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Husten und Allergie

Diskutiere Husten und Allergie im Atemwegserkrankungen Forum; Das Atmungssystem unserer Pferde unterliegt einer ständigen Beeinflussung durch verschiedene Umweltfaktoren. Die meisten Bronchitiden...

  1. *Biggi*

    *Biggi* Neues Mitglied

    Das Atmungssystem unserer Pferde unterliegt einer ständigen Beeinflussung durch verschiedene Umweltfaktoren. Die meisten Bronchitiden (Erkrankungen des Bronchialbaumes und der Lunge mit all ihren Aufzweigungen) des Pferdes sind die Folge von Infektionen mit Viren. In recht zahlreichen Fällen droht bei zusätzlicher Sekundärinfektion die Gefahr eines Übergangs in den chronischen Bereich. Außerdem sind Infektionen, als Wegbereiter der allergischen, asthmatischen Bronchiolitiden anzusehen, welche durch die Inhalation von Staub, abhängig von der Natur des Staubes, noch einen zusätzlichen Reiz erfahren. Je kleiner die Staubpartikel sind, desto weiter hinunter wirken sie irritierend.
    Husten
    Ist ein obligatorisches Symptom bei allen Erkrankungen oder Reizungen der Atemwege. Man unterscheidet zwischen : produktivem Husten mit Auswurf verbunden und einem unproduktivem Husten trocken, quälend und meist auch schmerzhaft.
    Atemnot / Dyspnoe
    Neben dem Husten ist die Atemnot ein äußeres sicht- bzw. hörbares Zeichen für Veränderungen innerhalb der Atemwege. Die Atemnot kann in Ruhe oder erst während oder nach einer Belastung sichtbar auftreten. Es wird unterschieden zwischen : Inspiratorischer Atemnot (es bestehen Hindernisse in den Atemwegen, wobei es zu einer Behinderung der einströmenden Luft kommt und sich somit die Einatmungsphase verlängert) Expiratorische Atemnot (durch die Störung der Atmung, kann die Ausatmungsluft nur erschwert nach außen abgegeben werden, somit ist die Ausatmungsphase deutlich verlängert) Gemischte Atemnot (hierbei ist die Ein- und Ausatmung gleichermaßen erschwert und in ihrer Dauer verlängert.

    Auch Nasenausfluss ist nicht gleich Nasenausfluss
    Man muss unterscheiden zwischen : Serösem Nasenausfluss (bei jeder Entzündung der inneren Nasenschleimhaut und des Kehlkopfes macht sich ein leicht zähflüssiger Nasensausfluss bemerkbar. Beobachtet wird der seröse Nasenausfluss innerhalb der ersten Tage bei einer viralen Ansteckungserkrankung. Zuerst werden die inneren Atmungsorgane des Kopfes verändert, bevor es dann im weiteren Verlauf zu einem Übergriff auf die Lunge kommt) Schaumig weiß- grauer Nasenausfluss(dem serösen Nasenausfluss sind Luftbläschen beigemengt. Tritt nun eine Schädigung der Schleimhautzellen ein, nimmt er eine graue Farbe an. Das Vorhandensein großer Luftbläschen deutet auf eine eher harmlose Erkrankung der oberen Luftwege hin, während kleinere Luftbläschen auf eine Erkrankung der Luftröhre und der Lunge hindeuten. Besonders wenn die kleinen Bronchien schon eine längere Zeit entzündet sind. Bleibt das Pferd unbehandelt, entsteht ein chronischer Lungenschaden) Graugelber und gelber Nasenausfluss (häufig entsteht aus einer Viruserkrankung der oberen Luftwege mit serösem Nasenausfluss innerhalb weniger Tage eine bakterielle Besiedelung der oberen Luftwege, die zu beidseitigem, geruchlosem, eitrigen Nasenausfluss führt)


    Allergischer Husten
    Die ersten Anzeichen für einen allergischen Husten sind eher harmlos. Betroffene Pferde schnauben und husten nur einige Male beim ersten Antraben etwas Schleim ab. Später husten sie bei Belastung und Staubentwicklung in der Reitbahn oder im Stall. Die Atmung wirkt angestrengt. Der Nasenausfluss ist wässrig bis eitrig. Durch den Staub, die Pilzsporen oder die Eiweiße kommt es zu kleineren Entzündungsherden. Diese reizen die Atemwege und führen zu Hustenanfällen. Die Entzündungen weiten sich aus, die Atemorgane verkrampfen, die Schleimhäute schwellen an, was wiederum Husten auslöst. Nicht immer sind Viren und Bakterien Schuld an einem hartnäckigen Pferdehusten. Neben Staub und Ammoniakgasen sind es vor allem die Schimmelpilze und andere Pilzsporen sowie Milben, die die Atemwege der Pferde reizen und zu Allergien führen. Daneben entsteht in den Pferdeställen organischer Staub, der Blütenpollen und andere Eiweißkörper enthält und auf der Weide warten Pollen und Insekten. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Allergieauslöser, so genannte Allergene, die sich in Holzschutz- und Insektenschutzmitteln, Stallfarbe, im gespritzten Futter oder auch in Shampoos verbergen. Die Liste der Allergen ist beliebig verlängerbar, die Abwehr sensibler Pferde reagiert in vielen Fällen dann so stark, dass es zu den verschiedensten Auswirkungen kommt. Neben Husten reagieren manche Pferde mit der Haut oder mit Kopfschütteln (Headshaking) auf solche Allergene. Besonders Boxenpferde, die den Grossteil des Tages dem Stallstaub ausgesetzt sind, haben kaum noch Abwehrkräfte und bilden die Hauptgruppe der Allergiker. Häufig entsteht ein allergischer Husten im Anschluss an einen akuten Pferdehusten, weil das ohnehin bereits sensibilisierte Immunsystem überstark auf Staub und Pilzsporen reagiert.


    Staubträger
    Staub besteht aus organischen und anorganischen Bestandteilen. Entwickelt sich bei besonders trockener Luft aus Heu, Stroh, Einstreu, Absonderungen der Pferdehaut, getrockneten Exkrementen und Sekretteilchen, Sand und Erde. Ein Großteil des Staubs wird vom Pferd im Nasen- Rachenraum gefiltert. Ein Bruchteil allerdings mit einer Größenordnung kleiner als 0.005 nm erreicht die Lungenbläschen. Auch die Rückstände der Tiermilbe gelangen bis zu den Lungenbläschen.

    Luftbestandteile, Staubträger
    Allergene : Pilzsporen, Blütenpollen, Tiermilbe
    Begünstigende Kriterien : schlechte Stallluft, Ammoniak, Schwefelwasserstoff
    Gefahr durch Sekundärinfektionen durch : Keime, Bakterien, Streptokokken, Staphylokokken, Diplokokken, Bordatellen, Pseudononas, Mykoplasmen
    Viren : Influenzaviren, Reoviren, Herpesviren, Rhinoviren
    Pilze : Aspergillus, Hefen wie Candida albicans
    Atemwegsallergien müssen als die am meisten verbreitete Allergieform überhaupt angesehen werden. Grundsätzlich kann eine Erkrankung der Atemwege durch drei Faktoren ausgelöst werden :
    durch Übertragung von Bakterien, Viren und Pilzen
    durch mechanische Einflüsse, innere Blutungen oder Herzen / Kreislauf- Erkrankungen
    durch eine allergische Reaktion von Schleimhäuten der Atemwegsorgane auf eindringende Allergene

    Bei dem auf eine allergische Atemwegserkrankung reagierenden Pferd lösen bestimmte Allergene, die über die Atmung in die Lunge gelangen und sich auf den Schleimhäuten der verschiedenen Atemwegsorgane wie der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle, den Luftsäcken über die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen (Alveolen) verteilen, Reaktionen des Gewebes aus. Der Pferdeorganismus reagiert auf diese Allergene wie auch bei anderen allergischen Reaktionen übermäßig. Dabei werden im Bereich der Atmungsorgane folgende Schutzmechanismen mobilisiert : das Flimmerepithel, schleimbildende Zellen (Becherzellen), Fresszellen (Makrophagen)
     
  2. *Biggi*

    *Biggi* Neues Mitglied

    Bei normaler Staubbelastung halten sich die Aktivitäten dieser Schutzmechanismen mit den eindringenden krankheitserregenden Stoffen (Allergene) die Waage. Bei übermäßiger Staubbelastung wird als erste Reaktion der Husten ausgelöst. Achtung ! Der erste Husten sollte nicht gleich mit irgendeinem Mittel unterdrückt werden. Er stellt eine wirksame Methode dar, Fremdkörper aus den Luftwegen zu entfernen. Der produzierte Schleim mit Staub und Allergenen wird durch das Husten entfernt. Im Rahmen der allergischen Reaktion wird u. a. körpereigenes Histamin freigesetzt, welches im Bereich der Schleimhäute Schwellungen verursacht. Zusätzlich kann sich dieses sensibilisierte Gewebe entzünden. Das Pferd reagiert also auf die Vorgänge mit ersten Symptomen wie Husten, erschwerte Atmung und wässrigem Nasenausfluss, also ähnlichen Anfangssymptomen wie bei der infektiösen Atemwegserkrankung. Werden keine Gegenmaßnahmen bei Auftreten der ersten Symptome der allergischen Reaktion ergriffen, können schwerwiegende und irreparable Schäden wie chronischer Husten bzw. chronische obstruktive Bronchitis (COB) bis hin zum Lungenemphysem mit Bronchialkrämpfen folgen. Das Lungenemphysem stellt schließlich die irreversible Erweiterung der Lungenbläschen dar und wird landläufig als Dämpfigkeit bezeichnet. Alle Formen bzw. Steigerungen der Atemwegserkrankungen durch Allergene gehen fieberlos einher. Mischformen sind aber möglich, besonders bei einer anschließend entstehenden Folgeinfektion. Ein Pferd besitzt je nach Körpergröße bzw. Lungenvolumen etwa 100 Millionen Lungenbläschen mit einem Durchmesser von 0,5 mm. Das entspricht einer Gesamtfläche von ca. 200 Quadratmetern.

    Die Symptome der allergischen Bronchitis stellen sich wie folgt dar :

    1. das Pferd zeigt als ersten Hinweis einen Leistungsabfall beim Reiten. Es wirkt müde, will kaum traben, schon gar nicht galoppieren. Es räuspert sich oft und zwar so, als ob es etwas loswerden will. Auch schnaubt es mehr als normal. Es wirkt teilnahmslos, sehr ruhig und zeigt erste Unlust bei der Nahrungsaufnahme. Es entwickelt sich wässriger Nasenausfluss.

    2. es folgen erste Hustenerscheinungen die zunächst leise und unterdrückt wahrzunehmen sind. Bei Belastung (Ausritt im Gelände, Halle, an der Longe) werden die Hustenanfälle massiver zum Teil kräftiger mehrmals hintereinander. Jetzt werden auch Atemgeräusche offen hörbar, der Nasenausfluss wird milchig.

    in der dritten Phase zeigt das Pferd Atemnot, besonders in der Bewegung, aber auch in der Ruhephase. Es hat kein Fieber und hustet jetzt auch vermehrt im Stall. Der Nasenausfluss wird eitrig

    3. die Atemnot nimmt zu. Charakteristisch ist beim Atmen jetzt die sog. Doppelschlägigkeit die sich wie folgt darstellt : das Einatmen geschieht langsam und gleichmäßig mit hörbaren Rasselgeräuschen (Ohr an die Nüstern halten) das Ausatmen findet in zwei Abschnitten statt a) passives Ausatmen des ersten teils der Luft b) aktives Ausatmen des zweiten Teils der Luft unter Zuhilfenahme der Bauchmuskulatur (= Auspressen der Luft), im chronischen Stadium bildet sich die sog. Dampfrinne

    4. beginnt sich die Lunge zu verkrampfen, ist zusätzlich beim Ausatmen eine Vorwölbung des Afters zu beobachten. Die Begleiterscheinungen der Lungenverkrampfung sind ähnlich die einer Kolik. Das Pferd wirft sich auf den Boden, ist sehr unruhig, hat aufgerissene Augen und zeigt sichtliche Angstreaktionen. Meistens kann erst bei der zweiten Phase mit erstmaligem Auftreten von Husten mit Gegenmaßnahmen begonnen werden, denn die Anfangssymptome der Phase 1 (Leistungsabfall, Müdigkeit, Unlust) lassen auch auf viele andere zum Teil auch harmlose Ursachen schließen.


    Alle staubentwickelnde Stoffe wie Heu, Stroh oder Walzhafer dürfen nicht mehr in die Nähe des Pferdes gelangen bzw. müssen mit Wasser neutralisiert werden. Das Pferde sollte ständig frische Luft haben (z.B. in einer Außenbox untergebracht werden)

    Einzelallergene im Überblick
    Allergengruppe Gräserpollen / Einzelallergene
    Hafer, Hundszahnkraut, Knäuelgras, Lieschgras, Weidelgras, Roggen, Ruchgras, Schilf, Weißes Straußgras, Weizen, Wiesenfuchs*******, Wiesenrispengras, Wiesenschwingel, Wolliges Honiggras

    Allergengruppe Kräuterpollen / Einzelallergene
    Beifuss, Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn, Margerite, Quecke, Raps, Sauerampfer, Spitzwegerich

    Allergengruppe Baumpollen / Einzelallergene
    Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Erle, Esche, Haselnuss, Kiefer, Linde, Nussbaum, Pappel, Ulme, Wacholder

    Allergengruppe Schimmel- und Hefepilze (Pilzsporen) / Einzelallergene
    Alternaria tenius, Aspergillus clavatus, Aspergillus flavus, Aspergillus fumigatus, Aspergillus niger, Aspergillus oryzae, Saccharomyces cerevisiae, Candida albicans, Cladsporum herbarum, Penicillium notarum, Ustilago nuda

    Allergengruppe Nahrungs- und Futtermittel / Einzelallergene
    Gerste, Buchweizen, Dinkel, Gluten, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Roggen, Weizen

    Allergengruppe Nüsse und Ölsaaten / Einzelallergene
    Erdnuss, Haselnuss, Leinsamen, Mandel, Paranuss, Pinienkerne, Soja- Lecithin, Soja- Eiweiß, Walnuss
     
  3. *Biggi*

    *Biggi* Neues Mitglied

    Allergengruppe Obst / Gemüse / Einzelallergene
    Apfel rot, Apfel grün, Aprikose, Banane, Birne, Brombeere, Erdbeere, Karotte, Knoblauch, Kürbis, Mandarine, Melone, Pflaume

    Allergengruppe Sonstige Futtermittel / Einzelallergene
    Honig, Kürbissamen, Luzerne, Malz (Gerste, Weizen) Melasse, Minze, Mohnsamen, Zuckerrübensamen

    Allergengruppe Milben / Insekten / Einzelallergene
    Biene, Floh, Hausstaubmilbe, Hornisse, Kriebelmücke, Pferdebremse, Staubmilbe, Stechmücke, Weidestechfliege, Wespe, Zecke

    Allergengruppe Arzneimittel / Einzelallergene
    Acetylstein, Acetylsalicylsäure, ACTH, Ambroxal, Aminocephalosporansäure, Aminopenicillansäure, Amoxycillin, Amphotericin B, Ampicillin, Barbiturate, Benzocain, Bromhexin, Captopril, Carbenicillin, Cefachlor, Cephalosporin, Cephalotin, Chloramphenicol, Ciprofloxacin, Diclofenac, Doxcyclin, Enoxacin, Ethoform, Getamycin, Ibuprofen, Insulin, Isoprenalin, Kanamycin, Ketoprofen, Lidocain, Metamizol, Metronidazol, Naproxen, Neomycin, Norfloxacin, Nystatin, Oxacillin, p- Aminobenzoesäure, Paracetamol, Penicillin G und V, Phenacetin, Phenobarbital, Phenylbutazon, Piperacillin, Polymixin, Prilocain, Procain, Pyridoxamin, Resorcin, Streotomycin, Sulfamethoxazol, Tetracain, Thyroxin, Trimethoprim, Tryptophan, Tyramin, Vancomycin

    Allergien auf Medikamente haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Allerdings werden auch mehr Medikamente als früher verabreicht. Besonders häufig sind Allergien auf Antibiotika, Sulfonamide, Antiphlogistika, Antiparasitika aber auch Impfstoffe stehen auf der Liste der möglichen Auslöser bei empfindlichen Pferden. Die Reaktionen reichen von einer leichten Nesselsucht bis hin zu schweren Schockzuständen mit Todesfolge.


    Prinzipiell kann der Pferdekörper auf jede Substanz eine Allergie auslösen. Es bestehen jedoch erhebliche Unterschiede in der Allergiepotenz einzelner Stoffe, also darin, wie häufig und wie ausgeprägt ein Stoff eine Allergie auslöst. Weiterhin reagieren unterschiedliche Pferderassen besonders sensibel auf unterschiedliche Allergene. Pferde mit allergischer Disposition können gegen manche Futtermittel eine Sensibilität entwickeln. Einige Futtermittel sind jedoch besonders häufig für allergische Reaktionen verantwortlich. So hat eine Untersuchung ergeben, dass sich höchsten Werte bei der Melasse zeigen, die sehr häufig bei der Fertigfutterherstellung (z.B. Pellets, Reformhafer) verwendet wird. Ist der Verdauungstrakt des Pferdes geschädigt und die natürliche Darmflora beeinträchtigt, (die Darmflora spielt dabei eine zentrale Rolle, sie besteht aus Millionen von nützlichen Bakterien, die wie ein dichter Belag die Darminnenwände überziehen) ist das Immunsystem nicht voll funktionstüchtig. Die Mikroorganismen gehen mit dem Darm eine Zweckgemeinschaft ein, sie trainieren das Immunsystem, verhindern die Ansiedelung krankmachender Keime und produzieren lebenswichtige Vitamine wie Vitamin B, Biotin und Folsäure. Durch einen übermäßigen befall durch z. B. Ektoparasiten befindet sich das Abwehr- bzw.
    Immunsystem in einer ständigen Alarmbereitschaft. Daher kommt es zu einer schnelleren Allergieantwort des Körpers bei Kontakt mit dem Allergen.

    Erblich erworbene Veranlagung
    Bei der Entstehung von Allergien sind zwei Faktoren maßgeblich beteiligt :
    Die erbliche und die erworbene Veranlagung. Die Vererbungslehre unterscheidet zwischen den Phänotyp und dem Genotyp. Der Phänotyp (= äußeres Erscheinungsbild) stellt das wahrnehmbare Gesamterscheinungsbild eines Pferdes dar und ist das Ergebnis aus vererbter Anlage und der Umwelt. Der Genotyp (= Erbbild) beschreibt alle, also auch die nicht erkennbaren inneren Merkmale und Anlagen (Interieur, vererbte Krankheiten). Vereinfacht dargestellt werden bestimmte Merkmale dominat, rezessiv oder intermediär vererbt. Der Nachkomme erhält immer je ein Merkmal der drei vorher genannten Typen von je einem Elterntier. Ist ein krankheitsauslösendes Merkmal eines Elterntieres dominant oder intermediär, dann ist das für den Nachkommen der Grundstein für eine Erkrankung. Für die Erklärung der Vererbung von Erbkrankheiten oder Allergien kommt allerdings erschwerend hinzu, dass die oben genannten Merkmale auch gemischt bzw. kombiniert übertragen werden können. Erbkrankheiten und Erbfehler werden also hauptsächlich multifaktorell weitergegeben. Dabei können die vererbten Merkmale überdeckt werden und erst erscheinen wenn die durch bestimmte Umweltfaktoren ausgelöst werden. Solche Umweltfaktoren können Ernährungsmängel, Haltungsfehler oder Stoffwechselstörungen sein. Ohne Zweifel muss auch die Neigung zu Allergien eines Pferdes zu den Erbfehlern gerechnet werden. Fest steht in diesem Zusammenhang, dass die vererbten Fehler von den Elterntieren in unterschiedlicher Weise an die Nachkommen weitergegeben werden. Diesen Umstand beschreibt die Genetik mit dem Begriff Heredität. Daneben scheint erwiesen, dass Erbkrankheiten und Allergien vornehmlich von der Mutterstute stammen, weniger vom Hengst. Bei der erworbenen Veranlagung spielt das Zusammenwirken mehrerer äußerer Bedingungen eine wesentliche Rolle :
    Zeit, äußere Einflüsse, Stress u. a.


    Es kann vorkommen, dass ein Pferd zum Beispiel im Rahmen seiner Aufzucht ständig mit bestimmten Stoffen konfrontiert wurde und auf diese Stoffe- zusammen mit einer geerbten Anlage- eine unterschwellige Sensibilität entwickelt hat. Dieses allergisch prädisponierte Pferd zeigt dann z. B. zehn Jahre lang keine allergische Auffälligkeit oder Symptom. Aber irgendwann kann es unter bestimmten äußeren umständen plötzlich und ohne erkennbare Beeinflussung zum Ausbruch einer allergisch bedingten Erkrankung kommen. Steht der sensibilisierte Organismus also unter bestimmten Einflüssen, kommt es zur allergischen Erkrankung.
    Was sich z.B. bei Asthma bronchiale, hartnäckigem Reizhusten und Fließschnupfen in einer entkrampfenden und sekretlösenden Wirkung zeigt.
    Allergiker haben eine erhöhte Zufuhr an essentiellen Fettsäuren nötig, die aber über die normale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist. Dies hängt auch damit zusammen, dass hier ein Defekt im Fettsäure- Stoffwechsel vorliegt, der sich aus dem Mangel bzw. der mangelnden Aktivität und damit Blockade eines bestimmten Enzyms der delta-6-Desaturase erklärt.
    Dadurch kommt es im Organismus zu einer unzureichenden Umwandlung von Linolsäure in Gamma- Linolensäure und Dihomo-Gamma-Linolensäure, den notwendigen Vorstufen für die Entwicklung von Prostaglandin E1.
    Hierfür werden viele Störfaktoren verantwortlich gemacht, wie der Alterungsprozess, psychische Belastungen, Allergene sowie die Folge mangelnder Ernährung.
    Auch chronische Krankheitsherde und Virusinfektionen können diese folgenreiche Entgleisung mitverursachen.
    In z.B. Schwarzkümmelöl sind ätherische Substanzen enthalten (in erster Linie Nigellon und Thymochinon) die bei Erkrankungen der Atemwege, gerade auch bei allergischen Formen wie Bronchialasthma und Fließschnupfen, eine wichtige Rolle spielen und die entzündungshemmende, bronchialerweiternde und sekretlösende Wirkung von Prostaglandin E1 unterstützen.
     
  4. *Biggi*

    *Biggi* Neues Mitglied

    In ähnlicher Weise regulieren die essentiellen Fettsäuren auch die Störung in der körpereigenen Abwehr, die Immunschwäche.
    Eine falsche Fütterung und die zusätzliche Belastung durch Umwelteinflüsse, auch als toxische Gesamtsituation zu bezeichnen, sind als Ursache daran maßgeblich beteiligt.
    Jede Behandlung einer Immunschwäche hat sich als Ziel gesetzt, eine Stärkung und Vermehrung von T- Abwehrzellen, eine erhöhte Produktion von Immunblockaden durch eine Reduzierung zu vieler T- Kontrollzellen zu erreichen.
    Auch hier ist wieder Prostaglandin E1 als wichtige immunregulatorische Substanz am Zug, die zudem die Zellmembranen schützt und widerstandsfähiger gegenüber Angriffen von außen macht sowie die lebenswichtige Zellatmung unterstützt. Bei einer starken und andauernden Beeinträchtigung der inneren Atmung kann die Zelle zur gärenden Zelle und der Atmungsstoffwechsel zum Gärungsstoffwechsel werden. Eine verminderte Zellatmung ist ein günstiger Nährboden für Bakterien und andere pathogene Keime.

    Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang die Rolle von Antioxidantien für die Zellatmung und als Fänger der freien Radikale, die sich durch den Angriff auf Körperzellen gewebeschädigend auswirken.
    Abgesehen von dem oben genannten Thymochinon, wird zur Steigerung der Immunabwehr auch die zusätzliche Einnahme von Antioxidantien z.B. in Form von Beta – Carotin (Provitamin A) und Tocopherol (Vitamin E) empfohlen. Beta- Carotin und Tocopherol, die zu den fettlöslichen Vitaminengehören, schützen die fetthaltigen Zellmembranen vor den Angriffen der freien Radikale
    Bei Atemwegsproblemen sollte noch mehr als sonst auf eine qualitative Fütterung geachtet werden, nur einwandfreies Heu verfüttern und auch über eine Zufütterung von Kräutern für den Schutz der Atemwege sollte nachgedacht werden (vor allen Kräuter als Tee sind bestens geeignet, durch den Inhalationsfaktor)

    Vorsicht Silagefütterung bei Husten – Pferden
    Silage enthält Histamin.
    Histamin ist als allergieauslösende Substanz bekannt. Neben der körpereigenen Histaminproduktion- im Rahmen von allergischen Erkrankungen- spielt die Aufnahme von Histamin durch die Nahrung eine nicht unerhebliche Rolle. Beim Pferd wären dies z. B. Silage, verschimmeltes Heu oder verdorbenes oder angegorenes Getreide, faules Obst. Fehlgärungen (Dysbiosen) im Darm des Pferdes gehören auch dazu. So gebildetes Histamin kann zu allergischen Erscheinungen führen. Empfindliche Pferde sie zu Allergien neigen, können nach der Aufnahme histaminhaltiger Nahrung allergische Erscheinungen zeigen. Hier spielt die Allergieneigung, die aufgenommene Histaminmenge, sowie die Darmsituation und allgemeine Stoffwechsellage des Pferdes eine erhebliche Rolle. Bereist geringe Mengen Histamin können bei empfindlichen Pferden zu einer Erweiterung der Blutgefäße und damit u. a. zu folgenden Erscheinungen führen :
    Verkrampfung der Bronchien, Asthma, verstopfte Nasenhöhlen

    Nicht jedes Pferde (vor allem Pferde, die auf Futtermittel allergisch reagieren) verträgt die Fütterung von Silage. Faktoren wie Eiweißgehalt, Gärqualität und -dauer, sowie die insgesamt aufgenommene Menge an Histamin spielen dabei eine Rolle. Pferde, die auf Silage in einer der Art reagieren, sollten mit Heu gefüttert werden. Staubempfindliche Pferde sollten mit gewaschenem Heu bzw. mit Wiesencobs als Raufutterersatz gefüttert werden.

    1. Anwesenheit von Eiweißen (Histamin) und Gärvorgängen, die zu einer Umwandlung der Aminosäure Histidin in Histamin führen

    2. Die Möglichkeit einer Fehlgärung erhöht die Gefahr der Histaminbildung

    3. Der Zeitfaktor (wochenlange Gärung, abhängig vom Proteingehalt und von der Rohfaser, bei schwierigen Verhältnissen bis zu acht Wochen)
    Der ständige Abbau von Histamin führt zur Überbelastung verschiedener Körpersysteme. Daran beteiligt ist u. a. die Leber und deren Kupfer-, Eisen- und Manganreserven.

    Mangan und Allergien
    Das Auftreten von allergischen Hauterkrankungen und allergischer Bronchitis kann sich bei gleichzeitig auftretendem Manganmangel aufgrund des verminderten Histaminabbaus verstärken. Die Histaminfreisetzung wird durch Mangan gebremst.

    War als kleine Info gedacht
    LG Biggi
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2008
     
  5. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Hallo Biggi,

    Info ist immer gut - aber nur mit Quellenangabe!!! (Sonst ist es Plagiat.)
    Oder hast Du das tatsächlich alles selbst verfasst? *chapeau*

    Gruß, Charly
     
  6. *Biggi*

    *Biggi* Neues Mitglied

    Hallo Charly,

    Die Texte stammen von mir, ich schreibe auch beruflich.
    Du kannst auch auf meiner HP nachlesen, dort stehen noch mehr Infos zum Thema Husten.
    Die ganzen Texte hätten hier leider den Rahmen gesprengt.

    http://pferdeheilpraxisbirgitvaupel.beepworld.de

    LG Biggi
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2008
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