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Homöopathie und alternative Methoden - erklärt es mir jemand?

Diskutiere Homöopathie und alternative Methoden - erklärt es mir jemand? im Sonstiges Forum; Wenn ja eh nur die Sympathie entscheidend ist, warum studieren dann Psychotherapeuten so lange? Sitzen die da rum und spielen Candy Crush?...

  1. Neinhorn

    Neinhorn Bekanntes Mitglied

    Wenn ja eh nur die Sympathie entscheidend ist, warum studieren dann Psychotherapeuten so lange? Sitzen die da rum und spielen Candy Crush? Therapie ist doch eh nur auf ner Couch sitzen und zuhören? Das kann doch auch die Putzfrau, oder? (Wo ist der Sarcasmus-Smilie, wenn man ihn braucht?)

    Das ist aber das, was ich dem Gesundheitssystem ankreide. Die Heilpraktikerprüfung ist, wie schon geschrieben, eine Unschädlichkeitsprüfung und keine Qualifikation. Die Patienten kommen aus der Klinik mit dem Hinweis "suchen Sie sich bitte eine ambulante Therapie" und die kriegen eine Liste. Muss mal schauen, ob bei der Bundespsychotherapeutenkammer nur die studierten oder auch die Heilpraktiker gelistet sind. Da dürften dann ja nur die studierten drin sein?
    Die Abrechnung über die Krankenkasse ist ja auch so eine Sache. Auch studierte Therapeuten sind rein auf Privatpatienten und Naturheilkundler/Psychotherapie werden eben auch von der Kasse bezahlt.
    Wie soll man sich als kranker Mensch (gerade in so einer Situation) denn damit auskennen?
     
  2. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Ich habe so einen Fall im weiteren Familienkreis. Da gab es zwischendurch wegen Aggressivität auch immer mal wieder Zwangseinweisungen.
    Aber da wird schon seit vielen Jahren immer wieder mit Schamanen, Geistheiler, Bachblüten, Rückführungen in frühere Leben und momentan mit Aurachirurgie "therapiert".
    Jetzt noch einen normalen Therapeuten zu finden, ist schwer, die Kliniken wollen ihn nicht mehr. Wahrscheinlich auch , weil die Mutter den Ärzten auch null vertraut. Ich persönlich denke, dass der junge Mann durch die vielen unterschiedlichen Ansätze, vor allem die Schamanen und Rückführungen total überfordert ist. Ich finde, sein Zustand wird immer schlimmer. Er nimmt auch natürlich Medikamente, da er sonst sich und andere gefährden würde und bis zu einem gewissen Maße ruhig gestellt werden muss.
    Ich finde das ein ganz dramatisches Schicksal sowohl für den Mann als auch seine Eltern. Weil ich auch wirklich denke, dass es mit einer vernünftigen stetigen Behandlung nicht so weit hätte kommen müssen. Viele alternativen Ansätze haben ihn meiner Meinung nach total überfordert und alles schlimmer gemacht und noch mehr verwirrt.
     
  3. satine

    satine Inserent

    @Neinhorn, :bahnhof: ich arbeite seit 11 Jahren sehr mit psychisch Erkrankten und genau das was ich schrieb, sind meine Erfahrungen.
    Wenn es um Suizidalität geht, wäre eine Psychiatrische Anbindung eh mehr als nur ein wenig Sinnvoll. Und dann ist die weitere Frage, wie der Auslöser therapiert werden soll. Analytisch - > geht nur beim entsprechenden Psychotherapeuten
    Verhaltenstherapeutisch - > geht bei Beiden
    reine Begleitung mit Gesprächen - > Seelsorger, Therapeuten, HP, Coaches

    Oder glaubst du, dass man nach dem Studium zaubern kann?
    Man kann eben mehr, leichter und schneller mit der Krankenkasse abrechnen. Man absolviert verpflichtend 6 Monate in der Psychiatrie und lernt deren Arbeitsweise kennen, bzw arbeitet auch dort. Dieser Teil fällt beim HP weg.
    Kurzgefasst: beim HP fällt der ganze praktische Teil weg und somit auch die Chance, schon in der Ausbilungd Geld zu verdienen.

    P. S. : Ich bin ausgebildete Seelsorgerin und habe meinen Schwerpunkt in der Krankenhaus und Notfallseelsorge. Trotzdem komme ich auch mit anderen Störungsbildern zurecht. ;)
     
  4. Barrie

    Barrie Moderator Mitarbeiter

    Den speziellen Studiengang Psychotherapie - nach dem Bachelor - gibt es tatsächlich erst seit kurzem, wirkliche Erfahrungen mit der Qualität dieser Ausbildung hat noch niemand.
    Psychologische Psychotherapeuten mit Approbation arbeiten idR auf Verordnung (Delegation) eines Arztes oder Psychiaters (auch Arzt, aber dann Facharzt für.....).
    Was ich persönlich von der Heilpraktikerausbildung Psychotherapie halte, schreibe ich hier nicht - und ich kenne die Ausbildungsinhalte sehr genau.Einen kleinen Sinn sehe ich in der Entlastung für Patienten mit eher Befindlichkeitsstörungen, die haben dann wenigstens ab und zu jemand, der ihnen eine Weile - wenn auch bezahlt - zuhört....
    Zu den Verfahren wie Rückführung, Reinkarnations usw usf sag ich nix.
    Zu dem von Bumblebee geschilderten Fall gibt es auch vieles zu sagen, nur so: in den Kliniken läuft auchn icht immer alles optimal. es sind nicht immer die erfahrensten Therapeuten, die dort mit dem Patienten arbeiten....
    Und dann: manches kann man nicht wirklich heilen, mann kann aber den guten Umgang mit der Störung vermitteln.
    Bei akuter Suizidalität ist immer eine Klinikeinweisung nötig.
    Zu der Schwierigkeit, einen Therapieplatz bei einem guten Psychotherapeutenzu bekommen: auch das ist mit ein Teil unseres modernisierten Gesundheitswesensmit seine Dokumentationszwängen und Reglementierungen. Die Psychos, die ich kenne, könnten einige Patienten mehr nehmen, wenn sie nicht noch die gesamte Bürokratie am Hals hätten- wobei eine gewisse Kontrollierbarkeit sicher nötig ist. Aber schon die Genehmigung der Stunden grenzt da vieles ein...ich merke, grad schreibe ich mich in Wut...
    Barrie
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Feb. 2021
  5. ulrike twice

    ulrike twice Heidemaus

    Nur ein Psychiater darf Medikamente darf verschreibungspflichtige Medikamente verschreiben. Ein psychotherapeut kann dies genauso wenig wie ein Heilpraktiker. Die meisten Psychopharmaka sind m. E. Verschreibungspflichtig.
     
  6. Baccini

    Baccini Aktives Mitglied

    Tatsächlich darf ein Heilpraktiker bei Suizidialität nicht behandeln. Und das ist auch gut und richtig so.
     
    PinkPony gefällt das.
  7. Bumblebee1

    Bumblebee1 Moderator Mitarbeiter

    Ist das tatsächlich so? Darf er dann auch neben der Schulmedizin nicht behandeln oder dürfte er nur "allein" nicht behandeln?
    Weil in dem von mir beschriebenen Fall ist der Erkrankte ja ständig in Behandlung von Heilpraktikern, Heilern, Handauflegern , Aurachirurgen oder was sonst sich gerade anbietet, angeblich heilen zu können.
    Wenn die Mutter doch einsehen könnte, dass ihr Sohn eine psychische Behinderung hat und so gut ist, wie er ist, könnte er sich selber vielleicht auch akzeptieren und selbst lieben , so wie er ist :sad:.... Hausfrauenpsychotherapiemodus aus....
     
  8. ManicPreacher

    ManicPreacher Gelebte Chaostheorie

    Dürfen und trotzdem tun ist da aber so eine Sache.
     
  9. Barrie

    Barrie Moderator Mitarbeiter

    Sagen wir es mal so: kein Mensch kann einen Patienten daran hindern, neben der "ordentlichen", idR von der Kasse übernommenen Therapie, so viele HP, Geistheiler, Schamanen oder sonst was zu konsultieren wie er mag und bezahlen kann....Was ein HP alles nicht behandeln darf, ist Teil der staatlichen Prüfung - ob er /sie sich dran hält, ist eine andere Frage. Und manchmal ist die Frage, ob er die Schwere einer Störung einschätzen kann....
    Zum "nicht allein" behandeln: es gibt Kliniken, idR Privatkliniken, in denen neben den Ärzten und psych.Psychologen auch HP tätig sind.
    Es ist im allgemeinen für Familien schwierig zu akzeptieren, daß ein Familienmitglied "besonders" oder "anders" ist.
    Es gibt da Selbsthilfegruppen....
    Barrie
     
  10. Baccini

    Baccini Aktives Mitglied

    Da gebe ich dir recht, MP.
    Erlaubt sind den HP Therapeuten nur bestimmte Diagnosen, zB auch keine Schizophrenien, schwere Depressionen und auch eigentlich keine bestimmten Persönlichkeitsstörungen. Letztendlich alles nicht, wo bei einer leitlinienkonformen Behandlung Medikamente zum Einsatz kommen. Sicher hat der HP Therapeut seine Berechtigung (in eng gesteckten Bereichen)-aber auch mehr als klare Grenzen. Was sich einfach durch die Art der Ausbildung ergibt.
     
    nasowas gefällt das.
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