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"Körperlicher Druck"

Diskutiere "Körperlicher Druck" im Pferdeflüsterer Forum; Hi Ihr, ich weiß nun nicht, ob dies die richtige Rubrik ist; wenn nicht, bitte verschieben. Hiermit schneide ich ein recht schwieriges und...

  1. beate

    beate Inserent

    Hi Ihr,
    ich weiß nun nicht, ob dies die richtige Rubrik ist; wenn nicht, bitte verschieben.
    Hiermit schneide ich ein recht schwieriges und strittiges Thema an, aber ich hoffe, daß trotzdem sachlich diskutiert werden kann.
    Beim Durchlesen einiger Themen hier bin ich etwas "erstaunt", wie häufig hier körperlicher Druck praktiziert bzw. sogar "empfohlen" wird. Nun würde mich Eure Meinung dazu interessieren; was muß geschehen, daß Ihr Eurem Pferd "eine abräumt"?
    Ich selbst bin der Meinung, daß es IMMER eine andere Lösung gibt, als körperliche Gewalt, nur ist es oftmals schwierig, diese Lösung zu finden. Es erfordert sehr viel Feeling, Timing, Selbstbeherrschung und Sachkenntnis, im Problemfalle mit anderen Mitteln das Pferd zu "überzeugen".
    Wie sehr Ihr das?
    Gespannt -
    Beate
     
  2. friesin

    friesin Guest

    wo hast du das hier gelesen?

    Für mich persönlich gibt es nur zwei Gründe, warum ich ein Pferd "knuffe". Wenn es absichtlich nach mir beißt oder willentlich schlägt. Dann gibt's eine entsprechende Retourkutsche. Aber nur einmal ganz kurz und es wird dann sofort zum Alltag zurückgekehrt. So wie es in einer funktionierenden Herde auch gemacht wird. Von Verprügeln halte ich nichts.

    Ich hatte mal eine Beisser, d.h. wenn man an seiner Box vorbei ging, kam er mit flach angelegten Ohren hervorgeschossen und biss nach einem und das mit voller Wucht. Als er mich mal am Oberarm gepackt hat, hab' ich postwendend in die Nüstern zurückgebissen. Der hat mich angesehen wie ein kaputtes Auto und nie wieder nach jemanden geschnappt. Es ist ein wundervolles Reitpony geworden und es gab nie wieder Missverständisse unter uns.
     
  3. LadyX

    LadyX Inserent

    Ich schließe mich der Meinung von Friesin an, wenn ich gebissen werde oder mein Pferd versucht auszuschlagen. Ich knuffe ihn auch, wenn er wieder versucht wer das Leittier ist und mich zur Seite rammt, das deutet auf mangelnden Respekt und deshalb schreite ich gleich ein, denn wenn es um kraftmessen geht, ziehe ich sowieso den Kürzeren. Aber grundlos würde ich ihn nie Strafen. Hin und wieder braucht aber ein Pferd vor allem ein junges, noch in der Ausbilung stehendes, immer mal einen Dämpfer, um die Rangordnung beizubehalten.
     
  4. Escada

    Escada Guest

    Ich nehme an die Frage stellt Beate auf Grund dessen, dass z.B. Lorelei und ic des öfteren offen gesagt haben, das wir eben auch mal die Gerte einsetzen um daran zu erinnern das wir das sagen haben.

    Ich verprügel meine Pferde natürlich nicht ständig (um Himmels Willen!). Aber ich habe zwei Recht unterschiedliche Charakterebei meinen stuten. Die Escada, sehr fleißig, ruhig und ausgeglichen, immer "Everybody's Darling". Und dann Donau, die einfach manchmal eine richtige Oberzicke sein kann.
    Da wird gestestet und gezickt ob man nun wirklich das machen muss was der der oben sagt. Und die geht dabei auch schon gelegentlich auf die Hinterbeine. Nun kenne ich mich und mein Pferd. Wenn ich die Gerte als "Aufforderungsmittel" benutze, kommt da auch noch ne Antwort hinterher. Aber das letzte Wort habe ich.
    Donau ist unter meinen Pferden die Dominante. Das soll keine Ausrede sein, aber sie versucht ihren Dickschädel auch bei mir durchzusetzen. Egal ob im täglichen Umgang oder beim reiten.
    Wenn ich mich da eben nicht richtig durchsetze, habe ich verspielt und das richtig. Danach hilft mir bei ihr auch kein Dominanzbodentraining mehr.

    Nur gehe ich immer davon aus: in einer intakten Herde fassen sich Tiere nicht immer mit Samthandschuhen an. Ich will für mein Pferd Herdenleittier und Beschützer sein, kann ich das wenn ich immer nur davon ausgehe ob ich dem Tier nur weh tue?
    Bitte nicht falsch verstehen, ich rede nicht von sinnloser Gewalt gegenüber meinem Pferd! Ich rede von einem Klaps mit der Gerte, von einem Klaps auf die Nase wenn das halbjährige niedliche Fohlen versucht seine Zähne in meiner Hüfte zu versenken, von einem kleinen Watschn gegen die Brust wenn mir der Zossen zum achtzigsten Mal auf die Belle rückt und eine "nein" sanfte Methode nicht versteht.

    Richtig gewalttätig werde ich meinen Pferden gegenüber nie. Wenn ich wütend oder gereizt bin, lasse ich meine Wut eben anders raus. Wüle im Garten rum oder hacke Holz für den guten alten Kachelofen. Aber ich setze mich nicht mit Wut im Bauch aufs Pferd. Weil es nichts bringt.

    Körperlicher Druck oder psychischer Druck - welcher ist der schlimmere von beiden? Das ist auch eine Einstellungsfrage.
    Ein Klaps zur richtigen Zeit kann auch vom Pferd verstanden werden. Wenn ich aber mein Pferd sinnlos lange im Kreis scheuche, nur weil ich das Join up total falsch verstanden habe, füge ich meinem Pferd genauso Druck zu. Nur welcher ist da der schlimmere?
    Der Klaps, über den das Pferd vielleicht erschrocken ist, oder der psychische Druck, der das Pferd in dieser einen Situation total konfus macht, weil es nicht versteht was passiert? (und das passiert öfter als wir uns eingestehen wollen)
     
     
  5. Lind

    Lind Inserent

    Im Umgang schließe ich mich Friesin an. Wenn mir das Pferd willentlich weh tun will, dann beanspruche ich für mich das gleiche Recht. Das geht kurz und schnell, damit ist wieder gut.

    Beim Reiten musste ich jetzt echt erstmal nachdenken, wann es bei uns die letzte Situation gab, in der ich mal die Gerte eingesetzt hab. Bei meinem Wallach ist das ewig her. Er war immer ein recht schwieriges, aber auch sehr sensibles Pferd und da konnte man mit der Gerte wirklich mehr kaputt als gut machen. Heute ist er sowieso ein Pferd, dass immer gefallen will. Da braucht man die Gerte vielleicht mal zum Anticken um die Hinterhand zu aktivieren, aber das ist wirklich nur ein Gerte "auflegen".

    Wir haben aber auch Stute, die manchmal testen, was sie dürfen. Ich denke, da muss man ganz genau unterscheiden, ob das Pferd etwas nicht versteht oder ob es wirklich testen will. Wenn es wirklich massiv testen (und man auch ausschließen kann, dass das Pferd schmerzen hat), dann ist sicher mal ein Klapps mit der Gerte angebracht. Vera... lassen muss man sich auch nicht.

    Bei meinen Pferden kommt das aber recht selten vor. Die sind eigentlich immer recht kooperativ und wenn nicht, dann reicht auch ein scharfes Wort.
     
  6. Leo

    Leo . Mitarbeiter

    Beate, was meinst Du denn jetzt genau ? Körperliche Einwirkung im Umgang oder beim reiten ? Ganz klar, wenn ein Pferd nach mir schnappt, seis aus Spiel, Spaß oder Aggression, dann bekommt es postwenden eine Backpfeife. Egal ob meins oder nicht, das ist ein Reflex, den das Pferd sicher auch versteht, weil es genau das ist, was es in der Herde auch bekommt. Wenn eins meiner Pferde nach mir treten würde, also gezielt und mit Absicht, wär das glaub ich die längste Zeit mein Pferd gewesen. Also, da würde ich mir schon Gedanken machen, was da falsch gelaufen ist.
    Beim reiten muß man differenzieren, ob das Pferd etwas nicht oder anders tut als der Reiter, weil es nicht will oder weil es nicht kann bzw. nicht verstanden hat. Bin ich mir ganz sicher, dass das Pferd nur testet wer bestimmt wos langgeht, dann ja dann würde ich wohl die Gerte einsetzen -wenn ich denn mit Gerte reiten würde. Na ja, gelegentlich reite ich mit Sporen, diese setze ich aber nun wirklich nicht zur Bestrafung ein. Also, wenn ich genau überlege, gibt es für mich auf dem Pferd keine Veranlassung dieses für irgendein Verhalten zu strafen. Ich gehe immer davon aus, dass ich meine Absicht dem PFerd nicht deutlich verständlich machen konnte und versuch es dann noch mal klarer umzusetzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Nov. 2006
  7. beate

    beate Inserent

    Hi Leo,
    ich meinte körperlichen Druck (Bestrafung?) allgemein - sowohl im Umgang als auch beim Reiten. Es interessiert mich, in welchen Situationen bzw. beim Überschreiten welcher Grenzen Ihr dieses Mittel einsetzt.
    Gruß
    Beate
     
  8. isis-r

    isis-r Inserent

    Eigentlich sagt man, dass man die Pferde wie ihresgleichen behandeln soll um möglichst artgerecht zu sein und Pferde untereinander sind sicher nicht zimperlich.
    Meine Stute hat manchmal so ihre Phasen beim putzen. Wenn sie nach mir schnappt bekommt sie sofort einen klaps auf die Nase. Wenn sie nicht rumtreten möchte zwick ich auch mal in die Seite.
    Es ist nun einfach so, dass das sehr effektiv ist und das Pferd sofort kapiert was es soll oder nicht. Klar kann ich mich hinstellen und mit dem Pferd sprechen aber ich glaube kaum, dass es viel bringt und auf Verständnis kann ich bei einem Pferd wohl kaum hoffen.
    Bestes Beispiel ist meine Stute: sie scharrt mit dem Vorderbein beim putzen. Habe sie immer wieder mit der Stimme ermahnt und dabei wurde die Tonlage immer schärfer. Die Folge: meine Stute scharrte noch mehr und legte die Ohren an. Jetzt greif ich kurz ins Halfter ohne was zu sagen und sie stellt das Bein ab.
    Wenn ein Pferd dem anderen nicht weichen will dann fliegen entweder die Hufe oder man sieht die Zähne. Das geht manchmal blitzschnell aber das andere Pferd weiß sofort was Sache ist.
    Für mich sind solche Dinge absolut in Ordnung wenn sie gezielt und zum richtigen Zeitpunkt kommen. Davon lernt ein Pferd um einiges mehr als wenn ich mich hinstelle und versuche mein Pferd mit reden "zur Vernunft" zu bringen.
     
  9. Garry

    Garry Inserent

    @ Escada

    Du sagtest da einmal, dass bei dir auch kein Dominanzbodentraining mehr hilft.
    Ich weiß ja nicht was du wie lange geübt hast um die Rangordnung bei dir und deinem Pferd aufzustellen, aber eigentlcih ist es ja so, dass wenn man beim Reiten ein Problem hat mit der Rangordnung, diese erst vom Boden aus geklärt werden muss... andersrum ist schwierig und eigentlich gar nicht möglich...
    Wie oft kommt es denn so in der Woche vor, dass sie dich quazi testet um die Rangordnung vielleicht doch umzudrehen.

    Versteh mich jetzt nicht falsch, will dir nix vorwerfen oder so, deshalb frag ich ja auch erstmal nach.
    Gruß Garry
     
  10. beate

    beate Inserent

    Hi Ihr,
    ich weiß nun nicht, ob es an dieser Stelle zu weit führt, aber ich wollte auch gerne einen Einblick in meine Denkweise diesbezüglich geben.
    Den gernezitierten Ausspruch, daß Pferde untereinander auch nicht zimperlich miteinander umgehen, finde ich sehr fadenscheinig. Denn: Ich möchte nicht, daß das Pferd mit mir wie mit einem Artgenossen umgeht - daher behandle ich es auch nicht, als wenn ich ein Artgenosse wäre. Ich bin ein Mensch, und ein Pferd ist ein Pferd. Eigentlich müßten die Pferde doch recht dämlich sein, wenn sie denken, dieses "nackte" 2beinige Wesen sei ein Artgenosse...:D
    Wenn ein Pferd eine unerwünschte Reaktion bringt, so liegt der Fehler bei mir, daß ich dies nicht verhindern konnte. Ich habe das perfekte Timing verpaßt. Dies hätte entweder eine Reaktion direkt VOR der unerwünschten Aktion des Pferdes sein können, oder aber ich hätte eine derartige Situation generell nicht aufkommen lassen dürfen. Ich bin ein Mensch, der sehr viel hinterfragt, nach Gründen und vor allem Lösungen sucht. Diesbezüglich fällt mir gerade ein Ausspruch von Tom Dorrance ein: "What happened, before happened, what you not want to happen, happened?" (hoffe, ich habe es korrekt wiedergegeben :cool: ).
    Gruß
    Beate
     
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