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Ich tue mich schwer, mit dem "harten" Durchsetzen... so bin ich nicht?!

Diskutiere Ich tue mich schwer, mit dem "harten" Durchsetzen... so bin ich nicht?! im Pferde Allgemein Forum; Hallo zusammen, ich weiß, es ist ein lediges Thema das "Durchsetzten". Nur muss ich doch das wirklich einmal hier ansprechen, in der Hoffnung es...

  1. Milasila

    Milasila Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich weiß, es ist ein lediges Thema das "Durchsetzten". Nur muss ich doch das wirklich einmal hier ansprechen, in der Hoffnung es geht noch mehreren so wie mir.

    Seit August diesen Jahres darf ich meine junge Pflegeponystute mein eigen nennen. Sie ist eine Islandstute und hat ihre ersten 3-4 Lebensjahre nur sporadisch mit Menschen zu tun gehabt, eigentlich nur zu Gesundheitschecks oder vom weide zu weide wechseln einen Menschen gesehen.
    Seit über einem Jahr beschäftige ich mich nun mit ihr und habe angefangen sie zu erziehen.
    Mittlerweile ist sie 5 Jahre alt und weiß ganz genau, wie sie zeigen muss, wenn ihr etwas nicht passt. Leider habe ich so schon einige blaue Flecken durch ihre Bisse in meine Oberarme abbekommen. Erst letztens wollte sie nicht von der Weide und hat dann in meinen Arm geschnappt. Dann hats aber von meiner Seite richtig gerauscht, weil es wirklich weh getan hat...

    An manchen Tagen läuft es besser mit ihr, an manchen weniger. Und heute war so ein bescheidener Tag. Wir haben wieder 20 Schritte zurück gemacht, weil sie nun wieder am Putzplatz nicht ruhig stehen kann, sich vorerst gar nicht von der weide führen lies, mich umrempelt, mir die Hufe nicht geben will. Kurz: wir fangen jetzt einfach wieder von vorne an.

    Meine Freundin und meine Trainerin, die mir mit Rat und Tat zu Seite stehen, sagen mir immer, dass ich härter mich bei ihr durchsetzen soll und nicht immer sie lieb "fragen" soll, ob sie nicht doch vielleicht mir bitte mal die Hufe geben kann etc.

    Ich verstehe das total und manchmal gelingt mir das durchsetzen. Aber es ist bei mir einfach noch nicht in der Routine drin. Ich tue mir unglaublich schwer damit, auch mal hart durchzugreifen und ihr auch einmal eine zu klatschen, wenn sie versucht mich zu beißen. Ich tue mir unglaublich schwer damit, konstant konsequent zu bleiben, ständig konzentriert auf sie zu sein und jede falsche Kleinigkeit von ihr ständig korrigieren zu müssen. Ich dürfte so nicht mit stallkollegen ins gespräch kommen, wenn sie noch bei mir steht. Weil sie jede unachtsamkeit meinerseits ausnutzt.
    Und die größte Schwierigkeit, wo ich mir selbst im Weg stehe: ich habe angst, dass ich zu gewaltsam reagiere, obwohl ich weiß, dass pferde untereinander auch nicht gerade zimperlich miteinander umgeben. Ich versuche mich in ihre sicht reinzuversetzen und weiß dann auch, dass ich mich wirklich besser durchsetzen muss. Aber es ist wie so eine blockade. Ich falle immer in mein altes muster zurück, sodass ich nachgebe oder dann "weicher" reagiere.
    Ich fühle mich, wenn ich mich anstrenge härter durchzugreifen, einfach nicht wohl dabei. Weil ich irgendwie nicht so bin... Kennt das jemand?
    Wie kann ich mir das angewöhnen und in meine Routine und in meinen Alltag einbauen?
    Hat hier jemand einen Tipp für mich, damit es mir leichter fällt?

    Am liebsten wäre es mir natürlich, dass es einen sanfteren Weg geben würde, ihr zu zeigen, dass sie gefälligst mehr Respekt vor mir haben soll. Aber ich glaube, den gibt es nicht...

    Hatte auch mit meinen Reitbeteiligungen davor ab und an damit zu kämpfen. Aber irgendwie scheine ich wohl immer an diesem Punkt zu scheitern...

    So, ich glaube für den Amfang habe ich nun alles beschrieben. Freue mich auf eure Meinungen und Tipps.

    Liebe Grüße
    Milasila
     
  2. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

  3. Princess of Diamond

    Princess of Diamond Bekanntes Mitglied

    Wichtig ist es immer gleich zu sein sonst wird das nie was. Klar bekommt man vieles auch mit sanften Methoden hin aber auch da ist es wichtig das es immer gleich ist. Sonst kann das Pferd nicht einschätzen was Sache ist.
     
  4. obsession

    obsession ...mag Basketball lieber


    Das hier ist dein Problem.

    Wenn du dein Pferd erziehen willst, bleibt dir nix anderes übrig als 100% konsequent und aufmerksam zu sein.

    DANN kannst du nämlich sehen, wann sie nur dran denkt (!) zu beißen und vorbeugend reagieren. DANN kannst du konsequent fordern, dass sie Hufe gibt, und wenn das sture 16 Minuten dauert.

    Obsi.
     
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  5. friederike43

    friederike43 Bekanntes Mitglied

    Ich seh das ja immer ein bisschen anders.

    Manche haben einfach die Souveränität für Pferde, was oft durch Erfahrung, Routine, Gelassenheit, von selbst kommt oder man hat sie tatsächlich von Natur aus. Andere werden Pferden nie das Vertrauen in die eigene Führungspersönlichkeit vermitteln können.

    Eine in meinem Bekanntenkreis kauft sich ständig neue Pferde weil die, die sie hat früher oder später je nach Charakter mit immer den selben Marotten anfangen. Grob und vereinfacht gesagt, die Stuten fangen an auf Konfrontation zu gehen, bis hin zum ansteigen, die Wallache wenden sich ab und ziehen ihr eigenes Ding durch und die Bekannte "hängt nur noch dran". Dass es an ihr und ihrer Art liegt, glaubt sie nicht. Irgendwann ist sie dazu über gegangen jedes "falsche" Verhalten des Pferdes, wie sich bewegen beim angebunden sein, zu sanktionieren. Mit dem grandiosen Erfolg dass ihre damalige Stute sich erst Recht Luft gemacht hat.

    Zum "immer gleich sein": ich selber bin nicht jeden Tag gleich. Auch Pferde sind nicht jeden Tag gleich. An dem einen Tag ist es erlaubt, dass sich der Rangniedrigere am Ranghöheren wetzt, an nächsten mag er es nicht mehr und schickt den anderen weg. Das steht auch mir zu. Nur die Kommunikation muss so sein, dass das Pferd es versteht. Es darf keine Angst vor mir und meiner (möglicherweise) unangemessenen Reaktion haben. Dann ist das auch ok so.

    Vom Durchsetzen halte ich nicht viel. Also vom Begriff an sich und wie das dann oft umgesetzt wird.

    Ich weiß, dass sehr viele das anders sehen. Aber ich komme sehr gut mit meinen Pferden klar und habe diesbezüglich keine Probleme, auch nicht bei meiner Charakterlich sehr starken Schimmelstute. Also so ganz falsch kann es wohl nicht sein, nehme ich an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Nov. 2018
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  6. Tequilla

    Tequilla Inserent

    Ich glaube Du verstellst Dich, wenn Du versuchst Dich "durchzusetzen". Dein Pony nimmt Dir das nicht ab, zurecht, weil das bist nicht Du.
    Es macht auch keinen Sinn sich eine Maske aufzusetzen um sich durchzusetzen, DU willst nicht gebissen werden, das ist Dein gutes Recht, also lass Dich nicht beissen, dafür musst Du sie nicht verhauen. Da reicht ein ausgefahrener Elbogen der halt auch mal trifft oder so, finde ich :)
     
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  7. Mirage

    Mirage Bekanntes Mitglied

    Blöde Frage, denn ggf. hab ich das jetzt falsch verstanden: Du hast angefangen sie zu erziehen mit dem Ergebnis, dass sie zu beißen begonnen hat?

    Bei einem Jungspund ist es vollkommen normal, dass man die eine Stunde am Tag, die man etwas mit dem Pferd macht, die Konzentration auch darauf hält. Nicht ala Habachtstellung, sondern eher ala beachten, ob etwas zu lange dauert, was beim Jungspund zu Langeweile und Unfug führen kann. Ergo lieber kurz und knackig putzen und sonst was und danach einen Ratsch mit der Stallkollegin machen, nicht währenddessen. Soviel Selbstdisziplin ist zwingend erforderlich, damit man das Pferd auch passend erziehen kann. Wenn man selber dazu sich nicht in der Lage sieht, dann braucht man jemanden, der einen anleitet und einem selbiges beibringt. Da gibt es auch kein Infragestellen des Trainers, der hat die Erfahrung und den Blick, darauf vertraue ich als Schüler und nur so kann es als Schüler auch funktionieren.
     
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  8. Kigali

    Kigali Sternchenreiter

    Ich glaube, zum richtigen Zeitpunkt, einmal sehr deutlich werden, reicht meist.
    Immer nur ein bisschen strafen, bringt meiner Meinung nach nichts.
    Strafen heißt nicht unbedingt verprügeln wobei, als ich Kigali damals bekam, traute sie keinem Menschen, weil "unreitbar" von ihrer Vorbesitzerin "gerettet",das Problem, die gute Frau hatte keine Ahnung.
    Es kam wie es kommen musste, jeder durfte sich an der Stute versuchen, es wurde immer brutaler.
    Zum Schluss wurde Kigali zum putzen getrenst und ausgebunden.
    Als ich sie kaufte, konnte man sie genau eine Hand vor bis eine Hand hinter dem Wiedrrist anfassen, ging man weiter hoch oder runter, wurde gnadenlos zugebissen, folgte eine Strafe, flogen einem die Hufe um die Ohren.
    In habe es mit Liebe und Geduld versucht, in habe gestraft, habe zur Gerte gegriffen, nichts half, sie wurde nur aggressiver und lernte auszuweichen oder gezielter anzugreifen.
    Irgendwann saß ich bei ihr, das alte Sommerfell war noch nicht runter, das Winterfell wuchs, sie war schlicht und einfach so ungepflegt, das ich befürchtet, unter dem ganzen Dreck, Fell etc... wird es irgendwann leben :rolleyes_2:
    Mir war klar, so kann es nicht weiter gehen, ich überlegte, was ich noch tun könnte...
    Dann hatte ich die rettende Idee, ich zog ihr das Halfter an, band sie am Strick an, machte aber zusätzlich einen Kettenstrick dran, (locker über die Nase geschnallt) das Ende des Kettenstricks habe ich in der Hand gehalten, mit der anderen Hand nahm ich eine Bürste und fing an sie zu putzen, dabei beobachtete ich sie ganz genau, schon beim minimalen Anzeichen, gab es einen kurzen aber durchaus deutlich Ruck auf die Nase, das habe ich genau 2 x gemacht, danach konnte ich mein Pferd waschen.
    Sie hat nie wieder gebissen oder getreten.
    Lediglich wenn man den Sattel auflegte, musste man hin und wieder aufpassen (z.B wenn sie rossig war) dann reichte aber ein scharfes "Nein" und sie besann sich eines besseren.:gi66:
    Die Methode war sicherlich nicht die netteste, aber immer noch besser, als ständig zu strafen oder irgendwann ernsthaft verletzt zu sein.
    Ich bin die Inkonsequenz in Person, meine Pferde dürfen viel, aber sie wissen genau wann Schluss ist!
    Schluss ist bei mir, mindestens einen Schritt, bevor es gefährlich wird.
    Generell denke ich, einmal deutlich werden bringt mehr als 100 x mit Wattebällchen werfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Nov. 2018
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  9. friederike43

    friederike43 Bekanntes Mitglied

    So, ich kann nicht schlafen....

    Zuallererst, ich möchte Dir nichts unterstellen, ich kenne Dich gar nicht. Ich möchte auch nicht so wirken, als würde ich Dich lächerlich machen wollen oder ähnliches! Du sollst nur verstehen, worum es mir geht und dazu sind manchmal Bilder hilfreich.

    Stell Dir vor, Du hast einen Chef. Der ist sehr unsicher, hat keinen Überblick über seine Firma, trifft öfter mal falsche Entscheidungen, steht dann aber nicht dazu, sondern versucht sich herauszuwinden. Manchmal hat er dann kurzfristig einen cholerischen Anfall. Du weißt genau, Du könntest den Laden viel besser schmeißen als er und manchmal tust Du das auch, einfach aus reiner Frustration heraus. Könntest Du diesem Menschen Vertrauen und Respekt entgegen bringen? Vermutlich nur schwer. Wäre er nicht Dein Chef, hättet ihr wohl nicht viel miteinander zu tun.
    Deinem Pferd geht es ähnlich, denke ich. Nur hat Dein Pferd immer noch in seinen Genen, dass sein Leben davon abhängt, wem es Vertrauen gegenüber bringt. Also noch einmal eine ganze Ecke "härter" als bei Dir und Deinem Chef. :wink:

    Bist Du generell unsicher, wenn Du bei Deiner Stute bist? Hast Du eventuell Angst, was passieren könnte, Angst vor ihren Reaktionen?

    Sich verstellen, wie Deine Trainerin das offenbar von Dir verlangt, hilft bei Pferden nicht (hat ja Tequilla schon geschrieben). Die merken sofort wenn Du nicht authentisch bist. Und nehmen das auch manchmal übel, vor allem wenn Du trotzdem einen auf "durchsetzen" machst. Wenn Du aber zbs sehr feinfühlig bist, so ist das nichts schlechtes, sondern Du kannst das für Dich nutzen! Einfühlungsvermögen und Gefühl fürs Pferd fehlen vielen, denen hast Du etwas voraus! Nur Deine Unsicherheit müsstest Du überwinden lernen.

    Was meiner Meinung nach sehr gut hilft, sind innere Bilder und alles in bestimmte, machbare Schritte aufteilen.
    Als Beispiel eine ganz normale Situation:
    Du stehst am Koppeltor und möchtest Dein Pferd zum putzen holen.
    1. Schritt wäre, Tor auf, Du gehst hindurch, drehst Dich um und machst das Tor wieder zu. Den Strick hast Du locker in der Hand, Du schwingst leicht in der Hüfte und gehst in die Richtung in der Dein Pferd steht. Schultern sind gerade, Blick ist nach vorne gerichtet, Du fixierst aber Dein Pferd nicht.
    Inneres Bild: Dein Pferd bleibt stehen, sieht Dich an. Du kannst Dir schon mal vorstellen, wie Du es zur Begrüßung am Hals kraulst oder sonst wie lobst.
    Erster Schritt geschafft, abhaken.
    2. Schritt: Du stehst bei Deinem Pferd. Die angelegten Ohren kannst Du ignorieren. Du begrüßt Dein Pferd trotzdem. Die Begrüßung sollte ehrlich sein, mit positiven Gedanken, trotz der eventuell abweisenden Reaktion Deiner Stute. Halfter einklicken. Beißen lassen solltest Du Dich natürlich nicht, gucken wo ihre Augen hinwandern, ob die Nüstern in Deine Richtung gekräuselt und hochgezogen sind etc ist hilfreich. Eine Abwehr des Beiß-Versuches (sollte der kommen) sollte kurz und nicht übermäßig sein. Man muss ja nicht gleich mit einer Streiterei beginnen. Versuch danach gleich wieder ruhig zu werden, vor allem innerlich.
    Inneres Bild: stell Dir vor, wie Dein Pferd am halblangen Strick gelassen mit Dir zum Tor wandert.
    Zweiter Schritt geschafft, abhaken.
    3. Schritt: Du versuchst das umzusetzen, was Du Dir gerade bildlich vorgestellt hast: Dein Pferd soll Dir am halblangen Strick gelassen zum Tor folgen.
    Du gehst voran und auf kürzestem Weg dahin, wo Du hin willst. Selbstverständlich willst Du zum Tor!
    Du kannst Dir in dem Falle auch vorstellen, Du hast eine Art Sogwirkung und "saugst" Dein Pferd einfach mit - nicht am Strick ziehen bei der Vorstellung! ;-) Und atmen. :)
    4. Schritt: Du machst das Tor auf, lässt Dein Pferd hindurch, immer noch am halblangen Strick. Was tust Du jetzt mit Deinen Händen, mit Deinen Schultern, um Dein Pferd ohne Zug auf dem Strick zum drehen und stehenbleiben zu bekommen? Irgendwann passiert alles völlig automatisch, aber wenn es Dir hilft, stelle es Dir vorher bildlich vor, was Du tust um die gewünschte Reaktion zu bekommen. Ich würde mit meiner linken Schulter das Pferd quasi "aufhalten" und zu mir drehen, die rechte Hand mit dem Strick evtl. etwas höher nehmen. Das sind aber schon Feinheiten und ist auch teils recht individuell.
    Stell Dir als inneres Bild vor, wie alles reibungslos funktioniert. Das PASSIERT jetzt auch so. Du musst felsenfest davon überzeugt sein. :)

    Beispiel am Putzplatz:

    Du bindest Dein Pferd an. Es möchte nicht stehen bleiben und schwenkt mal in die eine, mal in die andere Richtung. Du könntest jetzt einfach das Ganze ignorieren und Dein Pferd einerseits ablenken, andererseits an eurer Beziehung arbeiten. :) Wie? Fang mal am Widerrist an zu kratzen, vielleicht ist auch die Stelle an der Schulter oder am Mähnenkamm. Möglicherweise kriegt Deine Stute gleich eine lange Schnute (^^), vielleicht ist sie auch etwas introvertierter. Aber jetzt kommt Deine Feinfühligkeit wieder ins Spiel: klappt sie an einer Stelle die Ohren nach vorne? Zuckt sie irgendwann mit der Lippe? Bingo, Stelle gefunden. Das kann man ausbauen. Kraulen, loben. Positiv miteinander umgehen. Immer wieder, wenn (oder ganz einfach auch, damit) sie brav stehen bleibt.
    Hufe auskratzen:
    Sie mag Dir ihren Huf nicht geben und stemmt ihn in den Boden. Du könntest einfach, nachdem das Putzen gut und positiv dank vieler Kraul-Lobs verläuft, immer mal wieder kurz (!) ihren Huf haben wollen. Einfach mal anfragen, wenn sie ihn gibt, kurz die Sohle abklopfen, loben. Macht nichts, wenn das schon vorher mal länger geklappt hat. Dafür heute vielleicht öfter, vielleicht mit schnelleren Reaktionen, vielleicht selbstverständlicher. Und wenn sie ihn nicht geben mag: achte darauf, dass sie zumindest ihr Gewicht auf das andere Bein verlagert. Also dass überhaupt eine annähernd positive Reaktion auf Dich kommt. Dazu kann man sich mit der Schulter, notfalls auch mit dem Ellbogen gegens Pferd stemmen. Immer wieder locker lassen, beständiger Druck erzeugt nur Gegendruck und Dein Pferd ist schwerer als Du. Auf diese Gewichtsverlagerung solltest Du bestehen. Es ist schon gut, Du sollst ja hier noch lernen. In dem Falle: ruhig bleiben, keinen Ärger hochkommen lassen, wird alles!

    Leise mit Deinem Pferd reden, eventuell singen oder summen entspannt Dich und somit auch sie.

    Versuchs mal. :)

    Viel Erfolg!
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Nov. 2018
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  10. ruffian

    ruffian Schimmelreiterin

    Das ist nur fair: Der Mensch holt das Pferd von der Weide und ab dem Moment, wo das Halfter aufs Pferd soll will der Mensch etwas. Er erwartet vom Pferd Verständnis für seine Ansprüche und Aufmerksamkeit für seine Handlungen. Er erwartet die gewünschten Reaktionen und die Bereitschaft zu lernen, dazu Rücksicht auf seine Bedürfnisse. Es verletzt den Gedanken an Freundschaft und Partnerschaft mit dem Pferd, wenn man an ihm herumfummelt und dabei unaufmerksam ist, aber anfallsweise die kleinen Unaufmerksamkeiten des Pferdes mit hektischer Aktivität beantwortet. Der Umgang mit dem Pferd ist ein andauerndes Gespräch, auf das sich ein Mensch einlassen und konzentrieren muss. Je besser man einander kennt, desto größer können die Pausen im Gespräch sein, weil jeder weiß, was der andere denkt.

    Ich fand es am Anfang sehr anstrengend mit meiner Stute, als sie neu bei mir war. Mit ihrem Vorgänger hatte ich mich nach 25 Jahren blind verstanden, mit ihr hatte ich eine Unbekannte vor mir. Dabei hat sie es mir noch sehr leicht gemacht durch ihre freundliche, intelligente Art. Was ich damit sagen will ist einfach, gib euch Zeit für das Kennenlernen und setze dich nicht unter Druck, irgendeine "Methode" perfekt anwenden zu müssen. Schau hin, probiere aus und nimm das Pferd wichtig, so lange du mit ihm zu tun hast. Ganz viel Fortschritt folgt einfach nur Versuch und Irrtum plus viel Geduld.
     
    sarah2010, satine, silke170 und 4 anderen gefällt das.
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