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"Führtraining" beim Jährling

Diskutiere "Führtraining" beim Jährling im Bodenarbeit Forum; Hey ihr lieben, ich habe da mal eine Frage zum "Führtraining" und ich stelle Führtraining bewusst in Anführungszeichen, da das was ich mit...

  1. Hey ihr lieben,
    ich habe da mal eine Frage zum "Führtraining" und ich stelle Führtraining bewusst in Anführungszeichen, da das was ich mit Chirokko mache eigentlich kein richtiges Führtraining ist.
    Bisher klappte das Führen immer prima und er ging auch brav mit... auch von der Herde bzw dem Offenstall weg und dann auf einmal, nach dem 2. oder 3. Mal fing er an da nicht mehr mitzuspielen. Das wurde dann mit stehenbleiben und stur sein quittiert. Nun stehst du da... :applause: und hast ein super sensibles, schnell stur werdendes Hengstchen welches Druck (auch nur Ansatzweise) gar nicht leiden kann, denn dann hast du erst recht verloren.

    Ich habe es mittlerweile versucht indem ich ihn locke weil ich ne Karotte dabei hatte - tja dafür ist er aber zu schlau und das funktioniert nur ein paar Meter und ist auch nicht Sinn der Sache.
    Stehe ich neben ihm und versuche zu treiben indem ich weiter hinten stehe - keine Chance. Wenn ich zurück geh, meint er kann er das auch.

    Druck bringt wie gesagt gar nichts und soll auch nicht das Ziel sein - lehne reines "am Strick ziehen" ab. Sobald auch nur etwas Druck drauf kommt weil ich es mit der " ich ignoriere ihn und gehe selbstbewusst voraus/weiter"-Methode versuche, dann rammt er alle 4e in den Boden und bewegt sich keinen mm.

    Dann habe ich es mit der "ich nerv dich jedes Mal wenn du stehen bleibst"-Methode versucht und es war bisher das einzige was einigermaßen klappte. Immer wenn er stehen blieb zuppelte ich am Strick und schenkte ihm keine Beachtung bzw schaute ihn nicht an sondern blieb weiterhin in "Bewegungsrichtung" stehen. Irgendwann bewegt er sich dann Ansatzweise vorwärts und ich höre sofort auf. Bleibt er wieder stehen das gleiche Spiel von vorne... glaub da haben mich die Nachbarn doch für völlig bescheuert gehalten denn es sah sicherlich sehr amüsant aus , aber irgendwie muss ich ihn ja dazu bewegen mitzukommen. Wenn er dann brav ein Stückchen mitging , habe ich Feierabend gemacht bzw bin umgedreht und Richtung Stall zurück. Ab da klappt dann auch wieder alles suuuuper - geht ja schließlich auch heimwärts.

    Normalerweise würde ich ja sagen, dass er da einfach nicht von der Herde weg will, was mich aber irritiert ist, dass es vorher in dem Stall ja auch geklappt hat. Die ersten Male sind wir ganz entspannt ein kleines Stück gegangen und es war alles super. Dieses Verhalten kam quasi von heute auf morgen.

    Ich habe nun überlegt eventuell bei 0 anzufangen... ihn aus dem Offenstall raus führen,. loben, weg stellen... wenn das gut klappt ein paar Meter gehen, loben, weg bringen usw...

    Wie würdet ihr das machen? Würdet ihr eventuell sogar sagen "schei* auf's vom Stall weg gehen, lass ihn doch einfach in Ruhe in der Herde stehen und üb das in 1,5 Jahren wieder wenns an die Bodenarbeit geht"?

    Wäre für ehrliche Meinungen und Tipps dankbar!

    -----------------------------

    Ansonsten nochmal zu Chirokko:

    Alter: 1
    Verhalten bisher: nicht Hengstig, sehr wenig am "testen"
    Was mache ich mit ihm?: ab und zu (vllt 1-2x die Woche) putzen u Hufe geben, knuddeln , ganz doll lieb haben und sonst nichts. Kurze Spaziergänge klappen ja grad gar nicht mehr und sonst habe ich diese maximal 1x pro Woche gemacht, teilweise auch mit anderen Pferden aus der Herde.
     
  2. Nessi

    Nessi Bekanntes Mitglied

    Ehrliche Meinung: ich würde einen Jährling so gut es geht in Ruhe lassen und finde nicht, dass der schon aus dem Offenstall raus muss. Kleine Übungen zu Halfterführigkeit, für den Hufschmied okay, aber ich würde auf dem Gelände bei der Herde bleiben und den da nicht rausreißen... Für mich hat das auch nichts damit zu tun, dass er jetzt dann seinen Kopf durchbekommt und sich später schwerer führen lässt.
    Meiner kannte nichts bis er vier war und hat die Zeit bis dahin in einer großen Herde an der Nordsee verbracht. Der hatte sehr schnell drauf, was führen heißt und dass man dieses und jenes von ihm möchte... Klebt auch nicht, obwohl man ja meinen könnte, man sollte früh üben, dass ein Jungtier von den anderen weggeht. Aber nö, ich hab damit nie Probleme gehabt. Der war halt schon fertig im Kopf, als die arbeit anfing und ich denke, hätte ich jetzt wieder ein Jungpferd würde ich es gewiss auch lange in Ruhe lassen (vllt. nicht bis vier, aber bis 2 1/2 sicher)- eben von kleinen Übungen mal abgesehen. Aber aus der Herde raus und so muss noch gar nicht sein.
    Ich weiß aber dass sich da die Geister scheiden ;-)
     
  3. Josy

    Josy "Mein Name ist Else. Ich bin Hypochonder." Mitarbeiter

    Grundsätzlich kommt es meiner Meinung nach viel drauf an, wie du auch in Zukunft mit dem Pferd arbeiten willst. Nach welcher Methode. Ich für meinen Teil will z.B. mein Pferd nicht "locken". Für mich war und ist es wichtig, dass mein Pferd lernt, dem Druck zu weichen. Und das wirklich auch schon von Fohlenalter an.

    Das find ich persönlich furchtbar. So lernt das Pferd nicht "Druck = ich muss weichen", sondern "Druck = ich muss nur kurz abwarten, das hört wieder auf ohne dass ich mich anstreng". Verstehst? :wink: Aber wie gesagt, das soll jetzt kein Urteil sein. Es kommt halt wirklich drauf an, WAS du willst. Da sind die Westernreiter anders als Englischreiter z.B., haben ganz andere Ziele und somit auch Methoden.

    Aber: grundsätzlich bin ich der Meinung, dass er mit grad mal einem Jahr nicht unbedingt unbedingt was tun muss. Halte es da wie Nessi, bissl putzen und Hufe geben etc., ja, das Essentielle halt. Aber sonst würd ich ihn einfach aufwachsen lassen.

    LG!
     
  4. Generell halte ich es schon so, dass er dem Druck weichen muss. Wenn ich einen Hand an die Schulter lege mit leichtem Druck , dann weicht er. Wenn ich meine hand von vorne gegen die Brust lege, geht er zurück usw. Nur beim führen komme ich mit Druck kein Stück weiter.
    Ich mache es auch beim "weichen" so, dass ich mit wenig Druck anfange und den dann erhöhe bis er reagiert und lasse dann sofort nach sobald er weicht.

    Ja er muss auch nicht umbedingt was tun mit einem Jahr, deswegen war das Führttraining ja auch in Anführungszeichen gestellt. Glaube das wurde etwas misverstanden.

    Er sollte sich aber schon ein Stück führen lassen, auch wenn die anderen mal nicht dabei sind. Ich erwarte ja keine km langen Spaziergänge, es sind eher ein paar hundert Meter und das wars.
    Also meint ihr, dass es reicht, wenn er sich in Anwesenheit der anderen gut führen lässt? Denn führen lassen muss er sich ja, wäre ja grausam wenn er schon auf der Koppel so ein Theater veranstalten würde sobald er geführt werden soll z.B. richtung Stall weil der Schmied gleich kommt o.ä.

    Da habe ich es bisher weniger gemacht, da er schon von alleine kommt wenn er mich sieht oder ich ihn rufe.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. Apr. 2012
     
  5. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Ich finde auch, dass ein "Führen", im Sinne von Spaziergängen (jetzt noch) nicht unbedingt notwendig ist. Es reicht aus, wenn er sich auf dem Hof gut von den anderen wegbringen lässt, auch allein ruhig steht, beim putzen/Hufschmied (alles in vertrauter Umgebung).

    Dass er noch nicht allein vom Hof gehen möchte sehe ich auch als nicht so tragisch. Mit einem Führpferd üben, das dann ja auch mal hinten gehen kann, reicht aus.

    Aber wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist (du bist beim Führen und er geht nicht mehr), musst du/er da durch. Wie Josy schon sagt, darf er nicht lernen, "ich brauche nur einen langen Atem, dann brauch ich nicht weiter".

    Evt. kannst du es später üben, indem du noch jemanden mit nimmst, der von hinten treibt, wenn er stehen bleibt.
     
  6. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Hey Cavallo,

    laß ihn in Frieden!

    :wink:

    Schau, er ist erst 1, erst wenige Wochen "woanders", und er kann es eigentlich und macht es eigentlich auch brav.

    Ich glaube, er ist wie unser Heinzi - absoluter, intelligenter, sensibelster Musterschüler - und peng, plötzlich gingen die einfachsten Dinge nicht mehr.
    Das Genie brauchte einfach eine Pause!
    (Und er war bereits 2,5 Jahre alt!)

    Nach 6 Monaten in-Ruhe-lassen (also, außer natürlich Grundreinigung, Schmied etc.) liefs prima wie vorher, und bis zu seinem Tod ganz phantastisch.


    WENN Du aber einmal anfängst - da stimme ich Josy & Berliner Reiter zu - DANN mußt Du Dich auch durchsetzen.

    Ich würde jetzt noch ein paar mal "wie bei 0 anfangen", wie Du beschrieben hast, also mini-Schritte, und es dann nach 1-2 Wochen damit bewenden lassen. (Damit er dieses Erlebnis mit in seine Pause nimmt.)


    LG, Charly
     
  7. Ja das ist ja eben das blöde, er lässt sich auch nicht einmal mehr auf dem Hof führen. Nur Offenstall/Weide und sobald er dieses Areal verlässt, wir uns also auf der anderen Seite des Zaunes befinden ist vorbei.
    Und ich gebe dann auch nicht auf wenn er Stur bleibt, ich gehe dann (auch wenns lange dauert) noch ein Stück und beende es dann von mir aus BEVOR er nochmal stehen bleibt.

    Ja ich glaube das mache ich auch. Einfach ein paar mal aus seinem Offenstall weg führen bzw raus führen, wieder rein bringen usw. Denn wie ich bei B_R schon sagte, da streikt er ja schon, nicht erst wenn wir den Hof verlassen.
    Wenn das dann klappt und er brav den Offenstall verlässt lass ichs gut sein und mache nichts mehr. Habe jetzt übrigens auch schon Wochen nichts mehr gemacht, mich wurmte es nur immernoch, weil ich nicht so recht verstand woher dieser Sinneswandel bei ihm kam. Aber vllt war es ihm tatsächlich auch einfach nur ein wenig zu viel des Guten.

    Wenn wir zum Beispiel mit den anderen ein Stück gegangen sind, dann ist er immer derjenige der mutig und entspannt vor geht, den Kopf fallen lässt, sich ein wenig die Umgebung anschaut, vor nichts Angst hat oder sich erschreckt...egal ob Trecker, Autos, anderen Leute, oder oder...
     
  8. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter


    Na, aber das reicht doch schon für einen Jährling! :biggrin:
    Das ist doch schon prima.

    Und jetzt gib ihm einfach mal 3 Monate oder so, und dann kannste ja wieder anfangen.


    LG, Charly
     
  9. Ja ihr ahbt recht, habe das ja eigentlich auch immer so gesehen. Werde nur manchmal leicht verunsichert wenn ich sehe und höre was andere in dem Alter schon alles können (müssen). Da denkt man doch irgendwann, man macht was falsch.
    Werde es dann aber beibehalten, dass der kleine nicht wirklich was können muss ausser Putzen, Hufe geben & co.

    LG :)
     
  10. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    kein stress. lass dich nicht von anderen verrückt machen, was deren jährlinge schon können. mein kleiner (3) ist auch total hinten dran unter den 3-jährigen bei uns am stall.
    lg
     
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Thema: "Führtraining" beim Jährling