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Halbe / Ganze Paraden dem jungen Pferd vermitteln und selbst fühlen lernen

Diskutiere Halbe / Ganze Paraden dem jungen Pferd vermitteln und selbst fühlen lernen im Dressur Forum; Hallo! Also erstmal vorweg: Ich nehme bereits regelmäßig Reitunterricht, wir arbeiten auch an diesem Problem, aber mich würden auch mal andere...

  1. Aurora_1990

    Aurora_1990 Inserent

    Hallo!
    Also erstmal vorweg: Ich nehme bereits regelmäßig Reitunterricht, wir arbeiten auch an diesem Problem, aber mich würden auch mal andere Meinungen und vor allem die der User in diesem Forum interessieren, weil ich oft das Gefühl habe, dass hier Leute sind die einfach wissen von was sie reden.
    Ich fang einfach mal an:

    Wir arbeiten gerade daran, meinen jungen Wallach vermehrt auf die HH zu setzen, dass er da einfach aktiver wird, mehr untertritt usw... Er ist eher so der Typ Faul, er lässts hinten gerne mal schlurfen. DH wir machen momentan sehr viele Übergänge und reiten vermehrt engere Wendungen.
    Ich hab dabei das Problem, dass ich es nicht wirklich schaffe die halben und ganzen Paraden wirklich von vorne nach hinten zu reiten, ich mache mich leider viel zu oft in den Schultern und Armen fest und dadurch kommt er hinten nicht anständig drunter und fällt auf die VH. Wenn ich aber vorn wirklich mal loslasse fällt er mir auseinander und "läuft aus". Er geht auch gerne mal gegen den Zügel wodurch ich mich noch mehr zum Festwerden verleitet fühle was das gegen die Zügel gehen natürlich noch verstärkt. Und bitte ich achte immer darauf, dass ich NICHT ziehe - aber es fühlt sich einfach immer so fest an, ich hab das Gefühl, dass ER dagegen zieht. Ich hab das Gefühl, dass ich ihn mit meinem Sitz nicht anständig bremsen kann, dass er da noch nicht ausreichend reagiert, was dazu führt dass ich mich nicht traue ihn ran zu treiben weil ich ja befürchte, dass er mir dadurch schneller wird statt langsamer bzw. stehen zu bleiben.
    Ich glaube ich hab das Prinzip "Parade" in ihrer Ausführung nicht ganz verstanden, ich weiß was man theoretisch machen muss, aber mir fällt es schwer, es bei ihm umzusetzen. Bei schon besser ausgebildeten Pferden klappt es.... Ich reite zb einmal die Woche eine Stute vom Schulbetrieb im Reitunterricht mit, ich bekomme da immer Lob, wie leicht ich sie in der Hand habe.

    Seit wir das Ganze vermehrt üben, legt er sich generell gerne mal auf die Hand. Mein RL sagt, dass das eine mehr oder weniger normale Reaktion ist, weil es für ihn anstrengend wird und sich dadurch versucht, der Arbeit hinten zu entziehen und dass das auch ein Balanceproblem wäre. Ich versuche dann immer zu denken, dass ich das Maul nur ganz leicht fühlen will und ihn vermehrt zu treiben und vorne nicht statisch werde also dass er sich gar nicht mehr abstützen kann. Ich versuche dann immer vom inneren Zügel wegzukommen und ihm die Anlehnung am äußeren Zügel mehr anzubieten, ich denke es macht keinen Sinn wenn ich dann gleich mit beiden Zügeln nachgebe oder?

    Ich beschreibe euch mal, was ich mache, wenn ich zb eine ganze Parade reiten will:
    Ich treibe vermehrt mit beiden Schenkeln, versuche dabei mich hinzusetzen (ich denke dann immer "Sitzen Sitzen Sitzen...), mich aufzurichten und gebe dabei Paraden am äußeren Zügel während meine beiden Hände versuchen nicht mehr mit der Bewegung mitzugehen, sondern stehen zu bleiben, quasi das von mir hinten getrieben vorne abzufangen. Sobald ich eine Reaktion merke, geb ich die Hand ein Stück vor.

    Wie würdet ihr an dem Problem arbeiten?
    Also ich möchte noch mal betonen, dass ich bereits Reitunterricht nehme, und immer nach bestem Gewissen und Wissen handle. Ich weiß, wo meine Probleme liegen und arbeite wirklich daran. Es wäre lieb, wenn ihr euch ein neutrales Bild machen würdet und es nicht gleich Vorwürfe regnet :)


    Vielen Dank!
     
  2. Lorelai

    Lorelai Chaos-Trulla

    Wie genau sitzt du denn da? Bzw, was sagt dein Reitlehrer zum Sitz, grade und vor allem während der Parade? Oftmals meint man, man müsste sich da besonders "schwer" reinsetzen usw, und sitzt dann - unbewusst - eigentlich genau falsch. Sprich, man drückt mit dem Sitz den Rücken des Pferdes eher runter, die Hinterbeine dann nach hinten raus, anstatt die Hinterhand unter sich zu holen und somit den Rücken nach oben.
    Das würde ich als erstes versuchen, rauszufinden. Also passt der Sitz während der Parade.

    Und dann das "auf die Hand legen" angehen. Das ist ja auch nicht Sinn der Sache, dass das Pferd sich da so auf der Hand abstützt. Ich persönlich nehm solchen normalerweise die Grundlage zum Drauflegen weg. Sprich, ich schmeiß die Zügel dann eher mal kurz weg, anstatt dagegen zu halten. Ist aber, glaub ich, vielleicht nicht unbedingt der konventionelle und richtige Weg. Keine Ahnung ob "man" das so macht. Ich machs halt so, und das funktioniert dann natürlich auch erstmal immer, weil die Stütze fürs Pferd von jetzt auf gleich weg fällt und die sich neu sortieren müssen. Dann treib ich vermehrt nach, damit das Hinterbein kommt, und versuch währenddessen, vorne wieder leicht aufzunehmen. Weiß nicht, ob das so richtig ist. Bei meinem klappts halbwegs. Aber dazu können sich die Profis hier ja vielleicht noch äußern. ;)
     
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  3. Aurora_1990

    Aurora_1990 Inserent

    Ich versuche richtig einzusitzen und mich wirklich schwer zu machen - Spanne die Bauchmukkis an und kippe das Becken ab. Das ist zumindest das, was ich gelernt habe und was mir mein RL predigt. Ich lehne mich auch einen Ticken zurück, was irgendwie durch das Zurücknehmen der Schultern automatisch passiert. Vielleicht ist führe ich das alles etwas zu extrem aus, das kann schon sein.. müsste mich da mal filmen lassen
     
  4. Fesia

    Fesia Bekanntes Mitglied

    Nur weil du die Kreuzhilfe geben willst, darfst du im Sitz nicht anders werden schon gar nicht in Rücklage kommen

    die Paraden von Hinten nach Vorne reiten und immer den Takt im Auge behalten (dann quetscht man nicht). Die ganze Parade solltest du mit halbe Paraden vorbereiten, damit dein Pferd weiß es kommt was.

    Immer dran denken, keine Gangart beenden sondern eine Neue anfangen zu reiten (auch Halten ist damit gemeint)
     
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  5. Aurora_1990

    Aurora_1990 Inserent

    Danke das hilft mir schon mal in meiner Denkweise!
    Ich schau schon, dass ich ihn vorbereite, mein RL sagt immer fang ihn vorher gut ein und erst wenn du das Gefühl hast er passt auf, lässt sich zurück nehmen, ganze Parade reiten. Leichter gesagt als getan - zumindest für mich :sad:
     
  6. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Erster Denkfehler.

    Erste Frage für mein Verständnis: Wie alt ist der "Junge Wallach"? Und wie weit ist er ausgebildet?

    Takt
    Losgelassenheit
    Anlehnung
    Schwung
    Geraderichtung
    Versammlung

    Wo siehst du dich/euch dabei? Nach schubkraft kommt Tragkraft. Er kann sich nicht setzen hinten, wenn er noch keinen Schub aus der HH entwickeln konnte.

    Nächste Große Denkpause bei der Wendung. Vermehrt enge wendungen? Wie soll die zur Tragkraft helfen?

    Tragkraft ensteht erst nach Schubkraft. Das geht so über mit der Geraderichtung. Die Halben Paraden sind dabei der Schlüssel. Das ist nicht verkehrt. Aber dein Ansatz.

    Eine Halbe Parade hat nix direkt mit dem Äußeren Zügel zu tun. Eine Halbe Parade reitet man am Kreuz.

    Ich beschreibe dir in etwa meine Halbe Parade die ich nutze um ein Pferd ein wenig mehr auf die HH zu bringen:
    Ich reite im Arbeitstempo, dabei sind die Knie offen, die Beine hängen aus dem Becken herab, mein Becken schwingt im Takt. Die Hand schwingt dabei so leicht mit der Bewegung mit, dass ich stets kontakt halte aber nicht gegen halte. Wenn ich nun die Aufmerksamkeit meines Pferdes möchte, spanne ich den unteren Teil meines Rückens leicht an, kippe das Becken leicht ab und nehme die Beine minimal weiter nach hinten und versuche das pferd so gedanklich etwas zu "schließen". Darauf folgt meist ein Aufmerksames Tier und ich kann entweder die Halbe Parade verstärken um in eine Art Versammlung reiten zu wollen (Versammlung ergibt sich und nicht wird "zack" erreicht) oder was auch immer. Da hat KEIN Zügel was mit zu tun. Wenn überhaupt steht die Hand evtl mal kurz an, wenn ich merk, dass da was zwickt und das Bein Treibt dann vermehrt. Der Rücken (meiner) sagt weiterhin "Ich will was von dir" bleib da. Der Po aktiviert weiterhin das Hinterbein. Das ist ein zusammenspiel was verfeinert wird.

    Bei jungen Pferden läuft das in der Regel am Besten, durch Schultervor (weil da nur ein Hinterbein weiter unter den Schwerpunkt muss) oder durch Übergänge in der Gangart. Die Übergänge und halbe paraden lassen sich schon wunderbar im Schritt erarbeiten.
     
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  7. Aurora_1990

    Aurora_1990 Inserent

    Hallo Chrada, danke für deinen Beitrag, hab wieder mal dazugelernt :)
    Zu deinen Fragen: die engen Wendungen sollen ihn dazu animieren, mit dem inneren HB Last aufzunehmen und soll auch zur Geraderichtung beitragen - so zumindest die Worte meines RL.

    Dass man eine halbe Parade nur mit dem Kreuz reitet, war mir jetzt neu, ich bekomme es immer so verklickert, dass eine Parade das Zusammenspiel aller Hilfen ist. Also vermehrt treibendes Bein, Kreuz ran, durchhaltende Hand (und auf diese Hand hab ich mich einfach zu sehr versteift)
    Also ich hab in den letzten Tagen vermehrt an den Übergängen "gefeilt" und dabei versucht, mir deine Worte zu verinnerlichen und das irgendwie anzuwenden. Hab versucht, das Einfangen und das Durchparieren so gut es geht aufs Kreuz und Bein zu beschränken und dabei vorne immer wieder bewusst losgelassen, also fast schon übertrieben weil ich einfach möchte, dass er vom Zügel wegkommt - hab mich natürlich bemüht das im richtigen Moment zu machen, langsam kommt schon das Feeling.... Was mir auch geholfen hat jetzt bei den Übergängen vom Trab zum Schritt vor allem war, dass ich nicht versucht habe eine Gangart zu beenden, also etwas zu stoppen, zu blockieren, sondern eine neue Gangart zu beginnen.

    Alles in allem musste ich mir jetzt leider eingestehen, dass ich in letzter Zeit vielleicht doch zu viel mit den Händen "rumgewurstelt" hab und das die Probleme in der Anlehnung daher rühren.
    Für die nächsten Ritte steht auf jeden Fall das Arbeiten an dem Problem an und ich merke auch schon, dass er schon feiner aufs Kreuz reagiert.

    Also danke für deinen Beitrag, hat mir echt geholfen!
     
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  8. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Das freut mich riesig! Danke fürs feedback!

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  9. Knitty

    Knitty Inserent

    Hallo Aurora,

    Mir hat die DVD "Reiten gut erklärt" zum Thema Paraden sehr geholfen. Ist mit ca. 25€ zwar nicht ganz billig, aber mehr wert als so manche Reitstunde.

    Viel Erfolg weiterhin!
     
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