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Haftpflicht bei Reitunfall mit RB

Diskutiere Haftpflicht bei Reitunfall mit RB im Versicherungsfragen Forum; ich bin gestern ja von meiner RB gestürzt und danach zum Arzt gegangen. Der „Unfall“ ist, zumindest hier in der Schweiz (ich weiss nicht, ob es...

  1. minida

    minida Bekanntes Mitglied

    ich bin gestern ja von meiner RB gestürzt und danach zum Arzt gegangen.
    Der „Unfall“ ist, zumindest hier in der Schweiz (ich weiss nicht, ob es in Deutschland und Österreich anders ist) ein „nicht-berufs-Unfall“ also „NBU“. Das heisst, dass die Untersuchung gestern über die Unfallversicherung meines Arbeitgebers läuft. So weit alles gut.
    Ich frage mich nur, da das ja nicht mein erster Sturz von einer RB ist, warum jedesmal ein Brief von der Unfallversicherung kommt, wo ich die Haftpflicht des Besitzers angeben muss. Wahrscheinlich wird dann so ein „Unfall“ über die Haftpflicht des Besitzers abgerechnet. Aber ich frage mich, wieso? Warum wird so ein Unfall nicht einfach über die Unfallversicherung abgehandelt? Weder die Besitzerin noch sonst irgendjemand (höchstens ich selber) kann was dafür, dass ich runtergeflogen bin?
     
  2. Nico

    Nico Bekanntes Mitglied

    Weil keine Versicherung gerne freiwillig bezahlt, wenn schon eine andere greifen würde.
    Zu recht, denn die Prämien für Nichtbetriebs-Unfälle sind seit Jahren am steigen. Analog dem
    Freizeitverhalten.
    Der Arbeitnehmer muss ja 50% der Prämien mit übernehmen. Es ist also auch in Deinem Interesse,
    nicht immer mehr Lohnabzüge hinnehmen zu müssen.
    Die Versicherung kann ja nicht wissen, ob der PB gewerblich Unterricht gibt und damit dann bereits
    in der Haftung steht.
    Man nennt das Regress.
     
  3. minida

    minida Bekanntes Mitglied

    Okay, soweit verstanden.
    Also hätte ich beispielsweise einen Sturz von der Treppe, würde die Unfalversicherung zahlen, weil keine Drittperson involviert ist, aber wenn ich von einem Pferd falle, was nicht mir gehört, wird - wenn irgendwie möglich - der Schaden auf die Besitzerin abgewältzt? Kann es denn sein, dass die Besitzerin einen Selbstbehalt zahlen muss? Wenn ja, würde ich den gerne übernehmen.
    Kann es denn auch sein, dass ihre Haftpflicht sich quer stellt? Oder das ihre Haftpflicht teurer werden würde, wenn ich (oder jemand anderes) öfters mit dem Pferd Unfälle produziert?

    Edit: und wieso muss ich den Sturz über die Unfallversicherung abwickeln lassen, wenn ja irgendwie eh im Voraus schon klar ist, dass die Haftpflicht der Besitzerin zahlen muss?

    Sorry für die wahrscheinlich vielen blöden Fragen, aber hab mich bis jetzt irgendwie nie damit auseinander gesetzt.
     
  4. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Das Schweizer Sozialversicherungsrecht sowie die Funktionsweise privater Versicherungen weichen teils deutlich von dem deutscher Systeme ab. Eine Antwort kann hier also nur unter Vorbehalt bzw. mit großer Vorsicht erfolgen.

    Aber ich gebe mein Bestes.

    1.: Es geht hier um sozialversicherungsrechtliche Grundlagen sowie Regressansprüche.

    2.: Eine Sozialversicherung (egal ob Kranken, Unfall- oder Rentenversicherung) ist grundsätzlich bei JEDER Art von Erkrankung / Verletzung eintrittspflichtig.

    3.: Ungeachtet dessen ist jeder Pferdehalter für das Verhalten seines Pferdes verantwortlich und haftet Dritten gegenüber, wenn sie durch das Pferd zu Schaden kommen.

    4.: Zähle nun die Punkte 1- 3 zusammen, erkenne die Logik dahinter und schon hast Du die Lösung: Ein Versicherer muss per Vertrag eintreten. Gleichzeitig haftet jemand anderes für den Schaden. Also nimmt man Regress. Ein völlig normaler Vorgang.


    Was die versicherungsvertraglichen Fragen betrifft, bin ich leider raus, denn dazu wäre Einsichtnahme in die bestehenden Verträge nötig. Aber: WENN die Pferdebesitzerin einen Selbstbehalt zu zahlen hätte - dann hat sie den zu zahlen. Und nicht Du. Denn in dem Fall hat sie das vereinbart und sie hat dadurch verringerte Beiträge. Hört auf, immer andere für Euer Handeln verantwortlich zu machen und lasst Euch ebenfalls nicht vor einen solchen Karren spannen. :cool:

    Ansonsten gilt: Haftpflichtversicherungen übernehmen IMMER - ja, IMMER! - 100% des zu ersetzenden Schades. Immer. Ohne Ausnahme. :redface:
     
     
  5. Schogetta

    Schogetta Bekanntes Mitglied

    Wenn ein Unfall behandelt und somit auch gemeldet wird, gibt es immer einen Unfallfragebogen auszufüllen. Dort wird auch bei Unfällen mit Pferden gefragt, wem das Pferd gehört. Bei einem fremden Pferd haftet dann der Besitzer (oder zumindest wird geprüft, ob er haften muss). Bei einem Unfall mit Hund ist es genauso. Und auch sonst guckt die Krankenkasse (in D.), ob sie sich von irgendwoher das Behandlungsgeld wieder holen kann.
     
  6. Nico

    Nico Bekanntes Mitglied

    Du brauchst Dich eh um nichts kümmern, dass machen die Versicherungen unter einander aus.
    Der PB steht nur in der Haftung, wenn er gewerblich, beruflich Reiten gegen Entgeld ermöglicht. Er hat dann eine
    eigene Versicherung, welche auch die Lohnfort-Zahlung von 80% bei Arbeitsunfähigkeit übernimmt.

    Aber: es ist ja nicht verboten, eine fremde Person auf sein Pferd zu setzen.
    Von daher, schau es als administrativen Ablauf an.

    Smigel, ich muss Dir widersprechen: in der Schweiz ist es eine Frage des Anstandes, dem Haftpflichtigen den
    Selbstbehalt und einen allfälligen Bonusverlust im Schadenfall auszugleichen. Das gehört sich einfach so und ist
    wohl eine typisch Schweizerische Mentalität. Natürlich ohne gesetzlichen Anspruch.

    Unsere Unfallversicherungen führen ein Bonus/Malus-System. Ich als Arbeitgeber habe logisch ein Interesse daran,
    dass nicht jeder "Furz" unbesehen bezahlt wird. Der Prämienanstieg bei schlechtem Schadenverlauf muss von mir
    und ALLEN Mitarbeitern solidarisch mitgetragen werden.
     
    Elchhexe gefällt das.
  7. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Das ist interessant. Nehme ich mal meine eigenen Versicherungen, welche fast alle Selbstbehalte von min. 300 - deutlich über 1.000 € haben, dann würde ich das gerne mal "in echt" erleben.

    Ihr Schweizer seid ja echt lustig unterwegs. :biggrin: Also, es mag ja wirklich so sein, ich glaube Dir das gerne. Aber DAS musste mal einem Deutschen verklickern. Wenn ICH für etwas hafte und dann sage "Lieber Geschädigter, es tut mir leid, aber ich habe 500 € SB, deshalb greift meine Versicherung nicht - zahl Dir Deinen Schaden mal bitte selbst!" dann ist hier aber Schluss mit freundlicher Nachbarschaft. Vor allem, weil ICH es doch war, der sich dazu entschieden UND der dafür Beitragsnachlässe bekommen hat!

    Kurzum: DAS kannste hier in Deutschland knicken. Und meiner Ansicht nach ist es mindestens genau so anständig, jeden die Folgen der EIGENEN Entscheidung ausbaden zu lassen und eben nicht Dritte dafür "bluten" zu lassen.

    Ist aber schon interessant, wie die Leute in unterschiedlichen Ländern "ticken". :smile:
     
  8. minida

    minida Bekanntes Mitglied

    Das bedeutet also, weil ich für das Pferd einen monatlichen Betrag zahle, zahlt das vom PB die Haftpflicht und wenn ich jetzt aber für das Pferd nichts zahlen würde dann nicht?
     
  9. Nico

    Nico Bekanntes Mitglied

    Nein, was Du bezahlst ist eine Kostenbeteiligung.
    Das sind private Arrangements, Gefälligkeiten, Freundesdienste.
    Das Geld fliesst, solltet Ihr im Fragebogen tunlichst gar nicht erwähnen.

    Die gewerbliche Haftung ist eine andere Nummer: da verdient sich ein Pferdebesitzer den eigenen finanziellen Unterhalt mittels Arbeit
    mit dem Pferd (Reitlehrer, Lehrgang-Kursveranstalter). Generiert Umsatz.

    Seit 10 Tagen habe ich zufällig genau so einen Fall in meinem Geschäft laufen:

    100 kg schwere Mitarbeiterin, Anfängerin, seit 10 Jahren nicht mehr auf dem Pferd. Zusammen mit der Kollegin, einer noch blutigeren Anfängerin
    geht's bei einer flüchtigen Bekannten zu einem Ausritt.
    Die Pferdebesitzerin stellt zwei Pferde (Haflinger-Ponys) zur Verfügung und begleitet den Ausritt. Pferd der Kollegin scheut, sie fällt runter, Helm gebrochen. Ausser
    Abschürfungen nichts passiert.
    Eine Woche später: selbe Konstellation. Fahrrad kommt von hinten, klingelt, alle Pferde scheuen, gehen durch.
    Meine Mitarbeiterin fliegt vom Pferd. Bänderriss Knöchel. Notfall-Aufnahme, Arbeitsunfähigkeit mind. 3 Wochen.

    Und ich bin mega sauer: denn für diese Blödheit zahle ich richtig viel Geld. Arbeitsausfall, 20% Lohndifferenz und viel Papierkram.

    Und jetzt haben alle drei Damen Schiss, dass die flüchtige Bekannte zahlen muss. Ich lasse meine naive Perle gerne etwas schmoren in dieser Angst.

    Denn passieren wird nichts, weil: siehe oben. War ja nur eine Gefälligkeit.
     
  10. minida

    minida Bekanntes Mitglied

    Naja, das ist natürlich nochmals eine andere Nummer. Die haben fahrlässig gehandelt. Du bist also der Arbeitgeber dieser einen Dame, wenn ich das richtig verstehe? Da wäre ich auch sauer. Was arbeitet sie denn? Ich hoffe doch nicht im Büro, da wären 3 Wochen Arbeitsunfähigkeit ja schon etwas viel, oder?

    Ich hab der Besitzerin vom Pferdchen heute Mittag geschrieben, dass ich beim Arzt war, weil ich einfach ausschliessen wollte, dass es was schlimmes ist. Und dass, falls irgendwelche Kosten aufkommen würden, die ihre Haftpflichtversicherung von ihr einfordern möchte, soll sie mir bitte Bescheid geben, damit ich das übernehmen kann.
    Ich weiss zur Zeit nicht, ob bzw. was sie für einen Selbstbehalt hat, aber ich nehme nicht an, dass der irrsinnig hoch sein wird.

    Und wegen dem Anstand: Ich weiss nicht, ob das so eine typische Mentalität des Schweizers ist. Ich kenne jedenfalls genug Leute, die sich darum nicht scheren. Aber mir persönlich ist es einfach nicht Recht, wenn die Besitzerin für etwas zahlen müsste, wofür sie am wenigsten kann.
     
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