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Haftung: Unterricht für eigenes Kind auf Fremdpferd

Diskutiere Haftung: Unterricht für eigenes Kind auf Fremdpferd im Versicherungsfragen Forum; Hallo, ich habe eine 6 jährige Tochter, die mit dem Pferdevirus infiziert ist. Sie hat seit kurzem eine RB auf einem Shetty und wurde bislang von...

  1. Monti300

    Monti300 Neues Mitglied

    Hallo,

    ich habe eine 6 jährige Tochter, die mit dem Pferdevirus infiziert ist. Sie hat seit kurzem eine RB auf einem Shetty und wurde bislang von mir spazieren geführt. Das wird ihr jetzt aber zu langweilig, sie möchte alleine reiten, so dass ich sie auch schon mal auf dem Platz an die Longe genommen habe und kleine Übungen mit ihr mache mit dem Ziel, dass sie irgendwann auch alleine mit dem Pony klar kommt.

    Nun meine Frage: wie sieht das versicherungstechnisch aus, sollte beim von mir beaufsichtigten Reiten etwas passieren?

    Das Pony ist Fremdreiter-versichert, wir zahlen einen eher symbolischen Kostenbeitrag von 20€ im Monat. Meine Tochter hat eine Unfallversicherung. Die Ponybesitzerin ist beim Reiten nicht anwesend. Brauche ich hierfür eine Reitlehrerhaftpflichtversciherung um mögliche Unfallfolgen für meine Tochter abzusichern?

    Viele Grüße
    Monti
     
  2. satine

    satine Inserent

    Öhm,
    eine Reitbeteiligung ist dem Besitzer gleichgestellt.
    Das heißt, dass die Versicherung des Pferdes alle Schäden abdeckt, die das Pony verursacht wenn deine Tochter es reitet, oder es führt, oder es ihr abhaut.
    Für Schäden am Menschen kommt die aber nicht auf.
    Natürlich kannst du eine sauteure RL Versicherung abschließen, aber eine gute Unfallversicherung für deine Tochter macht mehr Sinn.
    Deine Tochter kann immer stürzen und sich den Hals brechen. Egal ob du dabei bist oder nicht.
    100% absicherung gibt es nicht!
     
    ulrike twice gefällt das.
  3. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Erstmal meinen Glückwunsch zu dieser Infektion, verbunden mit dem Wunsch nach niemals einkehrender Genesung. :applaus:



    Was soll denn da sein? Wenn sie runterfällt, fällt sie runter, fertig. Buckelt das Pferd sie runter, dann ist das eben so. Als RB kann man (kaum) Ansprüche gegen den Pferdehalter stellen, zumindest wenn man den einschlägigen OLG-Urteilen folgt, welche die RB fast einhellig als eine Art "Mithalter" ansehen, die vom "eigenen" Pferd fällt und somit gar keinen Schadensersatz fordern kann. Lediglich Eure Krankenkasse / Euer Krankenversicherer kann Regress beim Halter nehmen und wird diesen von dessen THV bezahlt bekommen - sofern der Halter korrekt versichert ist. Kleine Warnung: Die Aufschrift "die RB ist mitversichert" auf einer THV ist bei manch einem Versicherer eine bitterböse Mogelpackung. Aber das ist ja nicht Euer Problem, sondern das des Halters. :biggrin:



    Ihr seid keine Fremdreiter. Ihr seid eine RB. Die Folgen hieraus: S. o..



    Schön. Achtet hierbei bitte darauf, dass hier möglichst hohe Invaliditätssummen vorliegen, bei kleinen Kindern neigen die meisten Berater dazu, diese niedriger als die Eltern zu versichern, was aber völliger Schwachsinn ist. Die Invaliditätsleistung sollte bei Vollinvalidität mal locker im Bereich von 500.000 € oder höher liegen. Der restliche Schnick-Schnack kann dagegen entfallen, das ist eh nur Blödsinn. Wenn Du den Sack noch zu machen willst, dann pack höchstens noch eine satte Unfall-Rente mit rein, aber nicht so popelige 250 €, sondern mal mindestens 1.500 € im Monat. Für Euch als Eltern: Finger weg von der Unfall-Rente, da muss Sinnvolleres herbei. Für Berufstätige hat in einer UV neben der Invaliditätsleistung nichts weiter was zu suchen, denn das ist alles nicht zweckdienlich und nur Geldmacherei der Versicherer.

    Und sobald Eure Tochter über 10 Jahre alt ist, solltet ihr Euch um eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung für sie bemühen. Eine GUTE - und bitte keinen Billigmist und bitte auch mit einer stattliche Rente, die DEUTLICH über dem Hartz-IV-Satz liegen muss. Bitte keinen Murks mit 500 € im Monat, wie man das leider nur allzu oft sieht. Und ja, ich schrieb "Berufsunfähigkeit". :wink: Das geht nämlich auch bei Schülern; derzeit aber frühestens ab dem 10. Lebensjahr. Hierzu bitte einen versierten Makler befragen, denn das bieten nur ganz, ganz wenige Versicherer mit einem so niedrigen Eintrittsalter an. Darüber hinaus ist ein Testsiegel mit fünf Sternen oder ein "sehr gut" von der Stiftung Finanztest KEIN wirkliches Qualitätsmerkmal, sondern höchsten eine ganz grobe Orientierungshilfe. Bei letztgenannten rate ich sogar fast dazu, die Finger von allem zu lassen, was die als "sehr gut" befinden, denn das sind .... lassen wir das. "Dilletanten" ist fast noch eine Verharmlosung. Und: Bitte, bitte so etwas niemals nie im Internet abschließen - außer ihr liebt Eure Tochter nicht und wollt sie mit Absicht langfristig in die Scheisse reiten. Entschuldige den Kraftausdruck, aber das ist von mir bitterernst gemeint. Deshalb möchte ich das auf diese Weise kräftig betonen.



    Inwiefern ist man sich innerhalb einer Familie den Schadensersatzpflichtig? Riiichtig: überhaupt nicht. :wink: Deine Tochter kann von Dir gar keinen Schadensersatz verlangen, also gibt es auch nichts, wogegen Du Dich versichern kannst. Es bleibt Euch derzeit also (fast) nur die Unfallversicherung, eine Kinderinvaliditätsabsicherung (ist ähnlich einer UV, aber mit darüber hinausgehenden Leistungen) oder eine Dread Disease-Deckung, die unter anderem auch bei (schweren) Unfällen greift und für so kleine Stöpsel wirklich für den sprichwörtlichen "Appel und ein Ei" zu haben ist. Wenn die spätere BU noch mit einer Pflege-Option versehen wird, wäre der Sack aber wirklich "zu".

    Das klingt erstmal sehr teuer, ist es aber nicht.

    Nun mein Rat: Wende Dich hierzu bitte an Deinen Versicherungsmenschen, denn ich habe Dir jetzt nur einen groben Abriss gegeben. Und ohne es böse oder abwertend zu meinen: handelt es bei diesem Menschen um einen Vertreter, so wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keines der genannten Produkte - außer der UV - anbieten können. Ein Makler (also einer mit freier Auswahl und Zugriff auf nahezu aller auf dem Markt angebotenen Produkte) kann das dagegen mit einem Fingerschnips - sofern er im Bereich der Biometrie-Absicherung fit ist. Denn nicht jeder hat davon Ahnung; jeder von uns setzt seine fachlichen Schwerpunkte in einem anderen Bereich. Falls ihr bereits einen (in diesem Bereich versierten) Makler Euer "Eigen" nennt, dann: Feuer frei. Und eine Bitte: Solche Fragen bitte immer an den Profi richten. Im Internet wird Dir zu 95% nur - pardon - Scheisse erzählt, weil sich da nur Laien mit einem Wissen herumtreiben, das man noch nicht einmal als "Halbwissen" bezeichnen kann. Das ich mich hier als reitender Profi in Sachen Versicherungen rumtreibe, ist purer Zufall. Und da ich mich für das Helfen bei Fragen rund ums Reiten für zu doof / reiterlich unbegabt halte, äußere ich mir halt nur zu den Themen, von denen ich Ahnung habe, kurz: Versicherungen auf die Finger schauen und die wirklich guten Sachen von dem vielen Mittelmaß und Mist rausfiltern. :biggrin:


    LG


    Dennis
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Sep. 2015
    Lorelai, kaipi22, aquarell und 2 anderen gefällt das.
  4. Monti300

    Monti300 Neues Mitglied

    Hallo Dennis,

    vielen Dank für die ausführliche Info. Unsere Unfall/Kinderinvaliditätsversicherung deckt Deine Kriterien ab (Vollinvailidität 800.000 plus Rente 1.500) - ist beruhigend zu wissen, auch wenn man es hoffentlich nie braucht. Ob man das dann später in eine reguläre BU umwandeln kann muss ich mal prüfen (lassen).

    Viele Grüße
    Monti
     
     
  5. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst

    Hi Monti, nichts zu danken. :)

    Zu Deinem Beitrag:

    Nein, eine UV kann niemals in eine BU umgewandelt werden, da das zwei völlig verschiedene Versicherungsarten sind. Man kann ja auch keine KFZ-Versicherung in eine Krankenversicherung umwandeln.

    Eine kleine Frage - nur zur Sicherheit: Die Invaliditätssumme i. H. v. 800.000 € ist echt mal herausragend hoch (also im Vergleich zu dem, was man sonst meist zu sehen bekommt). Klingt also erstmal richtig gut. Aber gleichzeitig weckt die (hohe) Summe bei mir einen leisen Verdacht. Sag mir bitte, dass der Versicherername nicht zwei deutsche Stadtnamen enthält und / oder die Grundsumme der Invaliditätsabsicherung 80.000 € beträgt und mit einer sogenannten "1.000%-Progression" gekoppelt ist.

    Wenn doch: kündigen - und zwar sofort / zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Und dann eine ordentliche UV suchen. Das besagte Produkt ist nämlich eine der größten Mogelpackungen, die der deutsche Versicherungsmarkt je hervorbrachte.


    LG


    Dennis
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Sep. 2015
  6. Monti300

    Monti300 Neues Mitglied

    Es ist streng genommen keine UV sondern eine Kinderinvaliditätsversicherung mit UV von R+V.
     
  7. topo456

    topo456 Neues Mitglied

    Ein kleiner Einwand @Dennis:

    Es gibt tatsächlich ein Produkt aus der Sparte der Unfallversicherung eines großen deutschen Versicherers, das sich ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsrente verwandeln lässt. ;-)

    Ob die IZV der R+V das auch kann, verraten allerdings nur die Bedingungen...
     
  8. Smigel

    Smigel KvD- Klugscheißer vom Dienst


    Oha. Ich kenne das Bedingungswerk nun nicht genau, ABER: Diese Produktform ist definitiv nicht schlecht. Ich hatte es ja selbst u. a. erwähnt. Wenn die Invaliditätssumme für beides Bereiche (also "normale" Invalidität + Invalidität durch Unfall) gilt, dann ist das schonmal ein ordentliches Brett. Kleiner Tip hierzu: R+V-Produkte bitte immer beim R+V-Menschen abschließen und nicht am Bankschalter. ;)


    Kleiner Gegeneinwand @ topo: Nein, das geht nicht. Wirklich nicht. Das ist dann eine Unfallversicherung PLUS Optionstarif. Nach außen hin mag das so aussehen, als könne man eine UV in eine BU umwandeln. Kann aber schon garnicht sein, denn:

    Eine Unfallversicherung ist was? Richtig, eine einjährig kalkulierter Vertrag - und zwar nach dem Prinzip der Sachversicherung inkl. Kündigungsrecht des Versicherers. Eine BU ist dagegen was? Richtig, eine lebenslang kalkulierte Absicherung nach dem Prinzip der Lebensversicherung - ohne ordentliches Kündigungsrecht des Versicherers. Kurz: wir haben einmal eine Kalkulation nach dem Äquivalenzprinzip und einmal eine gezillmerte kapitalbildende Kalkulation. Ein Sachversicherungsvertrag kann demnach schlicht und ergreifend kein kapitalgedeckter Vertrag werden, denn das sind zwei so verschiedene paar Schuhe, wie sie verschieden nur sein können.

    Nehmen wir nur mal als Beispiel den legalen Betrug am Kunden, sprich: die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Da glaubt jeder, das sei eine "ganz normale" UV, weil das Ding von außen auch so aussieht. Ist es aber nicht. Es einmal eine UV und einmal eine Lebensversicherung - getrennt voneinander. Merkt nur keine Sau, weil beides zusammen in eine Hülle gequetscht wird. Und jeder freut sich, dass er "das Geld zurück bekommt" und merkt nicht, wie extrem er auf die Tour vom Versicherer verarscht wurde.

    Kurzum: Es handelt sich bei dem von Dir genanntem Produkt um eine UV mit einer BU-Option. Wird die Option gezogen, dann wandelt sich nicht die UV in eine BU um, sondern es schlüpft quasi aus dem Nichts eine BU neben der weiterhin laufenden UV.

    Ich weiß zwar nicht, welchen Versicherer Du überhaupt meinst und weiß daher auch nicht, welches Produkt gemeint ist (ich habe ja nicht mal einen einzigen UV-Versicherer im Portfolio, bei dem ich auch gleichzeitig eine BU eindecken würde :cool: ), aber Du kannst mir den Namen gerne per PN zuflüstern, ich besorge mir das Bedingungswerk und dann zeige ich Dir, dass ich einfach Recht haben MUSS. :bae:


    LG


    Dennis
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Sep. 2015
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