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Gemütliches Verlasspferd spinnt auf einmal!

Diskutiere Gemütliches Verlasspferd spinnt auf einmal! im Pferdeflüsterer Forum; Hallo ihr Lieben! Ich bin neu hier und begrüße euch. Tolles Forum, ich lese schon lange mit! Nun hab ich selbst ein Problem: Ich besitze...

  1. Stockmaß132

    Stockmaß132 Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin neu hier und begrüße euch.
    Tolles Forum, ich lese schon lange mit!
    Nun hab ich selbst ein Problem:

    Ich besitze eine 19jährige Isi-Stute, die jahrelang als Zuchtstute gedient hat. Vor einem halben Jahr wurde ihr Fohlen abgesetzt und seit dem gehört sie mir. Ich mache mit ihr viel Bodenarbeit seither und seit Februar ist sie unterm Sattel.
    2 Mal die Woche wird sie momentan geritten (1 Mal Beritt, einmal ich) . 3 Mal mach ich mit ihr Bodenarbeit (Longieren, Kavaletti, Fahren am Boden o.ä.)
    Momentan sind wir beim langsamen eintölten. Ich lass ihr die Zeit die sie braucht.
    Madame ist gehfreudig und vom Wesen her gelassen. Sie strahlt eine Sicherheit aus, die ich als fast 50jährige Reiterin brauche. Leitstute ist sie obendrein und als 14fache Mutter kann sie nichts so leicht erschüttern. Grade ihre schlechten Manieren (sind schon viel besser geworden) sind noch zu erwähnen.
    Aber:
    Sie litt sehr unter dem Fellwechsel, hat dadurch sogar abgebaut und wurde müde und träge.
    Deshalb haben wir sie geschert. Seitdem wars aus mit der Gelassenheit. Sie hatte solche Angst vor dem Teil, dass wir sie sogar sedieren mussten.
    Körperlich geht es ihr jetzt super. Sie ist aufgezwickt, schwitzt nicht mehr so extrem und freut sich richtig aufs arbeiten. Konditionell 1a.
    Leider lasse ich mich etwas einschüchtern, wenn sie mich auf die Seite drängt beim Satteln. Ich weiche aus, wenn sie mich anrempelt und wenn sie nicht als erste auf die Wiese darf, steigt sie in der Box und schlägt um sich. Sie darf mit ihren Freundinnen (alles Isis) jeden Tag auf die riesige Weide, steht nachts im Laufstall.
    Sie ist respektloser geworden, bläht die Nüstern und schubbst mich, läuft vorm Sattel weg, steht nicht still beim Putzen, ist schreckhafter geworden. Einmal riss sie so lang am Halfter bis der Panikhaken aufging nur weil sie am Putzplatz vorm Wasserschlauch (der immer an der Selben Stelle hängt) erschrocken ist.
    Vor ca. 3 Wochen habe ich mit ihr Schrecktraining gemacht. Die Plane hat sie nicht interessiert, ich habe sie ihr über den Kopf ziehen können ohne Muckser. Nun brauch ich mit dem Teil nicht mal in ihre Nähe kommen.
    Sie bekommt Heu, etwas Müsli und Rübenschnitzel mit Kieselgur (Kippmähne), Vitaminkomplex und Pferdehanf. Das Reiskeimöl habe ich durch Leinöl ersetzt.
    Die Sattlerin kommt alle paar Monate, alles ok von dieser Seite.

    Vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben? Bin für alles offen und dankbar.
    Liebe Grüße
     
  2. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Wie wird die denn gehalten?
    Der Ausbildungsstand geht gegen Null denke ich mal?
     
  3. Raudhetta

    Raudhetta Überlebensanzugtraegerin

    Hallo Stockmaß132,
    Willkommen in unserer kleinen Pferdeecke und herzlichen Glückwunsch zum Pferdekauf.

    Mhh wie beginne ich am Besten? Ich selber besitze auch eine ehemalige Zuchtstute, nur wenig älter als deine und hat nur 8Fohlen in die Welt gesetzt. Bei deiner Stute habe ich basierend auf meinen Erfahrungen und deiner Beschreibung folgende "Problempunkte" lokalisiert.
    1.) 19 Jahre, 14 Fohlen => wenig geritten. Vermutung meinerseits, 4-5jährig geritten, vorgestellt und danach jedes Jahr ein Fohlen. Da ist mit viel Glück eine gute Grundausbildung erfolgt, wenn nicht, dann müsst ihr diese nun nachholen.
    2.) Die Stute ist mit ihren Erfahrungen gewöhnt zu führen. Da durch, dass sie dich im Rang "überholt" hat (du weichst, du lässt dich wegschieben..) führt sie nun.
    Meine Stute kennt zwei Programme (sie wurde in den Fohlenpausen regelmässig geritten):
    a.) Kinderpony, dass heißt sie ist Chefin, passt auf den Reiter auf, der Reiter darf maximal Richtung vorgeben. Wenn sie keine Lust hat, dann geht sie zurück zur Weide und ignoriert den Reiter.
    b.) Reitpony, dann bitte aber auch wirklich reiten, sonst sagt sie was ihr nicht paßt.
    Deine "alte Dame" verlangt nun von dir Führung, diese musst du ihr geben. Sie wird dir viel verzeihen, aber momentan hat sie das Gefühl sie müßte führen, weil du ihr nicht das vertrauen gibst, was sie braucht.
    Also klare Grenzen setzen. Klar sagen, dies ist mein Bereich, nur wenn ICH DICH einlade, dann darfst du näher kommen.
    Wenn du schaffst einfach mal klar zu sagen, ICH bin hier CHEFFIN, dann wirst du ein tolles Pferdchen haben.

    Futtertechnisch, würde ich eher die Zähne kontrollieren lassen und das Futter gegen viel Raufutter tauschen. Das ist nämlich das andere "Problem" Madam bekommt Kraft und nun zeigt sie es halt auch ein wenig.

    PS.: Wo wohnst du?
     
  4. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Ich finde Raudhi hat da schon ganz gut was zu gesagt.

    Ich glaube du hast den Punkt verpasst ihr zu zeigen, dass du eigentlich die Musik vorgibst und sie mit dir mitmacht. In gewisser weise also hat sie einfach keinen Respekt vor dir. Sonst würde sie dich nicht beiseite drängen.
    Das würde ich mit kontrollierter Bodenarbeit und unterstützung dabei als erstes abschaffen. Aber nicht nur während der Bodenarbeit konsequent sein, sondern IMMER. Bei allem was du mit ihr machst. Seis schmusen, satteln, putzen.

    Das zweite ist natürlich, dass sie jetzt so langsam muskulatur aufbaut, Kraft und Kondition bekommt. Da werden so Mama´s schon mal etwas lebendiger. Ist ja auch gut so. Aber das erfordert eben noch mehr Konsequenz von dir.
    Ich denke nicht, dass Sie Kraftfutter benötigt. Ausreichend Heu und etwas Sonnenblümenöl mit Karotten für den Fellwechsel. Vlt ist sie auch etwas überfordert.
     
     
  5. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    ...Und ergänzend zu Raudhi & Charda:

    Es ist FRÜÜÜÜHLING! :)
    Gönn auch Deinem Pferd Spaß daran. ;)
    Djury war auch mit über 30 Jahren im Frühjahr "lustig drauf". ;)

    Und lerne sie kennen, lerne sie lesen - und zeige ihr, daß sie MIT-führen darf, Du aber überwiegend führst!

    Das dauert und braucht Zeit - ist dann aber umso inniger.


    LG, Charly
     
  6. Stockmaß132

    Stockmaß132 Neues Mitglied

    Hallo, das ist sehr interessant, was ihr meint.
    Ich habe mir ähnliche Gedanken gemacht.

    Raudhetta: Du hast recht, in Island angeritten, dann ein Fohlen nach dem anderen.
    Zähne sind ok. Der Zahnarzt war vor einem Monat erst da. Mit Raufutter meinst du wohl Heu? Warum keine Rübenschnitzel und Müsli?

    ManicPreacher, Ausbildungsmäßig bin ich sehr zufrieden. Wir sind in der kurzen Zeit schon gut vorangekommen, sie bekommt einmal die Woche professionellen Beritt, denn das trau ich mir alleine noch nicht zu. Das werden wir auch so beibehalten. Außerdem gehe ich mit ihr regelmäßigen Reitunterricht.
    Sie wird artgerecht gehalten.

    Charda, ja, ich mache gerade mit der Bodenarbeit konsequentes Rückwärtsrichten, weichen. Hast du noch Tipps für mich wie ich mir ihren Respekt verschaffen kann?

    Ja, Charly, ich lerne sie erst jetzt richtig kennen. Und ich bin richtig stolz auf sie, was wir miteinander schon erreicht haben! Ich freue mich jedes Mal wenn sie mir ein bisschen mehr vertraut und sie mich als Ranghöhere sieht. Das stellt sie leider immer wieder aufs neue in Frage...


    Liebe Grüße
     
  7. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Na ja, Faktisch ist das Pferd somit drei Monate unter dem Sattel.
    Ich denke da kommt dann einfach alles zusammen.
    Mutterstute die weiß wie das Leben geht, dazu dann eben die Fehlende Ausbildung, was dann zusammen diese Reaktionen ergibt.

    Schrecktraining bringt dich da nicht weiter. Die bewegt dich, nicht umgekehrt, und es ist nun mal so das der Rangniedere weicht. Ich übe das mit der Bande hier eigentlich gar nicht, aber wer im Weg steht wird gebeten Platz zu machen und wenn er nicht geht fährt den dann halt auch mal die Schubkarre an oder ich Büffel ihn zur Seite. Zick Zack um die Pferde gehe ich Grundsätzlich nicht.
    Ich habe festgestellt das alleine das schon gewisse Weichen für das weitere Miteinander legt, so ganz ohne Übungsstunde.
     
  8. Sancta

    Sancta Bekanntes Mitglied

    Respekt verschafft man sich indem man Konsequent in dem Handeln ist und dem Pferd damit Sicherheit gibt. Das ganze Rückwärtsrichten und weichen bringt nix wenn man schwammig in den Anweisungen und inkonsequent im Handeln ist. Dann hat das Pferd keine Sicherheit und übernimmt, wie bei dir jetzt, die Führungsrolle. Du hast das sagen, also wird gemacht was du sagst. Nicht heute etwas unterbinden und am nächsten Tag doch wieder erlauben. Nein heißt nein, und das immer. Außer du gibst ihr mit Körpersprache/Handzeichen/Stimme das Ok für ihr Handeln. Beispielsweise beim Grasen:
    Gegrast wird nur auf Kommando wenn du sie am Strick/unter dem Sattel hast. Ohne Kommando kein Gras. Und das Kommando kommt nicht wenn sie schon nach dem Gras bettelt, da wird zur Not gewartet bis sie aufhört. Sonst meint sie, durch das Betteln bekommt sie das Kommando.
    Beim Führen genauso:
    Du gehst vor, nicht sie. Da dann auch steigernd handeln: reagiert sie auf erste Zeichen nicht, wirst du deutlicher. Lieber einmal beherzt den Strick gegen die Brust als dich auf eine Diskussion einzulassen. In der Herde bekommen die auch einen Huf ab wenn die auf das erste Drohzeichen nicht reagieren. Auch beim nervös sein wird nicht gedrängelt.

    Körpersprache spielt dabei auch eine wichtige Rolle, du musst lernen (kenne dich und deinen Ausbildungsstand ja nicht) deine Sprache richtig zu verwenden. Willst du sie schicken wirst du energisch, machst dich groß und spannst deine Muskeln an. Also, wenn sie dich wieder wegrempelt setzt du deine Körpersprache ein und schickst sie. Wenn das nicht reicht wirst du halt mal laut und wenn das immer noch nicht genügt gibt's halt auch mal einen Strick auf den Po.
    Wenn du das alles noch nie gemacht hast, nehme die ersten paar Mal jemand mit der dir das zeigen und dich korrigieren kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Apr. 2015
  9. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Amen. Quasi ;)

    Ich bin noch viel schlimmer. An der Hand wird nicht gegrast. Aber das ist den meisten irgendwie zu extrem. Ich fahr damit super gut. Und hab zwei sehr Dominante Pferde.

    Rückwärtsrichten und sowas an der Hand ist bei mir eher nicht die Regel. Also gehört klar auch dazu, aber eher nicht Primär.
    Mit der Stute habe ich einfaches Führtraining gemacht. Denn die versuchte mich zu beginn auch immer dahin zu drücken, wo sie es möchte. Geputzt wurde nur freistehend. Jeder Schritt nach links wurde genauso wieder nach rechts korrigiert. Jeder Schritt nach vorne zurück und so weiter.
    Beim Führen auf den Abstand geachtet. Und die Position. Es ist immernoch so, dass ich eigentlich voraus geh und sie seitlich leicht versetzt zurück nebenher. Anhalten, los gehen. Klar auch mal zurück. Pylonen/Schlangenlinien usw. Zu beginn hab ich mir immer ein viereck aus Stangen gelegt in dem ich sie "abgestellt" hatte. Aus diesem Viereck durfte sie nur mit meinem Kommando. Jetzt kann ich sie nahezu überall einfach stehen lassen und sie wartet dort.
    Dann kam das weichen. Vorhand/Hinterhand.

    Führtraining mach ich nahezu täglich. Denn allein schon der Gang auf die Weide oder in den Stall ist konsequent geregelt. Auf der Koppel umdrehen, Strick abmachen, Loben und dann erst los preschen. Vor der Box warten, Hufe kontrollieren, Halfter abmachen rein gehen lassen auf KOmmando.
    Beim Putzen still stehen usw....

    Ich finde Bodenarbeit lässt sich täglich mit einbeziehen. Ebenfalls bin ich kein Kratzbaum....

    An "schrecksituationen" geh ich einfach zügig ohne darüber nach zu denken vorbei. Stell mir vor, dass da nichts wäre. Bin aber auf alles gefasst. So handhabe ich das auch im Sattel. Ich finde, nur wenn ein Pferd den nötigen Respekt und das nötige Vertrauen hat, kann man ihm auch das nötige Selbstbewusstsein für brenzlige Situationen beibringen.

    Körpersprache und Körperhaltung machen dabei viel aus. Gestraft wird dabei eigentlich auch nicht. Bestärkt bei guten Sachen oder Ignoriert. Klar, ab und an auch mal geschumpfen. Aber ein harsches "Stop" reicht oft aus.

    Ich habe beim Führtraining immer mit verlängertem Arm der Gerte gearbeitet. Habe zu Beginn und zum Ende immer mit der Gerte das ganze Pferd auch abgestrichen. Und ich könnte noch Seiten voll schreiben! Aber ich glaube, dass man das einfach ein paar mal mit jemand zusammen machen muss, der sich da gut auskennt. Der einem ein paar Dinge zeigt. Woher sollen wir wissen was du daran evtl falsch machst?! Oftmals sind es Kleinigkeiten die verhindern, dass eine Übung auch sinnvoll ist...
     
  10. Stockmaß132

    Stockmaß132 Neues Mitglied

    Also fasse ich mal zusammen:
    es geht vor allem darum, dass die Rangfolge zwischen uns beiden nicht geklärt ist und sie sich auf mich nicht wirklich einlässt. So hab ich das verstanden.
    Das kann ich mir gut vorstellen.
    ManicPreache, was du sagst klingt einfach und logisch. Das kann ich gut umsetzen.

    Sancta, sehr interessant dein Beitrag zur Körpersprache. Das wirkt bei ihr tatsächlich. Manchmal. Ich krieg schon das Flattern, wenn sie anfängt zu steigen wenn sie partout etwas nicht will. Sie keilt nicht aus oder beißt nicht, aber wenn sie den Huf nicht geben will, rennt sie einen gnadenlos um.
    Ich bin schon konsequent. Wenn auch mit einem leichten Zittern in den Fingern...
     
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