1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Keine Harmonie da!

Diskutiere Keine Harmonie da! im Pferdeflüsterer Forum; Hallo ihr Lieben. Habe ein bzw. mehrere Probleme mit meinem Pony! Er ist ein Norweger-Araber-Mix und schon 26 Jahre alt Was man ihm aber nicht...

  1. Rommi

    Rommi Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben.
    Habe ein bzw. mehrere Probleme mit meinem Pony!
    Er ist ein Norweger-Araber-Mix und schon 26 Jahre alt
    Was man ihm aber nicht anmerkt!
    Ich habe ihn seit 15 Jahren! Vor etwa zwölf Jahren habe ich ihn umgestellt auf Western, allerdings ohne professionelle Hilfe (nur durch Literatur) Leider klappt das nur im Gelände und auf dem Platz nur im Schritt! Er braucht leider die Anlehnung an den Zügel ansonsten läuft er total unbalanciert und bleibt noch nicht mal auf dem Hufschlag. Vor allen in den Kurven. Da läuft er total über die Schulter weg. Er wurde beim Vorbesitzer überwiegend nur gefahren, vielleicht tut er sich deshalb so schwer?
    Reite ihn auch erst seit ca. vier Jahren auf dem Platz. War vorher nur im Gelände!
    So das war das erste und kleinste Problem!
    Jetzt geht’s weiter…:
    Ich habe mit meinem Pferd schon immer Dominazprobleme! Es kommt immer wieder mal vor, dass wir miteinander kämpfen müssen! Seit dem ich weniger Zeit für ihn habe ist das Problem in den Vordergrund getreten! Ich schildere euch mal eine Situation, aber vorher sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich seit etwa zwölf Jahren Bodenarbeit mit ihm mache. Habe da auch schon Kurse mitgemacht! Die Bodenarbeit klappt auf dem Platz super! Er macht alles was ich möchte sogar ohne Halfter und Strick! Sobald ich aber ins Gelände gehen möchte ist es aus. Ich kann ihn dann nur kontrollieren wenn ich die Trense drauf habe und mich drauf setzte! Ansonsten geht er mir durch!
    Jetzt die eine Situation:
    Ich habe ihn in der Nähe unseres Stalles grasen lassen (Halfter und Parelli-Strick)
    Dann kamen ein paar Reiter auf ihren Pferden vorbei geritten und meiner wollte hinterher!
    Ich habe ihn um mich rum laufen lassen nach fünf Runden hatte er kein Bock mehr auf das Spiel und hat versucht auszubrechen. Ich habe mich vor ihm aufgestellt und laut „Nein“ gebrüllt, daraufhin versuchte er mich umzurennen. Ich habe ihn rückwärts auf eine Hecke zugetrieben, so dass er dann auf einer Seite die Hecke neben sich hatte. Und was hat er gemacht? Er hat den Kopf hochgerissen die Brust rausgestreckt und ist durch die Hecke gebrochen…Da die Hecke sehr dicht war ist er gestürzt und hat mich mit runter gerissen. Pferd lag seitlich auf dem Boden und ich direkt auf seinem Kopf! Als wir uns aufgerappelt hatten haben wir beide gezittert! Ich führte ihn zum Stall zurück, wobei er eher mich führte!
    Was kann ich denn da noch machen? Es ist immer so. dass wenn ich mich vor ihm aufbäume und ihm zum Beispiel mit dem Strick auf die Brust haue er völlig austickt! Er reißt dann den Kopf hoch und rennt mich einfach um!
    Nächstes Problem:
    Auch beim reiten kämpfen wir öfter mal miteinander das letzte mal wo ich mit ihm Gelände galoppiert bin (vor 1,5 Jahren!!!) ging er auch gegen den Zügel und ich lies ihn aber nicht schneller werden. Das Ende vom Lied war, wir sind zusammen gestürzt! Er ist praktisch über seinen eigenen Kopf gestolpert! Gott sei Dank ist keinem von uns was passiert! Bin dann auch gleich noch mal galoppiert damit das vertrauen bestehen bleibt. Leider war das nur eine Schockreaktion von mir, als ich es beim nächsten Mal wieder versuchen wollte, wollte er traben, ich ließ ihn nicht und er tänzelte so bis er hinfiel…Seither habe ich Angst und traue mich nicht mehr im Gelände zu traben oder zu galoppieren. Was bei dem Vorwärtsdrang meines Ponys eine Katastrophe ist!!! Wenn ich ihn vorher longiere bringt auch nichts, da er an der Longe und auf dem Platz wie oben beschrieben total entspannt und lieb ist!!!
    Was soll ich denn bloß machen? Bitte um eure Hilfe! Danke schon mal im Voraus!
     
  2. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Gleich gehts weiter..
     
  3. Farooq

    Farooq Erbsianerin

    huhu ,

    also, abgesehen davon, dass sich die geschichte für mich wirlkich gefährlich anhört, könnte es evtl sein, dass deinem pferd was an den beinen fehlt? also vom alter her ist er ja nicht mehr der jüngste, gell.

    und wenn der einfach dauernd stürzt? würde ich da mal nachsehen lassen, ob es nicht irgendwie an den füssen deines pferdes liegt? kann alles sein.

    war jetzt nur so ein gedanke von mir. muss ja nicht sein, aber kann.

    gruss. die faro
     
  4. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Evt. bist du für dein (sensibles) Pony (Araber-Mix) einfach nicht vertrauenswürdig genug?
    Ich meine, du schreist ihn an, wenn er sowieso schon aufgeregt ist, du schlägst ihn - evt. braucht er einfach ruhige Konsequenz (die selbstverständlich sein sollte).

    Ist dir in den ganzen Jahren nicht mal die Idee gekommen, dass das Problem im Sattel sitzt?
    Ein Reitlehrer dir helfen könnte, besser mit deinem Pony zu kommunizieren?
    (Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen wurden, Sattelzeug auf Passform kontrolliert wurde)


    Meine Meinung: Hausgemachtes Problem. Nur, dass du von mir nicht hören wirst, wie pöse dein Ponytier ist. Sensibles Pony braucht nun mal einen gefühlvollen Umgang - sowie beim Handling, als auch beim Reiten.
     
     
  5. sunny61

    sunny61 Inserent

    Hallo Rommi,

    wenn ich das hier so durchlese und überdenke, drängt sich mir der Gedanke auf, dass bei dir im Umgang mit deinem Pferd ( sicher unwissentlich) so einiges schief läuft. Aus der Ferne kann man sicher nichts empfehlen, was sofortige Abhilfe schaffen könnte. Und ich persönlich mag das Wort "Dominazproblem" in Bezug auf Pferde überhaupt nicht.

    Du müsstest meiner persönlichen Meinung nach den Umgang mit dem Pferd insgesamt überdenken.

    Dein Pferd vertraut dir nicht und fühlt sich in deiner Gesellschaft nicht wohl.
    Allein dein Pferd an einer Hecke in die Enge treiben zu wollen und es auch noch von vorn zu bedrohen .... Sorry , das ist völlig unvernüftig. So ist es nicht verwunderlich, wenn es in seiner Verzweiflung und unter Streß stets das macht, was die Evolution vorsieht -> es flüchtet. Das kann man ihm nicht anlasten, sondern das Fehlverhalten liegt eindeutig bei dir.

    Pferde wollen nicht willentlich den Menschen durch Widersetzlichkeiten ärgern - die Ursache ist fast immer der Mensch in seinem Verhalten gegenüber dem Pferd.

    Dein Pferd will auch nicht gegen dich kämpfen! Es ist ein Herdentier, im Grunde sozial und Kooperationsbereit. Das Problem ist der Mensch. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole : Da ihr euch schon so lange kennt, ist in dieser Zeit einiges schief gelaufen.

    Ihm und dir fehlt sicher eine reiterliche Ausbildung und es hat evtl. beim Reiten Schmerzen. Zähne, Rücken, Beine ..... hast du das alles tä ausgeschlossen und im Umgang mit ihm täglich neu überdacht?

    Du müsstest immer zuerst einmal nachdenken: Warum reagiert es so ?


    LG Sunny
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Apr. 2012
  6. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter

    Hallo Rommi,

    tjahaaa - ich würde einfach mal sagen: Araber mal Ponykopp! Dat is eben so! :laugh
    Glaubs mir, davon kenn ich ein paar... :wink:
    (Und ich mag genau das, dieses immer wieder anfragen, antesten, selbständige Denken bei sensiblem Temperament und Feuer - aber das muß man nicht mögen!)


    Das mag in einen Augen "das kleinste" Problem sein, es kann aber auch schwerwiegende Folgen haben: Verspannungen, Blockaden, fehlende Muskulatur (das unterstelle ich sogar, denn 22jährige Pferde bauen, auch, wenn sie fit erscheinen, nur noch sehr schwer die "richtigen" Muskeln auf, besonders, wenn Du Dir selbst in der Basis-Dressurarbeit offenbar sehr unsicher bist?!), Arthrose,...

    Hinzu kommen Zähne, Augenlicht, passt der Sattel noch,...?

    Hast Du das alles mal professionell und wiederkehrend checken lassen?



    Das hat nicht unbedingt etwas mit "Dominanz" zu tun, sondern viel eher mit Akzeptanz und Sicherheit!
    Auf dem Platz führt er einfach Lektionen aus - aber offenbar ist der EIGENTLICHE Sinn von Bodenarbeit Co nichht bei Euch angekommen. Nämlich, daß er Dir aus einem Urvertrauen heraus folgt.
    Umso deutlicher zeigt sich das in dem Faktum, daß er zwar als Reitpferd "funktioniert", also wenn Du drauf sitzt, aber in der - eigentlich viel eher Basis- - Situation Spaziergang völlig abdreht.
    Eure Basis stimmt einfach nicht!





    :eek: Wenn Gozilla vor Dir steht, Dich anbrüllt und Dir nen Seil auf den Arsch klatscht - was würdest Du wohl tun?! :eek2:
    Was soll das bringen, wo hast Du das nur her???

    Ich glaube, Du hast sehr engagiert alles mögliche an "Gurus" und "Bodenarbeit" verfolgt und trainiert - aber vielleicht, ohne den eigentlichen Kern verstehen oder umsetzen zu können?
    Du reagierst in der falschen Situation auf falsche Weise, hast vermutlich auch einfalsches Timing, deutest seine Signale falsch oder hast selbst eine ganz andere Körpersprache als die, die das ausdrücken soll, was Du möchtest.

    Hast Du das mal mit einem guten, seriösen Trainer reflektiert?

    Ich stelle hier natürlich nur Mutmaßungen an, weil ich Dich nie bei der Arbeit gesehen habe, Dich nicht kenne und Dein Pferd auch nicht - also bitte nur als Anregung verstehen! :smile:


    Als "Lösung" (wie gesagt, immer alles nur abgeleitet von dem, was Du geschrieben hast) würde ich tatsächlich erstmal alles (tierärztlich / Sattler Dentist...) checken lassen, dann einen mit Bedacht ausgewählten Trainer suchen, der mit Euch beiden sowohl vom Boden als auch geritten arbeitet, an Eurem "Teambuilding" und auch an der Basis-Dressurarbeit, und vielleicht - ja, im Moment empfehle ich es oft, ich weiß, Leute! :laugh: - schaust Du Dir bis dahin mal den Longenkurs von Babette Teschen an - der hilft beim Gymnastizieren, und ist auch ein Stück weit Körpersprachen-Trainer für Dich. :biggrin:


    LG, Charly
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Apr. 2012
  7. Rommi

    Rommi Neues Mitglied

    Erst einmal danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt meinen Beitrag zu lesen und zu beantworten! Danke Berliner_Reiter für die vielen "Zitat-Bemerkungen", obwohl sie mich ganz schön getroffen haben! Ich glaube du hast ein falsches Bild von mir vor Augen! Ich möchte nochmal erwähnen, dass ich nicht immer diese Probleme mit meinem Pferd hatte! Erst seit dem ersten Sturz! Denke wir haben dort das Vertrauen zueinander verloren?! Wir sind nach dem ersten Sturz ja das nächste Mal gleich wieder gestürzt. Dann traute ich mich nicht mehr ihn im Gelände zu galoppieren! Bin dann Schwanger geworden und pausierte aus Sicherheitsgründen . Habe in der Zeit nur Bodenarbeit mit ihm gemacht. Mein Mann ist ihn in der Zeit hin und wieder mal geritten. Die beiden hatten keine Probleme!
    Ich hatte zu meinem Pferd immer ein gutes Verhältnis und wir konnten auch viel machen. habe einige Trailritte mitgemacht, Wanderritte etc. Er scheut kein bischen, selbst wenn ein Mähdrescher mit Hänger an ihm vorbei fährt ist das kein Thema. Könnte noch ganze Romane schreiben versuch mich aber kurz zu fassen!
    @ Berliner_Reiter: reiterliches Niveau? Habe zwar noch nie ne Dressurprüfung geritten aber schätze mein reiterliches Können als absolut in Ordnung ein! Ausbildung: Welche Ausbildung mein Pferd genossen hat, weiß ich nicht. Heute würde ich mich da genaustens erkundigen...Vernünftigen RL: wie finde ich einen guten RL? Hatte zwischenzeitlich mit meinem Pferd auch Westernreitstunden genommen, eben wegen der Korrektur...Selber habe ich in einer Reitschule reiten gelernt ( englisch) . Bin deswegen auf das westernreiten umgestiegen weil ich mein Pferd einfach sanfter und partnerschaftlicher reiten wollte. Hatte immer RL kennengelernt die zu Hilfmitteln wie Ausbinder, schärfere Zäumung usw. gegriffen haben ohne auf die Zeichen des Pferdes zu achten.. Ich wollte aber das mein Pferd auf einer anderen Ebene "freiwillig" mit mir kommuniziert und arbeitet! Das Westernreiten klappte ja im Gelände auch prima. Nur durch Stimme und Gewichtsverlagerung konnte ich ihn zwischenzeitlich reiten! Seit dem ich aber nur noch selten zum reiten komme ist er nicht mehr ausgelastet ( ist ja verständlich) und auf dem Platz läuft er nur am Zügel richtig.
    Welchen Sinn hatte das mit der Hecke? Ich dachte mir wenn ich ihm die eine Fluchtmöglichkeit verwehre könnte ich ihn besser kontrollieren? ich sagte ja, dass ich ihn erst habe ein paar mal um mich rumlaufen lassen ( mit ruhiger Stimme) dann versuchte er aber mich umzurennen daraufhin habe ich laut "Nein" gesagt und mit dem Strick einen Klapps ( ja es war nur ein Klapps) auf die Brust gegeben. Daraufhin bäumte er sich vor mir auf und ich dachte wie eben schon gesagt, ich könne ihn besser kontrollieren wenn ich ihm den Weg ,durch die Hecke versperre! Wie hätte ich mich besser verhalten können?
    Ich bin ein absoluter Gegner was das schlagen eines Tieres betrifft, deswegen bekomme ich bei uns im Stall da auch wenig Unterstützung! Die sind nämlich der Meinung ich müsste mein Pferd mal ordentlich "vermöbeln" wie sie es nennen und dann hätte sich das Thema erledigt. Allerdings werde ich sowas nie tun! Habe ja deshalb auch Bodenarbeit mit ihm gemacht, bzw. mache es immer noch!
    Wie verschafft ihr euch Respekt?
    sensiebles Pony: Ich wünschte mein Pferd wäre sensiebler, dann müsste ich nicht soviel Druck auf ihn ausüben! Ich habe einen Bodenarbeitskurs bei einer bekannten Pferdetrainerin gemacht. Die schleuderte meinem Pferd zu Beginn des Kurses gleich mal den Strick ins Gesicht und meinte bei diesem Pferd müsse man sehr direkt durchgreifen... Bin seither nicht mehr von ihr überzeugt!
    Ein weiteres Beispiel dafür dass er nicht sehr sensiebel ist: Wenn er auf dem Platz laufen darf und dann zum Beispiel wieder auf die Koppel möchte, bricht er einfach die Umzäunung durch ( ohne in Panik zu sein). Wenn ein fremder Reiter auf ihm sitzt testet er zuerst mal wie weit er gehen kann....
    Ruhige Konsequenzen: Wie sehen die aus ? würde mich über Tipps freuen! Möchte sehr gerne mit ruhiger Konsequenz durchgreifen ist mir bisher aber leider nie gelungen was muss ich dafür tun ?
    Ich weiß dass das Problem im Ursprung immer am Reiter liegt!
    @ Faro: Er hat altersbedingt eine leichte Arthrose. ansonsten war er Gott sei Dank noch nie krank! Habe auch schon überlegt ob er Rückenprobleme oder Zahnschmerzen hat... Beim Wirbelsäulen abtasten ist mir nichts aufgefallen und wenn es die Zähne wären hätte er doch sicher auch beim fressen Probleme und würde sich schwer auftrensen lassen oder?
    @Sunny: Umgang überdenken? In wie fern? Ich zerbreche mir den Kopf darüber warum er sich so verhält! Wie hättest du denn die "Heckensituation" in Angriff genommen? Wäre dir für eine Rückmeldung dankbar! Vielleicht kann ich es beim nächsten Mal auch so probieren!
    @Charly: Vielen Dank für deine Argumente! Kennst du geeignete Trainer? Komme aus dem 65...PLZ-Gebiet!
     
  8. Charly K.

    Charly K. ...ich bin doch nicht kreativ. Mitarbeiter


    OK, und das heißt? ;-)
    Kannst Du Seitengänge reiten, kannst Du ein Pferd geraderichten, kannst Du Verstärkungen reiten, hast Du schonmal ein verrittenes / kaum gerittenes Pferd von Grund auf mit ausgebildet, weißt Du was Travers, Renvers, Schulterherein, Schenkelweichen ist, wie es geritten wird, und vor allem: was es bewirken soll / wofür es gut ist?



    DAS wage ich bei einem 26jährigen jetzt einfach mal zu bezweifeln, daß der "nicht ausgelastet" ist!
    Wie wird er denn gehalten?
    Boxenhaltung?
    OK, dann könnte das sein.
    Offenstall - dann glaube ich nicht, daß der nicht ausgelastet ist.

    Nochmal die Fragen:
    Wann wurde der Sattel zuletzt durch einen Sattler gecheckt?
    Fütterst Du etwas gegen die Arthrose?
    Was ist mit der Hufrolle?
    Wann hat zuletzt ein Dentist / TA mit Zusatzquali die Zähne angeschaut (nein, er muß das nicht erst beim Fressen oder Auftrensen zeigen!)?
    Wann war zuletzt ein Osteopath o.ä. am Pferd, wie ist der Bemuskelungs-Zustand von Bauch und Rücken (und Hinterhand)?

    Ich vermute die Ursache für Widersetzlichkeiten eher darin, als in "unausgelastet sein".





    Und ich frage nochmal:
    Warum hast Du ihn erst um Dich herumlaufen lassen, warum rückwärts auf die Hecke zu?
    Ich frage das erstmal ehrlich interessiert, ich möchte wissen, was Du Dir dabei gedacht hast, wo Du das gelernt hast, was Du damit erreichen wolltest! :smile:

    ICH hätte die Pferde kommen sehen, bevor mein Pferd die Nase aus dem Gras nimmt, hätte das Grasen unterbrochen, und das Pferd - je nach Pferdetemperament und Situation - mit einem klaren Kommando und deutlicher Körpersprache zum Stillstehen gebracht, oder es durch Lektionen abgelenkt - aber auf jeden Fall es unausweichlich auf mich konzentriert!
    Ist wie einem Hund auch: Wenn ich den erst mit Bürste oder quietschend oder wie auch immer auf einen anderen Hund zulaufen lasse, muß ich mich nicht wundern, wenn er auf den letzten paar Metern in völligem Erregungszustand DANN nicht mehr abrufbar ist, und es eine Beißerei gibt.
    Vor die Lage kommen, wachsamer sein als der Hund / das Pferd, den Gegner / das Ereignis als Erster bemerken, und entsprechende Lösungen / gewünschte Verhaltensweisen anordnen, bevor das Tier eigene "erfindet"!
    DAS ist das, was ein Leit-Tier macht, das ist die Aufgabe des Pferdeführers.
    Dein Pferd will sich darauf verlassen, daß Du auf es aufpasst - wie es in einem Herdentier verankert ist.
    Und es zeigt Dir: Ah, Achtung, da kommt etwas (Tolles / Spannendes / Gefährliches)!
    Und Du - tust nichts.
    Aus Sicht des Fluchttieres Pferd - da entscheiden Sekunden (über Leben und Tod)!
    Anstatt zu signalisieren: Hab ich längst gesehen, und ich sage, wir reagieren jetzt so und so.
    Daraus schließt ein Pferd - und GERADE diese Rassemischung aus Urtyp und Temperamentsbündel! - "Mist, der Chef passt nicht auf, ich muß jetzt entscheiden und handeln!"

    Schon wenn das Ohr Deines Feuersstuhls Richtung "Ereignis" geht, spätestens aber, wenn die Nase aus dem Gras kommt, MUSS von Dir souveräne Lösung und Handlung ausgehen - nicht erst, wenn er schon anfängt, hinterher zu wollen!

    Und WENN man eben als Mensch mal verpennt :wink: - was bei einer so unsicheren Basis wie Eurer nicht passieren sollte! Ist alles gefestigt, geht das schonmal problemlos - dann nicht noch Raum für seine Kaspereien geben, indem Du ihn sich hochspulen und um Dich herumtanzen läßt - in einer Bewegung, die ER gewählt hat, nicht Du!

    Du mußt dann der aktive Part werden, der, der etwas anordnet, etwas verlangt, etwas belohnt, was dann richtig gemacht wird - Du mußt wieder interessantester Bezug werden!
    Und zwar in aller Ruhe, mit klarer Struktur im Kopf und eisenharter Konsequenz und ohne jede Hektik.
    Klingt super, wa - und ist sauschwer! :laugh:




    Ja, nun, das ist die Rassekreuzung. :wink:
    Büffel x Bombe - was erwartest Du? :laugh:
    Noch ein Hunde-Vergleich: Einen Jack-Russel muß man anders arbeiten, als einen Husky, und den anders als einen Border-Collie oder Australian Shepherd.
    Alle drei sind relativ "anstrengend" - aus der Rasseveranlagung heraus.
    Wer eher einen ruhigen Pantoffel-Wärmer und Schoßschmuser haben möchte (völlig legitim!), sollte sich nach einer Rasse umsehen, in der das durch jahrzehntelange Zucht verankert wurde - so, wie bei den anderen de "Arbeitshund" verankert ist.

    Klar, es gibt immer Ausnahmen, aber tendentiell ist der Charakter dann schon so, wie gezüchtet / gemixt.




    Ich hoffe, ich konnte Dir an obiger Situation etwas deutlicher machen, was ICH unter "ruhiger Konsequenz" (wer hatte den Begriff gebracht? Klingt gut! :smile: ) verstehe.
    Das zu erreichen ist aber - wie mir selbst klar ist - sehr, sehr schwer.

    Übe Dich zunächst in der Beobachtung Deines Pferdes - sieh das Durchgehen, das Büffeln, das Zaunzerbrechen, das Tänzeln etc. KOMMEN, BEVOR es da ist!

    Dann übe Dich und Deinen Körper in präziser Signalgebung.

    Und dann führe beides zusammen - das ist dann das Timing, was in ganz, ganz viele Situationen entscheidet, ob am Ende Pferd und Reiter hektisch sich gegenseitig hochpushen, oder ob der sprichwörtliche eine einzige böse Blick reicht, um dem Büffel-Araber klar zu machen: Nicht einen Milimeter rührst Du Dich! So ist brav!

    Und DAS kannst Du höchstwahrscheinlich wirklich nur mit einem sehr guten Trainer vor Ort erarbeiten - leider kenne ich in Deiner Nähe keinen.


    LG, Charly
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Apr. 2012
  9. Berliner_Reiter

    Berliner_Reiter Inserent

    Je mehr du beschreibst, desto dringender rate ich zu einer fachlich-kompetenten Hilfe vor Ort!
    Wir können nur spekulieren..
     
  10. sunny61

    sunny61 Inserent

    Hallo Rommi,

    Charly und Berliner Reiter haben meine Antwort schon vornweg genommen.

    Immer Vorausschauend unterwegs sein ! Wenn sich irgendeine Konfliktsituation ergeben könnte , wie bei dem Bsp. an der Hecke, musst du mit deinem Pferd reden, es ablenken durch Bodenarbeit und von mir aus mit Möhrchen etc. Es soll sich auf Dich konzentrieren und nicht auf die Artgenossen. Es muss lieber bei dir bleiben wollen, statt dem Urinstinkt "Herde" zu folgen. Machst du ihm durch Anschreien und in-die Enge-treiben Angst, haut es logischerweise ab.

    Du hast ja gemerkt, dass dein Pferd dir kräftemässig überlegen ist. Hör nicht auf die "klugen" Ratschläge, deinem Pferd mal zu zeigen, wo die Harke hängt und wer das Sagen hat. Arbeite in kleinen Schritten und vorausschauend mit ihm, gewinne seine Zuneigung und sein Vertrauen, bereite ihm Spaß und nicht Unterwerfung. Hör mal auf dein Bauchgefühl und nicht auf irgendwelche selbsternannte Gurus.


    Unser Halbtrakehner ist nun 21 J. , hat immer noch die absonderlichsten Einfälle und ist fit wie ein 8-jähriger. Bei ihm mussten wir wirklich lernen, vorausschauend zu agieren, sonst hätte und würde es so manchen Unfall ge/geben. Auch heute noch, beim Ausreiten, sehe ich instinktiv die meisten evtl. Konfliktstellen : ein Papierfetzen am Rande, ein Vogel, Spaziergänger, andere Pferde .... bereite mich auf eine Reaktion von ihm vor und quatsch ihm notfalls die Ohren zu .... lach ... Selbst mein Partner als Späteinsteiger und Anfänger macht das und die zwei kommen jedesmal wohlbehalten aus dem Gelände wieder. Alles kann man auch nicht "sehen" und wenn er wirklich mal nen Satz zur Seite macht, übergehe ich das einfach.

    Wir haben ihn nie geschlagen - weder vom Boden aus, noch vom Sattel. Dabei blickt er auf eine lange Turniererkarriere mit meinem Sohn zurück. Und es gab Zeiten, da hat er vorm Sprung gebremst. Warum ? Antwort : Wir etwas betriebsblind - die Dressurarbeit ging in die falsche Richtung. Er hat eh nicht die körperliche Voraussetzung "moderner" Sportpferde und traute sich nicht drüber wenn es höher wurde. Er wusste: Das schaffe ich evtl. nicht.
    Ortswechsel, Trainerwechsel und nach 6 Wochen gingen Kind und Pferdi ihr ersten M-Spr. mit nur einem Fehler. Vertrauen machte körperliche Mängel wett und es gab noch einige schöne Erfolge ohne Höhenflüge zu bekommen.

    Nichts ist schöner, als die Zuneigung und das Vertrauen seines Pferdes zu besitzen. Sogar soweit, dass es lieber bei dir bleibt, als den Artgenossen zu folgen.
    Wie ich bereits sagte, das Problem ist der Mensch, selten das Pferd.

    LG Sunny
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Apr. 2012
Die Seite wird geladen...

Keine Harmonie da! - Ähnliche Themen

Ideen/ Erfahrungen gesucht- Kreislauf/ Koliksymptome- keine Ursache findbar
Ideen/ Erfahrungen gesucht- Kreislauf/ Koliksymptome- keine Ursache findbar im Forum Innere / Organische Erkrankungen
Noch keine Reiterfahrung
Noch keine Reiterfahrung im Forum Allgemein
Verzögertes laufen, aber keine Lahmheit
Verzögertes laufen, aber keine Lahmheit im Forum Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates
Hufrollepatient mag keinen Teppichschnipselplatz
Hufrollepatient mag keinen Teppichschnipselplatz im Forum Erkrankungen / Verletzungen des Bewegungsapparates
Pferd sucht keine Anlehnung
Pferd sucht keine Anlehnung im Forum Allgemein
Thema: Keine Harmonie da!