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Ich glaub wir haben ein Vertrauensproblem

Diskutiere Ich glaub wir haben ein Vertrauensproblem im Pferdeflüsterer Forum; Hallo, ich hab mir im Juni letzten Jahres mein erstes eigenes Kutschpony gekauft. Wie sich herausstellte wurde sie sehr krass mit einem Geitner...

  1. Ischen

    Ischen Guest

    Hallo,

    ich hab mir im Juni letzten Jahres mein erstes eigenes Kutschpony gekauft. Wie sich herausstellte wurde sie sehr krass mit einem Geitner Halfter erzogen, sie durfte z.B nicht wiehern am Halfter, nicht in eine andere Richtung als zum Halter schauen, wurde gestraft wenn sie nur die nase richtung boden gesenkt hat, hat überhaupt keine leckerlies bekommen und ich vermute, dass sie nur blickkontakt zu anderen hatte, da sie anfangs super unsozial war und alles zusammengeschlagen hat was nach pferd aussah.
    mittlerweile hat sich das aber gelegt und sie lebt in einem herdenverband.
    um anfangs an sie heranzukommen haben wir sie auch immer mit leckerchen vollgestopft, was sich jetzt eher als kontraproduktiv herausstellt, da sie auf der weide nur kommt, schaut ob es was zu fressen gibt und wenn die hände leer sind, legt sie die ohren an und dreht sich weg. geht man dann, kommt sie aber neugierig hinterher, hält aber sicherheitsabstand. auf der anderen seite werden wir freudig mit einem wiehern begrüßt wenn wir den stall betreten. wir, mein freund und ich, beschäftigen und recht viel mit ihr, machen oft lange spaziergänge, bei denen sie sich frei an der langen longe bewegen kann und longieren sie viel, wenn wir nicht fahren können. auf kuscheln steht sie gar nicht, hat man sie am strick lässt sie sich überall berühren, in der weide oder im stall legt sie aber direkt die ohren an und geht weg. wenn wir spazieren gehen läuft sie immer hinter uns mit angelegten ohren, wenn sie merkt das es heimwärts geht findet sie sich neben uns ein und schaut gut gelaunt nach vorn...
    wenn sie vor irgendetwas angst hat bleibt sie stehen und geht dann mit mir brav daran vorbei oder lässt sich davon überzeugen vorbei zu gehen. im täglichen umgang ist sie recht unerschrocken.

    was mache ich falsch und wie kann ich die beziehung verbessern? sobald man sie anfasst legt sie die ohren an, kraulen ist also ganz tabu. bei der arbeit ist es ein traumpony und macht alles super mit...

    danke schon mal für euren rat
     
  2. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Schubbert sie sich denn auch niemals an dir oder versucht es?
    Ist natürlich schwierig wenn das arme ding so schlecht behandelt wurde.
    Negative Erfahrungen sitzen immer sehr tief und sind nur schwer wieder mit positiven zu überschreiben.
    Aber wenn sie sonst super mitmacht und kein "Problempferd ist" fehlt einfach das grundvertrauen in den Menschen. Und das musst du ihr wiedergeben.

    Klickertraining wäre eine meiner ideen. Erst mit Traget, das sie weiß worum es geht. Danach auch kraulen etc. klickern.
    zum klickern gibts dutzende bücher und zig foren wo man dir das im zweifel von null auf erklären kann.

    Hast du dich schomal mit dem Pony alleine in die Box oder einen kleinen Paddok gesetzt? Einfach nur anwesend sein beim Pony ohne das das Pony eine beschäftigung hat durch Futter oder sonstiges und ohne das DU etwas von ihm verlangst.
    So könnte das Pony lernen das es nicht immer funktionieren muss oder eine strafe bekommt (die es nicht nachvollziehen kann, wie z.b. fürs kopf senken oder wegschauen)
    Wenn das Pony dann interessiert an dir schnuppert, gewähren lassen und nicht sofort drauf loskuscheln.
    Lass das Pony entscheiden wie weit es dich berühren möchte und sich berühren lassen will.
    Wenn es dann entspannt nah bei dir ist mal ganz sanft streicheln, aber nur bis es die ersten anzeichen macht das es das nicht mehr möchte.
    du musst dem pony zeigen das du es auch als individuum akzeptierst das auch mal eine eigene meinung haben darf.

    Das würde ich erstmal jeden Tag machen (wenn die zeit vorhanden ist) und so eine "sitzung" kann auch schonmal 2-3 stunden dauern anfangs wenn du pech hast.
    Nicht rufen, nicht locken, am besten auf nen schemel setzen und n buch lesen. einfach da sein. die neugierde wecken.

    in der anfangszeit würde ich auch sonst nichts von dem pony fordern. also kein longieren, kein fahren. Nur Vertrauensaufbau.

    Hat sie denn evtl eine Stelle am Körper wo sie das Putzen sehr gerne hat? Und richtig entspannt? Das wäre dann die erste Stelle wo du nachdem SIE sich DIR angenähert hat anfangen könntest zu kraulen.


    Das kann das ganze bessern und würde ich auch wenn du mit dem normalen Training wieder anfängst immer mal wieder machen. So einmal die Woche z.b.
    Das sie immer wieder merkt: Nur weil meine Besitzerin kommt muss ich nicht immer funktionieren.
     
  3. Ischen

    Ischen Guest

    Hallo,
    sowas haben mein freund und ich auch schon gemacht, das er einfach nur in der box gestanden hat, ohne was zu machen. dann kommt sie gelegentlich auch von allein an. auch wenn wir einfach mal ne stunde auf der weide rumgestanden haben kommt sie immer wieder an und stupst einen aber sobald man sich bewegt oder sie berühren will, gehen die ohren nach hinten und sie geht wieder.
    Werden das in nächster zeit mal öfter machen und so vorgehen wie du es schreibst. ich hab immer das gefühl, dass das putzen ihr gar nicht so gefällt, sobald mal in kopfnähe kommt guckt sie auch sehr panisch. kommt wahrscheinlich von dem tollen erziehungshalfter :-/.
    geschubbert hat sie sich noch nie, das wurde vorher auch immer drastisch gestraft. mit dem pony hab ich eine ganze gebrauchsanweisung dazu bekommen, was sie alles nicht darf...
    ist es vllt auch negativ sie an der langen leine beim spazieren gehen laufen zu lassen? ich fands immer ganz nett das sie so viel freiraum hat und sich umsehen darf wo sie möchte...

    danke schon mal für dein antwort :)
     
  4. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Ich würde das nicht als negativ ansehen wenn die an der langen leine geführt wird. vor allem wenn sie brav mitgeht, nicht versucht ihr eigenes ding durch zu ziehen und vor dem hintergrund das sie früher nur mit diesem erziehungshalfter geführt wurde.

    Wie alt ist das Pony?

    So ein Seelisch angeknackstes Pony ist nicht mal eben in einem Jahr wieder ein normales Pony im Umgang. Das dauert Jahre bis sie wieder normal ist. Wenn irh pech habt wird sie sich nie mehr menschen gegenüber wie ein normales pony benehmen.


    Und wenn sie freiwillig ankommt und stubst würde ich dann anfangs mich nicht bewegen und nicht gleich versuchen zu streicheln. nur mal vom buch aufschauen vielleicht und hallo sagen.
    Und das setzen schrieb ich deshalb weil sie ja recht klein ist. (1,15 schriebst du in nem anderen Thread oder?)
    Da muss sie ja immer aufschauen und größe ist auch ein drohmittel indirekt. Pferde steigen ja nicht nur um mit den Vorderbeinen auszukeilen, sondern um sich größer zu machen, dominanz zu zeigen!

    Und wenn sie vorsichtig stubst und gleich der große "böse" mensch sie anfasst erwartet sie gleich wieder eine bestrafung durch ihre vergangenheit und zieht sich natürlich zurück.
     
     
  5. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger



    Wo ist das denn krasse Erziehung? Wenn mein Youngster am halfter läuft, hat er auch seine volle Aufmerksamkeit mir zu widmen. Ich dulde da auch kein wegdrehen oder Kopf in die Luft strecken und wiehern. Der Kopf ist da wo ich ihn haben will. Er hat einen Raum in dem es ok. ist sich aufzuhalten, alles andere wird unterbunden- also ich hole mir dann die Aufmerksamkeit wieder. Überhaupt keine Leckerlies zu geben ist eine gute Sache, ich seh da jetzt kein Problem?

    Den Fehler habt ihr selbst gemacht: Ihr seid momentan nur als Futterspender interessant. Es wird erstmal schwer werden die Beziehung umzustrukturieren.

    verstehe ich das richtig? das pferd wird jetzt einfach am langen Seil geführt und darf sich bewegen wie es will? sowas ist absolut kontraproduktiv.

    das müsst ihr respektieren und sie in ruhe lassen, wenn sie frei umher läuft. habt ihr sie am halfter sollte sie sich überall anfassen lassen und es gelassen hinnehmen. bei pferden mit solchem charakter würde ich es mit der nähe aber nicht übertreiben. sie ist halt so.




    Behandele sie konsequent, respektiere sie und sei nett zu ihr. Lobe sie, wenn sie sich brav anfassen lässt und mache das nur kurz. Gib ihr pausen, belohne sie indem du sie in Ruhe lässt.
    Vertrauen kannst du mit Bodenarbeit aufbauen. Aber immer lieber weniger/ kürzere Einheiten machen mit solchen Pferden.

    LG
     
  6. Ischen

    Ischen Guest

    Ich finde es krass, wenn man ein pferd dafür bestraft, dass es wiehert oder es mal herumschaut wenn man es führt. ich möchte ja
    auch keinen auf die nase bekommen, wenn mir ein kumpel entgegen kommt und ich ihn begrüße oder ich aufmerksam meine umgebung beobachte..

    das mit dem futterspender hab ich mir auch schon gedacht, das war nicht die klügste variante...
    und ja, es darf sich beim spazierengehen momentan frei bewegen und schnüffeln und schauen wo es will. nur fressen wird untersagt.

    auch dir danke, für deine hinweise und tips :)
     
  7. Gromit

    Gromit Punktetierbändiger

    kommt halt darauf an, was die Strafe ist. Wenn es unangemessen bestraft wurde ist das natürlich schlecht. Aber wiehern, umherschauen und andere Pferde begrüßen gibts bei mir auch nicht. Nur wenn ich es erlaube, die Entscheidung treffe ich. Wie soll das denn später beim Reiten/ Fahren werden? Darf dein Pferd da auch machen was es will oder sich die Gegend anschauen? Sobald ich als Herdenchef mit dabei bin, bestimme ich was interessant ist und was nicht. Mein Pferd braucht keine Entscheidungen zu treffen, dafür bin ich ja da und es vertraut mir. Pferde wollen das gerne so haben. Indem du so nachlässig bist, verunsicherst du sie. Sie wird dich so nie als Vertrauens/Respektsperson sehen und irgendwann eigene Entscheidungen treffen und durchsetzen, einfach weil du als inkompetente Führungsperson abgestempelt bist.
    lg
     
  8. Ischen

    Ischen Guest

    Hört sich soweit logisch an :). Also gibts beim spazieren gehen wieder die kurze leine.... für den anfang ist das vllt schon mal was
     
  9. Nessi

    Nessi Bekanntes Mitglied

    Mein Pony darf auch nicht wiehern, sich nicht schubbern, wenn wir irgendwo hingehen, soll er nicht glotzen sondern neben mir gehen und Leckerlies kriegt der so gut wie nie von mir sondern nur für ganz spezielle große "Leistungen"... und ich gehe noch weiter: mein Pferd darf mir gegenüber auch nicht die Ohren anlegen, das ist Drohen und das gibts nicht. Dennoch kann ich mich nicht über unser Verhältnis beschweren und unterdrückt ist der auch nicht.

    Das Geitnerhalfter ist kein Folterinstrument, schlimmeres als mit einem handelsüblichen Knotenhalfter dürfte man damit auch nicht ausrichten dürfen.

    Ein Pferd mit Leckerlies vollzustopfen um sich interessant zu machen ist sicher nicht der richtige Weg, das habt ihr ja gemerkt. Pferde wiehern ihren Futterspendern übrigens öfter mal zu, es muss also wirklich keine Freude über euch sein, sondern kann genauso Freude übers mögliche Futter sein.

    Ich glaube ehrlich gesagt, du gehst das völlig falsch an und schließe mich erstmal Gromit an...

    Bedenken solltest du, dass es dem Pferd nichts (!) bringt, ewig lang Mitleid zu haben weil das arme Tier früher so schlimmes erleiden musste (wovon ich nichts sehe - Einzelhaltung, klar, wäre doof, aber so genau weißt du das ja scheinbar gar nicht) und beinahe klingt es so, als würdet ihr ein erzogenes, nur einwenig schüchternes Pony jetzt komplett verziehen weil ihr Mitleid habt und zuviel durchgehen lasst (ich würde mich z.B. nicht angiften lassen und würde auch wollen, dass das Pony ordentlich neben mir hergeht.).

    Meiner schmust auch nicht gerne, das ist erst in den letzten Jahren ein bisschen mehr geworden und ich habe den bald 14 Jahre...

    Klar, es ist das erste Pony, da will man alles richtig machen und besonders lieb sein und so weiter... Ich versteh das vollkommen, aber vielleicht solltet ihr das noch mal genauer überdenken.

    Edit: Zu langsam, das meiste wurde ja nun schon gesagt :)
     
  10. Streunerin

    Streunerin Inserent

    Herumschauen und wiehren bei der aktiven arbeit.. NEIN .. das kann man aber auch konequent unterbinden und muss nicht bestraft werden in dem sinne das das pony/pferd einen rüber bekommt mit gerte oder strick oder einen auf die nase geschlagen bekommt.

    Und wenn diese Spaziergänge als gemeinsame Zeit deklariert sind von dir und nicht als arbeitszeit finde ich das völlig ok das das pony locker laufen darf (natürlich ohne zu fressen)
    Das habe ich mit meiner alten RB auch ab und an mal gemacht. Einfach am langen Strick spazieren ohne was zu verlangen. Einfach nur gemeinsam Zeit verbringen und die Natur genießen.
    Du musst nur aufpassen das das Pony deutlich unterscheiden kann zwischen gemeinsamer zeit und arbeit.



    @gromit: ist stimme dir prinzipiell zu. Aber wie ich aus dem tread rauslese haben wir hier ein 115cm keinen Ponychen das härter erzogen wurde als Vollblut-Junghengst es nötig hätte. Und irgendwelche speziellen Ausbilungshalfter um sich bei einem kleinen Pony durchsetzen zu können .... total krank ....


    Edit:
    OhOh ich glaube wir haben hier wieder ein Typisches Forumsproblem... jeder interpretiert die Geschichte anders.... es ist aber auch nicht leicht ohne die Menschen und das Tier zu kennen da wirklich eine 100%ige Aussage machen zu können.
    Jeder versucht sich an einen ähnlichen Fall zu erinnern den er mal erlebt hat und schreibt dementsprechend was zu tun ist. ... ich denke hör dir einfach alle meinungen an und schau was am besten zu euch passt.
    Eine Universallösung gibts wohl sicher nicht ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2012
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