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HILFE!! Panik vor Motorrädern.

Diskutiere HILFE!! Panik vor Motorrädern. im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, vor gut einem Jahr habe ich mir ein eigenes Pferd gekauft, Anfangs war alles super, aber so nach ein, zwei Monaten musste ich...

  1. Matilda13

    Matilda13 Neues Mitglied

    Hallo,
    vor gut einem Jahr habe ich mir ein eigenes Pferd gekauft, Anfangs war alles super, aber so nach ein, zwei Monaten musste ich feststellen, das es leider wahnsinnige Panikattaken bekommt, sobald sich ein Motorrad oder Roller nähert.
    Das komische daran ist, sie fürchtet nicht jedes Motorrad, am schlimmsten ist es, wenn es noch weiter weg ist und sie sieht es von weitem auf uns zukommen. Ich kann sie dann nicht mehr kontrollieren, sie ist mir leider auch schon einmal deshalb abgehaun.
    Meistens steige ich ab und versuche sie zu führen, aber eine weitere Arbeit mit ihr ist dann nicht mehr möglich, sie trabt oder galoppiert neben mir im Schritttempo und versucht ununterbrochen sich von mir loszureissen. Einmal ist sie sogar direkt auf micht losgegangen. Bis wir dann endlich im Stall ankommen, ist sie Schweißnass und beruhigt sich erst ganz langsam wieder, wenn sie bei der Herde ist, aber auch beim kleinsten Geräusch rastet sie wieder aus.
    Fany ist 15 Jahre alt, laut Vorbesitzer hat sie keine einschneidende schlechte Erfahrung mit Motorrädern gemacht. Ich kenne so ein Verhalten von ihr eigentlich auch nicht, sie ist lieb und brav, aber natürlich ein totaler Angsthase im Gelände.

    Natürlich weiß ich, dass das wichtigste wäre, einfach ruhig zu bleiben... leider ist mir dafür schon zu viel passiert, manchmal glaube ich sogar, dass ich die erste von uns zwei bin, die beim Anblick eines Motorrads Angst bekommt. Aber ich weiß einfach nicht, was ich dagegen machen soll.
    Momentan mache ich sehr viel Bodenarbeit mit ihr, sie macht das sehr gut, bleibt sofort stehen, wenn ich das tue, sie würde sich sogar lieber auf den Po setzen, als mich zu überholen. ABER sobald sich ein Motorrad nähert, wirft sie alle guten Vorsätze über Bord und rennt an mir vorbei.. wie ja oben schon beschrieben.

    Vielleicht kann mir jemand helfen, ich lieb dieses Pferd und kann mich nicht von ihr trennen, aber so kann es nicht weiter gehen.

    Liebe Grüße Matilda
     
  2. Kurze70

    Kurze70 Inserent

    Am Besten, Du suchst Dir jemanden, der ein Bike bestzt und bereit ist mitzumachen.
    Stellt das Bike im leerlauf auf den Hof. Auch wenn Dein Pferd erst etwas ängstlich ist, irgendwann siegt die Neugier und es wird das Ding untersuchen wollen. Sprich ruhig mit ihm und kraul es, aber lass es ganz allein das Tempo bestimmen.
    Irgendwann merkt Das Pferd, daß ein Motorrad nichts gefährliches ist. Akzeptiert es erstmal das stehende (mit laufendem Motor) Bike, geht ihr in kleinen Schritten zum fahrenden Motorrad über.
    Mit viel Geduld, und manchmal einem kleinen Schritt zurück, müsste es klappen.
     
  3. Nike

    Nike Fotowettbewerbssieger Mai ´09

    Hallo Matilda,

    Hat sie diese Panik denn nur, wenn das Motorrad auf sie zu kommt, bzw. an ihr vorbeifährt oder hält diese Panik dann länger an? Also auch noch, wenn das Motorrad schon über alle Berge ist?

    Ist sie immer panisch, egal wie weit das Motorrad weg ist? Gibt es da einen Anstand, bei dem sie ruhig/ruhiger bleibt?

    Mein Pony zeigt manchmal auch leichte Panik, wenn ein Auto, Lkw, Motorrad oder Zug sich nähert. Ich habe mir sehr viel Mühe gemacht und ihn versucht an laute, große und schnelle Fahrzeuge zu gewöhnen. Mit, wie ich finde Erfolgt. Er stand sein halbes Leben auf einer Weide, auf der er niemals solche großen und lauten Fahrzeuge kennengelernt hat. Daher ist es schwer diese Angst ganz aus ihm rauszubekommen, aber es ist schon sehr viel besser geworden. Nicht zuletzt, weil ich mein Verhalten einfach verändert habe (dazu im letzten Absatz mehr).

    Ich kann dir nur raten, dass du mit ihr übst. Ganz langsam und ganz allmählich. Also wirklich erst mal nur von weiten mit gaaanz viel Abstand. Und wenn sie ruhig bleibt ganz besonders loben. Viele fangen an ihre Pferde zu streicheln, wenn sie in Panik geraten, das sehe ich eher als kontraproduktiv an, denn Streicheln ist etwas angenehmes, was zusammen mit der Panik zu einer positiven Verknüpfung führt, d.h. die Panik wird belohnt. Entweder würde ich nur beruhigend auf sie einreden, oder ihre Panik ignorieren.

    Was in meinen Augen auch entscheident ist, dass du selbst deine Einstellung veränderst. Ich kenne es so: "Ohh mist, da kommt ein Lkw, wo soll ich so schnell hin.... Mein Pony wird bestimmt wieder durchgehen!" Und schon werden wir von jetzt auf gleich unruhig und bekommen Angst, was ja auch verständlich ist. Leider vergessen wir aber, dass Pferde einen ausgezeichneten Spürsinn für die Angst des Menschen haben, d.h. also, dass sie weiß, dass du Angst hast. Und da du diejenige bist, nach der sie sich richtet, löst deine Angst noch viel mehr Angst in ihr aus.

    Viele Grüße
    Nike
     
  4. Dakota

    Dakota Inserent

    oder du suchst dir im stall ein Pferd das motorräder überhaupt nicht interessiert... Pferde kucken sich sowas gerne ab
     
     
  5. RioNegro

    RioNegro Klugscheißer mit Herz Mitarbeiter

    Also ich denke, Handarbeit zu machen ist ein guter Anfang.

    Was mir auffällt: du schreibst ja, dass dein Pferd allgemein im Gelände ein kleiner Angsthase ist?
    Da kann dir wirklich sehr gut weiter helfen, wenn du mit jemandem ausreiten gehst, der ein ruhiges und gelassenes Pferd hat.
    Denn sowas überträgt sich immernoch am besten auf dein Pferd dann.

    Ergänzend würde ich dir raten, allgemein ganz oft raus zu gehen. Und deinem Pferd möglichst viel von der Welt zu zeigen.

    Gut ist es, wenn du selbst dabei ganz selbstverständlich auf die Dinge zugehst.

    Da man ja immer vom einfachen zum schwierigen gehen sollte, würde ich evtl noch gar nicht mit dem Üben am Motorrad anfangen. Sondern als ersten Teilschritt allgemein das Gelände nehmen.
    Motorrad vermutlich wirklich nur gemeinsam mit einem ruhigen, gelassenen Pferd. Erstmal.

    Ich nehme einfach mal an, dass du selbst auch noch nicht die extrem große Erfahrung mit eigenem Pferd hast?
    Dadurch ist es natürlich besonders schwierig, in solchen Situationen innerlich ruhig und gelassen zu bleiben und dieses auf dein Pferd auszustrahlen und zu übertragen.

    Deshalb üb mit deinem Pferd. Geh viel raus mit ihr. Mach Handarbeit. Geh spazieren. Lass sie viel auf der Koppel sein. Wenn was aussergewöhnliches ist, dann nutz die Gelegenheit und lass sie das anschauen. Um so mehr sie kennt, um so gelassener wird sie mit der Zeit.
    Auch bei neuen Dingen.

    Und, wie gesagt, ein 2. ruhiges Pferd an der Seite wirkt manchmal wahre Wunder :1:
     
  6. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Du mußt auch bedenken, daß dein Pferd dich erst ein halbes Jahr kennt!
    Ihr seid noch nicht so eng zusammengewachsen, und du bist noch nicht der absolute Chef, der ihr Vertrauen einflößt.
    Im Straßenverkehr ist es natürlich sehr schwierig, einem entgegenkommenden Motorrad mit Abstand zu begegnen, deshalb wären Übungseinheiten mit einem befreundeten Motorradfahrer ideal.
    Einfach in einiger Entfernung stehen bleiben und nichts tun! Nicht auf das Pferd einreden, nicht klopfen, sondern stehen bleiben und in der Gegend rumgucken.
    Beruhigt sich das Pferd, dann einen Schritt auf das Unding machen, wieder stehen bleiben etc.
    Solche Begegnungen sollten nur ganz langsam gesteigert werden, bis das Motorrad sich bewegen kann, ohne das dein Pferd ausflippt.

    Du selbst mußt natürlich auch an dir arbeiten!
    Als allererstes in kritischen Situationen: Ausatmen!!!!
    Setz dich gerade hin und atme aus, denke an etwas Schönes:1: .
    Dein angespannter Muskeltonus verrät dem Pferd deine Angst, was natürlich nicht förderlich ist.
    Manche Pferde beruhigen sich leichter, wenn der Reiter neben ihm steht, das vermittelt mehr Sicherheit.
    Du mußt aber zwischen dem Pferd und dem nahenden Fahrzeug stehen, damit dein Pferd dich nicht überrennt. Außerdem stehst du dann schützend vor dem "Angreifer", denn das ist das Motorrad! Es verhält sich wie ein angreifendes Raubtier, daß sich mit lautem Gebrüll auf dein Pferd stürzen will.
    Du bist nun der Beschützer deines Pferdes und mußt dem Untier entgegentreten.
     
  7. kraeg

    kraeg Inserent

    Hallo Matilda13,

    bei deinem Problem würde ich dir dasselbe raten wie bei dem Problem "Pferd rennt vor Traktor weg":

    Vielleicht probierst du einmal das Spiele "Motorrad verfolgen" mit einem motorradfahrenden Helfer. Beginne in einem Abstand, bei dem dein Pferd noch nicht mit Fluchtgedanken spielt. Gehe dann dem Motorrad hinterher.

    Die Idee dabei ist, dass bei der Kombination Fluchttier - Raubtier, das Raubtier immer hinten läuft. Wenn also das Motorrad vor deinem Pferd "flüchtet", dann kann es so gefährlich nicht sein.

    Verringere den Abstand zum Motorrad bei jedem Üben immer mehr und achte darauf, dass dein Pferd noch keine Flucht signalisiert. Verändere in der Folgezeit die Aufgabe so weit, dass du am Ende reitend ein Motorrad passieren kannst.

    Schau dir vielleicht einmal folgendes Video [ame]http://web524.can21.de/solero1.wmv[/ame] an; Solero hatte panische Angst vor Fahrrädern, die wir mit der beschriebenen Methode in wenigen Monaten in den Griff bekommen haben.
     
  8. Nike

    Nike Fotowettbewerbssieger Mai ´09

    Ich hätte sehr gerne mal den Vorher-/ Nachervergleich gesehen. Aber von vorher gibt es wohl kein Video oder?
     
  9. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Das ist eine gute Idee von kraeg!
    So wird die Situation umgedreht und eine Fluchtsituation vermieden.

    So ähnlich habe ich es (allerdings unbewußt) mit verfolgenden Hunden gemacht.
    Wenn ein Schäferhund aus der Nachbarschaft uns bellend verfolgte, habe ich das Pferd umgedreht und bin laut schimpfend auf den Hund zugeritten. Der Hund türmte sofort und wir verfolgten ihn noch ein Stück.
    Seit dieser Zeit läßt sich mein Pferd von keinem herbeijagenden Hund mehr aus der Ruhe bringen.
    Am Strand machen wir dann immer das Spiel "Hunde jagen":laugh:
    Obwohl ich mir manchmal wünschen würde, mein Pferd würde sich mit einem geziehlten Tritt zur Wehr setzen.
     
  10. Matilda13

    Matilda13 Neues Mitglied

    Servus, an alle Lieben, die auf meine Geschichte geantwortet haben.
    Erst einmal DANKESCHÖN, für alle Antworten und Anregungen, ich würde am liebsten alles sofort ausprobieren, aber es ist schon dunkel draußen. Momentan trete ich auf der Stelle und komme nicht weiter, aber jeder gute Vorschlag ist sehr viel wert.

    Leider habe ich aber irgendwie das Gefühl, dass mein Problem noch etwas größer ist als "nur" Angst vor Motorrädern.
    Es ist so, Fany fürchtet nicht jedes Motorrad, manchmal geht sie ganz ruhig, im Schritt, ohne es groß zu beachten an einem Motorrad vorbei, das uns auf einer noch dazu sehr engen Straße entgegen kommt. Aber das nächste mal, fährt ein anderes Motorrad (oder Roller) auf einer ganz anderen Straße, die wir nur von weiten sehen, (z.B. wir sind auf einer Sandstraße, hoch oben am Berg und unten auf der normalen Straße sogar ca. 500m entfernt ist das Motorrad) dann flippt sie völlig aus. Sie hat Kopf hoch oben, den Schweif aufgestellt, geht keinen Schritt mehr vorwärts und fixiert nur noch das Zweirad. Danach habe ich natürlich versucht, ihren Kopf wieder langsam nach unten zu bekommen, ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken... wie man sich das halt so vorstellt. Aber genau das funktioniert dann nicht, sie hat einfach Panik, reagiert nicht mehr auf mich, will einfach nur noch weg. Genau dann bin ich total hilflos.
    Auch z.B. wenn sie einen Roller gar nicht sieht, sondern nur diesen hohen Pfeifenden Motor hört, das selbe Spiel.
    Es ist mir unerklärlich.

    Leider habe ich auch nicht die Möglichkeit, mit einem Reitkollegen ins Gelände zu gehen, mein Pferd steht bei mir zu Hause, mit zwei Shettys. Ich bin also überwiegend allein unterwegs, was die sache nicht wirklich einfach macht.

    Also vielen Dank nochmal. Liebe Grüße Matilda.
     
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