1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Info ! Strukturfutter

Diskutiere Info ! Strukturfutter im Haltung und Pflege Forum; Heu Bei der Heugewinnung soll der Wassergehalt des Ausgangmaterials so weit gesenkt werden, dass es lagerfähig ist, d.h. während der Lagerung...

  1. *Biggi*

    *Biggi* Guest

    Heu

    Bei der Heugewinnung soll der Wassergehalt des Ausgangmaterials so weit gesenkt werden, dass es lagerfähig ist, d.h. während der Lagerung keine mikrobiellen Umsetzungen erfolgen. Sobald der Wassergehalt gesenkt ist,
    kann das Heu eingefahren werden. Während der ersten Wochen der Lagerung macht das frische Heu eine Schwitzphase durch, sofern der Wassergehalt über 15% liegt.
    Infolge der erhöhten Wassermenge kommt es zur Keimvermehrung, die zu Erwärmung im Zentrum und auch zu Nährstoffverlusten des Heus führt.
    Die Dauer der Schwitzphase richtet sich nach dem Wassergehalt beim Einfahren und der Dichte der Lagerung. Solange die Fermentation im Heu nicht abgeschlossen ist, darf es nicht verfüttert werden, da der erhöhte Keimgehalt schwere Verdauungsstörungen und Koliken verursachen kann.
    Schimmelbildung ist vorwiegend in solchem Heu vorhanden, dass besonders lang zum trocknen benötigt hat.
    Heu aus einem nassen Sommer wird also wesentlich eher zur Schimmelbildung
    neigen. Die Sporen von Schimmelpilzen die in Heu und Stroh stecken sind ein Grund für allergische Reaktionen. Auch bei dem geringsten Anzeichen für Schimmel sollte das Heu/Stroh auf keinen Fall an Pferde verfüttert werden, denn schon wenige schimmelige Stellen können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Heu sollte kühl und trocken gelagert werden und nur im trocknen Zustand eingebracht werden. Besonders Rundballen sind gefährdet, weil durch die dichte Pressung ein Feuchtigkeitsstau entsteht, der im Zentrum leicht Schimmelpilznester hervorbringt. Bei einem Wassergehalt im Heu von über 15% können sich Schimmelpilze hervorragend entwickeln (Aspergillus, Penicillium, Mucor oder Oidium). Ihre Aktivität führt nicht allein zu Nährstoffverlusten, sondern zur Bildung von hochtoxischen Substanzen.

    Schimmelpilzbefallenes Heu /Stroh ruft bei Pferden :
    · Allergien
    · Atembeschwerden
    · Verdauungsstörungen (Durchfall, Koliken)
    · Abort bei tragenden Stuten
    u.v.m. hervor

    Der Nährwert des Heus ist nicht nur vom Schnittzeitpunkt abhängig, sondern auch von der botanischen Zusammensetzung des Grünfutters. Gleiches gilt für die Schmackhaftigkeit, die bei Artenvielfalt am höchsten ist. Viel Sonne bei der Trocknung erhöht den Gehalt des Heus an Vitamin D, vermindert aber den ß- Carotin- Gehalt.
    Nährstoffverluste bei der Trocknung durch :
    > Oxydation leicht löslicher Kohlenhydrate.
    > Verlust von ß- Carotin bei hohen Wassergehalten.
    > Abbrechen der nährstoffreichen Blattbestandteile durch mechanische Erntemaßnahmen.
    > Auswaschung von leicht löslichen Kohlenhydraten und Mineralstoffen durch Regen.
    > Gärprozesse mit starker Erwärmung oder Schimmelbildung aufgrund hohen Wassergehaltes (zu frühes Einfahren, mangelnde Trocknung).

    Ø Normale Nachgärung (sog. Schwitzen)
    Inhaltsstoffe von Heu je kg Originalfutter = FS
    TS = 860g.
    Rohprotein = 87g.
    Rohfett =20g.
    Rohfaser = 269g.
    Rohasche= 69g.
    Calcium = 4,3g.
    Phosphor = 2,6g.
    Ca : P Verhältnis = 1,7 : 1.
    ß- Carotin = 15mg.
    DE = 8,0.
    Heu für Pferde sollte möglichst mehr als 20% Rohfaser aufweisen.
    Die optimale Erntezeit liegt in der ersten Hälfte der Gräserblüte, also später als bei der üblichen Heugewinnung für Milchvieh.
    Zu weiches, blattreiches Heu führt nicht allein zu größeren Schwierigkeiten bei der Lagerung, sondern ist auch ernährungsphysiologisch weniger geeignet als härteres, Stängelhaltiges Material. Frühgeerntetes, hochverdauliches, eiweißreiches Material ist jedoch in der Fohlen- und Stutenfütterung unentbehrlich. Älteres strohiges Heu kann- sofern die Qualität einwandfrei ist- die Funktion des Rauhfutters noch erfüllen, besitzt aber einen geringeren Futterwert.
    Während der Bodentrocknung entstehen im fortgeschrittenen Stadium der Trocknung Verluste, besonders unter den eiweiß- und mineralstoffreichen Bestandteilen, nach stärkeren Niederschlägen auch erhebliche Auswaschverluste, besonders bei Proteinen, Mineralien und Vitaminen.
    Während der ersten Wochen der Lagerung macht das frische Heu eine Schwitzphase durch.
    Bei nicht zu früh geerntetem (höherer Stängelanteil) und weniger dicht lagerndem Heu mit Wassergehalten von 18-20% beim Einfahren ist die Schwitzphase nach etwa 6-8 Wochen beendet.
    Pressballenheu braucht deutlich länger. Solange die Fermentation im Heu nicht abgeschlossen ist, darf es nicht verfüttert werden.
    Bewertung
    Grundsatz :
    Heu muss sowohl aufgrund des anfälligen Verdauungstraktes als auch im Hinblick auf die empfindlichen Atemwege bei Pferden sehr hohen Qualitätsanforderungen genügen.
    Farbe
    *grün bis blassgrün = ohne Risiko
    *beigegrün bis ausgeblichen = ohne Risiko
    *bräunlich oder schwarzbraun verbrannt = extremes Risiko
    *gräulich verschimmelt = extremes Risiko
    Geruch
    *typisch aromatisch, würzig = ohne Risiko
    *unauffällig oder fade = ohne Risiko
    *untypisch fremd oder leicht brandig = Risiko
    *stark brandig oder leicht muffig oder diffus faulig = extremes Risiko
    Struktur / Verschmutzung
    *Stängel und Blattwerk griffig- nicht weich und zart, keine Fremdkörper, nur wenige sperrige, verholzte Stängel
    = ohne Risiko
    *Struktur etwas weich oder blattarm und Stängelig, rau, keine Fremdkörper = ohne Risiko
    *Verschmutzung mit Erde (Klumpen, Staub) oder Fremdkörper (Mist) = Risiko
    *Stängel und Blattwerk teils verschimmelt oder mit Milbenbefall oder klamm oder faule Teile oder starke Fremdkörperkontamination, Giftpflanzenteile (z.B. Hahnenfuß) = extremes Risiko
    Im Heustapel laufen Reifungsprozesse ab, wenn zu früh davon gefüttert wird, gibt es Verdauungsstörungen.
    Bevor die Halme gefüttert werden dürfen, müssen sie nicht nur trocken sein, sondern reif- und das dauert.
    In dieser Zeit verändert sich die Zusammensetzung der Bakterien und der Pilze im Heu. Gleichzeitig ändert sich die Verdaulichkeit des Heus. Während es lagert, knacken die Mikroorganismen Zellen im Halm. Dadurch können Pferde Heu leichter verdauen, außerdem riecht es besser. Es sind Bakterien und Pilze, die von Anfang an auf dem Gras sitzen. Frisst ein Pferd zu früh von dem Heu, überschwemmt es seinen Magen und Darm mit Millionen fremder Bakterien, Pilze und Hefen.
    Das ist genauso schlecht für seine Verdauung, als würde es vergammeltes Futter fressen. Im Magen bildet sich Gas, die Darmflora wird überwuchert, Gase entstehen und führen zu Koliken.
    Selbst nach erfolgreicher Fermentation enthält Heu tote Mikroorganismen. In Massen sorgen die für Probleme, weil sie als kleine Partikel durch die Luft schweben und beim Fressen eingeatmet werden.
    Das sind Fremdstoffe, die in die Alveolen, die Lungenbläschen des Pferdes eindringen und sie reizen. Die Folge sind Husten oder Schleimbildung. Optimales Heu wird deshalb geschnitten, ehe das Gras verblüht. Dann besteht es zu rund 60% aus Wasser.
    In der Sonne verdunstet davon ein Großteil. Nur trockene Luft konserviert Heu. In den Heuballen wachsen die Bakterien und Pilz anfangs schnell. Dadurch produzieren sie Wärme, vermehren sich noch schneller und erwärmen das Heu auf über 40°C. Für Rundballen gelten andere Bestimmungen als für rechteckige Ballen, weil sie sich nicht so dicht stapeln lassen. Bei ihnen bleibt ein Sicherheitsluftpolster zwischen den Ballen. Deshalb schwitzen Rundballen weniger, trocknen schlechter und müssen folglich trockener geerntet werden. Dafür bliebt das Heu meist zwei, drei Tage länger auf der Wiese liegen. Das erklärt auch, warum Rundballen meist bei der Ernte mehr Bakterien und Pilze enthalten. Fällt der Wassergehalt im Heu während Ernte und Lagerung nicht unter 15% können sich neben Bakterien und Milben vor allem Schimmelpilze entwickeln (Aspergillus, Penicillium, Mucor oder Oidium).
    Ihr Wachstum führt nicht alleine zu Nährstoffverlusten, sondern unter Umständen auch zur Bildung hochtoxischer Substanzen.
    Schimmelpilzbefallenes Heu kann bei Pferden
    * Verdauungsstörungen (u.a. Durchfälle, Koliken)
    * Allergien
    * Atembeschwerden
    * Abort (bei tragenden Stuten)
    Vor der Fütterung ist das Heu auf Schimmelbefall zu überprüfen, besonders das Ballenheu, in dem sich durch dichte Pressung und Feuchtigkeitsstau im Zentrum leicht Schimmelpilznester bilden.
     
  2. *Biggi*

    *Biggi* Guest

    Stroh

    Als willkommenes Zusatzfutter und teilweise Ersatz des Grundfutters ist Stroh in erster Linie kein Nährstofflieferant, sondern dient der Kaubeschäftigung sowie der Versorgung der Mikroorganismen im Dickdarm mit Rohfaserstoffen. In zweiter Linie- besonders bei hohen Kraftfutterrationen mit starkem Proteingehalt- wirkt das proteinarme Stroh ausgleichend. Das gilt ebenfalls für die Erweiterung des engen Ca: Phosphor- Verhältnisses von 2,6:1 bis 3,3:1 gleicht den Kalziummangel teilweise aus. Muffiges, schmutziges oder faules Stroh sollte auch als Einstreu nicht verwendet werden, da es Schimmelpilzsporen enthält, die beim Liegen oder Wälzen aufgewirbelt, und später eingeatmet werden. Das löst auf Dauer Allergien, Asthma und chronischen Husten (COB) aus.
    Die Stroharten zeichnen sich durch geringen Eiweiß-, aber hohen Rohfasergehalt und geringe Verdaulichkeit (rd. 35%) aus.
    Vitamin- und Mineralstoffgehalte sind unbedeutend.
    Der Futterwert wird vom Verhältnis Blatt / Stängelanteil bestimmt.
    Am nährstoffreichsten sind blattreiche Stroharten (Hafer- und Leguminosestroh), am besten gefressen werden jedoch stängelreiche, harte, gut getrocknete Arten wie Weizen- und Gerstenstroh.
    Futterstroh dient in erster Linie zur Regulierung der Futteraufnahme und Beschäftigung der Pferde, aber auch zur Erhaltung physiologischer Bedingungen im Dickdarm und für ein ausreichendes Sättigungsgefühl.
    In Kombination mit Kraftfuttermitteln kann es teilweise die Funktion von Heu ersetzen. Als willkommenes Zusatzfutter und teilweiser Ersatz des Grundfutters ist Stroh in erster Linie nicht Nährstofflieferant, sondern dient der Kaubeschäftigung sowie der Versorgung der Mikroorganismen im Dickdarm mit Rohfaserstoffen. In zweiter Linie besonders bei hohen Kraftfutterrationen mit starkem Proteingehalt wirkt das proteinarme Stroh ausgleichend. Das gilt ebenfalls für die Erweiterung des engen Ca : P Verhältnisses typischer Kraftfutterrationen.
    Getreidestroh mit Ca : P Verhältnissen von 2,6 : 1 bis 3,3 : 1 gleicht den Kalziummangel teilweise aus.
    Wird Stroh gehäckselt, um es mit anderen Futtermitteln mischen zu können, sollte die Länge mindestens 3-5cm betragen, um Obstipation im Blinddarm und Koliken zu verhüten. Der Zusatz von Strohhäcksel zu Getreidekörnern (20%) verzögert die Futteraufnahme und fördert die Kautätigkeit und Speichelproduktion.
    Übermäßige Strohfütterung (>1,2kg/100kgLM/Tag) kann insbesondere bei alten Pferden (die das Stroh unvollkommen kauen), bei Tieren mit weniger Bewegung oder bei sehr hartstängeligem Material (Raps- Rübenstroh) Obstipationen und Koliken begünstigen.
    Kombiniert mit anderen Zusatzfuttermitteln (Kraftfutter sowie Vitamin- und Mineralfutter) kann es bis zu 1kg je 100kg LM das tägliche Grundfutter (Heu oder Weidegras) ersetzen. Bezüglich der Ernte, Lagerung und Qualität stellen sich ähnliche Anforderungen wie beim Heu. Nicht ausreichend getrocknetes Stroh, kann muffig und leicht schimmelig werden und zu ähnlich ernsten Erkrankungen führen, wie bei schimmeligem Heu.
    Auch mit Rost- und Brandpilzen befallenes Stroh ist für Pferde nicht ungefährlich.

    Beurteilung von Stroh :
    Aussehen
    *natürliche Strohfarbe (gelb, gelblich) = günstige Erntebedingung
    *verfärbt, ausgeblichen = eingeregnet, ausgewaschen
    *graue oder schwarze Beläge = Schimmelpilzbefall, nicht verfüttern, auch für Einstreu nicht geeignet
    Geruch
    *typisch = günstige Erntebedingungen
    *fad oder geruchlos = eingeregnet, ausgewaschen
    *dumpf, muffig = abweichend, Schimmelpilzbefall
    Griff
    *mäßig hart (viele Blätter, wenig Halme) = mehr sperrig, überwiegend Stängel
    *klamm = abnehmende Verdaulichkeit, nicht ausreichend getrocknet, anfällig für Verderb
    Verunreinigungen
    *frei von Fremdbestandteilen oder Unkräutern = gute Verträglichkeit
    *starke Verunreinigung (Staub, Schimmel, Käfer, Milben) = abnehmende Verdaulichkeit (Gefahr für Verdauungs- und Atmungstrakt, COB, Allergien)
    *Windhalm = in größeren Mengen Risiko für Anschoppungen
    Durchschnittswerte für unterschiedliches Stroh, je kg TS
    Haferstroh
    DP (13g), DE (6,67 MJ), Ca (3,7g), P (1,4g), Na (1,8g), Rohfaser (443g)
    Roggenstroh
    DP (17g), DE (6,87 MJ), Ca (3,0g), P (1,0g), Na (1,5g), Rohfaser (468g)
    Weizenstroh
    DP (10g), DE (5,52 MJ), Ca (3,0g), P (0,9g), Na (0,9g), Rohfaser (441g)
    Gerstenstroh
    DP (11g), DE (6,28 MJ), Ca (3,9g), P (1,0g), Na (1,3g), Rohfaser (434g)
     
  3. *Biggi*

    *Biggi* Guest

    Heu & Grascobs

    Heucobs aus künstlich (ohne Sonne) getrocknetem Grünfutter sind arm an Vitamin D aber reich an ß- Carotin. Heucobs und- mit Einschränkungen wegen des höheren Eiweißgehaltes und des verminderten Rohfasergehaltes- Grascobs eignen sich sehr gut als Teilration zusätzlich zu Heu, Grünfuttersilage oder Futterstroh und auch kompromissweise als alleiniges Grundfutter geeignet. Für Grascobs wird jüngeres Grünfutter als für Heucobs verwendet, deshalb liegt der Proteingehalt über 10% und der Rohfasergehalt unter 22%. Ideal sind Grascobs als Grundfutterergänzung für hochtragende oder laktierende Stuten. Raygras-, Luzerne- oder Rotkleecobs werden vorwiegend für Pferde im Leistungsstoffwechsel eingesetzt, für Pferde im Erhaltungsstoffwechsel empfehlen sich nur kleine Mengen dieser Cobs oder generell nur Heucobs. Besonders für Hochleistungspferde, Pferde mit Problemen des Symptomenkomplexes Stauballergie oder auch für alte Pferde, die normales Rauhfutter aufgrund fehlender Zähne nicht mehr genügend kauen können, sind Heu- und Grascobs fütterungstechnisch eine Alternative.
    Cobs sind Gras in getrockneter, Geheckselter (=Grünmehl) und anschließend gepresster Form. Meist wird sehr junges Gras zu Cobs gepresst, daher sind diese sehr eiweißreich. Durch das Häckseln wird die Struktur der Ballaststoffe zerstört, so dass die Cobs nicht zur Deckung des Bedarfs an strukturiertem Futter dienen können. Die Fütterungsmenge sollte bei Reitpferden wegen des hohen Eiweißgehaltes 1 kg pro Tag nicht wesentlich überschreiten.
    Es empfiehlt sich die Cobs vorher etwas einzuweichen
    >Nach Möglichkeit zuerst separat etwas Heu füttern, danach erst Heucobs, um vorab jede Fressgier (Gefahr von Schlundverstopfung) einzudämmen und die Fresszeit zu verlängern.
    >Heucobs nie gleichzeitig mit pelletiertem oder anderem Füttern füttern/mischen
    Unangebrachtes Mischen von Cobs mit kleineren Kraftfutterpellets, Leinsamenpellets, Äpfeln oder Möhren fördert Abschluckprobleme. Vornehmlich Jungpferde mit noch nicht vollständig ausgebildeten Backenzähnen neigen bis zum 6. Lebensjahr zeitweise während des Zahnwechsels dazu, unzureichend zu kauen und grobe Cobteile zu verschlucken (gleiches Problem wie bei alten Pferden)
    Grundsätzlich gibt es drei Sorten der handlichen Presslinge :
    *für Grascobs wird älteres Gras,
    *für Grünmehlpellets junges, weiches Gras maschinell getrocknet, gehäckselt und gepresst.
    *für Heucobs wird fertiges Heu verarbeitet.
    Beim Pelletieren wird das Gras erhitzt, was die meisten Mikroorganismen abtötet. Damit sind Pellets und Cobs gut konserviert, solange sie trocken gelagert werden. Der Rohproteingehalt von Cobs ist mit teilweise über 24 % deutlich höher als der von Heu, das etwa 2 bis 10 % Rohprotein enthält. Proteinreiche Cobs sind gut für Pferde, die schlechtes Fell haben oder schlapp sind. Cobs sind andererseits ein guter Ersatz für Hafer, wenn ein Pferd durch die leichtverdauliche Haferstärke zu lustig wird und der Reiter nicht mehr mit ihm klarkommt. Entscheidend ist der Gehalt an Rohfaser, weil Cobs hauptsächlich als Raufutter verwendet werden. Können die Pferde Heu und Stroh aus Altersgründen nicht mehr aufnehmen, hat der Dickdarm zu wenig zu tun und der Mikroflora im Darm fehlt die Rohfaser. Für ein gesundes Pferd sind Cobs aber grundsätzlich kein Heuersatz, weil sie nicht die Struktur von Heu oder Silage bieten. Sie werden schneller gefressen und können deshalb das Kaubedürfnis eines Pferdes nicht befriedigen. Damit die Pferde sich nicht langweilen und an Sand oder Spänen vergreifen, empfiehlt es sich, grundsätzlich ausreichend Stroh zu den Cobs zu füttern.

    Inhaltsstoffe von Heucobs je kg Originalfutter = FS
    TS = 920g
    Rohprotein = 100g
    Rohfett = 35g
    Rohfaser = 227g
    Rohasche= 99g
    Calcium = 10g
    Phosphor = 4,7g
    Ca : P Verhältnis = 2,1 : 1
    ß- Carotin = 69mg
    DE = 9,5

    Luzerne

    Neben dem hohen Eiweißanteil ist auch der hohe Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und ß- Carotin zu erwähnen. Luzerne ist daher eine ideale Pflanze für die Aufzuchtsphase. Aufgrund der hohen Eiweiß- und Calciumgehalte ist Luzerne eine ideale Ergänzung zur Getreidefütterung. Das Calcium-Phopsphor-Verhältnis wird deutlich verbessert. Zweckmäßig gestaltet sich auch der Einsatz von Luzerne in Pelletform.
    Nährstoffgehalte in Luzerne
    Beginn der Blüte
    Trockensubstanz 22 %
    Rohprotein 4,6 %
    Rohfaser 6,2 %
    Fett 0,7 %
    Luzernepellets
    Luzerne wird als die Königin der Futterpflanzen bezeichnet. Diesen Namen verdient sie sowohl als Pflanze als auch als Futtermittel. Die hervorragenden Eigenschaften, Inhaltsstoffe und die positiven Auswirkungen auf Leistung und Tiergesundheit machen die Luzerne zu einer der interessantesten Rationskomponenten für Pferde.
    Durch die künstliche Trocknung der Luzerne wird eine gleichbleibende Qualität bewahrt.
    Luzerne dient als Eiweißquelle und liefert wertvolle Inhaltsstoffe, wie z.B. ß-Carotin, Vitamin E und Vitamine des B-Komplexes. Der Organismus des Tieres wandelt das ß-Carotin zu Vitamin A um.
    Luzernehäcksel
    Fütterungsempfehlung:
    0,2 - 0,5 kg pro Tag unters Krippenfutter mischen oder 1-3 kg als Heuersatz.

    Vorteile für Ihr Pferd:
    leicht verdaulich und mit guter Futteraufnahme, auch in Stresssituationen
    enthält eine hochwertige Rohfaser, die die Verdauung Ihrer Pferde fördert
    befriedigt das Kaubedürfnis Ihrer Pferde und Ponys
    ist als Allein- und Ergänzungsfutter für Pferde aller Rassen hervorragend geeignet
     
  4. *Biggi*

    *Biggi* Guest

    Silage

    Entscheidend für die Konservierung und den erforderlichen Säuerungsprozess sind nützliche Milchsäurebakterien, die dem Grünfutter ebenso wie schädliche Bakterien anhaften. Die speziellen Arten nützlicher Milchsäurebakterien benötigen, im Gegensatz zu schädlichen Schimmelpilzen, Essigsäure-, Buttersäure- und Fäulnisbakterien zu ihrer Vermehrung und zur Herstellung von wichtigen Enzymen/ Fermenten keinen Sauerstoff. Sie leben unter anaeroben Bedingungen in CO2- Atmosphäre u.a. vom Pflanzensaft (leichtlösliche Kohlenhydrate) des Grünfutters
    Gefahr durch :
    > Schimmelbefall (schädliche Mikroorganismen)
    > Faulstellen
    > Staub
    > erhöhte Säurekonzentration, Fehlgärungen, Mangelgärung
    Mäusekot
    > Milbenbesatz
    > Giftpflanzen
    > tote Tiere
    > Erdbeimischungen usw.
    sind nicht tolerierbar und würden die Pferde in große Gefahr bringen
    Silage in der Pferdefütterung
    Grünmaissilage
    Der Mais sollte möglichst bis zur Teigreife heranwachsen.
    Dann erreicht Maissilage die erwünschten TS- Gehalte von über 25%.
    Maissilage ist stärkereich, proteinarm und im Mineralstoff- und Vitamingehalt unausgeglichen,
    andererseits energie- und fettreich (8g/kg) und daher bei einem Rohprotein/Energie-Verhältnis von etwa 4,5:1 besonders für Reitpferde mit geringerem Eiweißbedarf geeignet.
    Ihre Stärke wird im Dünndarm besser als die der Maiskörner verdaut.
    3,5 kg Maissilageentsprechen im Futterwert etwa 1kg Hafer oder 1,5kg Heu.
    Die Verwendung der Maissilage ist nur bei einwandfreier Qualität gut und hängt außerdem vom TS- Gehalt (Trockensubstanz) ab.
    Reitpferde können pro 100kg LM täglich 2-3kg Maissilage fressen.
    Zuchtstuten und Fohlen sollten wegen ihres erhöhten Eiweißbedarfs eher darunter bleiben.
    Aufgrund der erheblichen Lücken im Mineralstoff- und Vitamingehalt sind je nach Zusammensetzung der Gesamtration, Ergänzungen mit Mineralfutter oder mineralisiertem Mischfutter besonders notwendig.
    Pferde sollten langsam an Maissilage gewöhnt werden
    Klee / Grassilage
    Mit einem Trockensubstanzgehalt von über 30% sind besonders für Zuchtstuten und wachsende Fohlen mit einem höheren Proteinbedarf geeignet.
    Die tägliche Futtermenge richtet sich nach der Höhe des Trockensubstanzgehaltes und beträgt in der Regel 1-2kg/100kg LM
    Rübenblattsilage
    Nur bei einwandfreier Qualität ist ihr Einsatz in der Pferdefütterung zu unterstützen.
    Die tägliche Menge liegt bei 2kg/100kg LM
    Grundsatz
    Silage muss aufgrund des anfälligen Verdauungstraktes bei Pferden sehr hohen Qualitätsanforderungen genügen.
    Dies gilt besonders dann, wenn Silage als ausschließliches Grundfutter für Pferde eingesetzt wird.
    Geruch
    *aromatisch- frisch, buttersäurefrei, angenehm säuerlich und brotartig
    ohne Risiko
    *leichter Buttersäuregeruch oder leichter Essiggeruch oder leichter Röstgeruch
    Risiko
    *mittlerer bis starker Buttersäuregeruch oder stärkerer Röstgeruch oder stärkerer Essiggeruch oder muffig- schimmeliger Geruch oder jauchiger Ammoniakgeruch
    extremes Risiko
    Struktur
    *Stängel und Blattwerk griffig wie beim Grünfutter, keine Fremdkörper
    ohne Risiko
    *Struktur etwas weich und mürbe oder leichte Verschmutzung
    Risiko
    *Stängel und Blattwerk musartig- schmierig oder verschimmelt oder starke Fremdkörperkontamination
    extremes Risiko
    Farbe
    *grün bei Anwelksilage, hellgrün bei Heulage
    ohne Risiko
    *beige, bräunlich, ausgelaugtes grün
    wenig Risiko
    *sehr hell (gelblich) oder braunschwarz oder schwarzgrün oder gräulich verschimmelt
    extremes Risiko
    Qualitativ einwandfreie Grünfuttersilage mit einem Trockensubstanzgehalt von über 35% kann als Grundfutter eingesetzt werden.
    2kg Silage ersetzen 1kg Heu
    Das Pferd hat einen kleinen Magen mit sehr starken Ein- und Ausgangsmuskeln und einen langen Dünndarm, in dem die meisten Nährstoffe verdaut werden. Zwischen Dünndarm und Dickdarm liegt der Blinddarm, der stark vergrößert ist. Hier findet die Verdauung der Rohfaser mit Hilfe von Bakterien statt. Im gesamten Verdauungstrakt sind einige Verengungen und Einbuchtungen. Diese anatomischen und physiologischen Besonderheiten bestimmen die Fütterung des Pferdes.
     
     
  5. All4Horses

    All4Horses Neues Mitglied

    Hallo

    Dein Beitrag ist interessant.

    Eine Frage, die zu Diskussionen führt:

    - Was ist es mit Rundballen, bei denen vor allem der äussere Teil graue oder schwarze Beläge hat (und sogar orange Flecken), kann man diesen "schlechten Teil" entfernen und das Stroh im inneren der Rundballe zum füttern und einstreuen verwenden?

    Mein Pferd steht in einem Stall in dem dies so gemacht wird, und ich fühle mich damit nicht wohl. Allerdings konnte ich nirgends beantwortet bekommen ob das ok oder nicht ok ist. Die einen meinen, falls der schlechte Teil weg ist, dann ist der Rest ok. Die Anderen wiedersprechen dies.
    Gibt es wissenschaftliche Beweise?
    Wer kann helfen?
     
  6. thyra1992

    thyra1992 Inserent

    Ich habe zwar keine wissenschaftlichen Belege und Kenntnisse, gehe bei sowas aber nach meinem gesunden Menschenverstand:

    Wenn ein Ballen so, wie Du es beschrieben hast, aussieht, wird der bei mir komplett entsorgt. Da wird nichts weggerupft und das was noch gut aussieht, verfüttert oder eingestreut ( was die Gäule dann ja auch noch fressen würden ) Denn sowas ist eindeutig verdorben und orange habe ich noch nie gesehen, das finde ich ja sowas von eklig, das wird doch dann schon richtig schmierig sein, oder ???

    Also definitif wegwerfen und absolut nicht mehr verwenden.

    Denn Du schneidest ja auch nicht den verschimmelten Teil Deines Brotes weg und isst den Rest , oder ??? :wub::nah:

    Liebe Grüsse, Verena
     
  7. La Paz

    La Paz Inserent

    Ich denke auch wenn man es noch nicht am übrigen Ballen sieht, ist es so, dass da auch schon Schimmelporen dabei sind. Ich würde auch den gesamten Ballen weg schmeißen.
     
  8. Chiara22

    Chiara22 Vorsicht- Chiara Chaos im Anmarsch!

    Kann mich nur anschließen...Ballen weg...auch wenn das graue oder rote, was ich nach über 20 Jahren Pferdehaltung jetzt auch zum ersten Mal sehen durfte weg gemacht ist, stinkt der Ballen erbärmlich muffig.

    Manche Pferde verweigern auch dann die Aufnahme. Ebenso gab es jetzt nach 5-wöchigem Einsatz dieses super schlechten Futters mit Sonntäglichem NICHT-Weidegang 5 Koliken.....

    Das A und O ist ausreichend und gutes Raufutter damit die Pferde das Kraftfutter umsetzen können.

    Nur so bäugt man Lungenproblemen und Magen-Darm-Infektionen vor.
     
Die Seite wird geladen...

Info ! Strukturfutter - Ähnliche Themen

Suche Infos
Suche Infos im Forum Vorbesitzer gesucht
29456: Tierärztliche Informationsveranstaltung am 28.09.2018 (Fütterung)
29456: Tierärztliche Informationsveranstaltung am 28.09.2018 (Fütterung) im Forum PLZ Raum 2
Infosammlung vor dem Pferdekauf
Infosammlung vor dem Pferdekauf im Forum Pferde Allgemein
Info über Lewitzer (05/2009, Esperado x Karawelle II) gesucht
Info über Lewitzer (05/2009, Esperado x Karawelle II) gesucht im Forum Vorbesitzer gesucht
Info Sabro Weihnachtsaktion
Info Sabro Weihnachtsaktion im Forum Ausrüstung
Thema: Info ! Strukturfutter