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Grundlagen des Reitens? Bzw. was danach?

Diskutiere Grundlagen des Reitens? Bzw. was danach? im Allgemein Forum; Hallo, ich habe vor kurzem mit Reitunterricht begonnen... Natürlich werden erstmal die Grundlagen gelehrt... Nach wie langer Zeit, findet ihr,...

  1. FerrariPferd

    FerrariPferd Neues Mitglied

    Hallo,
    ich habe vor kurzem mit Reitunterricht begonnen...
    Natürlich werden erstmal die Grundlagen gelehrt...
    Nach wie langer Zeit, findet ihr, sollte man die Grundlagen beherrschen.
    Und was genau definiert ihr als "Grundlagen"...

    Wann ist man sozusagen bereit "weiter zu gehen",
    und wie genau sieht dieses "Weitergehen" dann aus?
    Da ich gerade Angefangen habe, habe ich wiegesagt noch gar keine Ahnung von der Materie.

    Hintergrund dieses Posts ist, dass ich mich heute mit einer Freundin unterhalten habe.
    In ihrem Stall, meinte sie, gibt es Menschen die Pferde haben; aber nicht mit ihnen Trainieren, sondern sie nur ab und zu Ausreiten um Stress abzubauen...


    Genauso soll es bei mir nicht sein...

    Mit Reiten suche ich weniger ein Ausgleich zum Stress, sondern eher ein Hobby bei dem ich auch weiterkommen bzw. etwas erreichen will!

    Ich will sozusagen nicht jahrelang "auf der Stelle treten"...

    Vielen Dank!
     
  2. Skywalker

    Skywalker Neues Mitglied

    Hallo FerrariPferd,

    zu den Grundlagen die du in deinen Reitstunden beherrschen solltest gehört dein Sitz, deine Hilfengebung sowie die verschiedenen Bahnfiguren. Du musst lernen dich bei manchen Pferden durchsetzen zu können und Sattelfest werden wenn dein Pferd beispielsweise buckeln sollte. Dies alles so zu beherrschen, sodass du mit verschiedenen Pferden problemlos in allen drei Gangarten reiten kannst dauert meistens Jahre, allerdings bei jedem Unterschiedlich lange.
    Ich vergleiche das jetzt mal mit dem Autofahren. Bei manchen dauert es länger, bis die einzelnen Abläufe hinterm Steuer sitzen und sie sie ohne wirklich nachdenken zu müssen in die Tat umsetzen können, Andere wiederum brauchen länger dafür. Doch irgendwann kommt bei jedem Autofahrer eine Situation mit der er nicht rechnet (z.B rennt ein Reh auf die Straße). Ein guter, erfahrener Autofahrer hält den Lenker gerade, ein unerfahrener allerdings wird es vor lauter Schreck reflexartig herumreisen und in einen Graben oder wenn er Pech hat an einen Baum fahren.

    Beim Reiten ist es nicht anders denn es wird immer mal eine Situation kommen in der das Pferd scheut, buckelt etc. Als Anfänger bist du mit der Situation überfordert, als erfahrener Reiter weist du genau was zu tun ist. Bis du das aber kannst benötigt es oftmals viel Geduld und vor allem Zeit (meistens Jahre).

    Ein guter Reitlehrer wird erkennen wann du diese ,,Grundlagen" beherrschst und dich weiter fördern, wie z.B Ausbinder weglassen.
    Du schreibst du möchtest etwas erreichen, in wie fern meinst du das. Auf Turniere gehen oder einfach nur ein guter Freizeitreiter werden?
     
  3. Für mich fängt reiten dann an, wenn ich mich nicht mehr nur auf meinen Sitz und das "lenken des Pferdes von A nach B" konzentrieren muss, sondern anfangen kann, mit dem Pferd gemeinsam Lektionen zu erarbeiten.
    Das ist natürlich schon relativ weit. Für andere ist fortgeschrittenes Reiten, wenn man ein Pferd eigenständig satteln und aufsteigen kann und das Pferd dorthin lenken kann, wo man es hin haben will und das Tempo bestimmen kann.
    Wenn ich heute zurück blicke, als ich damals mein bronzenes RA gemacht hab, konnte ich (für meine heutigen Ansprüche) noch überhaupt nicht reiten. Da hat mich das Pferd durch geschaukelt.
    Um so mehr ich lerne, desto besser erkenne ich, wie wenig ich doch kann.

    Reiten ist sehr vielschichtig.
    Für die einen ist es Sport - ggf auch auch Leistungssport, für die anderen Kunst, für die nächsten eine Freizeitbeschäftigung, die Ausgleich schaffen soll, wie Yoga oä.
    Alles hat seine Daseinsberechtigung.
    Möglicherweise wird sich Deine Intention auch im Laufe der Zeit ändern.

    Bei mir ist es derzeit so, dass ich immer noch Riesenspaß an der Dressurarbeit habe, dabei aber versuche, das in größtmöglicher Harmonie mit dem Pferd zu erarbeiten. Möglichst minimale Hilfen aus denen mein Pferd erkennt, was ich von ihm will.
    Selber erkennen, wann das Pferd in der Lage ist, welche Leistung zu erbringen.

    Das ist verdammt schwer und geht auch oft genug schief.
    Aber jeder Moment, in dem es dann richtig harmonisch wird ist ein Erfolgserlebnis. :yes: Ohne, dass ich das an sportliche Erfolge knüpfe.

    Das ist reiten für mich.
    Bin gespannt, was es für Dich wird.
     
  4. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Es kommt auch ein wenig auf das eigene Talent und die Qualität der Lehrpferde an und den Unterricht, wie schnell man nicht mehr als Anfänger gilt.
    Nach ein bis zwei Jahren sollte man so weit sein, daß der Sitz gefestigt ist und man das Pferd in allen Grundgangarten reiten kann.
    Mit Reiten meine ich, dem Pferd mit korrekten Hilfen verständlich zu machen, was man möchte.
    Andererseits hat man niemals ausgelernt, denn selbst Olympiareiter nehmen noch Unterricht!!!

    Leider gibt es auch völlig talentfreie Reiter, die selbst nach Jahren noch wie ein Mehlsack auf dem Pferd hocken:frown: .
     
     
  5. Streunerin

    Streunerin Inserent


    Naja denke da gibt es auch mehr als schwarz und weiß. Ich habe auch keine Turnierambitionen und nehme auch momentan keinen unterricht. (Seid Jahren schon nicht mehr außer mal hi und da ne stunde)
    Aber dennoch arbeite ich an mir und dem pferd.
    Das ist mit nem schulpferd natürlich nich machbar.
    aber ich habe mir eine rb gesucht, bringe dem pferd neue sachen bei (z.b. zirkuslektionen) und versuche in zusammenarbeit jmit der besi das pferd im ramen unserer möglichkeit weiterzubilden. heist: bessere biegung, bessere übergänge etc.
     
  6. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Wenn du eine zeitlang Unterricht gehabt hast und verschiedene Pferde geritten hast, wird sich herausstellen, wohin der Weg dich führt!
    Mein Werdegang war folgender:
    Ich habe mit ca. 11 Jahren in einer normalen Reitschule (vor 30 Jahre:1:) mit dem Reiten angefangen. 1x wöchentlich eine Stunde, die ersten 10 Stunden als Sitzübungen an der Longe (sehr empfehlenswert!).
    Parallel dazu habe ich ein Pflegepferd gehabt, das ich jeden Tag fleißig geputzt habe. Ich habe also quasi im Reitstall gelebt :laugh: .
    Da die Pferde völlig verritten waren und nur mit Ausbindern oder Martingal geritten wurden, waren die Reitstunden chaotisch, es kam immer wieder zu Abwürfen durch buckelnde oder durchgehende Schulpferde.
    Hier trennte sich die Spreu vom Weizen:
    Hatte man genug Talent und Mut, diese Pferde trotzdem zu reiten?
    Ich hatte beides, blieb im Sattel und hatte nach zwei Jahren eine bombenfesten Sitz.
    Allerdings war das das einzige, das ich gelernt hatte, denn solche Pferde können einem nichts beibringen. Sie reagieren auf die Stimme des Reitlehrers, spulen ihr Programm ab und reagieren null auf Schenkelhilfen oder sanfte Paraden.

    In den folgenden Jahren bin ich immer wieder Privatpferde geritten, habe Traber gefahren und jede Menge Literatur gewälzt, Zeitschriften gelesen (sofern ich sie mir leisten konnte) und alles aufgesaugt, was mit Pferden zu tun hatte.

    Es kristallisierte sich schon früh heraus, was ich wollte:
    Mit (m)einem gutgerittenen, zuverlässigen Pferd raus in die Natur.
    Ich hatte keinerlei sportliche Ambitionen, wollte ins Gelände, die Natur auf dem Pferderücken erleben.
    Das dies nur mit einem gut ausgebildeten Pferd möglich ist, habe ich auch sehr schnell gemerkt!

    Mit 30 habe ich mein Pferd gekauft, einen 6jährigen Welsh Cob Wallach mit Grundausbildung.
    (Es sollte ein mittelgroßes, kompaktes, hübsches Pferd sein)
    Ich habe ihn weiter ausgebildet, so daß aus ihm ein zuverlässiges Wanderreitpferd wurde. Er geht sicher allein oder in der Gruppe in fremdes Gelände, bleibt in fremder Umgebung ruhig, geht allein auf den Hänger, vertraut mir in kritischen Situationen, geht locker gebißlos am langen Zügel, reagiert auf Gewichts- und Schenkelhilfen, bleibt überall stehen etc.

    Parallel dazu habe ich immer wieder Unterricht genommen, in sehr gut longiert, mit der Doppellonge gearbeitet und gymnastiziert.

    Ich selber habe bei der VFD (Verein der Freizeitreiter Deutschlands) den Wanderreiterpaß und die Rittführerprüfung gemacht.
    Gelegentlich nehme ich an Orientierungsritten teil.
    Mit Freunden bin ich in den letzten 10 Jahren immer wieder in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unterwegs auf Wanderritten gewesen.

    Jetzt ist mein Pferd 20, die Strecken werden kürzer und wir sind nicht mehr so häufig unterwegs.
    Aber wir sind wie ein altes Ehepaar, was ein sehr schönes Gefühl ist, weil wir uns gut kennen und wissen, wie wir miteinander umgehen können. Es ist ein großes Vertrauen und Verständnis da.

    Andere Reiter wollen mit ihrem Pferd lieber sportlich Erfolge erzielen, Dressur reiten, Springen, Westernreiten und auf Turniere gehen.
    Das alles merkt man erst mit der Zeit.
    Also laß dir selber die Zeit, horche in dich hinein und lerne so viel wie möglich.
    UND mach dir eigene Gedanken, übernehme nicht alle Weisheiten kritiklos ("das haben wir immer schon so gemacht") !!!
     
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