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Hole ich meine Pferde/mein Pferd nach Hause?

Diskutiere Hole ich meine Pferde/mein Pferd nach Hause? im Haltung und Pflege Forum; Hallo ihr lieben, ich habe mich hier angemeldet um Hilfe bei einer Wichtigen Überlegung zu bekommen. Es geht um folgendes: Mein Pferd hat eine...

  1. frieke

    frieke Neues Mitglied

    Hallo ihr lieben,

    ich habe mich hier angemeldet um Hilfe bei einer Wichtigen Überlegung zu bekommen.
    Es geht um folgendes: Mein Pferd hat eine Staubunverträglichkeit die sich in Richtung COB neigt. (Chronisch Obstruente Bronchitis)
    Er steht im Moment auf Späne, kommt so viel wie möglich raus, frisst nur getauchtes Heu, wird mit Thymian und Schüssler Salze therapiert und täglich mit Kamilan inhaliert. Es geht ihm wesentlich besser, ab der nächsten Woche will ich ihn wieder anfang konditionell aufzubauen. Er ist 18 Jahre alt.
    Dann gibt es da ein 2. Pferd mit COB in der 2. von 3 Stufen. Er gehört nicht mir. Der Besitzer wollte ihn vor der Erkrankung bereits Verkaufen, doch er war preislich zu hoch datiert. Nun kam die COB. Der Besitzer sieht leider nicht die Notwenigkeit das Pferd auf Späne zu stellen. Er kümmert sich zwar im Allgemeinen, spart aber am falschen Ende. Alles ist sehr halbherzig ohne wirklichen Behandlungsplan. Laut Klinik hätte er aber gute Chancen als Freizeitpferd wieder einsetzbar zu sein, WENN man seine Haltung ändern würde!
    Nun ist mir der Gute sehr ans Herz gewachsen. Er versteht sich sehr gut mit meinem Pferd - ich nehme ihn immer mit raus wenn ich meinen raus nehme auf Koppel.

    Soweit die Vorgeschichte.

    Nun trage ich schon lange den Gedanken mein Pferd zu meinen Eltern zu holen. Sie haben 7.000qm eigenes Grundstück und weitere 8.000qm würde der Nachbar dazu packen. Ich wohne etwa 13min Autofahrt von meinen Eltern weg. Ich hatte immer die Vorstellung einen offenen Stall zu bauen. Luftig, Späne eingestreut, 3 Boxen (2 Pferde die 3. für Haferkarre usw) mit zusätzlichen Raum für Spänelagerung usw. Mein Mann würde diesen Stall mit Arbeitskollegen hochziehen. Es fehlte bissher an einem Beistellpferd um die Überlegung zu ende zu denken. Nun kam mir die Idee den erwähnten 2. Wallach aus unserem Stall zu kaufen(Ein Pferd mit COB kann wohl kaum mehr großes Geld kosten?!). Er passt vom charakter her sehr gut zu uns. Ist vom Wesen her unkompliziert und unterm Sattel sehr cool. Mein Mann könnte ihn also auch reiten oder ggf. meine Nichte. Nun kommen aber Fragen über Fragen...

    Reichen 8.000 + 7.000qm für 2 Pferde aus?
    Wieviel Zeit sollte man Früh, Mittag, Abend einrechnen für die reine Versorgung?
    Wieviel Zeit zusätzlich je Monat/Woche (Koppelbau, Abäppeln der Koppel etc)?
    Braucht man eine Baugenehmigung?
    Wie hoch sind die Kosten für 2 Pferde (Späne, Heu, Hafer)?
    Wieviel Strom-/Wasserkosten kommen dazu?
    Wohin mit dem Mist?
    Wieviel wärt ihr bereit auszugeben für ein Pferd mit COB im 2. Stadium, 9 jährig?

    So... ich wäre sehr dankbar wenn ihr mir diese viele Fragen beantworten würdet. Und vielleicht sogar neue Denkanstöße einbringen könntet.
    Wenn wir darüber gesprochen haben, Kosten und Zeit als kalkulierbar einzustufen sind, können wir über den Bau reden und die konkrete umsetzung.

    Vielen, vielen Dank.
     
  2. Osaka

    Osaka Inserent

    Die Weide könnte knapp werden. Ich hatte mal 2 Pferde in Eigenregie und da musste ich bei 1,3 ha auch im Sommer noch Heu zufüttern. Pferde zertrampeln mehr als sie fressen und bei Pferden muss man ja mit Dünger aufpassen.
    Ich hab mir alle Kosten aufgeschrieben, die ich ausgegeben habe. Dort wurde jeder Hammer mit aufgelistet. Und da kam ich auf 150€ pro Pferd im Monat mit hin wenn nichts passiert und alle gesund und munter sind. Jetzt wo die Futterpreise gestiegen sind würde ich mit ca. 200€ im Monat pro Pferd kalkulieren.
    Der Mist wurde vom Bauern gegen Spritgeld abgeholt. Man braucht aber noch eine Mistplatte. Das sind aber die Berechnungen im Norden. Im Süden kann das ne ganze Ecke teurer werden.
    Ich würde es mir gut überlegen. Ich komme mit einem Pony jetzt genauso teuer oder sogar noch billiger dabei weg es in Pension zu geben. Und wenn ich mal krank bin ist mein Pony noch gut versorgt und aufgehoben.Heute würde ich nicht mehr mit Eigenregie tauschen wollen. Man hat dann so viel Arbeit, dass man fast nicht mehr zum Reiten kommt.
    Und für mich käme es auch nicht in Frage ein krankes Pferd zu kaufen.Auch nicht geschenkt. Denn krank werden sie noch von alleine und die Folgekosten sind ja das teure an der Sache und nicht der Einkaufspreis. Obwohl ich das schon verstehen kann wenn einem das Pferdchen ans Herz gewachsen ist.:smile:
    Ja, eine Baugenehmigung braucht man mittlererweile auch für einfache Weidehütten.
    Für die Versorgung würde ich insgesamt ca. 4 Stunden pro Tag einberechnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Sep. 2011
  3. Also ich kann nur von uns ausgehen bzw meiner Tante. Sie hat auch in etwa eine ähnlich große Fläche für 2 Pferde.
    Sie hat einen Paddockbereich eingezäunt mit dem eigentlichen Offenstall. Dann die restliche Weide nochmal in 2 Teile.
    Nachts sind ihre beiden auf dem Paddock Stück - sie steckt allerdings immer etwas Gras ab bzw dazu und tagsüber sind die auf einer der beiden Weiden - das funktioniert Prima, die Weiden sind weder kahl gefressen noch sind die zertrampelt von den Pferden!

    Vom Zeitaufwand ist es so, dass sie vor der Arbeit hinfährt, Heu auf das Paddock bringt und die Koppel auf macht, Abends holt sie die beiden zurück und gibt nochmal reichlich Heu für die Nacht.
    Am Wochenende nimmt sie sich dann mal die Zeit um abzuäppeln ( allerdings nur den Paddock) und das geht auch sehr schnell :wub:

    Ich würde sagen dass sie in etwa an reiner Versorgung ca 1 Std braucht und am Wochenende etwas mehr Zeit in Zäune umsetzen, abäppeln usw investiert und trotzdem!!! hat sie reichlich Zeit um privat weg zu fahren usw.

    Wenn sie mal krank ist macht das eben ihr Mann oder sie fragt Bekannte - da gab es noch nie Probleme.
    Ich habe das auch schon öfters übernommen und fand es nicht schlimm bzw viel an Aufwand.

    LG Cava
     
  4. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Ich halte meine drei seit ca. 7 Jahren in Offenstallhaltung und Eigenregie.
    Der Hof liegt einige 100m von meinem Haus entfernt, ich kann mit dem Rad zum Stall fahren.
    Wenn du Offenstallhaltung betreiben willst, brauchst du eine genügend große Stallfläche und -Höhe (je nach Pferdegröße), in der eine Liegefläche und ein Freßbereich vorhanden sind, am besten räumlich getrennt.
    Falls ein Pferd wegen Krankheit abgetrennt werden muß, mußt du dafür Möglichkeiten haben, oder eine Zusatzbox.
    Es muß eine (frostfreie?) Tränke vorhanden sein.
    Wie willst du das Heu wässern?
    Es muß also ein separater Wasseranschluß da sein.
    Du brauchst Lagerfläche für Einstreu und Heu.
    Es sollte ein trockener Bereich außerhalb des Stalls vorhanden sein, evtl. ein drainierter Winterpaddock. Du kannst die Pferde schließlich nicht ganzjährig auf Weide lassen, dazu ist die Fläche zu klein!
    Du brauchst einen Raum/ Unterstand für Stallgeräte und einen Putzplatz, am besten überdacht.
    In der dunklen Jahreszeit brauchst du gutes Licht im und am Stall.
    Auf jeden Fall benötigst du eine Baugenehmigung für den Stall. Haben dein Eltern eine Landwirtschaft?
    Eine Mistplatte ist Vorschrift, hierfür braucht es ebenfalls eine Genehmigung.
    Alternativ bieten einige Unternehmer Container an, die dann abgeholt werden.
    Manche Stallbesitzer verfügen über einen "Mistanhänger", der ebenfalls regelmäßig zum Bauern gefahren werden muß.

    Du brauchst etwa 1-1,5 Stunden Zeit am Tag für Füttern und Misten. Je nachdem, wie chaotisch deine Pferde äppeln.
    Hinzu kommt das Absammeln der Weideflächen. Dies muß alle paar Tage passieren, weil die Flächen zu klein sind, um die Haufen liegen zu lassen.

    Welche Gräser wachsen auf den Flächen? Fressen die Pferd überhaupt das Grünzeug, das dort wächst? Befinden sich auch Geilstellen und "Unkräuter" auf den Flächen? Wieviel freßbares Gras wächst dort tatsächlich?

    Evtl. mußt du dort auch düngen oder mit der chemischen Keule gegen Unkraut vorgehen?

    Die Weiden müssen pferdegerecht eingezäunt werden!
     
     
  5. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Da ich es gerade im Mai gemacht habe, kann ich Dir vielleicht noch ein paar Fragen beantworten.

    Wenn Du Lust hast auch morgens die Weiden abzulaufen, am WE früh aufzustehen...Zäune zu ziehen...Wasser schleppen, wenn die Leitungen zufrieren, Bottiche auffüllen, auch wenn der Sommer so regnerisch war wie jetzt und man schnotternd mit Erkältung lieber auf dem Sofa wäre...dann sag ich mache es.

    Der zweite Part sind die Kosten. Zaun ist sehr teure geworden, von den Litzen bis hin zu den Holzpfählen. Finde die Plastik-Alternativen oder Recyclingpfähle nicht eine wirklich günstiger Alternative...schau einfach mal nach...was da an Kosten auf Dich zukommt.

    Eine Lösung für Deinen Mist muß her. Ihn offen zu lagern ist verboten. Eine Mistplatte benötigt eine Baugenehmigung und muß aus Schwimmbeton gebaut werden, damit der Urin nicht in das Grundwasser gelangen kann...daher auch das Verbot der offenen Lagerung. Überdachte Mistplatte ist eine günstige Alternative...allerdings auch eine Baugenehmigung, die zuvor von einem Statiker erstellt werden sollte. Allerdings kannst Du das Ganze heutzutage als "vereinfachte Baugenehmigung" einreichen, muß aber nicht immer genehmigt werden. Das ist leider von der Behörde abhängig. Spart Zeit und kosten.

    Meine derzeitige Lösung, da wir nicht alles gleichzeitig fertig bauen können...ein kleiner Anhänger an mein Auto...da rein misten...ankuppeln ans Auto rüber zur Biogasanlage, dort abladen und zurück. Hänger wieder abkuppeln, vor die Box...hab allerdings Außentüren..aber bei Dir im Offenstall ginge es ja auch.

    Für Deinen Offenstall brauchst Du unbedingt eine Baugehmigung und ich denke da wird es die meisten Schwierigkeiten geben. Die Genehmigungen dafür sind stark zurück gegange und werden zumeist nur noch an Landwirte vergeben.

    Zeitlich komme ich mit dem was hier geschrieben wird nicht wirklich hin...vom Abäppeln über misten, Wasser auffüllen, Zaunkontrolle, neue nachziehen etc.

    Ebenso solltest Du damit rechnen, daß man sich mehr kümmern muß. Futterkosten pro Pferd habe ich zur Zeit mit Kraftfutter, Heu und Stroh pro Pferd 160 € ohne Versicherung, daran solltest Du auch unbedingt denken, Tierseuchenkasse-Anmeldung, Wasser, Strom und die Instandsetzungs- oder Neubaukosten.

    Zur Zeit ist der Strohpreis, wenn man denn welches hier überhaupt noch bekommt, auf 40 € gestiegen...für 2 Pferde benötige ich 4 Rundballen im Monat...dann stimmt meine obige Rechnung schon nimmer...da das STroh im Mai noch bei 20 € war. So etwas sollte man immer einkalkulieren. Denn wir suchen und telefonieren jetzt auch seit 3 Tagen hinter Stroh her, da uns unser alter Lieferant versetzt hat.

    Denke für so ein Unterfangen braucht man viel Herz, Geduld, Durchhaltevermögen und ein fünkchen Wahnsinn:1:
     
  6. Charda

    Charda Profi Vollpfosten

    Weidefläche haben wir ca 1 ha. Das reicht gut aus, wenn du die Weide in sich noch etwas abtrennst. Wir haben aus dieser einen ca 3 gemacht und können sie so immer von Weide zu Weide weiterlassen, die andere wieder sperren, um neues Futter wachsen zu lassen. Für den Winter gibts dann nur eine, auf die Kommt eine Großkiste, diese wird mit Heu befüllt. Was für dich vermutlich ja leider nicht in Frage kommt, aufgrund der Allergie, falls ich das richtig verstanden habe.

    Morgens habe ich für 2 Pferde und 1 Shetty ca 20 Minuten. Früh erst mal füttern, dann ich frühstücken, dann jedes Pferd kurz überputzen, Hufe auskratzen und Misten, Füttern etc.
    Abäppeln er Koppel dauert bei mir täglich ca 10 minuten. Machst du es jeden zweiten Tag, dauerts natürlich länger :wink:
    Koppelbau ist abhängig von der art. Durch das, dass wir 3 Koppeln haben, diese geschickt angelegt mit Wegen von der jede abgetrennt werden kann, bauen wir einmal im Winter und einmal im Sommer, bzw. sehen nach, ob noch alles i.O ist. Das "umweiden" geht sehr schnell. Die tägliche Ration abzustecken ist auch in ca 5 minuten erledigt.
    JA! Für die Koppeln natürlich nicht. Aber mal sicher für den Stall! Und wie gesagt, vergiss die miste nicht. Auch der Stall muss auf einer sog. Bodenplatte stehen. Die Fäkalien (urin und Kot) dürfen nicht in die Erde sickern... Auch die Miste muss auf Beton stehen. Das "Abwasser" Also urin und Kotwasser müssen in eine Kanalisation abgeführt werden, oder eben in eine Güllegrube. Am besten bei der Gemeinde oder einem benachbarten Bauern mal anfragen. Vielleicht ist dort aber auch möglichkeit in der nähe zu bauen, bzw. den Mist dort hin zu bringen. Manche Landwirte sind gar nicht mal so abgeneigt gegenüber Pferdemist, da sie den ja dann zum Düngen nutzen können.

    Hafer kommt drauf an wieviel du fütterst. Bei mir ca 20€ im Monat. Hafer kostet ja mal nicht sehr viel. Späne kosten bei mir für 2 Monate 20€ da ich sie in der Sägerei holen kann und dort dann immer mit dem Ladewagen und dem Traktor hinfahre, selber aufschaufle und die daheim dann lagern kann. Kaufst du dir aber Spähne in nem Sack kostet der Sack der ca 2 Tage für 2 Boxen reicht 8€. Da wirds dann teuer! Heu ist immer so ne Sache. Wir machen es selbst. Zahlen nur das Pressen. Dieses Jahr war der Heupreis seeeehr hoch.

    Muss ich passen. Kann ich dir leider nicht genaue sagen, da wir das nicht explicit auseinander klamübeln können...

    Biogasanlage, Landwirte in der Nähe, etc...

    Ganz ehrlich? Vermutlich grad mal den Schlachtpreis... Sorry, aber da können ja auch noch ganz schöne Kosten mit TA auf dich zukommen... Schon mal an ein Pony gedacht?
     
  7. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    hi,
    also ich kann mich meinen vorschreibern nur anschliessen: es ist verdammt viel arbeit! und wenn du dann noch erst mal den stall/weiden etc. bauen musst... brauchst du erstmal verdammt viel geld!
    und die laufenden kosten sind nicht unbedingt viel günstiger als wenn du in pension stehst. 13km entfernung sind auch nicht gerade wenig, dass sind 26 km für einmal hin und zurück, manchmal oder meistens wirst du 2x tgl. fahren müssen... rechne mal allein die spritkosten! wenn dann würde ich sowas z.b. nur machen, wenn ich es direkt am haus hätte. es ist wirklich viel fahrerei sonst.

    ein zweites pferd mit cob? das ist neben der tgl. schufterei nochmal zusätzlich eine belastung. stell dir vor du musst 2 pferde inhalieren?
    kauf lieber ein gesundes pferd, du sparst geld, was du wenn du einen eigenen stall hast IMMER für irgendwas anderes brauchst!

    ich hab meine beiden jetzt sozusagen auch in eigenregie. es ist ein "selbstversorgeroffenstall", der SB füttert morgens und abends Heu und füllt das Wasser auf, den Rest mache ich (muss also nur 1x tgl. hin). allein das koppel abäppeln, zäune kontrollieren, neue zäune ziehen, tränken säubern, paddock rechen, koppel düngen usw. raubt viel zeit. da wollte ich nicht noch chronische wehwehchen versorgen müssen.

    monatlich zahle ich ungefähr soviel, wie ich an heu/strom/wasser verbrauche. und das würde ich auch zahlen, wenn es mein eigener stall wäre. nur hab ich zusätzlich noch 2 reitplätze, round pen, pferdedusche, sattelkammer usw. und keine investition vorher gehabt! also viel besser als ein eigener stall.

    überleg es dir gut, rechne vor allem alles gut durch und mit den pensionskosten entgegen.
    lg
     
  8. thyra1992

    thyra1992 Inserent

    Ich habe mit 2 eigenen angefangen und mit mittlwerweile bei insgesamt 10 Pferden.
    Zeitaufwand täglich im Schnitt (Winter und SOmmer zusammengerechnet und durch 365 Tage geteilt ) 4 Stunden. Da ist Zaunbau bzw. reparatur mit bei, im Winter misten, raustellen, reinholen, Heu geben, füttern, halt einfach alles mit drin. Sommer natürlich weniger Zeitaufwand, Winter mehr.

    Finanziell sieht es so aus. Da ich das Gewerblich mache habe ich folgendermassen kalkuliert alles im Schnitt pro Pferd/ pro Monat:

    Heu: 1 Rundballen, 1,25 er Pressung 30 Euro
    Sägespäne: 4 pro Monat, macht 26 Euro
    Strom: 5 Euro
    Wasser: haben Brunnenwasser, deswegen keine Ahnung, würde 7 Euro ansetzen (schau mal in Deine Nebenkostenabrechnung was Wasser so kostet
    Reparaturen: 10 Euro
    Hafer: 15 Euro
    Rücklage f. alle Fälle: 20 Euro
    Mistabholung: 30 Euro

    Macht insgesamt 113 Euro.

    Da ist aber auch noch nichts dazwischen gekommen, keine Wurmkur, keine Düngung, kein Freischneider, kein Benzin für Freischneider, etc.kein TA...

    Da Du kein sog. "privilegierter Betrieb" bist, also Gewerbe oder Landwirt wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Genehmigung bekommen einen Stall zu bauen.Wenn, dann kostest die Genehmigung um die 200 Euro. Der Stall, vernünftig gebaut um die 1400 Euro. Haben selber 40 qm gebaut, den ich immer mal abtrennen kann, falls nötig. Dann ist da weiterhin die Frage, ob Du wenigstens Punktfundamente setzen darfst, das mussten selbst wir als sog. privilegierter Betrieb extra genehmigen lassen. Und ein Stall nur auf Einschlagbodenhülsen brauchst Du erst gar nicht zu bauen, der ist beim ersten Schubbern hinüber.So, dann was als Untergund im Stall ? Wir dachten, toll, Naturboden, natürlich drainiagiert, weich zu liegen.... Pustekuchen, im ersten Herbst hat sich rausgestellt, dass sich das Grundwasser durchdrückt und somit mussten wir jetzt teuer Beton aufschütten (verbotenerweise, wenn das jemand mitbekommt, dürfen wir da alles wieder abbauen ) und Gummimatten drauflegen, auch noch mal 1000 Euro. Usw. und so fort.

    Also zu den gut zu kalkulierenden Kosten kannst Du noch immens was draufpacken , es kommt immer was dazwischen ....

    Und das Schlimmste ist noch das abartige Wetter. Schnee durchstapfen, mit Wasserkanistern, falls keine Frostfreien Tränken da sind, im Sommer das Unkraut entfernen, während einem die Bremsen den Körper aussaugen, bei Regen auf der Schmierschicht auf den Wiesen ausrutschen, schwitzend und keuchend die Wiesen abäppeln, während die andern Pferdetanten alle mal gepflegt reiten, während Du Dich abmühst , Morgens, Abends und zwischendurch am Wochenende schauen und sich immer Gedanken zu machen, ob nicht doch was passiert ist, genügend Wasser da ist oder die Fliegenmaske noch sitzt, das Pferd im Winter nicht doch friert....

    Also unterm Strich bist Du besser bedient mit Stall in VP.

    ABER: Trotz aller Schwierigkeiten möchte ich es nicht merh ander haben, als es alles selber zu machen.Wenn man sich klar macht, dass es ein immenser Aufwand ist und man die ganze Verantwortung hat und eigentlich nie in den Urlaub fahren kann, weil meistens auch gar kein Geld mehr dafür da ist, würde ich es jedem von Herzen empfehlen :1:

    Für mich gibt es nichts Schöneres und man kommt seinen Tieren in keinem Vollpensionstall der Welt so nah, wie in dem Falle der Eigenregie :yes:

    Und ich würde es immmer und immer wieder genauso machen.

    Und wenn Du irgendwan nach einigen Monaten Routine hast, geht das extrem schnell von der Hand, zumal man sich auch einen Rundumblick antrainiert ...

    Nur sei Dir bewusst, dass die Kosten kaum zu kalkulieren sind. Es kommt IMMER was dazwischen :wideeyed: Frage mich jedes Mal, wo mein Geld geblieben ist und das nicht erst zum letzten des Monats :laugh:

    Aber zum Abschluss: Das kranke Tier würde ich mir nicht noch zusätzlich ans Bein klemmen. Dann bist Du schneller verschuldet als Du schauen kannst...

    Liebste Grüsse, Verena

    EDIT: 1,5 Hektar reichen völlig aus, für 2 Pferde. WENN Du parzellierst und alles ordentlich hälst und nie bis auf den Boden abfressen lässt. Wir haben hier 5 Hektar für 10 Pferde und haben NIE , noch nicht einmal dieses Jahr Grasmangel gehabt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Okt. 2011
  9. Puschel8

    Puschel8 Inserent

    Ich bin seit 2 Jahren Selbstversorger und möchte es wirklich NIE wieder anders haben!!! Allerdings sind die Gegebenheiten bei mir etwas anders: Ich habe mir in einer alten Stallanlage zwei Boxen gemietet, dazu Koppeln und einen 500qm-Paddock. Wasser und Strom inklusive. Außerdem ist ein Misthaufen vorhanden, welcher von der Agrargenossenschaft geleert wird. Dort sind mehrere Selbstversorger (so dass man sich mal gegenseitig helfen kann, z.B. bei Krankheit). Das ganze liegt sozusagen direkt vor meiner Haustür. Zur Zeit bin ich in Elternzeit, so dass ich mindestens zwei mal täglich mit Kind und Kegel zwecks Füttern, tränken, Abäppeln... zum Stall marschiere. Wenn ich arbeite, fahr ich auch schon mal um 4:30 am Stall vorbei, um die Pferde raus zu bringen... Nach dem Einkaufen mal schnell nen Wasserkanister auf der Koppel vorbei bringen, und beim Abendspaziergang mal nach dem Rechten auf der Koppel schauen. Im Winter mehrmlas täglich Bottiche vom Eis befreien... Bei mir alles kein Problem. Aber, wenn Du dafür immer erst 13km fahren mußt, kann ich mir das echt nicht vorstellen! Es sei denn, Deine Eltern würden Dich unterstützen. Ansonsten verbrauchst Du ja mehr Sprit als was Du an Stallmiete sparst!Am Tag mußt Du alles in allem ungefähr eine Stunde fürs Versorgen rechnen. Da hast Du aber wirklich nur das nötigste gemacht (Füttern, Tränken,Misten etc.). Pferde putzen o.ä. natürlich noch nicht mit gerechnet. Aber es ist schaffbar! Vor allem, wenn man es nicht als notwendiges Übel betrachtet, sondern es einem Spaß macht! So ist es bei mir. Geld sparst Du auf jeden Fall, wenn Du Deine investierte Zeit nicht rechnest.Anfangs werden natürlich erstmal hohe Kosten auf Dich zu kommen: Stallbau, Koppelbau, Heuraufe, Autoanhänger (absolutes Muß)...Wie willst Du die Ballen bewegen? Rundballen kann man rollen, ja. Aber das ist echt nervig. Man kriegt sie nicht in die Raufe gerollt und lagern kann man sie auch schlecht (großer Platzbedarf).Also Quaderballen. Kann man super stapeln. Braucht man aber einen Lader. Das wäre dann die nächste Investition.Und wer versorgt die Pferde,wenn Du mal in Urlaub willst? Oder ganz plötzlich krank wirst?So etwas sollte man sich auf jeden Fall vorher gut überlegen.Der Mist ist wohl das gerigste Problem. Den würde ich auf nem Autohänger lagern und dann so einmal wöchentlich entsorgen. Zum Bauer, in die Biogasanlage... Da findet sich sicher was.Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen. Wenn Du Dir das ganze wirklich gut überlegst und realistisch betrachtest und dann immer noch zu dem Schluß kommst, dass Du es durch ziehen willst, wird Dir das sehr viel Freude bereiten!!! Und Du wirst dann nicht zu der Sorte gehören, die das nach ein paar Monaten wieder aufgeben, weil sie sich das einfacher vorgestellt haben.Das kranke Pferd würde ich mir nicht noch "über den Hals ziehen". Es könnte Dich finanziell und zeitlich überfordern, da Du ja erstmal Deine Erfahrungen als Selbstversorger sammeln mußt. Allenfalls würde ich noch die Besitzer fragen, ob sie das Pferd mit zu Dir stellen (gegens Futtergeld oder so). Dann blieben wenigstens nicht noch die Kosten an Dir hängen.Berichte mal, was nun geworden ist.
     
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