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Hornhautverletzung

Diskutiere Hornhautverletzung im Äußere Erkrankungen Forum; Mein Pferd hat sich letzte Woche eine ordentliche Hornhautverletzung zugezogen. Es handelt sich um 2 Stellen jeweils ca. 7mm im Durchmesser. Man...

  1. Puschel8

    Puschel8 Inserent

    Mein Pferd hat sich letzte Woche eine ordentliche Hornhautverletzung zugezogen. Es handelt sich um 2 Stellen jeweils ca. 7mm im Durchmesser. Man kann sie deutlich mit bloßem Auge sehen. Die TÄ hat sie mit diesem fluoreszierenden Mittel untersucht und meinte, die Verletzungen seien bestimmt 2mm tief! ( aber die Hornhaut sei 5mm stark). Jetzt hat das Pferd eine Fliegenmaske auf, die ich an der ansprechenden Seite mit dunklem Stoff bestückt habe. Sie bekommt aller paar Stunden Polyspectran-Tropfen ins Auge und zweimal täglich eine pflegende Augensalbe ( VITA POS).Leider ist irgendwie bis jetzt keine Besserung in Sicht, obwohl ich das so gehofft hatte! Hat jemand Erfahrung damit und kann mir sagen, wie lange so etwas dauert? Wie sieht es denn aus, wenn die Gefäße in die Hornhaut einspriessen? Müsste man das deutlich erkennen?
     
  2. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Wenn die Läsionen so groß sind, wird man die wohl schon erkennen können. Ansonsten noch mal beim TA nachfragen nach Serum für die Behandlung? Das wird dann aus dem "eigenen" Blut gemacht, und ist in solchen Fällen ein recht guter Ansatz bzw. eine gute Ergänzung der Behandlung.

    Leider dauern Hornhautverletzungen echt lange... Auf den ersten Blick klingt das, was Dein TA da macht nämlich total ok.


    Via Tapatalk
     
  3. Puschel8

    Puschel8 Inserent

    Was bedeutet denn " echt lange"? Wir machen die Prozedur nun schon den fünften Tag. Aber es ist noch keine Besserung in Sicht! Allmählich verweigert mein Pferd auch die Mitarbeit. Anfangs ließ sie alles super machen, aber mittlerweile habe ich echt Probleme, die Medizin gezielt ins Auge zu bekommen.Bin echt verzweifelt. Hat denn keiner weiter Erfahrung mit so etwas ?
     
  4. Erli

    Erli Mitglied

    *räusper*

    Aaaalso. Nur Vita finde ich jetzt... etwas wenig Behandlung bei einer so großflächigen Verletzung. Wenigstens ein Antimykotikum sollte dazu gegeben werden.

    So rein theoretisch könnte auch noch NAC getropft werden (Acetylcystein- also Schleimlöser), denn im Auge existieren auch Schleime, die sich in die Verletzung setzen und so verhindern, dass das Medikament bis zur Verletzung vordringt.
    Eine Eigenblutserumstherapie ist zeitlich sehr aufwändig. Dabei wird alle 1 bis 2 Stunden Serum ins verletzte Auge getropft und das rund um die Uhr.

    Mal so meine Story zu Pferdeaugen:
    Ich habe von Februar bis Mitte Juli damit zu gebracht das Auge meines Pferdes zu behandeln. Netterweise mit Hilfe von einige Stallkollegen.
    Mein Pferd hatte Abszesse in der Hornhaut, einmal mit Rückfall und als der letzte Abszess am Abheilen war, hat er sich die Hornhaut verletzt. Zwei winzige Punkte, die wochenlang (Anfang Mai bis Mitte Juli) überhaupt gar nicht heilten.

    Behandelt wurde alle 3 Stunden (von morgens um 7 bis abends um 23 Uhr) mit drei bis vier Medikamenten die im Abstand von je 10 bis 15 Minuten verabreicht wurden. (Optimmune, Floxal/Viagmox/Infectomyk als Anfangsmedikation, später vorweg NAC)
    Als dann alles nichts gegen die Hornhautverletzungen half, versuchte ich die Eigenblutserumstherapie. Ich habe stündlich von morgens um 5 bis nachts um 1 getropft, zu den anderen Medikamenten und war stehend k.o. (arbeite nebenbei noch Vollzeit) Danach habe ich 10 Tage systhemische ABs gespritzt, die wenigstens die Trübungen im Augenhintergrund eindämmten, sodass mein Pferd wieder etwas Sehkraft erhielt.

    Danach haben wir mehrfach, teilweise täglich die Verletzungen mit einem Jodtupfer aufgefrischt, um die Heilung anzukurbeln. Was erstmal auch nicht half. Meine Tierärzte rieten mir dann mein Pferd in die Uniklinik zu fahren, da die dort aber nicht bereit waren, zügig zu behandeln, sondern lieber erstmal zwei Wochen regelmäßig Medikamente geben wollten (haha!) habe ich von einer Behandlung dort abgesehen und mit meiner Haupt-Tierärztin besprochen, dass ich jetzt erstmal einfach weiter mache, da zwar nichts besser aber eben auch nichts schlimmer wird.

    Wir haben dann die Medis noch etwas anders dosiert (6x tgl. NAC, 2x Infecto, 2x Opti, 6x Gentamicin) und nach zwei Wochen war alles verheilt. Jetzt trübt nur noch eine kleine Narbe das Auge, der Rest ist klar.

    Heute bekommt mein Pferd nur noch 2x tgl. VitA um das Auge zu pflegen, habe gerade eine neue Tube angefangen, Ende September ist eh Impftermin, dann frag ich, ob ich noch weiter schmieren muss.

    Das bedeutet lange ;)
    Wobei normalerweise Hornhautverletzungen recht schnell heilen.
    Mein Pferd war übrigens von Anfang an sehr kooperativ, allerdings ist er jetzt ein echter Profi. Ich zieh ihm das Halfter drauf und er hält still. Sobald ich die Lider aufspreitze hört er sogar auf zu kauen.
     
     
  5. Puschel8

    Puschel8 Inserent

    Oh weh!! Das hört sich ja schlimm an. So könnte ich das hier gar nicht hin bekommen. Bin Selbstversorger, gehe arbeiten ( zum Glück nur Teilzeit) und habe zwei kleine Kinder...
    Ich hatte die TÄ auch darauf angesprochen, ob es nicht besser wäre, das Pferd in die Klinik zu bringen. Aber sie meinte, die würden dort vorerst auch nichts anderes machen... Sie kommt am Dienstag wieder. Mal sehen, was sie sagt.
    Müsste man nun nach 5 Tagen eine Besserung erkennen oder ist das vollkommen normal, dass man da noch keine Fortschritte sieht?
     
  6. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    In der Uniklinik wird es alle zwei Stunden gemacht, nachts alle drei Stunden. Allerdings nicht nur Serum, sondern nach Plan ALLE Augensalben und -tropfen. Das spricht für mich nicht gegen das Serum, denn auch bei Augensalben sollte man in so einem fall "so häufig wie möglich" salben.

    Das Serum unterstützt die Heilung, und ist gerade bei Hornhautverletzungen eine sehr gute Ergänzung der Medikation. (Bin etwas zu müde grad, geh ich gern morgen näher drauf ein).

    Bei Bindehautentzündung wäre die Behandlung nach drei Tagen idealerweise durch. Hornhautverletzungen können deutlich länger dauern, und fünf Tage sind so gesehen noch nicht besonders lange. Das Hornhautverletzungen normalerweise schnell heilen, würde ich so auch nicht unterschreiben - die für die Heilung notwendigen Gefäße müssen ja erst mal gebildet werden, vorher kann im Grunde keine Heilung stattfinden. Ob die sich bilden, wird man zu Beginn sicher nicht mit bloßem Auge erkennen können.

    Via Tapatalk
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Sep. 2013
  7. Wanderreiter

    Wanderreiter Inserent

    Ich weiß micht, ob man menschliche Augen und Pferdeaugen miteinander vergleichen kann.
    Aber bei Menschen heilt die Hornhaut bei Verletzungen dadurch, das Zellen aus den unteren Hornhautschichten nach außen wandern und die Läsionen verschließen. Sind die Bereiche bis in tiefere Schichten verletzt, dann kann es zu Narbenbildung kommen.
    Gefäßbildung in die Hornhaut hinein hat man eigentlich nur, wenn die Hornhaut zu schlecht mit Sauerstoff versorgt wird, also bei extremem Kontaktlinsentragen etc.
    Ansonsten ist eine Gefäßzubildung unerwünscht, weil dann die Hornhaut nicht mehr klar ist...
    Bei einer "einfachen" oberflächigen Verletzung würde ich die Salben auftragen und 14 Tage abwarten, dann wieder eine Fluoreszinuntersuchung machen lassen.
     
  8. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ich kenne es so, das sich für die Heilung Gefäße Bilden. Muß direkt mal jemanden fragen, ob das dann typisch ist, und beim Menschen anders. Kann aber natürlich durchaus sein.

    Daher wird, wenn solche Verletzungen nicht heilen, auch gerne ein "Flap" gemacht, sprich, ein Stück Bindehaut über den verletzten Hornhautbereich genäht (gibt es sowas beim Menschen auch?!) die Bindehaut ist sehr gut durchblutet, und kann damit die Heilung unterstützen. Nach der Heilung bilden die Gefäße sich dann auch zurück.


    Via Tapatalk
     
  9. Erli

    Erli Mitglied

    So ein Flap sollte bei meinem Pferd auch gemacht werden. Da aber die HHV (Hornhautverletzung) dafür nochmal tiefer hätte aufgefrischt werden sollen und mein Pferd für Komplikationen bekannt ist und man unter einem Flap nicht sehen kann ob es heilt, stillsteht oder sich sogar entzündlich verändert, kam das für mich nicht in Frage (Bauchgefühl).

    Gefäße sprossen bei kleinen HHV wohl eher nicht ein, aber sobald größere oder längerfristige Defekte vorhanden sind, schon. Die müsste man aber nach spätestens einer Woche auch ausmachen können.

    Medikamente und ihre Wirkstoffe verbleiben etwas eine Stunde im Auge, danach sind sie ausgetränt. Ich habe deshalb gerne meine Medikamentengaben gestreckt, sprih nicht 10 bis 15 Minuten gewartet, sondern 30, damit ein Wirkstoff länger im Auge verbleibt, bevor der Andere dazu kommt. Obs was gebracht hat, weiß nur der liebe Gott....?

    Und um ein bisschen Zuversicht zu streuen:
    Ein angeblich sehr schlauer Mensch und Augenspezialist beim Pferd (der übrigens Amnionhaut statt Bindehautflaps verwendet) hat mal gesagt:
    "Das Pferdeauge will heilen!"
    Diesen Satz durfte ich mir von einem meiner Tierärzte anhören, als ich bereits 5 1/2 Monate am Auge dokterte, fertig war wie mit Drillingen mit Dreimonatskoliken, diverse Herpesanfälle auskurieren musste, Hexenschüsse hatte und einfach total auf dem Zahnfleisch ging.
    Jo. Aber letztendlich hat der Mensch recht gehabt.

    @ Gilian: Nachts nur alle 3 Stunden? Naja, dann bin ich ja gar nicht so schlecht gewesen. :D In Wien wird, lt meiner TÄin, aber auch nachts stündlich getropft.

    @Puschel: Wenn nach einer WEoche gar keine Veränderung zu sehen ist, dann befrage deinen Tierarzt nochmal detailliert und ggf musst du wohl aufladen und in einer Augenklinik fahren. Mich hat der Spaß ohne Klinikuntersuchungen oder OPs eine riesen Stange Geld gekostet, ich würde bei einer so "spontanen" Sache heute wohl deutlich zeitiger "Nägel mit Köpfen" machen. Bei meinem Pferd begann die Sache ja mit den Abszessen er war ja zwischendurch ganz kurz gesund, die HHV war ja nur 10 Wochen von dem halben Jahr.
     
  10. GilianCo

    GilianCo Langzügelbespaßer

    Ok, meist studiert man ja nur an einer Uni, nicht an verschiedenen, daher kann ich natürlich nicht sagen, wie es in Wien gemacht wird. Allerdings denke ich, das alle drei Stunden in der Nacht auch dem Pferd zugute kommt - es gibt so schon genug Pferde, die in den ersten Tagen in der Klinik endlos müde und fertig wirken, weil sie eben (trotz Rücksichtnahme, Licht anmachen nur da wo es muß, leise im Stall sein etc pp) diese unruhigen Nächte von zu Hause nicht gewohnt sind.

    Dazu kommt (für mein Empfinden auch sinnig), das das nicht endlos viele TÄ machen, sondern nur eine begrenzte Anzahl... und da in Uniklinken (nicht nur in einer, aber ich kann natürlich wieder nicht für alle sprechen) da durchaus 24 h oder 36 h Schichten an der Tagesordnung sind, ist das natürlich auch ein entgegenkommen der TÄ, die, wenn mal nachts keine Koliker oder andere Notfälle dazukommen, wenigstens ein, zwei Stunden Schlafen können. Das kommt am Ende ja wieder allen Patienten zugute.

    ACC wird übrigens aus ähnlichem Grund gegeben wie Serum - für die Kollagenase - Hemmung. (hatte ich gestern noch verschlafen im Hinterkopf, kam aber keine sinnvolle Formulierung mehr zustande). Schleim im Auge, der die Heilung behindert heißt dann eher, das da Kollagenasen die Heilung verhindern, oder die Verletzung sogar durch Kollagenasen verschlimmern. Von daher stimme ich Dir dann doch zu @Erli, da wir beide damit eine Maßnahme mit im Grunde demselben Hintergrund vorschlagen.

    Bindehautflaps gibt es solche und solche - die, die teilweise kritisch gesehen werden, sind solche, die das komplette Auge verdecken, die allerdings normalerweise eher als Bindehautschürze bezeichnet werden (wobei auch die zu guten oder sehr guten Heilungsergebnissen führen können), es gibt aber durchaus auch die Möglichkeit, das mit nur einem kleinen Flap punktuell die Verletzung zu versorgen. Da hat man dann den Rest des Auges als Beurteilung, und kann die Entwickung (auch anhand der Reaktion des Auges) eigentlich gut beurteilen. Ich habe schon Pferde mit einem solchen Flap gesehen, die gar nicht operiert aussahen, weil das Auge vollkommen offen, und der Flap von meiner Seite, auf der ich stand , gerade nicht sichtbar war.
     
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