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Ganzheitliche und Schul-Medizin - ein Diskurs

Diskutiere Ganzheitliche und Schul-Medizin - ein Diskurs im Sonstiges Forum; Also ich kenne Szinti eigentlich nur zur Lokalisation der auffälligen Bereiche, die danach erst im zweiten Schritt mit anderen bildgebenden...

  1. Weltenwanderer

    Weltenwanderer Isiphiler Workophobiker

    Also ich kenne Szinti eigentlich nur zur Lokalisation der auffälligen Bereiche, die danach erst
    im zweiten Schritt mit anderen bildgebenden Methoden wie Röntgen, Ultraschall oder schlimmstenfalls auch MRT
    im Detail auf Ursache untersucht werden.
    Die Therapie - so möglich - ist erst der dritte Schritt
    Die Szinti alleine heilt nix und liefert noch nicht mal die wirkliche Diagnose
    Deshalb macht das dann Sinn, wenn man gar keinen Plan hat, was los sein könnte oder verschiedene Baustellen vermutet, deren Auswirkungen sich schlecht abgrenzen lassen.
    Deshalb ist das ja auch so teuer - erst mal die Szinti selbst als aufwendige Apparatemedizin aber eben auch wg der ganzen nachfolgenden Schritte
    Bevor man so was beauftragt, sollte man schon verstanden haben, was man da lostritt
     
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  2. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Unter Umständen kann auch die Sinti schon eine Diagnose ermöglichen. Habe ich auch schon gesehen. (wobei ich die Sintibilder hübsch und bunt finde, aber ehrlicherweise nicht beurteilen kann.) Die Sinti ist auch aufgrund der ganzen Vorschriften denke ich sehr teuer. Das Zeug, was da gespritzt wird, ist nämlich schon nicht ganz günstig, soweit ich weiß.

    Bei dem Pferd einer Freundin von mir reichte die Sinti zur Diagnostik. Da ist nämlich auf den Rö Bildern nichts erkennbar gewesen. Da Verdacht "Rücken", haben sie dann selbigen mit der Sinti untersucht, und da die erwarteten Entzündungsherde gefunden, und konnten dann das Pferd behandeln.

    Aber richtig, grade wenn man die Sinti macht, weil man keine Idee hat, wo es wirklich herkommt, ist es genau so, wie WW schreibt, und die teure Sinti ist nur der erste Schritt der Diagnostik, die dann aber durchaus noch weiter gehen kann, ggf. eben über mehrere Instanzen....
     
  3. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    einer einstellerin von mir wurde einmal eine szintigrafie vorgeschlagen, weil ihr pferd immer wieder beim reiten ausrastete und den reiter damit ihn höchste seenot brachte. das pferd sollte verkauft werden und es ist ja nett, wenn man das nur tut, wenn das pferd gesund ist.
    letztendlich war der besitzerin die szinti zu teuer und sie entschied sich, den rat des 2. TA anzunehmen und den hals und die rückenwirbelröntgen zu lassen, wovon der 1. TA gesagt hatte, das bringt nichts und kostet nur geld.
    das brachte auch nichts, denn entzündungsherde kann das röntgen nicht zeigen, das WAR rausgeschmissenes geld, die wirbel waren okay - warum nun imme wieder die halswirbel verkehrt saßen ("ausgerenkt" waren) bei jeder physiologischen untersuchung, wusste man nicht. der befund, dass das pferd bei gabe von schmerzmitteln anders lief, blieb bestehen.

    aber eine "therapie"??
    @GilianCo -- wenn man ehrlich ist: was will man beim pferd damit erreichen? was soll eine therapie an knochen bewirken können?
    selbst wenn es etwas ist, wo man zb teure hyaluronsäure spritzt: reitet der reiter weiter von vorne nach hinten, wird das pferd sehr schnell wieder den schmerz zeigen. ähnliches bei osteopathie und chirupraktik.
    eigentlich wird jede art von thrapie schnell am ende sein, außer man stellt die haltung um, verändert die hufstellung entscheidend oder reitet anders oder gar nicht mehr.
    sprich: mit der maßnahme, ein pferd als "wirksamste alternativ-therapie" für 1-2 jahre auf große dauerweide zu entlassen um zu gucken, was danach sein wird, könnte man von anfang an verfahren. selbst bei 2 jahren dauerweide in pension wird man immer noch günstiger wegkommen als mit röntgen, szinti und spritzen.
    von daher stehe ich dem ganzen diagnosewahn der kliniken sehr skeptisch gegenüber. denn eigentlich bringt es herzlich wenig.
     
  4. Ja, dann stell ich also ein Pferd mit akuter Rehe, die wegen nicht durchgeführter Diagnostik nicht erkannt wird, einfach mal zwei Jahre auf die große Dauerweide? Danach hat die Natur das definitiv reguliert. :autsch:
     
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  5. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich halte von "raus auf die Weide und in Ruhe lassen" auch viel. Dennoch halte ich auch viel davon, zu wissen, mit was man es zu tun hat. (mein Großer hat auch schon mal nen Sommer einfach nur auf der Weide gestanden, weil wir beschlossen hatten, das Zeit für die Heilung am wichtigsten und sinnvollsten ist.) Früher hat der TA das Pferd angeguckt, wenn es lahm war, dann bekam es "eine Spritze", und dann "sollte das gut werden". Mir hat das nie ausgereicht. Ich wollte definitiv wissen, was das Problem ist. Und mal ehrlich, natürlich sollte man versuchen, das Training passend fürs Pferd zu gestalten. Mal abgesehn davon, das man das natürlich immer sollte, und meines erachtens viele Reiter auch genau darum bemüht sind, ist halt nicht alles Gold was glänzt. Und natürlich können Probleme wieder auftreten. Aber tritt ein Problem wieder auf, und ich hab das vorher durch "ich stell den mal weg" ohne jegliche Diagnostik behandelt, dann ist das in meinen Augen ebenso frustig. So ein Pferd hatte ich selber - vom Ponyhof gekauft (haha, der Traum jedes Ponyhofreiters, ich kauf mein Pflegepferd), nach einem Monat lahm. Tja - ich war am Boden zerstört. Der Hofbesitzer hat halt nach der Devise behandelt, wenn das Pferd lahmt, dann wird NICHT geguckt, was das ist, sondern das Pferd weggestellt.

    So hatte ich dann die Diagnostik, die Behandlung (die vermutlich schon Jahre früher hätte erfolgen können), und danach ein Pferd, das trotz meines Reitens (ich bin ja schließlich auch keine Koryphähe im Sattel) mit dem Problem NIE wieder lahm ging.

    Was Dein Pferd / das Beispiel angeht - Nach dem Rücken Röntgen weiß man nicht, ob da Entzündungsherde sind, wenn sie nicht schwerwiegend sind (dann nämlich kann man sie ggf auch im Röntgenbild erkennen). Aber dafür weiß man, ob im fraglichen Bereich schon Veränderungen aufgetreten sind. Ist das nicht der Fall, hat man zwar noch keine Diagnose, dafür aber eine Aussage, was man schon mal NICHT hat an Problemen. Daher ist ein guter Diagnostiker so sinnvoll - weil eine Diagnose nie mit EINEM Schritt garantiert vorliegt. Sondern man sich an die Diagnose heranarbeiten muß. Und ich hab beispielsweise bei meinem Pferd noch nie eine Sinti gebaucht, und weiß dennoch, wo die meisten seiner Probleme so liegen...
     
  6. Semmel

    Semmel Gesperrt

    also ich bin auch ein Befürworter der "Abklärung" Ich will ihn kennen, den Feind!

    Und je nachdem halte ich auch sehr viel von "Doktor Weide". Je, nachdem!!
     
  7. PAweide

    PAweide Bekanntes Mitglied

    Deshalb sind wir mit dem Shettyfohlen in die Klinik: eigentlich wollten wir die Bestätigung, dass wir ohne OP nichts mehr machen können, weil einfach so einschläfern, und wir wissen nicht, warum da gekolikt wird, wollten wir nicht.

    Das Ende vom Lied: Pony wurde operiert und lebt noch, weil alle Blutwerte sagten, Tierchen ist noch prinzipiell fit, keine Entzündung, keine Vergiftung durch geplatzten Darm.

    Aber Einschläfern ohne Diagnose würde mir total widerstreben .
     
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  8. Barrie

    Barrie Inserent

    Generell muß ich sagen, daß ich nur von ganz wenigen THPs was halte...aber die von mir geschätzten einschließlich der beiden Osteopathen in unerem Raum, von denen ich was halte, sagen immer:
    erst vorab klären, was Sache ist, ohne gute Diagnose kann man uU nur Schaden anrichten.
    Bei der Klinik, bei der ich jetzt - bei Bedarf - über 15 Jahre bin, habe ich kein einziges Mal erlebt, daß teure Maßnahmen vorgeschlagen wurden ohne genau zu erklären, warum, wieso und wie die Aussichten sind,
    Es gibt im weiteren Großraum S eine weitere Klinik, spezialsiert auf Knochen- und Gelenksachen, von denen höre ich ebenfalls nur Positives.
    Es gibt einen einzigen Ta bei uns im Großraum, von dem man übereinstimmend hört, daß er unnötig lange und teure Maßnahmen empfiehtl, mit dem hab ich vor ca 18 Jahren auch mal einen Zusammenstoß gehabt...Alle anderen im Umfeld scheinen total OK zu sein.
    Ich persönlich würde immer auf die Klinik meines Vertrauens hören - aber wir kennen uns eben schon länger.
    Die bekommen auch Überweisungen aus der gesamten näheren Umgebung, weil sie auch mit dem Heim - und Hof-TA fair sind.
    Barrie
     
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  9. Barrie, so kenn ich das auch. Und selbst bei mir hat der Ortho vorm Einrenken erst mal ein Röntgen gemacht, damit der mir nix kaputt renkt.
     
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  10. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich habe mal an einer Veranstaltung für Laien / Reiter teilgenommen, in Richtung Osteopathie. Und da wurde ganz klar gesagt, wenn man osteopathisch behandelt, sollte bekannt sein, ob das Pferd beispielsweise Kissing Spines hat, denn da sollte man als Laie dann NIE rangehen. Ohne Diagnostik weiß man das aber ja gar nicht....
     
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