und andere, sagt es dies, liest Du 10 weitere, sagen sie jenes. :biggrin: Es gibt kaum ein Thema, was so heiß diskutiert und so polarisiert ist, wie die Fohlenerziehung.
    Ich bin weder gegen eine Grund-Erziehung und Anfangs-Erlebnis-Bindung, noch für das exessive Beschäftigen eines Fohlens.
    Ich hatte hier bereits einmal die Geschichte unseres "Heinzi" erzählt, der sich - bereits 2,5jährig - auch plötzlich verweigerte. Nach 2 Monaten Pause von irgendwelch (eigentlich leichten) Lektionen, nur auf die Pflege beschränkt, lief alles wieder wie gescghmiert. Auch, und gerade, Pferde-Kinder brauchen Auszeiten! Auch sie durchleben eine Flegelphase (und sogar mehrere!), die eben nicht so erzogen werden kann, wie bei erwachsenen Pferden (s.o.)! Auch Pferde-Kinder - und 10 Monate ist ja gerade mal Kindergarten - haben Entwicklungs-Stops, in denen sie erstmal nur bockig sind und nicht weiter kooperativ etwas Neues aufnehmen oder sogar nichtmal Bekanntes "abspulen" können!

    Gib Deinem Fohlen jetzt eine Pause!

    Gruß, Charly
     
  10. Ich geb Charly recht. Eine gemischte Herde ist das Optimum für die Fohlenerziehung und man erspart sich selber dadurch viele Diskussionen.
    Ich hab in meiner Laufbahn selber vier Absetzer aufgezogen. Alle in gemischten Herden. Die Leitstute hat uns quasi die Erziehung abgenommen :biggrin:. Dann kann man sich wirklich auf das Scheu ablegen im Umgang mit dem Menschen beschränken.
    Ich finde es ok, wenn man das Fohlen täglich putzt und mit ihm Hufe geben traniert. Auch Halfter an und ausziehen und führen lassen sollte man regelmäßig trainieren.
    Regelmäßig aber nicht übermäßig.
    Für mich persönlich reicht das, wenn man das Pferd täglich auf die Weide und runter führt. Darüber hinaus würde ich zwar gelegentliche Spaziergänge durchaus ok finden, aber nicht notwendig.
    Hatten auch selber mal einen Dreijährigen, der bis dahin ohne menschlichen Kotakt auf einer Aufzuchtweide stand. Klar kann das etwas schwieriger werden, aber das Pferd begreift mit drei genauso gut oder vielleicht schneller, was man von ihm will.
     
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